Börsen Fernost Aktien in Asien legen zu

Asiens Börsen steigen auf den höchsten Stand seit mehreren Monaten. Ein Grund ist die Absage von Lawrence Summers für den Chefposten der US-Notenbank.
Update: 16.09.2013 - 08:21 Uhr 1 Kommentar
An der Börse in Seoul steigen die Kurse. Quelle: dpa

An der Börse in Seoul steigen die Kurse.

(Foto: dpa)

TokioDer Verzicht des ehemaligen US-Finanzministers Lawrence Summers auf die Kandidatur für den Spitzenposten der US-Notenbank hat die asiatischen Aktienmärkte am Montag beflügelt. Die Börsen in den meisten Ländern legten zu, nachdem Summers erklärt hatte, er stehe nicht als möglicher Nachfolger des scheidenden Fed-Chefs Ben Bernanke zur Verfügung.

Analysten rechnen nun der Fed-Vizechefin Janet Yellen die größten Chancen aus, an die Spitze der Notenbank zu wechseln. Experten gehen davon aus, dass in diesem Fall die US-Geldpolitik für eine lange Zeit ultralocker bleiben wird und eine Zinserhöhung noch weiter in die Zukunft rückt. Der Dollar geriet daraufhin unter Druck.

Der Euro kostete 1,3363 Dollar und damit so viel wie seit mehreren Wochen nicht mehr, auch das britische Pfund und der Schweizer Franken legten zu. Die Aktienmärkte gehörten ebenfalls zu den Gewinnern. Der Index für die asiatischen Börsen außerhalb Japans gewann fast 1,5 Prozent und erreichte damit den höchsten Stand seit Anfang Juni. Der Index der Börse Taiwan legte 1,4 Prozent zu. In Indonesien gewannen die Aktien 1,7 Prozent, in Singapur 1,6 Prozent, in Australien 0,6 Prozent. Die Börse in Tokio war wegen eines Feiertags geschlossen.

Yellen gilt als geldpolitische Taube. Sie dürfte in erster Linie auf die Entwicklung am Arbeitsmarkt achten und solange weiter aus vollen Rohren schießen, bis ihre Ziele erreicht seien, sagten Fachleute. "Die kurzfristigen Zinsen werden länger bei Null bleiben, als man es je für möglich gehalten hätte", sagte Chris Rupkey, Chefanalyst bei der Investmentbank Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ.

Eine erste Zinserhöhung könnte sogar erst 2016 kommen, wenn Yellen neue Fed-Chefin werde, nicht schon 2015, wie derzeit angenommen. "Die Fed wird so lange schießen, bis die Arbeitslosenquote auf das Vollbeschäftigungsniveau gefallen ist, und das heißt, die neue Zielmarke könnte eher bei 5,5 Prozent liegen, nicht bei 6,5 Prozent."

Auch die Entspannung in der Syrien-Krise hob die Stimmung an den Börsen. Am Samstag einigten sich Russland und die USA auf die Zerstörung der syrischen Chemiewaffen bis Mitte 2014. Zunächst muss Syrien nun binnen einer Woche Zahl und Art seiner Giftgas-Waffen auflisten.

UN-Inspektoren sollen das später überprüfen. Bei einem Verstoß wurden Syrien Konsequenzen angedroht. Das anstehende Treffen der Fed-Notenbanker am Dienstag und Mittwoch spielte dagegen kaum eine Rolle. Es wird damit gerechnet, dass die Währungshüter ihr Wertpapier-Ankaufprogramm im Volumen von 85 Milliarden Dollar drosseln.

Das sind die Lieblinge der Anleger
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Platz 20: Thyssen-Krupp

Dem Traditionsunternehmen aus Essen stehen schwere Zeiten bevor. Noch immer quält sich Thyssen-Krupp mit dem Stahlwerk in Brasilien herum. Der Verkauf ist schon seit Monaten geplant, einen richtigen Käufer haben sie bisher aber nicht gefunden. Wie schwer die Verluste des Stahlwerks auf dem Konzern lasten, zeigt ein Blick auf die Zahlen: Statt der geplanten 1,9 Milliarden Euro musste Thyssen-Krupp satte acht Milliarden Euro für den Bau des Werks hinblättern. Der Aktienkurs ging im August auf Talfahrt. Über sechs Prozent verlor das Papier. An der Stuttgarter Börsen betrugen die Umsätze im vergangenen Monat rund 10,4 Millionen Euro.

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Platz 19: Nikkei-225

Die aggressive Geldpolitik in Japan hat den Blick der Anleger auf den japanischen Auswahlindex Nikkei-225 gerichtet. Premierminister Shinzo Abe hat der seit über zwei Dekaden andauernden Deflationsspirale den Kampf angesagt. Seine Mittel sind zwar nicht neu, billiges Geld der Bank of Japan soll für den nötigen Impuls sorgen, allerdings gibt es erste Anzeichen einer Erholung der japanischen Wirtschaft. Für risikoorientierte Anleger bietet der japanische Aktienmarkt attraktive Anlagemöglichkeiten. Dementsprechend hoch fielen die Umsätze im August aus. Für rund 12,1 Millionen wechselten Nikkei-Zertifikate den Besitzer. Den Großteil machten Index-Produkte aus.

Börse Frankfurt/Main
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Platz 18: ShortDax x8 TR Index

Der Index-Fonds ShortDax erhielt im August regen Zulauf. Die Umsätze betrugen in Stuttgart rund 12,3 Millionen Euro. Der Fonds wettet auf einen fallenden Dax. Steigende Kurse sorgen für Verluste. Betrachtet man den Chart des Dax, so dürften sich besonders die letzten Tage des vergangenen Monats für Anleger eines solchen Fonds gelohnt haben. Von einem Kurs von über 8400 Punkten rutschte der Dax bis unter 8100 Zähler. Auf Monatssicht sank der Leitindex um 2,7 Prozent.

Quartalszahlen Munich Re
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Platz 17: Münchener Rück

Der Rückversicherer ist der weltweite Branchenführer unter den Rückversicherern. Der Kurs der Münchener Rück musste im August größere Rückschläge hinnehmen. Um knapp zehn Prozent verbilligten sich die Papiere. Der Konzern musste aufgrund der Hagelschäden und des Jahrhunderthochwassers in Deutschland große Rücklagen schaffen. Allein das Hochwasser im Sommer dürfte den Konzern über vier Milliarden Euro kosten. Für die Hagelschäden hat das Unternehmen einen Schadenswert von rund 600 Millionen Euro berechnet. Die Umsätze an der Stuttgarter Börse betrugen im vergangenen Monat 13,5 Millionen Euro.

Apple
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Platz 16: Apple

Seit Steve Jobs' Tod läuft es bei Apple nicht mehr so rund. Viel Häme erhielt der Konzern für seinen fehlerhaften Kartendienst. Seit Jahresanfang mussten die erfolgsverwöhnten Apple-Anleger einen Verlust von 8,4 Prozent hinnehmen. Im Hinblick auf die Vorstellung des neuen iPhones zogen die Kurse im August allerdings wieder an. Gut 5,6 Prozent konnten die Papiere zulegen. Die Umsätze an der Börse Stuttgart betrugen 13,9 Millionen Euro. Doch ein Restrisiko bleibt. Denn Apple muss liefern. Große Innovationen kommen derzeit eher von der Konkurrenz. Die Apple-Fans erwarten nichts Geringeres als eine Art „Revolution“ ähnlich der Erstvorstellung des iPhones im Jahre 2007.

US-Ölpreis auf Zweijahreshoch
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Platz 15: Brent Crude Oil Future 10/2013 (ICE-Europe) USD

Die mögliche Eskalation des Syrien-Konflikt hat den Ölpreis in den Fokus der Märkte rücken lassen. Syrien ist zwar ein Öl-Zwerg, allerdings könnten die Unruhen in der Region des Nahen Ostens die Lieferungen durch den Suez-Kanal beeinträchtigen. Anleger dürften deswegen zuletzt vermehrt Öl-Zertifikate nachgefragt haben. In Stuttgart wurden diese im August im Volumen von 14,2 Millionen Euro gehandelt.

Zentrale Eon
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Platz 14: Eon

Der Versorger hat mit den fallenden Strompreise zu kämpfen. Die Quartalszahlen fielen miserabel aus. Der Gewinn sank im Vergleich zum Vorjahr um satte 15 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro. Der nachhaltige Nettoüberschuss rauschte sogar um 42 Prozent in den Keller. Auf Monatssicht gab die Eon-Aktie 5,3 Prozent nach. Die vermehrten Verkäufe ließen die Umsätze auf 15,7 Millionen Euro steigen.


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1 Kommentar zu "Börsen Fernost: Aktien in Asien legen zu"

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  • Welcher Index soll das sein ?

    "Der Index für die asiatischen Börsen außerhalb Japans gewann fast 1,5 Prozent ... "

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