Börsen in Aufruhr Wer hat Angst vor der teuflischen Konjunktur?

Spekulationen auf eine lockere Fed-Geldpolitik und Aussichten auf eine geringere Erdöl-Förderung – Nachrichten, die die Kurse sonst nach oben treiben, wirken heute nicht. Die Anleger haben nur noch Angst.
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Böse makroökonomische Vorahnungen haben den Dax im Griff. Quelle: IMAGO
Furcht vor Konjunkturabkühlung

Böse makroökonomische Vorahnungen haben den Dax im Griff.

(Foto: IMAGO)

DüsseldorfEigentlich hätten Dax-Anleger am Donnerstagmorgen Grund zur Freude gehabt. Der Automobilbauer Daimler wartete mit einem Rekordgewinn auf: Das bereinigte Ergebnis stieg gegenüber dem Vorjahr um satte 36 Prozent auf 13,8 Milliarden Euro. Doch anstatt die Glanzbilanz mit Jubel aufzunehmen, schickten die Anleger die Daimler-Aktie in den Keller. Mit einem Minus von mehr als fünf Prozent war sie der große Verlierer im Dax. Was war passiert? Der Mercedes-Bauer zeigte sich sehr vorsichtig bei seinem Jahresausblick für 2016. Vor allem die Konjunktureintrübung in China macht dem Konzern Sorgen.

Die Angst vor einer Konjunkturabkühlung in den Schwellenländern macht auch vor den deutschen Anlegern nicht Halt – und lässt auch eigentlich positive Nachrichten in einem negativen Licht erscheinen. Nachdem der Index vorbörslich um rund 100 Punkte zugelegt hatte, war die Erholung zur Börseneröffnung wieder verpufft. Zuletzt machte der starke Euro-Kurs auch die letzten Kursgewinne zunichte. Der Dax rutschte um 1,6 Prozent nach unten und erreichte am Nachmittag das Tagestief bei 9270 Punkten. Der Index schwankt zudem wie ein Pendel hin und her. Der Dax-Volatilitätsindex, VDax, gewann seit Montag rund neun Prozent.

Das sind die besten Dividendenzahler 2016

NESTLE S.A. NAMENS-AKTIEN SF -,10

WKN
ISIN
CH0038863350
Börse
FSE

+0,98 +1,44%
+68,88€
Chart von NESTLE S.A. NAMENS-AKTIEN SF -,10
Platz 15: Neslte
1 von 15

Der größte Nahrungsmittelkonzern der Welt schüttet mit 3,1 Prozent zwar keine berauschende Dividende aus. Allerdings überzeugt Nestle mit Beständigkeit. In den vergangenen zehn Jahren hat der Schweizer Konzern immer eine Dividende an seine Aktionäre vergeben. Außerdem wurde diese auch jedes Jahr erhöht. Laut der DZ-Bank ist es aber nicht nur die Dividende, die Nestle für Anleger attraktiv macht, sondern auch das Kurspotenzial, das sie 2016 auf acht Prozent schätzen.

Erwartete Dividendenrendite für 2015: 3,0 Prozent

Erwartete Dividendenrendite für 2016: 3,1 Prozent

JOHNSON & JOHNSON REGISTERED SHARES DL 1

WKN
ISIN
US4781601046
Börse
FSE

+0,25 +0,22%
+116,10€
Chart von JOHNSON & JOHNSON REGISTERED SHARES DL 1
Platz 14: Johnson & Johnson
2 von 15

Die DZ-Bank hat bei ihrer Analyse der „Dividendenaristokraten“ nicht nur die Dividendenrendite berücksichtigt, sondern auch die Nachhaltigkeit der Dividenden als auch Kennzahlen, die das Risiko von Kursverlusten und Dividendenkürzungen bewerten. Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson belegt dabei fünften Platz unter den US-Unternehmen und den 14. Platz des Gesamtrankings.

Erwartete Dividendenrendite 2015: 3,0 Prozent

Erwartete Dividendenrendite 2016: 3,2 Prozent

COCA-COLA CO., THE REGISTERED SHARES DL -,25

WKN
ISIN
US1912161007
Börse
FSE

+0,23 +0,60%
+39,01€
Chart von COCA-COLA CO., THE REGISTERED SHARES DL -,25
Platz 13: Coca-Cola
3 von 15

Warren Buffett setzt bereits seit Jahrzehnten auf Coca-Cola. Und das nicht nur wegen der Dividenden, die der Getränkehersteller in den vergangenen zehn Jahren ohne Unterbrechung ausgeschüttet und immer wieder erhöht hat, sondern auch wegen des Kurspotenzials. Das beweist Coca-Cola derzeit im schwierigen Marktumfeld. Während der Dow Jones seit Jahresanfang 5,6 Prozent verloren hat, konnten Coca-Cola-Aktien ihr Kursniveau halten.

Erwartete Dividendenrendite 2015: 3,1 Prozent

Erwartete Dividendenrendite 2016: 3,4 Prozent

ROCHE HOLDING AG INHABER-GENUSSSCHEINE O.N.

WKN
ISIN
CH0012032048
Börse
FSE

+1,05 +0,51%
+204,65€
Chart von ROCHE HOLDING AG INHABER-GENUSSSCHEINE O.N.
Platz 12: Roche
4 von 15

Gleiches gilt für den Schweizer Pharmakonzern Roche. Auch er hat in den vergangenen zehn Jahren permanent Dividenden ausgeschüttet und sie auch immer wieder erhöht. Die DZ-Bank empfiehlt darüber hinaus zum Kauf und sieht ein Kurspotenzial von rund 14 Prozent.

Erwartete Dividendenrendite 2015: 3,1 Prozent

Erwartete Dividendenrendite 2016: 3,4 Prozent

PROCTER & GAMBLE CO., THE REGISTERED SHARES O.N.

WKN
ISIN
US7427181091
Börse
FSE

+1,03 +1,51%
+69,23€
Chart von PROCTER & GAMBLE CO., THE REGISTERED SHARES O.N.
Platz 11: Procter & Gamble
5 von 15

Der Pampers-Produzent Procter & Gamble hat zwar wegen des starken Dollars weniger Umsatz eingefahren. So gingen die Erlöse im zweiten Quartal von 18,5 auf 16,9 Milliarden Dollar vor Jahresfrist zurück. Der Gewinn stieg jedoch zugleich um 840 Millionen auf 3,21 Milliarden Dollar. Die Anleger profitieren daher von einer erhöhten Dividende.

Erwartete Dividendenrendite 2015: 3,4 Prozent

Erwartete Dividendenrendite 2016: 3,5 Prozent

DEUTSCHE EUROSHOP AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007480204
Börse
FSE

-0,10 -0,37%
+26,52€
Chart von DEUTSCHE EUROSHOP AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Platz 10: Deutsche Euroshop
6 von 15

Der Boom auf dem deutschen Markt für Einkaufszentren treibt den Wert des Immobilienbestandes der Deutschen Euroshop kräftig nach oben. Das Unternehmen ist zurzeit an 19 Einkaufscentern in Deutschland, Österreich, Polen und Ungarn beteiligt, die zumeist vom Projektentwickler ECE betrieben werden. Euroshop und ECE gehören zum Einflussbereich der Hamburger Versandhändler-Familie Otto.

Erwartete Dividendenrendite 2015: 3,5 Prozent

Erwartete Dividendenrendite 2016: 3,6 Prozent

H & M HENNES & MAURITZ AB NAMN-AKTIER B SK 0,125

WKN
ISIN
SE0000106270
Börse
FSE

+0,33 +2,14%
+15,65€
Chart von H & M HENNES & MAURITZ AB NAMN-AKTIER B SK 0,125
Platz 9: Hennes & Mauritz
7 von 15

Der schwedische Modekonzern Hennes & Mauritz sieht wegen des warmen Winters und des starken Dollars seine Geschäfte unter Druck. Das dürfte auf den Gewinn im laufenden ersten Quartal drücken, teilte die weltweite Nummer zwei nach der Zara-Mutter Inditex mit. Schon im vierten Quartal von September bis November ging der Vorsteuergewinn um neun Prozent auf umgerechnet 772 Millionen Euro zurück. Dennoch zahlt H&M verlässlich seine Dividende. Allerdings wurde die Quote in den vergangenen zehn Jahren nur sechs Mal erhöht.

Erwartete Dividendenrendite 2015: 3,5 Prozent

Erwartete Dividendenrendite 2016: 3,7 Prozent

Da hilft es auch nicht, dass der Ölpreis weiter nach oben klettert. Die richtungsweisende Nordseesorte Brent stieg am Donnerstag zeitweise über 35 Dollar, auch der Preis für die texanische Sorte WTI stieg über die 32-Dollar-Marke. Das liegt daran, dass sich einige Opec-Staaten nun doch zu einem Krisentreffen mit anderen Ölförderländern erweichen ließen. Das Ölministerium Venezuelas teilte mit, dass sechs Opec-Mitglieder und zwei weitere Länder, die nicht Mitglied des Kartells sind, zu einem Treffen bereit seien.

Auch die Aussage des Chefs der New Yorker Fed, William Dudley, wonach ein Kursanstieg des Dollar „signifikante Konsequenzen” für die US-Wirtschaft haben könnte, wurde nicht mehr als ein Warn-, sondern als Erholungssignal an der deutschen Börse gewertet. In der Nacht verleitete sie die Anleger zu Spekulationen darüber, dass die US-Notenbank die Leitzinsen in diesem Jahr nicht weiter erhöhen werde. Das wiederum löste den stärksten Dollar-Verfall seit 1998 aus. Der Greenback verlor rund 2,8 Prozent und rutschte zwischenzeitlich unter 0,9 Euro.

„Es scheint, als wären die Amerikaner nun auch in den weltweiten Währungswettlauf eingetreten, wenn auch nur in der Gestalt, dass sie ausländischen Zentralbanken nicht länger erlauben, ihre Währungen beliebig gegenüber dem Dollar abzuwerten”, kommentierte cmc-Analyst Jochen Stanzl die Entwicklung und beklagte, dass die Fed nun den Handlungsspielraum der anderen Zentralbanken einschränke.

Konjunkturausblicke lassen Schlimmes ahnen
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8 Kommentare zu "Börsen in Aufruhr: Wer hat Angst vor der teuflischen Konjunktur?"

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  • Der vorsichtige Anleger hat Angst vor Spekulation und der Spekulant will garantierte Sicherheit?
    Ja wo leben wir denn? Die Wirtschaftsnachrichten interessieren überhaupt nicht mehr. Es reicht, wenn irgendwo Ängste geschürt werden. Wer verdient denn an diesen Ängsten? Immer schön das Portfolio umschichten, dann schafft man ein kleines Vermögen, wenn man vorher ein großes hatte.
    Warum sollte man denn nicht eine tiefe Rezession in Deutschland erwarten, wenn China nur noch um 4 Prozent wächst, was immer noch mehr in US Dollar wäre als die USA selbst 2016 wachsen. Warum sollen denn die deutschen Exporte in die USA nicht einbrechen, bei 1,10 Dollar je Euro? Vor zwei Jahren stand der Euro noch bei 1,36 Dollar. Der Export war damals auf Rekordkurs. Die Eurozone stabilisiert sich gerade. Warum soll nicht die nächste Finanzkrise ab Rosenmontag lauern?
    Könnten wir die Rezession mit 5 Millionen Flüchtlingen verhindern oder wären 10 Millionen besser? Falls Deutschland bis 2030 sieben Millionen Arbeitskräfte fehlen, müssen ohnehin 15 Millionen Menschen zuwandern und jeder zweite eine Arbeit aufnimmt. Das sind bis 2030 jedes Jahr eine Million Zuwanderer.
    Sind das die größten Ängste?

  • Alles auf das EEG zu schieben fasst vielleicht etwas zu kurz. Dennoch, es wird Zeit das die Vernunft wieder einkehrt. Die Politik spricht von "Reichtum". Ja bei einem Nettoeinkommen von 1300 € klingt es erst einmal danach das man damit leben könnte. Aber das Einkommen ist uninteressant. Interessant ist das freie Einkommen! Das liegt bei vielen Menschen bei 0.
    Eine Kostenerhöhung von Energie, Steuern und was da noch so lauert ist dann fast gleichbedeutend mit der inneren Aufgabe: "Wenn es mit Arbeit nicht reicht, dann vielleicht über den Privatkonkurs und Hartz4"

  • Das Wort "Angst" halte ich für angebracht. Seit 2008 eiert die Zentralbank mit der Politik zusammen herum. Alte Modelle wie "niedrige Zinsen beflügeln die Investitionen" gelten nicht mehr. Bürger wie Institutionen spüren die Ratlosigkeit der Politik und Zentralbanken.
    Niedrige Zinsen hatten die Börsen beflügelt. Nur der reale Markt ist der Börse nicht gefolgt. Normalerweise müsste die Realwirtschaft folgen so dass man die heisslaufende Wirtschaft durch höhere Zinsen wieder einbremsen müsste. Das blieb dieses Mal aus.
    0 Zinsen im Zusammenhang mit fallenden Aktienkursen ergeben zusammen mit der wackeligen politischen Lage eine Mischung aus Angst und Depression.

    Schlechte Zeiten stehen uns bevor.

  • Als Telekom Kunde mit ISDN hat man da so seine Erfahrung mit dem Mikrosekunden.

  • Was für ein Spaß. Der arme Kassa-DAX, unser in die Jahre gekommenes altes Börsentier, kam teilweise wieder einmal gar nicht hinterher, so schnell hat ihn der FDAX hin- und her gepeitscht. Schon klasse, was diese Handelsmaschinen mit Micro-Sekundenlatenzzeiten heute so alles können.

  • Das Wort von der "Angst" scheint etwas weit hergeholt. "Vorsicht" würde die Haltung besser beschreiben. Die Anleger hatten sich an die kursstützenden Maßnahmen der Zentralbanken und die Aktivitäten der PPTs (Plunge Protection Teams) gewöhnt. Seit Anfang des Jahres 2016 sind offenbar auch Rückgänge der Börsenindizes wieder erlaubt. Da gilt es etwas zurückhaltender zu agieren.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Die Euro Poltiik und die Energiewende mit ihren marktfeindlichen Subventionsgesetzen von ESM und EEG sind die Totengräber der EU-Deutschen Volkswirtschaft.
    Die großen Energiekonzerne werden durch das Grün-Sozialistische Diktat einer Energiewende auf Basis eines marktfeindlichen EEG bewusst vernichtet. Und damit wird das Rückgrat der Deutschen Volkswirtschaft gebrochen.
    Weiter politische Anschläge auf die freie Markt-Gesellschaft folgen mit weiteren marktfeindlichen CO2-Verbotsgesetzen. Es findet mit der politisch diktierten Energiewende/CO2 Verbot keine wirtschaftliche Wertschöpfung = Schaffen von Mehrwert in EU-Deutschland mehr statt.
    Energiewende/EEG = erst kommt die Lüge (Energie wenden zu können), dann der Betrug/Selbstbetrug (marktfeindliches EEG), danach folgt der Mangel (Energieeinsaprzwang-Investitionsstopp) und zum Schluss die Armut (unbezahlbare Strompreise bei einer mangelhaften Stromversorgung durch ausbleibende Neuinvestitionen,Wartung und Instandhaltungsmaßnahmen).

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