Börse Tokio Nikkei fällt auf Monatstief

Die Auswirkungen des Haushaltsstreits in den USA ziehen sich um die ganze Welt: In Japan knickt die Börse deshalb ein. Exportwerte gehörten zu den Verlierern. Samsung beflügelt die Phantasie der Anleger.
Update: 04.10.2013 - 10:34 Uhr Kommentieren
Passanten vor einer Kursanzeige der Börse in Tokio. Quelle: Reuters

Passanten vor einer Kursanzeige der Börse in Tokio.

(Foto: Reuters)

TokioDer Haushaltsnotstand in den USA hält die asiatischen Börsen weiter fest im Griff und sorgt für fallende Kurse. So schloss der Leitindex Nikkei am Freitag in Tokio mit 14.024 Zähler knapp ein Prozent im Minus und fiel damit auf den niedrigsten Stand seit Anfang September. Der breiter gefasste Topix-Index ging um gut 0,9 Prozent auf 1164 Stellen zurück. Der MSCI-Index für den asiatisch-pazifischen Raum ohne Japan ging um 0,1 Prozent zurück.

"Solange der Haushaltsstreit die Schlagzeilen bestimmt, wird die Unsicherheit andauern", schrieb die Bank Credit Agricole an ihre Kunden. Das gelte um so mehr, wenn Mitte Oktober die Schuldengrenze erreicht sein werde. Es zeichne sich immer mehr ab, dass der Streit über den US-Haushalts über den 17. Oktober hinaus andauern werde, warnten Analysten von BNP Paribas.

Wegen des Konflikts zwischen Präsident Barack Obama und dem republikanisch dominierten Repräsentantenhaus wurden etliche US-Behörden geschlossen und ihre Mitarbeiter in den Zwangsurlaub geschickt. Der Dollar gab wegen der Haushaltskrise auf 97,105 Yen nach.

Wegen der Dollarschwäche standen Exportwerte auf den Verkaufszetteln. Panasonic-Papiere verloren etwa 3,4 Prozent. Bei Sony betrug das Minus 1,8 Prozent. Als Ausreißer präsentierte sich der südkoreanische Elektronikriese Samsung. Die Papiere verteuerten sich um 0,5 Prozent, die Börse in Seoul schloss leicht im Plus.

Der koreanische Elektronikkonzern Samsung rechnet dank gestiegener Chip-Preise mit einem Rekordgewinn. Man erwarte im dritten Quartal einen Zuwachs um 25 Prozent auf 10,1 Billionen Won (6,9 Milliarden Euro), teilte das Unternehmen am Freitag mit. Von Thomson Reuters befragte Analysten rechnen im Durchschnitt mit 9,96 Billionen Won.

Die Chip-Preise steigen seit Ende des vergangenen Jahres, weil sich Hersteller jahrelang mit Investitionen zurückhielten. Zudem hat sich an das Angebot verknappt, weil es Anfang September in einer chinesischen Fabrik von SK Hynix ein Feuer gab.

Der Samsung-Konzern, der vor allem durch seine Smartphones der Galaxy-Reihe bekannt ist, kämpft zurzeit mit einer nachlassenden Nachfrage beim Premiumtelefon S4. Das Segment gilt als gesättigt. Analysten gehen davon aus, dass der Apple-Konkurrent im dritten Quartal 16 Millionen S4 verkaufte. In den beiden Monaten nach der Markteinführung Ende April waren es noch 20 Millionen.

Diese Aktien schocken die Anleger

Loewe: Insolvenz reißt Aktie in die Tiefe

WKN
ISIN
Börse

Chart von Loewe: Insolvenz reißt Aktie in die Tiefe
Loewe: Insolvenz reißt Aktie in die Tiefe
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Loewe: Insolvenz reißt Aktie in die Tiefe

Das war eine der Top-News der Woche: Am Dienstag hat der Fernsehgeräte-Hersteller Loewe Insolvenz angemeldet. Nach Bekanntwerden der Meldung rauschte die Aktie bis zu 45 Prozent nach unten, erholte sich dann aber wieder. Das Unternehmen sucht händeringend einen Investor. Das oberfränkische Traditionsunternehmen kämpft schon seit längerem gegen rote Zahlen.

Kursentwicklung 1 Woche: - 22,8 Prozent

DIALOG SEMICONDUCTOR PLC REGISTERED SHARES LS -,10

WKN
ISIN
GB0059822006
Börse
FSE

-0,48 -2,75%
+17,08€
Chart von DIALOG SEMICONDUCTOR PLC REGISTERED SHARES LS -,10
Dialog Semiconductor: Analystenzweifel lassen Kurs einbrechen
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Dialog Semiconductor: Analystenzweifel lassen Kurs einbrechen

Im TecDax erwischte es diese Woche den Apple-Zulieferer Dialog Semiconductor heftig. Am Montag ging es 4,5 Prozent nach unten, nachdem Analyst Ali Farid Khwaja von Berenberg die Aktie von "Buy" auf "Hold" abgestuft hatte. Das Kursziel beließ er aber auf 14,50 Euro belassen. Die Titel hätten seit ihrem Tief im Sommer mehr als 50 Prozent gewonnen, schrieb der Marktbeobachter in einer Studie. Ein frischer Kurstreiber wäre der Beweis, dass Dialog sich breiter aufstellen und damit seine Abhängigkeit von Apple verringern würde.

Kursentwicklung 1 Woche: - 6,0 Prozent

DEUTSCHE LUFTHANSA AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008232125
Börse
Xetra

-0,24 -1,04%
+22,77€
Chart von DEUTSCHE LUFTHANSA AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.
Lufthansa: Marktumfeld belastet die Aktie
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Lufthansa: Marktumfeld belastet die Aktie

Kaum hatte sich die Lufthansa-Aktie am Dienstag von den Kursverlusten des Vortages erholt – die Fluglotsen hatten vor einem europaweit geplanten Streik eingelenkt, ging es für die Titel am Mittwoch wieder rasant abwärts; sie verzeichneten mit einem Minus von 3,6 Prozent den größten Verlust im Dax. Auslöser war ein Analystenkommentar der Deutschen Bank. Michael Kuhn stufte seine Empfehlung von "buy" auf "hold" und senkte das Kurzziel deutlich von 20 auf 14 Euro. Die anstehenden Verkehrs- und Finanzkennzahlen dürften nicht als positive Kurstreiber dienen, schrieb Kuhn in einer Studie. So leide die Fluggesellschaft unter negativen Währungseffekten sowie unter einer nach wie vor trägen Nachfrage bei gleichzeitig zunehmenden Flugkapazitäten.

Kursentwicklung 1 Woche: - 1,7 Prozent

K+S AKTIENGESELLSCHAFT NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000KSAG888
Börse
FSE

-1,04 -5,22%
+18,97€
Chart von K+S AKTIENGESELLSCHAFT NAMENS-AKTIEN O.N.
K+S: Grubenunglück drückt auf den Kurs
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K+S: Grubenunglück drückt auf den Kurs

Die ohnehin belastete Aktie des Düngemittelherstellers K+S geriet diese Woche nach einem Grubenunglück in Thüringen unter Druck. Die Titel verloren am Mittwoch zwei Prozent. Im schwersten deutschen Grubenunfall seit Jahren waren drei Menschen ums Leben gekommen. Am Donnerstag setzten sich die Titel indes mit plus 3,1 Prozent an die Dax-Spitze. Die Papiere reagierten damit positiv auf einen Medienbericht, wonach ein großes Aktienpaket am russischen Kali-Weltmarktführer Uralkali wohl an heimische Käufer gehen soll. Kreisen zufolge will der Kreml auch das Preiskartell mit dem weißrussischen Staatskonzern Belaruskali wiederbeleben. Der Ausstieg von Uralkali hatte Ende Juli wegen des drohenden Preiskriegs für massive Verwerfungen am Kalimarkt gesorgt.

Kursentwicklung 1 Woche: - 5,0 Prozent

SIEMENS AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007236101
Börse
FSE

-1,50 -1,35%
+109,34€
Chart von SIEMENS AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Siemens: Börsianer missachten zunächst Sparkurs-Meldung
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Siemens: Börsianer missachten zunächst Sparkurs-Meldung

Am Montag sorgte Siemens bei den Börsianern mit der Meldung vom Vortag für Aufsehen, 15.000 Stellen streichen zu wollen, rund 5000 davon in Deutschland. Solche Nachrichten lassen zwar häufig die Aktienkurse steigen, doch die Titel von Deutschlands größtem Elektrokonzern gaben fast ein Prozent nach. In einem schwachen Gesamtmarkt konnte die Meldung kaum Wirkung entfalten. Erst in den folgenden Tagen legte der Kurs zu.

Kursentwicklung 1 Woche: + 1,5 Prozent

INFINEON TECHNOLOGIES AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006231004
Börse
FSE

-0,71 -3,23%
+21,09€
Chart von INFINEON TECHNOLOGIES AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Infineon: Erholung lässt auf sich warten
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Infineon: Erholung lässt auf sich warten

Am Montag standen Infineon-Aktien auf der Verkaufsliste vieler Investoren. Die Titel machten mit einem Minus von 2,4 Prozent die größten Verluste im Dax. Die Börse zeigt sich mit der Erholung der Branche unzufrieden. Finanzvorstand Dominik Asam habe bei einer Investorenveranstaltung Anlegerhoffnungen auf eine baldige Ausschüttung zunichte gemacht, schrieb Analyst Adnaan Ahmad von Berenberg in einer Studie. Operativ erhole sich der Halbleiterhersteller derzeit nach einer harten ersten Jahreshälfte. Im Gesamtjahr 2013 sollte der Umsatz leicht unter dem Vorjahresniveau liegen.

Kursentwicklung 1 Woche: - 1,5 Prozent

E.ON SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000ENAG999
Börse
FSE

-0,07 -0,74%
+9,34€
Chart von E.ON SE NAMENS-AKTIEN O.N.
Eon: Widerstände und Unsicherheiten machen Analysten skeptisch
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Eon: Widerstände und Unsicherheiten machen Analysten skeptisch

Auch die Titel des Energiekonzerns Eon wurden am Montag stark verkauft und zählten mit einem Minus von zwei Prozent zu den schwächsten Werten im Dax. Analysten zeigen sich ebenfalls skeptisch. Auf dem deutschen Markt gebe es zwar ermutigende Anzeichen in einem harschen Umfeld, schreibt Adam Dickens von HSBC in einer Studie. Die Erholung dürfte allerdings nicht so rasch stattfinden und auch nicht übermäßig ausfallen. Zudem sieht der Experte außerhalb des Heimatmarktes zahlreiche Widerstände und Unsicherheiten.

Kursentwicklung 1 Woche: - 2,8 Prozent

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