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Börseneinbruch in China Warum Chinas Großanleger die Börse meiden

Die großen Händler gehen – die Kleinanleger kommen: Die Lage an der einbrechenden chinesischen Börse ist eindeutig. Für die großen Investoren gibt es kaum noch Gründe, sich für chinesische Aktien zu interessieren.
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Chinesische Anleger haben kaum Interesse an den Aktien heimischer Firmen. Ob der Staat die Kurse längere Zeit stützen kann, ist fraglich. Quelle: dpa
Chinas Börse auf Talfahrt

Chinesische Anleger haben kaum Interesse an den Aktien heimischer Firmen. Ob der Staat die Kurse längere Zeit stützen kann, ist fraglich.

(Foto: dpa)

Zwei Monate nach Beginn des Einbruchs am chinesischen Aktienmarkt wird die Dynamik der Umwälzungen klarer: Die Wohlhabendsten haben am schnellsten den Markt verlassen, während Kleinanleger sogar noch hinzuströmten.

Die Zahl der Händler mit Aktien im Volumen von mehr als 10 Mio. Yuan (1,4 Mio. Euro) in ihren Depots sackte im Juli um 28 Prozent ab. Gleichzeitig nahmen die Anleger mit weniger als 100.000 Yuan um acht Prozent zu, wie aus Daten der staatlichen Clearingagentur hervorgeht.

Ein Teil des Rückgangs sei sicherlich auch auf den sinkenden Marktwert zurückzuführen, meint Asiens größter Finanzinvestor CLSA. Gleichzeitig sei jedoch offensichtlich, dass sich Chinas Reiche den Umstand zunutze machten, dass der Staat die Kurse stützte. Sie strichen Gewinne ein, nachdem der rekordlange Bullenmarkt im Juni seinen Höhepunkt erreicht hatte.

Welchen Konzernen China Sorge bereitet
Volkswagen: Minus 1,9 Prozent
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Ein Abflauen der Konjunktur in China könnte vor allem Volkswagen hart treffen. Die Wolfsburger erzielen bereits jetzt ein Drittel ihres Umsatzes in Fernost. Außerdem ist der Autobauer mit 100.000 Beschäftigten der größte deutsche Arbeitgeber in China. Daher verwundert es nicht, dass die Aktien von VW mit dem Kursrutsch des Shanghai Composite mit 1,9 Prozent ebenfalls ins Minus rutschten. Trotz der schwierigen Marktlage will VW jedoch weiter an seinem Kurs festhalten Toyota als größten Autobauer der Welt abzulösen. Die Zahlen sprechen jedenfalls für die Wolfsburger. Erstmals hatte Volkswagen im ersten Halbjahr 2015 die Japaner hinsichtlich der weltweiten Absatzzahlen überholt.

(Foto: Reuters)
Daimler: Minus 2,6 Prozent
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Auch für Premiumhersteller Daimler kommen die Unruhen rund um China zur Unzeit. Besonders die Luxuslimousine S-Klasse und der große Geländewagen G-Klasse erfreuen sich in Fernost großer Beliebtheit. Auch Daimler musste am Montag Kursverluste hinnehmen. Die Aktien rutschten 2,6 Prozent ins Minus. Nichtsdestotrotz gehen viele Experten davon aus, dass die China-Schwankungen bei den Autowerten bereits eingepreist seien. „Der Markt hat bereits zur Kenntnis genommen, dass der chinesische Markt schwach ist“, erklärt Jacques Porta, Fondsmanager bei Ofi Gestion Privée in Paris.

(Foto: Reuters)
BASF: Minus 2,7 Prozent
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Die schwächelnde chinesische Konjunktur trifft neben den Autobauern auch den Chemieriesen BASF, der ebenfalls hohe Umsätze in Fernost erzielen. Rund 16 Prozent des Gesamtumsatzes generiert BASF in Asien. Die Aktien gaben am Montag 2,7 Prozent nach.

(Foto: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH)
Bayer: Minus 2,8 Prozent
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Auch in der Konzernzentrale von Bayer dürften die Verantwortlichen die Entwicklung in China mit großem Interesse verfolgen. Denn von den 42 Milliarden Euro Gesamtumsatz entfallen immerhin neun Milliarden auf die Region Asien. Die Aktien machten deswegen einen Satz nach unten. Am Montag verloren Bayer-Papiere 2,8 Prozent.

(Foto: ap)
Airbus: Minus 4,3 Prozent
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Der Flugzeugbauer Airbus drängt neben vielen anderen Konkurrenten in den chinesischen Markt, der sich anschickt bis 2030 die USA als größten Markt für Luftfahrthersteller abzulösen. Airbus geht davon aus, dass der chinesische Markt in den kommenden 20 Jahren ein Marktvolumen von über 500 Milliarden Dollar bietet. Dementsprechend groß ist das Interesse von Airbus in China zu investieren – und dementsprechend hoch waren auch die Verluste am Montag. Die im MDax notierten Aktien verzeichneten ein Minus von rund 4,3 Prozent.

(Foto: Reuters)
Deutsche Bank: Minus 10 Prozent
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Am Montag musste auch die Deutsche Bank Federn lassen. Die Aktien rutschten 3,7 Prozent ins Minus. Für Belastung sorgt die Beteiligung an der chinesischen Hua Xia Bank, deren Aktien im Zuge des China-Crashs rund zehn Prozent verloren haben.

(Foto: Reuters)
Siemens: Minus 2 Prozent
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Siemens erzielte 2014 in der Region Asien und Australien einen Umsatz von mehr als 14 Milliarden Euro. Davon entfielen allein auf China rund 6,4 Milliarden Euro. Kein Wunder also, dass Siemens ebenfalls mit Sorge auf die konjunkturelle Entwicklung in China blickt. 2015 deutet sich bisher ein Rückgang der Geschäfte an. In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres gingen die Auftragseingänge aus China bei Siemens um 16 Prozent zurück. Der Kursrutsch in China ließ die Siemens-Papiere knapp zwei Prozent ins Minus rutschen.

(Foto: dpa)

Investoren mit den höchsten Einsätzen finden immer weniger Gründe, chinesische Aktien zu besitzen. Die Unternehmensgewinne sind schwach und die Bewertungen zählen zu den höchsten weltweit. Für weitere Abflüsse sorgt die Talfahrt des Yuan in diesem Monat.

Viele fragen sich mittlerweile, ob die Kaufkraft ausreicht, um die Kurse zu stützen, sobald der Staat seine Rettungsmaßnahmen wieder zurückfährt. Nicht zuletzt diese Bedenken führten zum Einbruch des Shanghai Composite Index am Dienstag um sechs Prozent.

„Die Kunden mit einem hohen Vermögen haben den Markt bewegt“, erklärt Francis Cheung, Leiter China- und Hongkong- Strategie bei CLSA. „Sie sind gewöhnlich etwas ausgebuffter.“

Das Verhältnis der Kurse zu den berichteten Gewinnen lag an den Börsen des chinesischen Festlands am Montag im Median bei 72. Die Aktien sind damit teurer als die Titel an irgendeinem der zehn größten Märkte der Welt. Auf dem Höhepunkt der chinesischen Aktienblase 2007 betrug das KGV 68, wie aus Bloomberg-Berechnungen hervorgeht.

Unternehmen mit wenig überzeugenden Erfolgsbilanzen

Dabei sieht die Erfolgsbilanz der Unternehmen nicht sehr überzeugend aus: Mehr als 62 Prozent der Unternehmen im Shanghai-Composite-Index blieben 2014 mit ihren Gewinnen hinter den Prognosen der Analysten zurück.

Gleichzeitig wuchs die Wirtschaft des Landes so schleppend wie seit 1990 nicht mehr. Im Juni gingen die Gewinne chinesischer Industrieunternehmen um 0,3 Prozent zurück, verglichen mit einem Anstieg um 0,6 Prozent im Vormonat.

„Es gibt wenig fundamentale Unterstützung für den A-Aktien-Markt“, sagt Cheung. „Die Gewinne sind schwach.“

Die Zahl der Investoren mit Aktien im Volumen von mehr als 10 Mio. Yuan sackte von 76.000 im Juni auf etwa 55.000 im Juli ab. Bei Investoren mit einem Aktienvolumen zwischen 1 Mio. Yuan und 10 Mio. Yuan betrug der Rückgang in dem Zeitraum 22 Prozent, wie aus Daten von China Securities Depository and Clearing Corp. hervorgeht.

„Wohlhabende Investoren, die schon Bärenmärkte überstanden haben, verstehen sich besser auf einen Ausstieg“, sagt Wirtschaftsprofessor Hu Xingdou vom Beijing Institute of Technology.

Der Shanghai-Composite-Index hat seit seinem Höhenpunkt am 12. Juni 27 Prozent eingebüßt. In den zwölf Monaten davor war die Benchmark 152 Prozent hochgeschnellt. Staatskäufe haben in den vergangenen beiden Wochen Kursgewinne ermöglicht.

Die chinesische Wertpapieraufsicht erklärte allerdings am Freitag, die Regierungsagentur, die die Kurse stützen soll, werde ihre Käufe zurückfahren sobald die Volatilität abnimmt. Am Mittwoch glich der Index Verluste von bis zu 5,1 Prozent aus und schloss schließlich 1,2 Prozent höher.

Finance Briefing
  • Bloomberg
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1 Kommentar zu "Börseneinbruch in China: Warum Chinas Großanleger die Börse meiden"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • auch die chinesen sind wie pubertierende jugendliche
    sie wollen ihre fehler selbst machen
    das unglück ist zwar tragisch aber nicht unlöstbar
    das sevesounglück, sellafield , fokuschima, eschede, Enschede und und und sind ein gutes vorbild weil vorhersehbar aber ignoriert
    aber unglücke befeuern die versicherungswirtschaft
    china wird nowhow aus der freien welt einkaufen müssen
    abertausende zerstörter waren müssen neu produziert werden
    die neuen sicherheits- sicherungsmasnahmen kosten geld
    machen produkte aus europa ein stück attraktiever

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