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Börsen Europa Die Letzten werden die Ersten sein

Lange galt: Dax-Titel bringen stabile Renditen, Aktien aus der Euro-Peripherie sind billig, aber riskant. Damit ist nun Schluss. Der Dax verliert, während einstige Krisen-Börsen zulegen – und das dürfte auch so bleiben.
28.09.2015 - 09:42 Uhr
Der einst so stabile Dax fällt hinter die während der Schuldenkrise anfälligen Börsen aus Frankreich, Italien und Irland zurück. Quelle: dpa
In Europa haben sich die Regeln geändert

Der einst so stabile Dax fällt hinter die während der Schuldenkrise anfälligen Börsen aus Frankreich, Italien und Irland zurück.

(Foto: dpa)

Bei europäischen Aktien war die Auswahl bis vor kurzem einfach: Entweder man entschied sich für stabile Märkte, die von der Schuldenkrise des Euro-Raums nicht betroffen waren, oder für riskantere Märkte, deren Aktien billiger gehandelt wurden.

Aber in diesem Jahr ist alles anders. Aktien aus der sogenannten Euro-Raum-Peripherie, beispielsweise aus Italien und Irland, haben sich in diesem Jahr besser entwickelt als Titel aus Deutschland und anderen „Kern“-Ländern. Die jeweiligen Aktienmärkte reagieren auf unterschiedliche Faktoren, die sie betreffen, darunter die Konjunkturabkühlung in China, Wahlen und Unternehmensskandale.

Italienische Aktien steuern für dieses Jahr erstmals in elf Jahren auf eine bessere Wertentwicklung als deutsche Aktien zu. In Irland verzeichnet der Aktienmarkt das beste Jahr seit 2013. Dagegen ist das Börsenbarometer in Spanien, das sich in den vergangenen zwei Jahren jeweils in die gleiche Richtung wie der italienische Benchmarkindex bewegte, eingebrochen.

Welche Länder Rendite-Chancen bieten
Australien
1 von 10

Das Analysehaus Keppler Asset Management hat seine Kandidaten für seine Strategie „Top Value“ veröffentlicht. Zu dieser Liste gehören nur Industrieländer – die „Emerging Markets“ wurden bewusst ausgeblendet. Keppler setzt nach dem Prinzip des Value-Investing auf unterbewertete Märkte. Ausgehend von Einzelaktien, die den Markt des jeweiligen Landes wiederspiegeln, baut Fonds-Manager Keppler Länderwerte zusammen. Um sie anschließend zu bewerten, sieht der Analyst unter anderem auf das durchschnittliche Preis-Buchwert-Verhältnis, Preis-Cash-Flow-Verhältnis, Preis-Gewinn-Verhältnis und auf die durchschnittliche Dividenden- und Eigenkapitalrendite. Keppler sieht für Australien in den nächsten Jahren ein überdurchschnittliches Renditepotenzial.

Geschätzte Index-Entwicklung (3-5 Jahre): 26,9 Prozent
Geschätzte Rendite (3-5 Jahre): 48,9 Prozent

Quelle: Keppler Asset Management Inc., Developed Markets Country Selection

(Foto: Reuters)
Österreich
2 von 10

Ebenfalls zu den unterbewerteten Märkten gehört laut Keppler der österreichische Aktienmarkt. Hier verspricht sich der Fondsmanager überdurchschnittliche Zuwächse.

Geschätzte Index-Entwicklung (3-5 Jahre): 44,4 Prozent
Geschätzte Rendite: (3-5 Jahre): 57,9 Prozent

(Foto: dpa)
Frankreich
3 von 10

Die zweitgrößte Volkswirtschaft der EU ist laut Keppler einen Kauf wert. Der Aktienmarkt Frankreichs werde überdurchschnittlich (verglichen mit dem MSCI World) zulegen.

Geschätzte Index-Entwicklung: 22,9 Prozent
Geschätzte Rendite: 36,4 Prozent

(Foto: dpa)
Deutschland
4 von 10

Deutschland gehört schon seit mehreren Jahren zur „Top Value“ Strategie von Keppler. Bereits im Jahr 2013 sah Keppler den deutschen Markt als unterbewertet an. Im Frühling 2015 hat sich die Einschätzung immer noch nicht geändert – obwohl der deutsche Leitindex Dax in diesem Jahr bereits mehr als 20 Prozent zugelegt hat. Doch die Experten sehen noch Luft nach oben.

Geschätzte Index-Entwicklung (3-5 Jahre): 22,9 Prozent
Geschätzte Rendite (3-5 Jahre): 34,3 Prozent

(Foto: dpa)
Hong Kong
5 von 10

Hong Kong zählt ebenfalls zu den Märkten, die einen Kauf wert sind. Hier sieht das Fondshaus Keppler jährliche Zuwachsraten von mehr als elf Prozent.

Geschätzte Index-Entwicklung (3-5 Jahre): 39,2 Prozent
Geschätzte Rendite: 53,9 Prozent

(Foto: dpa)
Italien
6 von 10

Italiens Aktienmarkt hat sich von dem Absturz im Jahr 2007, dem Jahr der Finanzkrise, nicht wirklich erholt – anders als der deutsche. Auch deshalb sieht Keppler den italienischen Markt als unterbewertet.

Geschätzte Index-Entwicklung (3-5 Jahre): 22,9 Prozent
Geschätzte Rendite (3-5 Jahre): 35,7 Prozent

(Foto: ap)
Japan
7 von 10

Japans Notenbank flutet den Markt mit Geld. Noch hat das Geldpolitik-Experiment keine Früchte gebracht, die Wirtschaft stottert weiterhin. Doch der schwache Yen hilft den Exportunternehmen und Experten hoffen, dass das Programm der Notenbank bald fruchtet.

Geschätzte Index-Entwicklung (3-5 Jahre): 22,8 Prozent
Geschätzte Rendite (3-5 Jahre): 30,8 Prozent

(Foto: ap)

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