Börse Tokio Nintendo-Aktie stürzt ab

Der Videospielkonzern Nintendo rechnet mit einem Verlust. Die Aktie ist durch die Gewinnwarnung an der Börse in Tokio stark unter Druck geraten. Der Nikkei-Index sank dagegen nur rund ein halbes Prozent.
Update: 20.01.2014 - 07:44 Uhr 1 Kommentar
Beim Erfinder von "Super Mario", dem Videospielkonzern Nintendo, sinken die Verkaufszahlen. Quelle: Reuters

Beim Erfinder von "Super Mario", dem Videospielkonzern Nintendo, sinken die Verkaufszahlen.

(Foto: Reuters)

TokioAn den Aktienmärkten bleiben die Anleger in der neuen Woche vorsichtig. Die Börsen in Fernost lagen am Montag größtenteils im Minus. Auch von etwas besser als erwartet ausgefallenen Konjunkturdaten aus China ließen sich die Investoren nicht aus der Deckung locken.

Das Wirtschaftswachstum in der Volksrepublik schwächte sich im Schlussquartal zwar auf 7,7 Prozent ab von 7,8 Prozent im vorangegangenen Vierteljahr. Volkswirte hatten im Schnitt aber einen stärkeren Rückgang auf 7,6 Prozent vorausgesagt. Die Handelsumsätze waren dürftig, da die Wall Street zum Wochenstart feiertagsbedingt geschlossen blieb.

In Tokio ging der Leitindex Nikkei 0,6 Prozent tiefer aus dem Handel mit knapp 15.642 Punkten. Händler rechneten aber nicht damit, dass die Kurse noch weiter fallen werden, weil die Unternehmen in Kürze ihre Quartalsbilanzen vorlegen. Viele Marktbeobachter setzen darauf, dass die wirtschaftliche Erholung in Japan und der schwache Yen die Gewinne der Unternehmen beflügeln. Auch an den meisten anderen Handelsplätzen in Fernost überwogen die Minuszeichen. Der MSCI-Index der wichtigsten Aktien des Asien-Pazifik-Raums außerhalb Japans notierte 0,3 Prozent schwächer.

Die Aktie des Videospielkonzerns Nintendo schloss sechs Prozent im Minus. Die Firma hatte die Anleger vor einem Verlust gewarnt, weil der Erfolg der neuen Spielkonsole Wii U ausbleibt. Zeitweise verlor das Papier sogar 18,5 Prozent.

Damit steigt der Druck auf den Erfinder der Figur "Super Mario", die Geschäftspolitik zu ändern und Spiele auch für Konkurrenzkonsolen anzubieten. Bislang können Nintendo-Spiele nur auf eigenen Geräten benutzt werden. Immer mehr Anwender spielen aber auf Tablet-PCs oder Smartphones.

Das Unternehmen rechnet jetzt mit einem Verlust von 25 Milliarden Yen (176 Millionen Euro) statt des angekündigten Gewinns von 55 Milliarden Yen. Die Erwartungen für den Geräte-Absatz kappte Nintendo am Freitag radikal: Statt neun Millionen Wii-U-Konsolen dürften in dem noch bis Ende März laufenden Geschäftsjahr nur 2,8 Millionen verkauft werden.

Schon nachdem in den ersten sechs Monaten nur 460 000 Geräte verkauft worden waren, zeichnete sich ab, dass das Ziel kaum zu halten sein wird. Gemessen daran muss das Weihnachtsgeschäft trotz der Konkurrenz neuer Konsolen von Sony und Microsoft noch relativ versöhnlich verlaufen sein. Dennoch halbierte Nintendo die Prognose für den Absatz von Wii-U-Spielen auf 19 Millionen Stück.

Das neue Jahr bringt einen Abwärtstrend
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Das neue Börsenjahr in Japan

Farbenprächtig wurde am 6. Januar das neue Handelsjahr an der Börse in Tokio eingeläutet. Die Kurse fielen trotzdem deutlich: um mehr als zwei Prozent.

Tokyo Stock Exchange opens the New Year's trade
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Finanzminister gibt sich die Ehre

Der japanische Finanzminister Taro Aso (links) eröffnete das neue Handelsjahr an der Börse von Tokio. Der Nikkei-Index honorierte sein Erscheinen nicht. Das Marktbarometer sank zum ersten Mal seit zehn Handelstagen wieder und das auch noch so stark wie seit dem 25. Oktober 2013 nicht mehr. Zudem wurde auch noch die runde Marke von 16.000 Punkten gerissen. Ist das ein schlechtes Omen?

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Beifall von den Zuhörern
Die Damen im Kimono bei der Eröffnungsfeier hatten dennoch genug Grund zum Klatschen. Denn im vergangenen Jahr stieg der Nikkei-Index um satte 57 Prozent. So stark ist das Marktbarometer seit vier Jahrzehnten nicht mehr in die Höhe gegangen - genau seit 1972. Auch der zweite Leitindex an der Börse, der Topix, verbuchte 2013 ein sattes Plus von 51 Prozent. Dies war das drittbeste Jahresergebnis überhaupt.

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Ein Gongschlag

Finanzminister Taro Aso eröffnete mit einem Schlag auf die Börsenglocke das neue Handelsjahr. Es könnte wieder gut werden. Das glauben zumindest die Analysten von Nomura. Die zum Jahresende erreichten 16.291 Punkte hätten ein positives Signal geliefert - glauben jene Analysten, die am liebsten nur auf die Kurse schauen. Doch auch die Fundamentalisten sind guter Dinge. Der Index werde derzeit nur mit dem 16,6fachen der erwarteten Gewinne gehandelt. Das liege 22 Prozent unter dem Zehnjahresschnitt, der beim 21,4fachen liege.

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Nicht nur der Finanzminister versprüht gute Laune

„Der Markt ist noch immer in der frühen Phase seiner Rally, bisher kann von Überhitzung keine Rede sein“, glaubt Takashi Ito, Analyst bei Nomura, dem größten Brokerhaus des Landes. Japanische Aktien seien in den vergangenen zwei Jahren wegen der lockeren Geldpolitik und der expansiven Fiskalpolitik nach oben gejagt. Dies werde 2014 so weiter gehen, glaubt der Experte - ganz im Sinne der Politik. Da kann sich Finanzminister Taro Aso mit Recht freuen.

Women, dressed in ceremonial kimonos, pose in front of an electronic board showing stock prices after the New Year opening ceremony at the TSE, held to wish for the success of Japan's stock market, in Tokyo
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Der schwache Yen erfreut die Börse

Japanische Aktien haben 2013 die Indizes von 24 entwickelten Märkten in den Schatten gestellt, ergeben Daten, die von der Nachrichtenagentur Bloomberg ausgewertet worden sind. Hauptgrund dafür war der Wertverfall der Währung. Der Yen verlor gegenüber der Haupthandelswährung Dollar rund 18 Prozent. Vor allem die Aktien von Exporteuren wie Toyota Motor oder Panasonic hat dies geholfen. Entsprechend gut ist die Stimmung in der japanischen Industrie.

Shinzo Abe
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Der Ministerpräsident feiert sich selbst

Zum Abschluss eines grandiosen Börsenjahres hatte sich Premierminister Shinzo Abe an der Börse die Ehre gegeben. Er läutete mit einer Feier am 30. Dezember das Ende des Jahres ein. „Dank unserer Bemühungen geht es in der Wirtschaft wieder nach oben“, sagte er. Er weiß genau, wovon er redet. Die Anleger hängen an seinen Lippen und sind grundsätzlich guter Dinge. Denn schließlich will er mit seinem Programm des billigen Geldes weitermachen.

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1 Kommentar zu "Börse Tokio: Nintendo-Aktie stürzt ab"

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  • "Viele Marktbeobachter setzen darauf, dass die wirtschaftliche Erholung in Japan und der schwache Yen die Gewinne der Unternehmen beflügeln."

    Japan ist dieses Jahr immer noch ein sehr interessanter Markt. :-)


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