Börsen Asien Tankan-Bericht schreckt Japans Anleger ab

Zum Start in den April geht es an Japans Börsen bergab. Auslöser für Verkäufe war der Tankan-Bericht, der Japans Industrie auf dem schlechtesten Stand seit Jahren sieht. Auch die Drohung der Ratingagentur S&P sorgte für Unmut.
Update: 01.04.2016 - 08:35 Uhr
Vor einem Börsenvideofenster in Tokio. Quelle: dpa
Tokio

Vor einem Börsenvideofenster in Tokio.

(Foto: dpa)

Tokio Enttäuschende Konjunkturdaten aus Japan haben am Freitag an der Börse in Tokio und anderen asiatischen Handelsplätzen für deutliche Verluste gesorgt. Der Tankan-Bericht, wonach die Stimmung in der japanischen Industrie auf den schlechtesten Stand seit fast drei Jahren gefallen ist, führte zu Aktienverkäufen. Zudem blieben viele Anleger vor dem US-Arbeitsmarktbericht für März in Deckung, der im Tagesverlauf veröffentlicht werden sollte. Ebenfalls im Blick hatten Investoren die Drohung der Ratingagentur S&P, die Bonitätsnote von China und Hongkong herunterzustufen.

Wenn Aktienkurse einbrechen

VTION WIRELESS TECHNOLOGY AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000CHEN993
Börse
HAM

0,00 0,00%
0,00€
Chart von VTION WIRELESS TECHNOLOGY AG INHABER-AKTIEN O.N.
Vtion Wireless Technology
1 von 11

Auf dem ersten Platz landete mit der Vtion Wireless Technology AG ein Neuling. Der Anbieter von Mobilfunk-Datenkarten musste Mitte 2015 einen massiven Umsatzeinbruch vermelden, was den Kurs einbrechen ließ. Das Unternehmen brachte den Eigentümern sowohl auf Fünf-Jahres-Sicht (-91 Prozent), also auch in der dreijährigen (- 78,38 Prozent) und einjährigen Betrachtung ( -70,97 Prozent) wenig Freude.

Singulus Technologies

WKN
ISIN
Börse

Chart von Singulus Technologies
Singulus Technologies
2 von 11

Der zweite Platz auf der Kapitalvernichterliste geht an den Maschinenbauer Singulus Technologies. Die Gesellschaft ist schon ein alter Bekannter in der Watchlist. Nach Platz 32 im Jahr 2014 und Platz 6 im vergangenen Jahr ging es jetzt noch weiter nach oben. Kursverlust in den vergangenen fünf Jahren; 93,39 Prozent.

11 88 0 SOLUTIONS AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005118806
Börse
L&S

+0,04 +3,66%
+1,15€
Chart von 11 88 0 SOLUTIONS AG INHABER-AKTIEN O.N.
Telegate
3 von 11

Die Telegate AG ist nach eigenen Angaben der zweigrößte Anbieter für Telefonauskunft und regionale Werbung. In den vergangenen Jahren lief das Geschäft schlecht: „Wir sind natürlich nicht zufrieden mit dem Ergebnis des Geschäftsjahres 2015“, sagte Vorstandschef Christian Maar bei der Vorstellung der Bilanz für 2015. Um langfristig am Markt erfolgreich bestehen zu können, habe man im Herbst letzten Jahres den Reset-Knopf drücken müssen. Auf Fünf-Jahres-Sicht hat das Unternehmen mehr als 83 Prozent verloren.

TELES AG INFORMATIONSTECHNOL. INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007454902
Börse
Xetra

-0,00 -0,53%
0,00€
Chart von TELES AG INFORMATIONSTECHNOL. INHABER-AKTIEN O.N.
Teles
4 von 11

Die Teles AG ist Hersteller von Kommunikationslösungen. 2015 beschloss das Unternehmen eine grundlegende Umstrukturierung. Ein kontinuierlicher Umsatzrückgang mit unbefriedigender Stückzahlen habe tiefe Spuren hinterlassen, hieß es in einer Mitteilung. Kursverlust auf Fünf-Jahres-Sicht: 79,0 Prozent.

AIXTRON SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A0WMPJ6
Börse
L&S

+0,20 +2,11%
+9,50€
Chart von AIXTRON SE NAMENS-AKTIEN O.N.
Aixtron
5 von 11

Aixtron ist das einzige Unternehmen aus dem TecDax in den Top 10 der Kapitalvernichter. Die Kursverluste des Maschinenbauers aus Herzogenrath begründeten Börsianer die Kursverluste unter anderem mit der generell schlechten Stimmung im Technologiesektor. In den vergangenen fünf Jahren rutschte der Kurs um 85 Prozent ab. Bei Aixtron wirke außerdem der Wirbel um einen chinesischen Großauftrag im Dezember noch negativ nach, sagte ein Händler. Nach der Reduzierung auf nur noch drei von mehr als 50 Anlagen durch den chinesischen Leuchtdioden-Hersteller Sanan Optoelectronics hatte der Vorstand seine Jahresziele eingedampft. Börsianer hatten von einer Katastrophe für das Unternehmen gesprochen und die Aktien aus ihren Depots geworfen. Im Monat Dezember brachen Aixtron insgesamt um rund 45 Prozent ein.

RWE AG INHABER-STAMMAKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007037129
Börse
L&S

-0,09 -0,43%
+21,27€
Chart von RWE AG INHABER-STAMMAKTIEN O.N.
6. RWE
6 von 11

Der Energieversorger ist der einzige Dax-Wert, den die DSW in den Top Ten der Watchlist über die größten Kapitalvernichter führt. Die 2011 beschlossene Energiewende hat den Essener Konzern gehörig unter Druck gesetzt. Die Aktie verlor auf Fünf-Jahres-Sicht mehr als 76 Prozent an Wert. RWE-Chef Peter Terium hat auf das schwierige Marktumfeld reagiert. Wie sein Konkurrent Eon will er den Konzern aufspalten – in eine Sparte, die das konventionelle Geschäft mit Kraftwerken weiterbetreibt und eine Sparte mit dem Zukunftsgeschäft, den erneuerbaren Energien. Letztere will Terium künftig selbst führen.

YOC AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005932735
Börse
L&S

+0,07 +2,02%
+3,44€
Chart von YOC AG INHABER-AKTIEN O.N.
7. Yoc
7 von 11

Bei Yoc handelt es sich um ein Unternehmen, das sich auf Mobile Advertising spezialisiert hat. Dass das moderne Leben sich immer mehr vor dem Smartphone- oder Tablet-Bildschirm abspielt – und somit der Bedarf an mobiler Werbung steigt – hat dem Kurs des 2000 gegründeten Unternehmens offenbar gar nicht geholfen. Seit Anfang 2011 brach er nahezu völlig in sich zusammen, um 94 Prozent. Immerhin: Seit Anfang des Jahres stieg er um mehr als ein Viertel. Im ersten Quartal 2016 rechnen die Berliner mit einer Umsatzsteigerung von 20 Prozent.

Auch ermutigende Konjunkturdaten aus China konnten den allgemeinen Negativtrend nicht umkehren. Erstmals seit neun Monaten wuchs die Industrie in der Volksrepublik im März wieder. Der offizielle Einkaufsmanagerindex stieg auf einen Wert von 50,2 von 49,0 im Vormonat. Ein Wert ab 50 signalisiert Wachstum. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit einer Verbesserung auf 49,3 gerechnet. Auch die Signale aus der Dienstleistungsbranche waren positiv. Der Einkaufsmanagerindex stieg im März auf 53,8 von zuvor 52,7.

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 3,6 Prozent tiefer bei 16.164 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 3,4 Prozent auf 1301 Punkte. Die chinesische Börse in Shanghai notierte 0,5 Prozent niedriger. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans fiel um 1,6 Prozent.

Bei den Einzelwerten stand Panasonic im Mittelpunkt. Der japanische Elektronikkonzern senkte seine mittelfristige Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2018/19. Die Aktie fiel mehr als zwölf Prozent.

Der Euro wurde mit 1,1381 Dollar bewertet. Am Vortag war die europäische Einheitswährung erstmals seit mehr als fünf Monaten über die Marke von 1,1400 Dollar geklettert. Der Dollar notierte bei 112,18 Yen nach 112,56 Yen im US-Handel.

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