Börse Tokio Gewinnmitnahmen belasten Nikkei-Index

Besonders Papiere von Sony und Toyota rutschen ab, der Yen hingegen hat seine Talfahrt unterbrochen - und deshalb fallen die Aktienkurse.
Update: 13.02.2013 - 07:51 Uhr Kommentieren
Nikkei-Kurse in Tokio. Quelle: dpa

Nikkei-Kurse in Tokio.

(Foto: dpa)

TokioDie abgebremste Talfahrt des Yen hat der Börse in Tokio am Mittwoch Verluste eingebrockt. Nach der Rally des Vortags realisierten Investoren nun ihre Gewinne. Auf den übrigen Aktienmärkten in Fernost griffen Anleger dagegen weiterhin zu. Der MSCI-Index für Aktienmärkte außerhalb Japans lag 0,8 Prozent im Plus.

Vor allem Kurssteigerungen bei australischen Titeln nach der Vorlage eines Rekordergebnisses der Commonwealth Bank of Australia zogen den Index nach oben. Ein deutliches Plus verbuchte auch der Aktienmarkt in Südkorea. Die Börsen in China, Taiwan und Hongkong blieben dagegen wegen des Neujahrfests weiterhin geschlossen.

Der Nikkei fiel um 1,04 Prozent auf 11.251 Punkte. Am Tag zuvor war er noch auf den höchsten Stand seit 33 Monaten geklettert. Auf den Verkaufszetteln standen am Mittwoch vor allem Exportwerte, da der Yen seine Talfahrt nicht fortsetzte.

Papiere von Toyota gaben um 1,8 Prozent nach. Bei Sony betrug das Minus sogar mehr als fünf Prozent. Aktien des Kamera-Herstellers Olympus fielen um 2,7 Prozent, nachdem der Konzern wegen des schwachen Verkaufs von Digitalkameras seine Jahresprognose gekürzt hatte.

Weitere Impulse erhoffen sich Investoren nun aus Moskau, wo sich am Freitag und Samstag Vertreter der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer treffen. Ein wichtiges Thema sind dabei die Wechselkurse. Japan wird vorgeworfen, mit einer extrem lockeren Geldpolitik den Wert seiner Währung zu drücken.

Dadurch könnte sich das Land Wettbewerbsvorteile auf dem Weltmarkt verschaffen. Die Regierung in Tokio verweist dagegen auf den Kampf gegen die Deflation. Die Talfahrt des Yen aufgrund der geöffneten Geldschleusen hat in den vergangenen Wochen die Rally an der Tokioter Börse befeuert.

Am Donnerstag endet ein zweitägiges Treffen der Bank of Japan, von dem allerdings keine weitere geldpolitische Lockerung erwartet wird. Allerdings erhoffen sich Marktteilnehmer weitere Schritte nach dem im kommenden Monat anstehenden Führungswechsel an der Spitze der Notenbank.

"Bisher wurde der Yen durch Erwartungen auf eine mutige Geldpolitik geschwächt, ab jetzt muss Japan die Politik umsetzen, um solche Erwartungen zu rechtfertigen", sagte der für Japan zuständige Chef-Volkswirt Naohiko Baba von Goldman Sachs.

Wenn das Geld nichts mehr wert ist
Staatskrisen und politischer Wille
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Der Tausch einer Währung kann viele Gründe haben. In Deutschland waren es politische, wie bei der Einführung des Euro. Aber auch Inflation wie bei der Einführung der Rentenmark mit drohendem Staatsbankrott könne Gründe für einen Währungswechsel sein. Auch nach Kriegen werden die Geldsorten gewechselt, in Deutschland etwa im Jahre 1948. 

Foto: Peter Hintze, ehemaliger CDU-Bundesgeschaeftsführer, stellt ein Plakat zur Euroeinführung vor.

Staatliche Wechselstube
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Die Auswirkungen sind enorm und Währungswechsel kommen sehr häufig vor. So erlebte etwa ein Deutscher, der im Jahr 1921 in Leipzig geboren wurde, sechs Währungen. Im Durchschnitt wechselte bei ihm die Währung alle 15 Jahre. Handelsblatt Online zeigt auf den nächsten Seiten die wichtigsten Währungsreformen in Deutschland.

1871 bis 1873
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Nach der Gründung des deutschen Reichs aus zahlreichen souveränen Einzelstaaten sollte auch eine einheitliche Währung her. Im Laufe der Jahre tauschten die Deutschen ihre Taler, Gulden und Kreuzer in Mark. Als letztes Land führte Bayern die Mark ein.

1923 bis 1925
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Die Hyperinflation in der Weimarer Republik besiegelte das Schicksal der Mark. Wegen des Weltkrieges hatte die Währung bereits mehr als die Hälfte an Kaufkraft verloren. In den Folgejahren verlor die Währung- auch wegen Kriegskosten und Reparationsleistungen drastisch an Wert.

Reichsmark
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In der Folge wurde die Mark auf die Renten- und später Reichsmark umgestellt. Der Wechselkurs betrug eine Billion Mark zu einer Reichsmark. Auch wenn die Reichsmark als Goldkernwährung keinen Goldstandard hatte, bewirkte sie eine Entspannung bei der Inflation. Der Währungskurs pendelte sich zum US-Dollar auf den Stand vor 1914 ein. Nach der Machtübernahe der Nazis und im folgenden Krieg stieg das Geldvolumen wieder stark an.

1948 (BRD)
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Nach den Verheerungen des Zweiten Weltkrieges wurde in den alten Bundesländern die Deutsche Mark eingeführt. Die Reichsmark hatte keinen Wert mehr, die Deutschen schlugen sich mit Tauschgeschäften durch oder rechneten mit Zigaretten ab.

D-Mark
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Die Deutschen konnten ihre neue D-Mark an den Ausgabestellen für Lebensmittelmarken abholen: 40 DM sofort und weitere 20 DM zwei Monate später. Nach der Einführung folgte ein enormer Wirtschaftsaufschwung.

Bild: Am 20. Juni 1948, dem Stichtag der Wahrungsreform in den westlichen Besatzungszonen, drängen sich die Bürger in einer Hamburger Umtauschstelle, um sich die neue Währung auszahlen zu lassen.

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