Börse Tokio Nikkei schließt deutlich im Plus

Japans überraschende Rückkehr zur Nullzinspolitik hat die Anleger in Fernost am Mittwoch zu Käufen angeregt. Börsianer hofften, dass nach Japan auch die Notenbanken in den USA und Großbritannien ihre Geldschleusen für die Wirtschaft weiter öffnen würden.
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Die japanische Notenbank beflügelte die Märkte mit ihrer Zinsentscheidung. Quelle: DAPD

Die japanische Notenbank beflügelte die Märkte mit ihrer Zinsentscheidung.

HB TOKIO. Am Dienstag hatte diese Verheißung bereits die US-Börsen zu einem Höhenflug angetrieben. Der Nikkei-Index der 225 führenden Werte schloss mit einem Plus von 1,8 Prozent auf 9691 Punkte und damit auf dem höchsten Stand seit zwei Monaten. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 1,4 Prozent auf 844 Punkte. Auch die Aktienmärkte in Taiwan, Südkorea, Singapur und Australien verzeichneten deutliche Aufschläge.

Die Bank of Japan (BoJ) hatte im Kampf gegen die Wirtschaftskrise und den starken Yen den Zinssatz am Dienstag auf 0,0 bis 0,1 von zuvor 0,1 Prozent reduziert. Zudem flutet sie den Markt weiter mit billigem Geld, indem sie über einen Fonds Vermögenswerte kaufen will. Zu den größten Gewinnern gehörten börsennotierte Immobilientitel (REITs), da die Währungshüter unerwartet auch diese Titel kaufen wollen, um Geld in die Wirtschaft zu pumpen. Gleichzeitig bremste die relative Stärke der Landeswährung Yen die Kursgewinne. "Der Markt begrüßt zwar die Entscheidung der Bank of Japan, aber wir können davon keinen großen Einfluss auf die Fundamentaldaten erwarten", gab Mitsushige Akino von Ichiyoshi Investment Management zu bedenken. "Die geldpolitische Lockerung wird ihre Wirkung ja nicht sofort entfalten, den wirtschaftlichen Ausblick verbessern und die Deflation vertreiben."

Zu den Gewinnern des Immobiliensektors gehörten etwa die Aktien von Mitsui Fudosan und Mitsubishi Real Estate mit einem Plus von 3,5 Prozent und 4,2 Prozent. Auch die Anteilsscheine von Finanzinstituten waren auf der Gewinnerliste wiederzufinden. Die japanische Finanzaufsicht wies einen Medienbericht zurück, wonach die Großbanken des Landes zum Aufbau eines zusätzlichen Geldpuffers neben den Eigenkapitalanforderungen Basel III gezwungen werden. Die Aktien der größten japanischen Geldhäuser Mitsubishi UFJ Financial Group, Mizuho Financial Group und Sumitomo Mitsui Financial legten 2,6 Prozent, 8,6 Prozent sowie 1,8 Prozent zu.

Der Euro notierte im asiatischen Handel weiter nahe seinem jüngsten Acht-Monatshoch. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete 1,3844 Dollar und damit fast genau so viel wie am Dienstagabend in New York. Der Dollar fiel zum Yen etwas auf 83,14 Yen. Der Dollar war zuletzt unter Verkaufsdruck geraten, da die US-Notenbank Fed weitere Liquiditätshilfen für die kriselnde US-Wirtschaft in Betracht zieht.

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