Börse New York Wall Street tritt auf der Stelle

Neue Jobdaten aus den USA lassen eine baldige Zinserhöhung der Fed erwarten. Gewinnmitnahmen der Anleger drücken Goldman Sachs an den letzten Platz im Dow Jones. Mit Sorge blicken die Börsianer auf Europa.
Update: 03.12.2016 - 00:01 Uhr Kommentieren
„Goldman? Verkaufen!“ Quelle: Reuters
New Yorker Händler

„Goldman? Verkaufen!“

(Foto: Reuters)

FrankfurtAn der Wall Street haben die Anleger am Freitag verhalten auf die jüngsten Arbeitsmarktdaten für November reagiert. Zwar fielen die Daten teils besser als erwartet aus. Doch machten einige Anleger vor allem bei den Finanzwerten Kasse, die besonders von der Aussicht auf weniger Regularien nach der Wahl von Donald Trump zum künftigen US-Präsidenten profitiert hatten. Insgesamt kamen die großen Indizes somit kaum vom Fleck: Der Dow-Jones -Index schloss in New York mit 19.170,42 Punkten leicht im Minus, währen der S&P500 - und der Nasdaq-Composite mit 2191,95 und 5255 Zählern leicht im Plus lagen.

Im November waren in den USA außerhalb der Landwirtschaft mit 178.000 etwas mehr Stellen als mit 175.000 erwartet geschaffen worden. Zugleich fiel die Arbeitslosenquote überraschend mit 4,6 Prozent auf den tiefsten Stand seit mehr als neun Jahren. Damit dürfte der Weg für die erste Zinserhöhung seit einem Jahr frei sein. Die Belebung des Arbeitsmarktes setze sich fort, erklärte Helaba-Analyst Ralf Umlauf. „Eine Zinserhöhung seitens der Fed in diesem Monat gilt als ausgemacht und die Zahlen untermauern dies auch.“ Die Fed hält den Schlüsselsatz seit 2015 in einer Spanne von 0,25 bis 0,5 Prozent .

Für Nervosität sorgte auch die Unsicherheit an den europäischen Börsen, wo Dax und EuroStoxx50 mit Kursverlusten die Woche beendeten. Am Sonntag steht neben der Bundespräsidentenwahl in Österreich eine möglicherweise schicksalhafte Abstimmung in Italien über eine Verfassungsreform. Das Ergebnis könnte vor allem die Europa-Kritiker stärken und damit wieder die Furcht vor einer Euro-Krise befeuern.

Auf den Verkaufszetteln in New York standen vor allem Bankenwerte, allen voran die Aktien von Goldman Sachs, die zeitweise über 1,4 Prozent verloren und damit im Dow-Jones-Index die rote Laterne trugen. Börsianer sprachen von Gewinnmitnahmen, nachdem die Finanztitel zuletzt kräftig gewonnen hatten. So beläuft sich das Plus alleine bei Goldman Sachs auf Sicht von vier Wochen per Donnerstagabend auf rund 27 Prozent. Der Dow hat im gleichen Zeitraum 6,4 Prozent gewonnen.

So viel schütten die Dax-Unternehmen aus

DAX ®

WKN
ISIN
DE0008469008
Börse
Xetra

+119,28 +0,98%
Chart von DAX ®
Dax
1 von 31

Die diesjährigen Hauptversammlungen der 30 Dax-Konzerne versprechen rekordhohe Ausschüttungen – insgesamt knapp 31 Milliarden Euro. Voraussichtlich 21 Konzerne erhöhen ihre Dividende.

Die Rendite im Dax liegt im Mittel seit dem Jahr 2004 bei gut drei Prozent. Sehen Sie die Einschätzung zur Dividende – sortiert nach der (geschätzten) Höhe der Dividendenrendite aller Firmen.

Mehr dazu lesen Sie auch in dieser ausführlichen Handelsblatt-Analyse.

PROSIEBENSAT.1 MEDIA SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000PSM7770
Börse
Xetra

+0,06 +0,28%
+21,79€
Chart von PROSIEBENSAT.1 MEDIA SE NAMENS-AKTIEN O.N.
Pro Sieben Sat1
2 von 31

Pro Sieben Sat1: Die höchste Dividendenrendite gibt es direkt vom Dax-Aufsteiger 2016. Mit erwarteten 1,91 Euro je Aktie schüttet das Medienunternehmen damit 80 bis 90 Prozent des bereinigten Konzernüberschusses aus. Das ist für Dax-Unternehmen jedoch die absolute Ausnahme.

Dividende 2016 (für das Jahr 2015): 1,80 Euro
Dividende 2017 (für das Jahr 2016)*: 1,91 Euro
Dividendenrendite 2017*: 4,9 Prozent

*geschätzt

DAIMLER AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007100000
Börse
Xetra

+0,98 +1,74%
+57,29€
Chart von DAIMLER AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Daimler
3 von 31

Daimler: Der Automobilkonzern aus Stuttgart ist auch deswegen interessant, weil die Experten hier in diesem Jahr mit der höchsten Ausschüttungssumme rechnen – nämlich bis zu 3,5 Milliarden Euro.

Dividende 2016 (für das Jahr 2015): 3,25 Euro
Dividende 2017 (für das Jahr 2016)*: 3,25 Euro
Dividendenrendite 2017*: 4,6 Prozent

*geschätzt

ALLIANZ SE VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008404005
Börse
Xetra

+2,00 +1,06%
+190,18€
Chart von ALLIANZ SE VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.
Allianz
4 von 31

Allianz: Der Versicherungskonzern aus München glänzt auch in diesem Jahr wieder mit einer stattlichen Dividendenrendite. In den letzten zwölf Monaten konnte der Kurs der Aktie um gut sechs Prozent zulegen.

Dividende 2016 (für das Jahr 2015): 7,30 Euro
Dividende 2017 (für das Jahr 2016)*: 7,50 Euro
Dividendenrendite 2017*: 4,82 Prozent

*geschätzt

MUENCHENER RUECKVERS.-GES. AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008430026
Börse
Xetra

+0,30 +0,16%
+186,85€
Chart von MUENCHENER RUECKVERS.-GES. AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.
Münchener Rück
5 von 31

Münchener Rück, ein Dividenaristokrat: Seit 1969 hat der Rückversicherer aus München seine Dividende nicht mehr gesenkt und pflegt damit die wohl längste Tradition im Dax. Daher ist es eher unwahrscheinlich, dass sich das im kommenden Jahr ändern wird.

Dividende 2016 (für das Jahr 2015): 8,25 Euro
Dividende 2017 (für das Jahr 2016)*: 8,50 Euro
Dividendenrendite 2017*: 4,9 Prozent

*geschätzt

BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN

WKN
ISIN
DE0005190003
Börse
Xetra

+1,73 +2,07%
+85,25€
Chart von BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN
BMW
6 von 31

BMW: Der Autobauer aus München darf für das abgelaufene Jahr wieder von einem Rekordgewinn ausgehen. Der Grund: Die teure 7er-Reihe verkaufte sich hervorragend. Der Konzern würde damit zum siebten Mal in Folge seine Ausschüttung erhöhen – wenn auch nur leicht.

Dividende 2016 (für das Jahr 2015): 3,20 Euro
Dividende 2017 (für das Jahr 2016)*: 3,23 Euro
Dividendenrendite 2017*: 3,7 Prozent

*geschätzt

DEUTSCHE TELEKOM AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005557508
Börse
Xetra

+0,02 +0,15%
+13,77€
Chart von DEUTSCHE TELEKOM AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Deutsche Telekom
7 von 31

Deutsche Telekom: Die Aktie des Telekommunikationsunternehmens aus Bonn hat sich seit Anfang Dezember wieder erholt. Die Aktionäre können sich entscheiden, ob sie die Dividende ausgezahlt oder als neues Aktienpaket bekommen wollen. Im vergangenen Jahr wollten 41 Prozent der Anleger neue Aktien.

Dividende 2016 (für das Jahr 2015): 0,55 Euro
Dividende 2017 (für das Jahr 2016)*: 0,60 Euro
Dividendenrendite 2017*: 3,7 Prozent

*geschätzt

Zudem missfiel den Anlegern der Chefwechsel an der Spitze von Starbucks : Die Aktien verloren zeitweise rund drei Prozent. Nachfolger von Howard Schultz wird nach Firmenangaben der bisher fürs Tagesgeschäft zuständige Manager Kevin Johnson, der zuvor vor allem in der High-Tech-Branche tätig war und daher laut Börsianern möglicherweise zu wenig Erfahrung im Einzelhandel mitbringt.

Ebenfalls auf Talfahrt gingen Smith & Wesson. Nordamerikas größter Hersteller von Handfeuerwaffen enttäuschte die Anleger mit seinem Quartalsausblick. Die Aktien fielen um rund zwölf Prozent.

  • rtr
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