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Britische Großbank Barclays reagiert auf Kritik von Investor und kürzt Boni für Investmentbanker

Barclays Chef Jes Staley reagiert auf Druck von Investoren: Die Kosten der Investmentbanken sollen eingedämmt werden. Das soll die Aktionäre besänftigen.
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Chef Jes Staley baut derzeit das Investmentbanking des Geldhauses um. Quelle: Reuters
Barclays

Chef Jes Staley baut derzeit das Investmentbanking des Geldhauses um.

(Foto: Reuters)

London Die Kritik des aktivistischen Investors Ed Bramson an der Investmentbanksparte von Barclays zeigt Wirkung. Vor einem Monat musste Spartenchef Tim Throsby gehen, nun nimmt sich CEO Jes Staley die Bonuszahlungen der Investmentbanker vor.

Die Boni-Rückstellungen für das erste Quartal würden im Vergleich zum Vorjahr um einen zweistelligen Prozentsatz gekürzt, berichtete die „Financial Times“ unter Berufung auf Insider. Auch sollten dieses Jahr weniger Investmentbanker zum Managing Director befördert werden. Obendrein wolle die Bank bei Neueinstellungen stärker auf die Kosten achten.

Der verstärkte Fokus auf die Kosten deutet darauf hin, dass das erste Quartal bei Barclays ähnlich schwach verlief wie bei anderen Banken. Die britische Großbank legt am Donnerstag ihre Zahlen vor. Ein schlechtes Quartal würde den Druck auf Staley erhöhen, seine Strategie zu überdenken.

Der Amerikaner hatte nach seinem Wechsel von der Wall-Street-Bank JP Morgan zu Barclays 2015 die Investmentbank ausgebaut und gezielt Topbanker bei der Konkurrenz abgeworben. Er hatte seinen früheren Kollegen Throsby von JP Morgan geholt, um die führende europäische Investmentbank aufzubauen.

Die neue Härte gegenüber den Investmentbankern soll die Barclays-Aktionäre vor der Hauptversammlung in der kommenden Woche besänftigen. Insbesondere der New Yorker Hedgefondsmanager Bramson sieht die Sparte kritisch, weil sie mit einer Eigenkapitalrendite von 7,1 Prozent im vergangenen Jahr deutlich weniger profitabel war als andere Geschäftsbereiche.

Obwohl sich die Rendite schon verbessert hat, erwirtschaftete die Investmentbank noch nicht die eigenen Kapitalkosten. Barclays müsse das „wachsende Ungleichgewicht zwischen Risiko und Rendite“ adressieren, schrieb Bramson in einem Brief an seine Anleger vergangene Woche.

Mit einem Anteil von 5,5 Prozent ist Bramsons Firma Sherborne Investors einer der größten Aktionäre. Zuvor hatte er bereits gewarnt, dass Barclays gezwungen sein könne, eine Kapitalerhöhung durchzuführen, um die Investmentbank weiter zu finanzieren. Der Aktienkurs werde im Keller bleiben, wenn die Bank nicht einen „realistischen Kurs“ einschlage.

Um seiner Meinung Gehör zu verschaffen, will der Aktivist auf der Hauptversammlung in den Verwaltungsrat gewählt werden. Der Board hat Bramsons Anliegen mehrfach abgelehnt, nun will er seinen Willen durch eine Kampfabstimmung erzwingen.

Doch andere Aktionäre sind skeptisch. Die Stimmrechtsberater Glass Lewis und ISS haben sich gegen einen Sitz für Bramson ausgesprochen. Auch große Investoren wie Aviva stützen das Management. Es wäre daher eine Überraschung, wenn Bramson den Sitz bekäme.

Die Bank argumentiert, dass er seinen Einfluss auch ohne Mandat geltend machen könne. Mit seinen jüngsten Schritten will Staley zeigen, dass Bramsons Kritik gehört wird. Der Bankchef übernahm selbst die Kontrolle der Investmentbank und will nun die Kosten drücken.

Am Anspruch, eine führende Investmentbank zu sein, hält er jedoch fest. Jetzt sei nicht die Zeit für eine strategische Neuausrichtung, hieß es in der jüngsten Antwort der Bank an Bramson.

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