Börse Tokio Nikkei-Index erreicht 11.000 Punkte und fällt

Der japanische Aktienindex ist zum ersten Mal seit Anfang 2010 über die Marke von 11.000 Punkten gestiegen. Doch dann setzten Gewinnmitnahmen ein.
Update: 28.01.2013 - 09:03 Uhr Kommentieren
Vor einer Börsenanzeigetafel in Tokio. Quelle: dapd

Vor einer Börsenanzeigetafel in Tokio.

(Foto: dapd)

TokioVor einer Schwemme neuer Quartalsberichte hat zum Wochenbeginn Zurückhaltung die asiatischen Aktienmärkte bestimmt. Anders als in den USA oder Europa notiert der Tokioter Nikkei noch deutlich unter seinem Niveau von vor Ausbruch der Finanzkrise 2008.

Im Fokus stand in Tokio vor allem die Entwicklung des Yen, dessen Abschwächung bei Exportwerten für Gewinne sorgt. Der Euro behauptete sich bei rund 1,3460 Dollar. In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index fast ein Prozent schwächer bei 10.824 Punkten. Kurz nach Eröffnung war das Börsenbarometer zeitweise sogar über die Marke von 11.000 Zählern gesprungen.

"Es könnte für Investoren schwierig sein, aus der Deckung zu kommen, bevor sie sehen, wie stark der schwächere Yen die Geschäftsentwicklung japanischer Firmen verbessern wird", sagte Marktanalyst Masayuki Doshida von Rakuten Securities.

Die Aktien von Sony konnten bereits zulegen: Sie gewannen um neun Prozent. Sie reagierten damit auf eine Hochstufung durch Citigroup.

Die Aktien des Autobauers Toyota dagegen konnten von den jüngsten Absatzzahlen nicht profitieren. Sie gaben 0,6 Prozent nach. Toyota hat den Spitzenplatz als weltgrößter Autohersteller zurückerobert. Der japanische Konzern lieferte im vergangenen Jahr nach Angaben vom Montag einen Rekordwert von 9,75 Millionen Fahrzeugen aus.

Wenn das Geld nichts mehr wert ist
Staatskrisen und politischer Wille
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Der Tausch einer Währung kann viele Gründe haben. In Deutschland waren es politische, wie bei der Einführung des Euro. Aber auch Inflation wie bei der Einführung der Rentenmark mit drohendem Staatsbankrott könne Gründe für einen Währungswechsel sein. Auch nach Kriegen werden die Geldsorten gewechselt, in Deutschland etwa im Jahre 1948. 

Foto: Peter Hintze, ehemaliger CDU-Bundesgeschaeftsführer, stellt ein Plakat zur Euroeinführung vor.

Staatliche Wechselstube
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Die Auswirkungen sind enorm und Währungswechsel kommen sehr häufig vor. So erlebte etwa ein Deutscher, der im Jahr 1921 in Leipzig geboren wurde, sechs Währungen. Im Durchschnitt wechselte bei ihm die Währung alle 15 Jahre. Handelsblatt Online zeigt auf den nächsten Seiten die wichtigsten Währungsreformen in Deutschland.

1871 bis 1873
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Nach der Gründung des deutschen Reichs aus zahlreichen souveränen Einzelstaaten sollte auch eine einheitliche Währung her. Im Laufe der Jahre tauschten die Deutschen ihre Taler, Gulden und Kreuzer in Mark. Als letztes Land führte Bayern die Mark ein.

1923 bis 1925
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Die Hyperinflation in der Weimarer Republik besiegelte das Schicksal der Mark. Wegen des Weltkrieges hatte die Währung bereits mehr als die Hälfte an Kaufkraft verloren. In den Folgejahren verlor die Währung- auch wegen Kriegskosten und Reparationsleistungen drastisch an Wert.

Reichsmark
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In der Folge wurde die Mark auf die Renten- und später Reichsmark umgestellt. Der Wechselkurs betrug eine Billion Mark zu einer Reichsmark. Auch wenn die Reichsmark als Goldkernwährung keinen Goldstandard hatte, bewirkte sie eine Entspannung bei der Inflation. Der Währungskurs pendelte sich zum US-Dollar auf den Stand vor 1914 ein. Nach der Machtübernahe der Nazis und im folgenden Krieg stieg das Geldvolumen wieder stark an.

1948 (BRD)
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Nach den Verheerungen des Zweiten Weltkrieges wurde in den alten Bundesländern die Deutsche Mark eingeführt. Die Reichsmark hatte keinen Wert mehr, die Deutschen schlugen sich mit Tauschgeschäften durch oder rechneten mit Zigaretten ab.

D-Mark
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Die Deutschen konnten ihre neue D-Mark an den Ausgabestellen für Lebensmittelmarken abholen: 40 DM sofort und weitere 20 DM zwei Monate später. Nach der Einführung folgte ein enormer Wirtschaftsaufschwung.

Bild: Am 20. Juni 1948, dem Stichtag der Wahrungsreform in den westlichen Besatzungszonen, drängen sich die Bürger in einer Hamburger Umtauschstelle, um sich die neue Währung auszahlen zu lassen.

Das ist ein Plus von 22,6 Prozent im Vergleich zu dem von der Tsunami-Katastrophe und den Überschwemmungen in Thailand geprägten Jahr 2011. Damit überrundete Toyota seine Rivalen General Motors (GM) und Volkswagen. GM erzielte 2012 ein Absatzplus von 2,9 Prozent auf 9,28 Millionen Wagen, VW einen Anstieg von 11,2 Prozent auf 9,07 Millionen.

Abwärts ging es auch mit den Titeln des Industrieroboterbauers Fanuc, die um sieben Prozent abrutschten. Der Konzern hatte wegen schwächerer Nachfrage in China und Europa seine Ergebnisprognose deutlich zurückgestutzt.

In Hongkong belasteten die Titel von Cosco das Handelsgeschehen. Sie verloren um fünf Prozent. Der chinesische Konzern, der unter anderem in der Schifferei tätig ist, hat für 2012 ein weiteres Verlustjahr in Aussicht gestellt.

Die offiziellen Zahlen will Cosco Ende März vorlegen. Der breite Markt in Hongkong konnte sich trotzdem mit 0,4 Prozent über Wasser halten. Der breit gefasste MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans verlor 0,4 Prozent.

Japans neue Regierung erwartet für das im April beginnende Fiskaljahr ein kräftiges Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent. Die am Montag veröffentlichte Prognose des Kabinettsbüros stützt sich insbesondere auf die geplanten aggressiven finanz- und geldpolitischen Konjunkturhilfen und die wirtschaftliche Erholung wichtiger Auslandsmärkte.

Die Schätzung ist deutlich optimistischer als die von Ökonomen, die einer Reuters-Umfrage zufolge im Schnitt lediglich ein Plus von 1,8 Prozent erwarten. Die noch von der Vorgängerregierung verantwortete Prognose vom vergangenen Sommer lag bei 1,7 Prozent.

  • rtr
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