Börsen Asien Ölpreisanstieg treibt Fernostwerte an

Die Börsen in Fernost haben es am Donnerstag den US-Märkten nachgetan: Die Werte schlossen abermals im Plus. Grund für die gute Laune ist der erneute Anstieg der Ölpreise und auch gute US-Konjunkturdaten.
Update: 18.02.2016 - 09:26 Uhr
Vor einem Börsenvideofenster in Tokio. Quelle: ap
Tokio

Vor einem Börsenvideofenster in Tokio.

(Foto: ap)

TokioDer erneute Anstieg des Ölpreises hat die Börsen in Fernost beflügelt. Die Aussicht auf eine Deckelung der Ölproduktion großer Förderländer ermutigte die Anleger am Donnerstag und schürte die Hoffnung auf eine weitere Erholung der Kurse. Grund war unter anderem die Erklärung des Iran, Pläne zur Stabilisierung des Ölpreises zu unterstützen. Auch positive Vorgaben von der Wall Street sorgten für gute Stimmung am Markt.

An der Tokioter Börse schloss der Leitindex Nikkei trotz eines Einbruchs der japanischen Exporte 2,3 Prozent im Plus bei 16.196 Punkten. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans stieg um 1,7 Prozent. Auch in Hongkong, Seoul und Sydney ging es kräftig nach oben. Von den führenden Handelsplätzen gab lediglich die chinesische Leitbörse in Shanghai leicht nach. Hier drückten Gewinnmitnahmen auf die Kurse.

Rally am US-Markt geht weiter

Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich im asiatischen Handel zeitweise um bis zu knapp zwei Prozent auf 35,17 Dollar je Barrel (159 Liter). US-Leichtöl WTI kostete mit 31,72 Dollar in der Spitze sogar 3,5 Prozent mehr. Allerdings bröckelten die Preise dann wieder etwas ab. Analysten blieben skeptisch, ob sich die großen Förderländer tatsächlich auf ein Einfrieren der Produktion einigen können. Denn als Voraussetzung gilt, dass alle großen Förderer zustimmen. Der Iran erklärte, er unterstütze die Bemühungen. Allerdings kündigte die Regierung keine konkreten Maßnahmen an. Das Land darf erst seit Januar nach dem Ende der Atomstreit-Sanktionen wieder im großen Stil Öl ausführen.

Mit diesen Aktien wären Sie dem Börsendebakel entkommen

DAX ®

WKN
ISIN
DE0008469008
Börse
Xetra

+67,36 +0,55%
Chart von DAX ®
DAX
1 von 14

Seit Jahresbeginn liegt der Deutsche Aktienindex mehr als 17 Prozent unter dem Schlussstand von Ende Dezember. Es ist ein ungekannt schwacher Start für den wichtigsten Index in ein Börsenjahr. Ähnlich übel sieht es in den Indizes für mittlere, kleinere und Technologie-Werte aus: MDax (minus 14,6 Prozent), SDax (minus 16,7 Prozent), TecDax (minus 18,6 Prozent).

Doch es gibt einzelne Werte die dem Ausverkauf getrotzt haben und deren Besitzer gut lachen haben. Vor allem im Ausland gibt es einige Perlen zu entdecken.

Stand aller Daten: 9. Februar 2016

GEA GROUP AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006602006
Börse
Xetra

-0,13 -0,39%
+32,82€
Chart von GEA GROUP AG INHABER-AKTIEN O.N.
GEA Group
2 von 14

Im Dax gibt es derzeit keinen Titel im Plus seit Jahresbeginn und auch im MDax nur einen Titel: Der vor allem für die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie produzierende Anlagebauer Gea Group hat 2015 vier Firmen übernommen und seine Umsatz- und Ergebnisziele erreicht. Im laufenden Jahr peilt Chef Jürg Oleas ohne Zukäufe ein moderates Wachstum an und erntet das Vertrauen der Anleger.

Kursveränderung seit 1.1.2016: plus 3,86 Prozent

Software AG

WKN
ISIN
Börse

Chart von Software AG
Software AG
3 von 14

In den großen deutschen Indizes wird man dann noch im TecDax fündig: Mit der Ankündigung einer verbesserten Marge für das Jahr 2016 beeindruckt die Software AG aus Darmstadt. Auch die Ergebnisse für das zurückliegende Jahr hatten die Aktionäre erfreut und so kann sich der Wert völlig von der miserablen Entwicklung des TecDax in diesem Jahr abkoppeln.

Kursveränderung seit 1.1.2016: plus 9,95 Prozent

S&P 500

WKN
ISIN
Börse
ISP

+22,80 +0,78%
+2.891,11
Chart von S&P 500
S&P 500
4 von 14

Der weitgefasste US-amerikanische Index liegt seit Jahresbeginn fast ein Zehntel im Minus. Doch die Entwicklung der einzelnen Titel ist extrem unterschiedlich. Während vor allem Banktitel enorm leiden, gibt es deutlich positive Ausreißer.

Kursveränderung seit 1.1.2016: minus 9,4 Prozent

NEWMONT MINING CORP. REGISTERED SHARES DL 1,60

WKN
ISIN
US6516391066
Börse
Xetra

-0,28 -1,05%
+26,70€
Chart von NEWMONT MINING CORP. REGISTERED SHARES DL 1,60
Newmont Mining
5 von 14

Der Goldpreis ist zu einem Krisenindikator geworden und hat seit Jahresbeginn deutlich zugelegt, während des für die großen Aktienindizes bergab geht. Mit dem Goldpreis ziehen auch die Aktien von Minenbetreibern an, die noch im vergangen Jahr zu den großen Verlierern gehörten. Newmont Mining aus Denver ist einer der größten Förderer von Gold weltweit und das gilt bei Anlegern jetzt als begehrenswert.

Kursveränderung seit 1.1.2016: plus 37,15 Prozent

SOUTHWESTERN ENERGY CO. REGISTERED SHARES DL -,01

WKN
ISIN
US8454671095
Börse
FSE

+0,07 +1,50%
+4,74€
Chart von SOUTHWESTERN ENERGY CO. REGISTERED SHARES DL -,01
Southwestern Energy
6 von 14

Einige Aktien von Öl- und Gasunternehmen, die sich auf die Fracking-Fördertechnologie spezialisiert haben, waren mit dem fallenden Ölpreis extrem unter Druck geraten. Einige Titel können sich jedoch zwischenzeitlich deutlich erholen, doch auch heftige Rückschläge können die Titel immer wieder erfassen. Ein Beispiel: Southwestern Energy. Vor zwei Jahren notierte die Aktie noch bei über 45 Dollar, erst zum Jahreswechsel setzte eine Trendumkehr bei dem Titel ein.

Kursveränderung seit 1.1.2016: 35,89 Prozent.

EXELON CORP. REGISTERED SHARES O.N.

WKN
ISIN
US30161N1019
Börse
FSE

-0,16 -0,43%
+36,79€
Chart von EXELON CORP. REGISTERED SHARES O.N.
Exelon
7 von 14

Eine klassische Ausweichbewegung in turbulenten Börsenphasen zeigt sich auch am US-Markt. Anleger setzen verstärkt auf Versorger, die als Energielieferanten mit regelmäßigen Mittelzuflüssen rechnen können. Ein Branchenindex für US-Versorger liegt seit Jahresanfang fast sieben Prozent im Plus, die Aktie von Exelon liegt deutlich über dem Schnitt.

Kursentwicklung seit 1.1.2016: plus 15,42 Prozent

Für Zuversicht an Asiens Börsen sorgte auch, dass die US-Unternehmen ihre Produktion zu Jahresbeginn mehr als doppelt so kräftig hochfuhren wie erwartet, wie aus Daten vom Mittwoch hervorging. "Es gibt keine Zweifel daran, dass die USA eine kräftige Erholung erlebt haben", sagte Stefan Worrall von der Credit Suisse. Die schwachen Exportdaten in Japan seien durch den Ausverkauf zu Jahresbeginn bereits eingepreist gewesen. Die Ausfuhren brachen im Januar so stark ein wie zuletzt in der Finanzkrise 2009. Die schwächere Nachfrage aus China und anderen wichtigen Absatzmärkten habe zu einem Rückgang der Exporte auf Jahressicht um 12,9 Prozent geführt.

Bei den Einzelwerten standen Nintendo und Takata im Mittelpunkt. Die Papiere des Videospiele-Anbieters gewannen rund sechs Prozent. Interessenten können sich nun vorab für die erste Smartphone-App des Unternehmens, Miitomo, registrieren. Die Aktien des Airbag-Hersteller Takata verteuerten sich um fast sieben Prozent. Die wegen Massen-Rückrufen in der Kritik stehende Firma erwägt, ihre Produktion in Europa zu straffen und Stellen zu streichen.

  • rtr
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