Börse New York Wall Street setzt auf Erholung der US-Wirtschaft

Konjunkturdaten und Finanztitel haben der Wall Street am Donnerstag zu Gewinnen verholfen. Einzelhandels- und Arbeitslosenzahlen machten den Händlern Mut. Die Auktion von US-Staatsanleihen ging ohne Probleme über die Bühne. Der steigende Ölpreis stützte Rohstofftitel, löste aber auch Sorgen aus.
Händler in New York. Quelle: ap

Händler in New York.

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HB NEW YORK. Konjunkturdaten und Finanztitel haben der Wall Street am Donnerstag zu Gewinnen verholfen. Nach den jüngsten Daten aus dem Einzelhandel und vom Arbeitsmarkt stieg die Hoffnung auf eine Stabilisierung der US-Wirtschaft. Der Ölpreis legte weiter zu und sorgte für Kursgewinne bei Rohstofftiteln. Zahlreiche Bankentitel profitierten von Kaufempfehlungen und zogen deutlich an.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stieg um 0,4 Prozent auf 8770 Punkte. Dabei pendelte er zwischen 8736 und 8877 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500-Index gewann 0,6 Prozent auf 944 Zähler, der Index der Technologiebörse Nasdaq 0,5 Prozent auf 1862 Punkte. Die US-Konjunkturdaten halfen auch dem Dax ins Plus. Er stieg bei geringen Handelsumsätzen um 1,1 Prozent auf 5107 Punkte.

Die US-Konjunkturdaten fielen besser aus, als von vielen Börsianern erwartet. Die Einzelhändler erwirtschafteten im Mai erstmals seit drei Monaten wieder mehr Umsatz. Zudem meldeten sich vergangene Woche bereits das vierte Mal in Folge weniger Menschen erstmals arbeitslos. "Viele Investoren, die die jüngste Rally verpasst haben, entscheiden sich jetzt, einzusteigen", sagte Händler Anthony Conroy.

Auch der steigende Ölpreis, der über 73 Dollar pro Fass US-Leichtöl kletterte und damit so hoch lag wie seit acht Monaten nicht mehr, wurde als positives Zeichen gewertet. "Das zeigt, dass die Nachfrage steigt und dass sich die Wirtschaft verbessert", sagte Anleger Terry Morris. Die Papiere des Ölkonzerns Chevron legten in der Folge 2,4 Prozent zu, Aktien des Metallriesen Alcoa kletterten um 6,4 Prozent.

"Derzeit helfen die Kursgewinne der Energieriesen dem Markt", sagte Händler Todd Leone, der die Entwicklung mit gemischten Gefühlen betrachtet. "In der Zukunft kann der Ölpreisanstieg belasten", warnt er. Ein steigender Ölpreise drohe die Inflation antreiben, die Konsumfreunde der Amerikaner zu hemmen und so die Erholung der Wirtschaft abzuwürgen. So standen die Papiere des US-Einzelhandelsgiganten Wal-Mart erneut auf der Verkaufsliste. Wal-Mart-Aktien verloren 1,5 Prozent. Die Papiere des Airbus-Rivalen Boeing gaben 3,1 Prozent nach, weil der Flugzeugbauer seine Prognose für Flugzeugbestellungen herunterschraubte.

Bankentitel profitierten dagegen erneut von einer Reihe von Kaufempfehlungen. Die Aktie von Bank of America schoss nach einer Hochstufung des Brokerhauses KBW 8,3 Prozent nach oben. Nach einer Empfehlung von Goldman Sachs kletterten Papiere der Fifth Third Banc um 5,9 Prozent und von Regions Financial sogar um 9,3 Prozent. Auch die Ergebnisse einer Versteigerung von 30-jährigen US-Staatsanleihen wurde positiv aufgenommen. Das US-Finanzministerium, das die Papiere zu einem Zinssatz von 4,72 ausgab, verzeichnete eine hohe Nachfrage.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,22 Mrd. Aktien den Besitzer. 1866 Werte legten zu, 1167 gaben nach und 98 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,47 Mrd. Aktien 1723 im Plus, 966 im Minus und 128 unverändert. An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 21/32 auf 93-28/32. Sie rentierten mit 3,874 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 33/32 auf 92-23/32 und hatten eine Rendite von 4,705 Prozent.

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