Börsen Asien Märkte in Fernost wieder auf Talfahrt

Der kräftige Kursanstieg an den asiatischen Börsen am Vortag hat sich am Donnerstag als Strohfeuer erwiesen. Wie sehr die Region im Krisenmodus ist, zeigt auch die Situation in Neuseeland.
Vor einer Anzeigetafel der Börse in Tokio. Quelle: ap
Tokio

Vor einer Anzeigetafel der Börse in Tokio.

(Foto: ap)

TokioSchwache Konjunkturdaten aus Japan und China sowie Sorgen um die globale Konjunktur dämpften die Risikobereitschaft der Anleger wieder und schickten die Kurse in der gesamten Region auf Talfahrt. Japan meldete einen überraschenden Rückgang beim Auftragseingang für Maschinen im Juli.

Während Volkswirte mit einem Plus von 3,7 Prozent gerechnet hatten, gab es tatsächlich ein Minus von 3,6 Prozent. In China sank der Index der Erzeugerpreise (PPI) im August im Vergleich zum Vorjahresmonat um 5,9 Prozent. Das war der 42. Rückgang in Folge und zugleich der stärkste Einbruch seit 2009.

Als weiteres Zeichen für den Krisenmodus in der Region senkte Neuseelands Zentralbank den Leitzins zum dritten Mal in Folge, und zwar um 25 Basispunkte auf 2,75 Prozent. Zugleich stellte sie weitere Senkungen in Aussicht, falls sich die chinesische Konjunktur noch mehr abkühlen sollte. "Ich glaube, die Sorgen über China stehen nach wie vor im Mittelpunkt", sagte Damien Boey, Aktienexperte bei der Credit Suisse in Sydney.

Was aus 100.000 Euro wurde
Öl (Brent)
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Der Ölpreis hat dieses Jahr ziemlich Federn lassen müssen. Wer seit Jahresbeginn 100.000 Euro in das „schwärze Gold“ investiert hat, hätte jetzt nur noch 80.010* Euro. Die hohe Überproduktion, auch ausgelöst durch das Fracking in den USA, und Sorgen um eine schwächere Weltkonjunktur ließen den Ölpreis einbrechen.

Quellen: Bloomberg, Bank of America Merrill Lynch, FMH Finanzberatung

*Anlageergebnis in Euro gerundet ohne Steuern und ohne Kosten für Wertpapierkauf und Wertpapierverwahrung. Bei Öl Terminkontrakt,  bei Anleihen und Aktien Indizes.

Dow Jones
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US-Aktien boten dieses Jahr bisher ebenfalls wenig Grund zur Freude. Wer zum Jahresstart 100.000 Euro in den Dow Jones Index gesteckt hätte, würde (wenn er jetzt verkaufen würde) nur noch 92.680 Euro besitzen. Der große Absturz kam vor allem Ende August. Im Vorjahr hatte der Index um rund acht Prozent zugelegt.

Shanghai Composite
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Ebenfalls bergab, wenn auch nicht ganz so stark, ging es für chinesische Aktien. Aus 100.000 Euro, die in den Shanghai Composite investiert wären, wären heute 93.600 Euro geworden. Für Turbulenzen an den chinesischen Börsen sorgten vor allem Konjunkturängste. Anleger befürchten, dass sich die chinesische Wirtschaft deutlich abkühlen könnte. Die Abwertung der chinesischen Währung verstärkte diese Sorgen und sorgte für einen Kursrutsch.

MSCI Emerging Markets
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Die einstigen Hoffnungsträger, die Schwellenländer, enttäuschten bisher auch. Die traumhaften Wachstumsraten sind schon lange vorbei und Investoren zogen ihr Geld aus den Schwellenländern ab. Aus 100.000 Euro im MSCI Emerging Markets wären seit Jahresbeginn 96.980 Euro geworden. Bekannteste Vertreter der Schwellenländer sind die BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika). An der Börse Börse in Bombay (Bild) ging es Ende August auch kräftig abwärts.

MSCI World
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Die Aktien der Industrieländer schnitten nur etwas besser ab – ein Plus schafften allerdings auch sie nicht. Wer 100.000 Euro in den MSCI World Index investiert hätte, hätte heute 98.130 Euro.

Deutsche Anleihen
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Fast unverändert ist die Entwicklung bei deutschen Staatsanleihen. Aus 100.000 Euro wurden hier 99.900 Euro. Während Anfang des Jahres die Zinsen 10-jähriger Bundesanleihen deutlich sanken, zogen sie im August rapide an. Vor allem die Unsicherheiten in China und die Turbulenzen an der Börse trieben die Anleger wieder in Anleihen.

Tagesgeld
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Das erste Plus in dieser Aufzählung, wenn auch nur ein kleines, schafft das Tagesgeld (Durchschnitt). Wer 100.000 Euro zum Jahresbeginn auf ein Tagesgeldkonto eingezahlt hätte, der würde heute über 100.400 Euro verfügen.

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 2,5 Prozent tiefer bei 18.299 Punkten. Der breiter gefasste Topix gab 1,85 Prozent nach auf 1479 Zähler. In China lag der Leitindex der Börse Shanghai 0,5 Prozent im Minus, der Index der 300 wichtigsten Werte in Shanghai und Shenzhen sank ebenfalls um 0,5 Prozent. In Hongkong fiel der Index um fast zwei Prozent. Der MSCI-Index asiatisch-pazifischer Aktien außerhalb Japans lag 1,4 Prozent im Minus. Lediglich Südkoreas Kospi-Index stemmte sich gegen den Trend und lag mit 1,2 Prozent im positiven Bereich.

Toshiba -Papiere verloren 2,6 Prozent. Der Technologiekonzern steckt in einem Bilanzskandal, der ihm im Verluste eingebrockt hat. Der Euro tendierte zum Dollar kaum verändert bei 1,1208 Dollar. Der Schweizer Franken lag zum Euro bei 1,0942 und zum Dollar mit 0,9762.

Aufgrund der Zinssenkung fiel der Kiwi-Dollar in der Spitze um zwei Prozent auf 0,6255 US-Dollar. "Der Markt hat die Message verstanden: Neuseelands Zentralbank will, dass der Neuseeland-Dollar noch weiter fällt," schrieb Commerzbank-Analystin Antje Praefcke. Daher könnten die Anlegern die Währung auf absehbare Zeit getrost in Richtung 0,60 US-Dollar drücken.

  • rtr
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