Börse Tokio Nikkei fällt unter 16.000 Punkte

Händler in Japan hielten sich vor neuen Konjunkturdaten aus den USA zurück, der Nikkei gab erneut nach. Unter den Einzelwerten verloren vor allem Finanztitel. Sony legte kräftig zu
Update: 09.01.2014 - 07:42 Uhr Kommentieren
Mitarbeiter der Tokioter Börse: Händler warten auf Konjunkturdaten aus den USA. Quelle: Reuters

Mitarbeiter der Tokioter Börse: Händler warten auf Konjunkturdaten aus den USA.

(Foto: Reuters)

TokioAn Asiens Aktienmärkten sind die Anleger am Donnerstag auf Nummer sicher gegangen. Einen Tag vor Veröffentlichung eines mit Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktberichts gab es an den meisten Handelsplätzen Kursverluste, insbesondere in Japan. Von den am Freitag anstehenden Jobdaten versprechen sich Börsianer neue Aufschlüsse über den Zustand der weltgrößten Volkswirtschaft. Davon wiederum dürfte die US-Notenbank (Fed) abhängig machen, wie stark die bereits angekündigte Drosselung ihrer Konjunkturhilfen ausfällt.

Die Analysten von BNP Paribas äußerten die Erwartung, dass die Fed ihre massiven Wertpapierkäufe in moderaten Schritten zurückfahren und Ende des neuen Jahres ganz aufgeben werde. Wie aus den veröffentlichten Protokollen der Fed-Zinssitzung im Dezember hervorgeht, sollte der Ausstieg aus der ultralaxen Geldpolitik ganz bewusst schonend für die Märkte begonnen werden.

Das neue Jahr bringt einen Abwärtstrend
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Das neue Börsenjahr in Japan

Farbenprächtig wurde am 6. Januar das neue Handelsjahr an der Börse in Tokio eingeläutet. Die Kurse fielen trotzdem deutlich: um mehr als zwei Prozent.

Tokyo Stock Exchange opens the New Year's trade
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Finanzminister gibt sich die Ehre

Der japanische Finanzminister Taro Aso (links) eröffnete das neue Handelsjahr an der Börse von Tokio. Der Nikkei-Index honorierte sein Erscheinen nicht. Das Marktbarometer sank zum ersten Mal seit zehn Handelstagen wieder und das auch noch so stark wie seit dem 25. Oktober 2013 nicht mehr. Zudem wurde auch noch die runde Marke von 16.000 Punkten gerissen. Ist das ein schlechtes Omen?

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Beifall von den Zuhörern
Die Damen im Kimono bei der Eröffnungsfeier hatten dennoch genug Grund zum Klatschen. Denn im vergangenen Jahr stieg der Nikkei-Index um satte 57 Prozent. So stark ist das Marktbarometer seit vier Jahrzehnten nicht mehr in die Höhe gegangen - genau seit 1972. Auch der zweite Leitindex an der Börse, der Topix, verbuchte 2013 ein sattes Plus von 51 Prozent. Dies war das drittbeste Jahresergebnis überhaupt.

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Ein Gongschlag

Finanzminister Taro Aso eröffnete mit einem Schlag auf die Börsenglocke das neue Handelsjahr. Es könnte wieder gut werden. Das glauben zumindest die Analysten von Nomura. Die zum Jahresende erreichten 16.291 Punkte hätten ein positives Signal geliefert - glauben jene Analysten, die am liebsten nur auf die Kurse schauen. Doch auch die Fundamentalisten sind guter Dinge. Der Index werde derzeit nur mit dem 16,6fachen der erwarteten Gewinne gehandelt. Das liege 22 Prozent unter dem Zehnjahresschnitt, der beim 21,4fachen liege.

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Nicht nur der Finanzminister versprüht gute Laune

„Der Markt ist noch immer in der frühen Phase seiner Rally, bisher kann von Überhitzung keine Rede sein“, glaubt Takashi Ito, Analyst bei Nomura, dem größten Brokerhaus des Landes. Japanische Aktien seien in den vergangenen zwei Jahren wegen der lockeren Geldpolitik und der expansiven Fiskalpolitik nach oben gejagt. Dies werde 2014 so weiter gehen, glaubt der Experte - ganz im Sinne der Politik. Da kann sich Finanzminister Taro Aso mit Recht freuen.

Women, dressed in ceremonial kimonos, pose in front of an electronic board showing stock prices after the New Year opening ceremony at the TSE, held to wish for the success of Japan's stock market, in Tokyo
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Der schwache Yen erfreut die Börse

Japanische Aktien haben 2013 die Indizes von 24 entwickelten Märkten in den Schatten gestellt, ergeben Daten, die von der Nachrichtenagentur Bloomberg ausgewertet worden sind. Hauptgrund dafür war der Wertverfall der Währung. Der Yen verlor gegenüber der Haupthandelswährung Dollar rund 18 Prozent. Vor allem die Aktien von Exporteuren wie Toyota Motor oder Panasonic hat dies geholfen. Entsprechend gut ist die Stimmung in der japanischen Industrie.

Shinzo Abe
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Der Ministerpräsident feiert sich selbst

Zum Abschluss eines grandiosen Börsenjahres hatte sich Premierminister Shinzo Abe an der Börse die Ehre gegeben. Er läutete mit einer Feier am 30. Dezember das Ende des Jahres ein. „Dank unserer Bemühungen geht es in der Wirtschaft wieder nach oben“, sagte er. Er weiß genau, wovon er redet. Die Anleger hängen an seinen Lippen und sind grundsätzlich guter Dinge. Denn schließlich will er mit seinem Programm des billigen Geldes weitermachen.

Besonders kräftig ging es in Tokio bergab, wo der Nikkei-Index der 225 führenden Werte 1,5 Prozent auf 15.880 Punkte nachgab. Zu den Verlierern zählten insbesondere Finanzwerte. So verloren Mizuho Financial 0,9 Prozent und Mitsubishi UFJ Financial 1,6 Prozent. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen nach den Kursanstiegen am Mittwoch. Gegen den Trend legten Sony-Titel 3,8 Prozent zu.

Auch an anderen Börsen in Fernost fielen die Kurse. Der MSCI-Index für die Handelsplätze ohne Japan lag 0,4 Prozent im Minus.

An den Devisenmärkten präsentierte sich der Euro am Tag des Zinsentscheids der Europäischen Zentralbank (EZB) höher. Die Gemeinschaftswährung notierte mit 1,3592 Dollar nach 1,3557 Dollar am Mittwoch im späten New Yorker Handel. Der Dollar stieg zur japanischen Währung zwischenzeitlich auf 105,135 Yen, den höchsten Stand seit einer Woche.


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