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Börsen in China und Japan Mögliche Eskalation des Handelsstreits schreckt Asiens Anleger wenig

Der Zollstreit zwischen China und den USA hat in Asien, anders als an der Wall Street, keinen Kursrutsch ausgelöst. Gründe zur Sorge gibt es dennoch.
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Der Handelsstreit der USA mit China trübt die Stimmung in Asien, aber der große Kursrutsch bleibt aus. Quelle: dpa
Börsengebäude in Tokio

Der Handelsstreit der USA mit China trübt die Stimmung in Asien, aber der große Kursrutsch bleibt aus.

(Foto: dpa)

TokioDie Furcht vor einer Verschärfung des Handelsstreits zwischen USA und China drückte Asiens Märkte ins Minus, wenn auch nur leicht. Am stärksten sackte Japans Nikkei-Index am Dienstagmorgen kurzzeitig um mehr als 400 Punkte ab. Danach erholte sich der Leitindex von Japan aber wieder etwas und notierte zuletzt 0,7 Prozent tiefer als am Handelsschluss am Montag.

Ein ähnliches Schauspiel bot sich den Anlegern in Südkorea und in China: Der koreanische Index Kospi drehte am Vormittag ins Plus, nachdem er negativ in den Handel gestartet war. Der Shanghai Composite Index verlor in den ersten Minuten ein Prozent an Wert, bevor die Kurse wieder anzogen, der Index hatte allerdings bereits am Vortag über ein Prozent eingebüßt.

Der Hongkonger Hang-Seng-Index indes, der am Montag angezogen hatte, rutschte innerhalb der ersten 30 Minuten um zwei Prozent auf 28.000 Punkte ab.

Damit hat es an den asiatischen Börsen – anders als im Montagshandel in den USA – keinen großen Kursrutsch gegeben. Der Dow Jones hatte mit 617 Punkten 2,4 Prozent eingebüßt. Aber die Märkte richten sich darauf ein, dass der eskalierende Handelskrieg zwischen den USA und China noch lange Unruhe stiften wird.

„Der Weg zu einer Lösung ist nicht erkennbar“, warnt Kenji Abe, Chefstratege des japanischen Wertpapierhauses Okasan Securities. Es sei einfach, sich negative Auswirkungen auf die Weltwirtschaft vorzustellen. Besonders mit Trumps neuen Strafzöllen, denn diese werden weit über China auf die gesamte Hightech-Lieferkette in der Region hinaus Unternehmen treffen.

Ab Ende Juni wollen die USA nun auch den Importzoll auf Waren aus China auf weitere 3.805 Produktgruppen im Wert von 300 Milliarden Dollar ausdehnen. Und darunter sind Smartphones, Computer, Digitalkameras, Spielzeug und Textilien. Ausgenommen sind Medizin sowie Seltenerden und andere Bauteile, die für die US-Hightech-Industrie wichtig sind.

Die Leidtragenden sind zum einen Unternehmen wie der nicht an der Börse notierte Smartphonehersteller Huawei oder Auftragsfertiger von Apples iPhone wie der taiwanische Konzern Hon Hai Precision Industry (Foxconn). Dessen Aktienkurs sackte zu Handelsbeginn um über drei Prozent unter 80 Taiwan-Dollar ab. Seit Anfang Mai hat Hon Hai damit etwa zehn Prozent an Wert verloren.

Große Auswirkungen auch auf Japans Hightech-Branche

Aber auch in Japan könnten die Auswirkungen auf die Hersteller von elektronischen Bauteilen groß ausfallen, die in China in Hightech-Produkte für die Welt verbaut werden. JP Morgans Japan-Stratege Shogo Maekawa sagte zwar in der japanischen Wirtschaftszeitung Nikkei, dass die Entwicklung nun nicht mehr völlig überraschend sei. „Auf der anderen Seite wird es kurzfristig einen großen Einfluss auf den japanischen Markt geben“, so Maekawa. Er warnte, dass der Nikkei am Dienstag auf 20.500 Yen abrutschen könnte.

Überdurchschnittlich stark gaben beispielsweise der Bauteilehersteller TDK mit über drei Prozent ab. Aber insgesamt reagierte der Markt gehalten. Denn seit Trump den Waffenstillstand im Handelskrieg aufgekündigt hat, korrigierten die Anleger die Kurse vieler Unternehmen bereits in den Vortagen drastisch nach unten, die von der Ausstattung von Chinas Unternehmen mit Bauteilen, Produktionsanlagen und Baumaschinen profitieren.

Der Roboterhersteller Fanuc hat seit Mitte April 13 Prozent an Wert verloren, der Rivale Yaskawa 16 Prozent. Der Baumaschinenkonzern Komatsu sackte seit Ende April um 18 Prozent ab, der Bauteilehersteller TDK um 9,2 Prozent.

Doch der Handelskrieg mit China ist nicht der einzige Faktor, der die Stimmung in Asien trübt. Ein weiterer Faktor ist das Ende des Gewinnbooms der japanischen Unternehmen. Nach der Hälfte der Jahresbilanzen für das Ende März abgelaufene japanische Bilanzjahr sanken die Reingewinne anstatt wie ursprünglich vorhergesagt zu steigen. Außerdem rutschte am Montag der Konjunkturindex der Regierung erstmals seit sechs Jahren unter 100 Punkte, was auf eine Abkühlung der Wirtschaft hindeutet.

Zu allem Überfluss steigt wie so oft in Zeiten globaler Verunsicherung der japanische Yen, da die Währung als sicherer Hafen gilt. Doch ein stärkerer Yen senkt die Gewinnaussichten japanischer Konzern im Exportgeschäft und damit tendenziell die Aktienkurse. In den vergangenen Wochen stieg der Wechselkurs des Yen gegenüber dem Dollar von 112 Yen auf 109 Yen am Dienstag. Analysten halten einen weiteren Anstieg auf 107 Yen für möglich.

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