Börse Tokio Rund 200 Verlierer im Nikkei-Index

Fast alle Aktien im führenden Börsenindex in Tokio geben nach. Die Investoren nehmen am Aktienmarkt Gewinne mit, weil die Notenbank nur wie erwartet die Geldpolitik lockert.
Update: 23.01.2013 - 07:27 Uhr Kommentieren
Die Außenanzeige der Aktienkurse an der Börse in Tokio. Quelle: Reuters

Die Außenanzeige der Aktienkurse an der Börse in Tokio.

(Foto: Reuters)

ToikioDer japanische Aktienmarkt hat am Mittwoch erneut Verluste verzeichnet. Einige Anleger zeigten sich enttäuscht, dass die Notenbank des asiatischen Landes erst ab dem kommenden Jahr unbegrenzt Anleihen ankaufen will.

"Kann der Markt so etwas gutheißen? Natürlich nicht", kritisierte der Investmentstratege Norihiro Fujito von Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities.

Regierung und Notenbank in Tokio hatten am Dienstag angekündigt, den stotternden Wachstumsmotor mit einer Rekord-Geldschwemme wieder auf Touren zu bringen.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index sank im frühen Handel 0,8 Prozent auf 10.627 Punkte und lag nachmittags sogar mehr als ein Prozent tiefer. Der breiter gefasste Topix-Index gab 0,7 Prozent auf 895 Punkte nach.

Händler nahmen Gewinne mit. Das führte besonders bei Aktien von Exportunternehmen zu Verlusten. Unter den Verlieren waren die Autokonzerne Toyota Motor mit einem Minus von 1,2 Prozent und Nissan Motor mit einem Abschlag von zwei Prozent.

BMW steht unmittelbar vor einer Brennstoffzellen-Kooperation mit Toyota. Die japanische Wirtschaftszeitung "Nikkei" berichtete, der Münchner Oberklassehersteller solle Lizenzen für entsprechende Technologien von Toyota erhalten. Eine Vereinbarung könne am Donnerstag bekanntgegeben werden. BMW wolle den Prototyp eines Brennstoffzellen-Fahrzeugs bis 2015 bauen, das dann etwa 2020 auf den Markt kommen solle.

Die beiden Autohersteller hatten im Sommer eine Absichtserklärung für eine engere Zusammenarbeit unterzeichnet. Vier Felder haben die beiden im Blick: Gemeinsam wollen sie einen Öko-Sportwagen und weitere umweltfreundliche Fahrzeuge entwickeln, bei Brennstoffzellen und Elektroantrieben kooperieren sowie beim Leichtbau, der für das verbrauchs- und schadstoffarme Fahren der Zukunft wichtig ist, miteinander forschen.

Die japanische Währung zeigte sich stabil. Einige Händler zeigten sich enttäuscht, dass die Notenbank des asiatischen Landes erst ab dem kommenden Jahr unbegrenzt Anleihen ankaufen will. Viele Marktteilnehmer gingen jedoch lediglich von einem kurzzeitigen Innehalten aus und rechneten mit einer weiteren Abwärtsbewegung. Der Dollar wurde bei 88,70 Yen gehandelt. Damit liegt die US-Währung noch ein wenig schwächer als am Vortag und deutlicher unter der Marke von 90 Yen.

Wenn das Geld nichts mehr wert ist
Staatskrisen und politischer Wille
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Der Tausch einer Währung kann viele Gründe haben. In Deutschland waren es politische, wie bei der Einführung des Euro. Aber auch Inflation wie bei der Einführung der Rentenmark mit drohendem Staatsbankrott könne Gründe für einen Währungswechsel sein. Auch nach Kriegen werden die Geldsorten gewechselt, in Deutschland etwa im Jahre 1948. 

Foto: Peter Hintze, ehemaliger CDU-Bundesgeschaeftsführer, stellt ein Plakat zur Euroeinführung vor.

Staatliche Wechselstube
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Die Auswirkungen sind enorm und Währungswechsel kommen sehr häufig vor. So erlebte etwa ein Deutscher, der im Jahr 1921 in Leipzig geboren wurde, sechs Währungen. Im Durchschnitt wechselte bei ihm die Währung alle 15 Jahre. Handelsblatt Online zeigt auf den nächsten Seiten die wichtigsten Währungsreformen in Deutschland.

1871 bis 1873
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Nach der Gründung des deutschen Reichs aus zahlreichen souveränen Einzelstaaten sollte auch eine einheitliche Währung her. Im Laufe der Jahre tauschten die Deutschen ihre Taler, Gulden und Kreuzer in Mark. Als letztes Land führte Bayern die Mark ein.

1923 bis 1925
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Die Hyperinflation in der Weimarer Republik besiegelte das Schicksal der Mark. Wegen des Weltkrieges hatte die Währung bereits mehr als die Hälfte an Kaufkraft verloren. In den Folgejahren verlor die Währung- auch wegen Kriegskosten und Reparationsleistungen drastisch an Wert.

Reichsmark
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In der Folge wurde die Mark auf die Renten- und später Reichsmark umgestellt. Der Wechselkurs betrug eine Billion Mark zu einer Reichsmark. Auch wenn die Reichsmark als Goldkernwährung keinen Goldstandard hatte, bewirkte sie eine Entspannung bei der Inflation. Der Währungskurs pendelte sich zum US-Dollar auf den Stand vor 1914 ein. Nach der Machtübernahe der Nazis und im folgenden Krieg stieg das Geldvolumen wieder stark an.

1948 (BRD)
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Nach den Verheerungen des Zweiten Weltkrieges wurde in den alten Bundesländern die Deutsche Mark eingeführt. Die Reichsmark hatte keinen Wert mehr, die Deutschen schlugen sich mit Tauschgeschäften durch oder rechneten mit Zigaretten ab.

D-Mark
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Die Deutschen konnten ihre neue D-Mark an den Ausgabestellen für Lebensmittelmarken abholen: 40 DM sofort und weitere 20 DM zwei Monate später. Nach der Einführung folgte ein enormer Wirtschaftsaufschwung.

Bild: Am 20. Juni 1948, dem Stichtag der Wahrungsreform in den westlichen Besatzungszonen, drängen sich die Bürger in einer Hamburger Umtauschstelle, um sich die neue Währung auszahlen zu lassen.

Der weltgrößte Bergbaukonzern BHP Billiton hat im Schlussquartal 2012 die Eisenerz-Produktion um drei Prozent auf 42,2 Millionen Tonnen gesteigert und lag damit etwas unter den Erwartungen von Analysten.

In dem bis Ende Juni laufenden Geschäftsjahr rechnet der Konzern mit einem Plus von fünf Prozent auf 183 Millionen Tonnen, wie BHP am Mittwoch mitteilte. In China, dem weltweit größten Abnehmer des vor allem für die Stahlproduktion verwendeten Rohstoffs, wird in diesem Jahr allerdings eine weitere Abschwächung der Nachfrage erwartet.

Die japanische Regierung schätzt die Konjunkturaussichten nach der weiteren Geldspritze der Notenbank erstmals seit acht Monaten wieder optimistischer ein. Der Anstieg der Exporte und die jüngsten Konjunkturspritzen dürften die Wirtschaft auf einen Erholungspfad zurückführen, hieß es in dem am Mittwoch veröffentlichten Monatsbericht. Auch der private Konsum gewinne an Stärke. "Die Wirtschaft ist schwach, aber in manchen Bereichen ist die Talsohle zu sehen." Noch im Dezember hatte sich die Regierung deutlich pessimistischer geäußert.

Auch die Risiken aus einer Abkühlung der weltweiten Wirtschaft seien geringer. So seien die USA nicht über die Haushaltsklippe gestürzt, auch der Handelsstreit mit China habe sich nicht verschärft. Die Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe hatte kürzlich ein 116,3 Milliarden Dollar schweres Konjunkturpaket beschlossen.

Zudem öffnete die japanische Notenbank unter Druck der Regierung die Geldschleusen weiter und hob ihr Inflationsziel auf zwei Prozent an. Die Regierung erwarte nun, dass die Währungshüter entschiedene Schritte einleiteten, um dieses Inflationsziel zu erreichen. Japan wird seit Ende der 1990er Jahre von einer Deflation gelähmt.


  • dpa
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