Dax, 02.03.2018 Dax schließt deutlich unterhalb der 12.000-Punkte-Marke

Erst die Zinssorgen, jetzt auch noch die Furcht vor einem eskalierenden Handelskrieg – der März beginnt mit einer echten Talfahrt.
10 Kommentare

Dax steil bergab: Thyssen-Krupp fällt Strafzoll-Ankündigung zum Opfer

Dax steil bergab: Thyssen-Krupp fällt Strafzoll-Ankündigung zum Opfer

FrankfurtNach der Ankündigung von US-Strafzöllen auf Stahl- und Aluminium-Importe bleiben die Aktienmärkte am Freitag im Sinkflug. Dem gestrigen Zwei-Prozent-Minus folgt direkt ein dickeres. Am Ende ging der Dax mit 11.913 Punkten 2,3 Prozent schwächer ins Wochenende. Zum ersten Mal seit August vergangenen Jahres notiert der Dax damit wieder unter der wichtigen Marke von 12.000 Punkten. Der paneuropäische Euro-Stoxx-50 verlor 1,2 Prozent auf 3357 Punkte.

„Die Welt steht am Rande eines Handelskrieges“, meint etwas Robert Carnell, Analyst der ING Bank. „So fangen Rezessionen an.“ US-Präsident Donald Trump hatte am Donnerstag erklärt, Zölle auf den Import von wichtigen Industriemetallen zu verhängen. Für Stahl werde der Zoll bei 25 Prozent, für Aluminium bei zehn Prozent liegen. Er werde die heimische Industrie wieder aufbauen, sagte Trump.

Aus Europa kamen schon am Vormittag scharfe Erwiderungen. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker erklärte, Europa werde in den nächsten Tagen Gegenmaßnahmen erarbeiten, die im Einklang mit den Regeln der Welthandelsorganisation WTO stünden. „Wir werden nicht untätig dabeisitzen, während unsere Industrie durch unfaire Maßnahmen getroffen wird, die Tausende europäische Arbeitsplätze gefährden.“ Regierungschefs wie etwa der Österreicher Sebastian Kurz bliesen ins gleiche Horn.

Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Berenberg Bank, beschwichtigte: „Handelskrieg ist ein zu großes Wort, aber es ist ein Scharmützel.“ Die EU werde zurückschlagen - aber versuchen, das nicht eskalieren zu lassen. Die direkten Folgen für die Konjunktur seien mit Blick auf das gegenseitige Handelsvolumen mit Stahl und Aluminium indes ausgesprochen gering. „Allerdings ist die Gefahr groß, dass das Geschäftsklima auf beiden Seiten des Atlantiks leidet, weil nun ein neuer Unsicherheitsfaktor entstanden ist. Die Stimmung in der Wirtschaft könnte deshalb von 'euphorisch' auf 'gut' sinken.“ Es scheint vor allem um die Signalwirkung zu gehen, die das Weiße Haus damit an die wirtschaftlichen Partner sendet.

Die Pläne der Trump-Regierung treffen die Märkte in einer schwierigen Phase. Seit Wochen spukt das „Zinsgespenst“ übers Parkett. Die Sorge der Anleger: Die US-Notenbank Fed könnte angesichts der brummenden Konjunktur in Amerika und der anziehenden Inflation die Zügel schneller straffen als den Börsianern lieb ist. Mit den Niedrigzinsen würde die seit nunmehr neun Jahren anhaltende Aktien-Hausse eine ihrer wichtigsten Triebfedern verlieren.

Zwar hatte die US- und mit ihr auch die Weltwirtschaft die Zinswende bisher problemlos verkraftet – und auch die Börsen sind seitdem nicht weniger kräftig gestiegen. Seit Dezember 2015 wagte die Federal Reserve immerhin fünf Anhebungen. Das Nullniveau haben die Leitzinsen mit 1,25 bis 1,5 Prozent hinter sich gelassen.

Aber: Die Währungshüter könnten die Schlagzahl nun nochmal erhöhen. Das Notenbankgeld würde deutlich teurer werden. Aktuell rechnet man mit drei Zinsschritten für das laufende Jahr. Die Spekulationen, welche Gangart die Dollar-Hüter mittelfristig fahren werden, verunsichert das Parkettvolk. Und das wiederum, so weiß man ja, hat mit nichts mehr Probleme als nicht zu wissen, was passiert. Die Sorgen brachen sich in einer schwarzen Woche Anfang Februar Bahn, seitdem scheitern die Märkte an einer Erholung.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Wahlen und Voten
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Dax, 02.03.2018 - Dax schließt deutlich unterhalb der 12.000-Punkte-Marke

10 Kommentare zu "Dax, 02.03.2018: Dax schließt deutlich unterhalb der 12.000-Punkte-Marke"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wer hatte alles voraus geschrieben hier beim Handelsblatt ?

    Und es wird weiter mit dem DAX unter die 10000 Punkte gehen ! NOCH VOR ENDE APRIL !

    Der SOMMER 2018 wird FATAL WERDEN FÜR DEN DAX !

    ......................

    ARBEITSLOSIGKEIT EUROPAS WIRD AB MAI 2018 ENORM ANSTEIGEN !!!

  • DAX, 02.03.2018
    Dax schließt deutlich unterhalb der 12.000-Punkte-Marke
    Erst die Zinssorgen, jetzt auch noch die Furcht vor einem eskalierenden Handelskrieg – der März beginnt mit einer echten Talfahrt.

    .........................

    Wer hatte alles voraus geschrieben hier beim Handelsblatt ?

    Und es wird weiter mit dem DAX unter die 10000 Punkte gehen ! NOCH VOR ENDE APRIL !

    Der SOMMER 2018 wird FATAL WERDEN FÜR DEN DAX !

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • "Ich gehe von steigenden Kursen aus ..." tja Jessica ... war wohl nix.

    Der liebe Robert Halver hält sich ja auch bedeckt ... gute Entscheidung.

  • Hanse Yacht konnte man z.B. für 8,60.. kaufen gestern ca, 9,3 danke an die Manipulatoren.

  • Heut konnte man wieder ein Schäppchen machen, die Freunde der Kursmanipulation in Frankfurt machen es möglich.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%