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Dax 17.09. Monatelanger Handelsstreit verunsichert Anleger – Dax schließt im Minus

Neue Woche, alte Probleme: Der Handelsstreit zwischen den USA und China sorgt für Minuszeichen am Aktienmarkt. Endet nun die neunjährige Hausse?
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Dax im Dauer-Tief – „Uns steht der statistisch schwächste Börsen-Monat bevor“

FrankfurtKann der Dax den September-Fluch abschütteln? Dieser Börsenmonat weist mit einem Minus von 1,86 Prozent im historischen Durchschnitt die negativste Performance aller Monate auf. „Der September gilt generell als schwacher Börsenmonat, und die Liste der potenziellen Risiken ist lang“, warnte Marktexperte Milan Cutkovic von Axitrader.

Dabei sah es nach einer schwachen ersten September-Woche zunächst wieder freundlich aus, der Dax legte in der vergangenen Woche 1,4 Prozent zu und ging bei 12.124 Punkten aus dem Handel. Doch am Montag sank das Börsenbarometer erneut. Der Dax gab um 0,23 Prozent auf 12.096 Punkte leicht nach.

Der Index der mittelgroßen Werte MDax gab am Montag um 0,22 Prozent auf 26.279 Zähler nach. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,23 Prozent auf 2904 Punkte ebenfalls leicht nach unten.

Der Grund für das Minus ist altbekannt: Wie schon seit Monaten stehen die Handelskonflikte im Fokus der Börsianer. US-Präsident Donald Trump ist laut US-Medienberichten dabei, den Handelsstreit mit China auf eine bisher nicht gekannte Eskalationsstufe zu treiben. Die „Washington Post“ meldete am Sonntag, Trump habe die Entscheidung getroffen, Importe im Wert von weiteren 200 Milliarden Dollar mit Sonderzöllen von zehn Prozent zu belegen.

Dieser Schritt solle in den nächsten Tagen offiziell bekanntgegeben werden. Damit wären die Hälfte aller Importe aus China mit Extrazöllen belegt.

Zwar hat US-Finanzminister Steven Mnuchin auch weitere Gespräche vorgeschlagen, die um den 20. September herum beginnen sollten, doch könnte China diesen Verhandlungen fernbleiben. Man werde nicht „mit einer Waffe am Kopf“ Gespräche führen, zitierte das „Wall Street Journal“ chinesische Regierungskreise. Weiter hieß es, Berater der Regierung in Peking hätten vorgeschlagen, durch Exporteinschränkungen für Bauteile und andere Güter Druck auf die Lieferketten von US-Unternehmen auszuüben.

Auch die türkische Lira geriet wieder unter Druck: Der Euro stieg gegenüber der türkischen Währung um knapp zwei Prozent auf 7,29. Ein Grund für die schwache Lira lieferte Präsident Recep Tayyip Erdogan liefern, der die Geduld mit den türkischen Notenbankern verliert. Diese hatten am Donnerstag eine überraschend deutliche Zinserhöhung verkündet.

„Selbst der jüngste drastische Zinsschritt wird nicht ausreichend sein, die Inflation nachhaltig zu drücken“, meinen die Devisenanalysten der Commerzbank. „Es wird in Zukunft darauf ankommen, ob die Zentralbank ihre Ankündigung, wenn nötig weiter die Leitzinsen zu erhöhen, auch wahr machen kann.“

Kommt nun das baldige Ende der Hausse?

Neun Jahre lang dauert die Hausse an den Börsen. Doch der monatelange Handelskonflikt hat die Anleger verunsichert. Kommt nun das baldige Ende der Hausse? Dafür spricht die lange Dauer, doch es gibt auch viele Argumente gegen ein abruptes Ende. Denn in der Regel gehen solche Phasen mit einer Übertreibung zu Ende.

„Wo aber bestehen im Dax derzeit spekulativ übertriebene Kurse? – Bei abgestürzten Aktien wie Bayer, Continental, Deutsche Bank, RWE, VW und Thyssen-Krupp sicherlich nicht“, meint Anton Riedl, Börsenexperte der Wirtschaftswoche.

Zudem seien die klassischen Bewertungen hier in vielen Fällen mittlerweile günstig geworden. „Selbst wenn Daimler wegen eines schwachen dritten Quartals in diesem Jahr nur moderate Erträge erzielt, dürfte das Kurs-Gewinn-Verhältnis letztlich immer noch unter zehn liegen“, rechnet er vor.  

Eine deutliche Dividendenkürzung sei unwahrscheinlich. Selbst vorsichtig gerechnet wird die Dividendenrendite damit weiterhin fünf Prozent und mehr ausmachen. „Je mehr Aktien wie Daimler, BMW oder RWE so günstige Relationen bieten, desto geringer ist die Gefahr eines allgemeinen Kurseinbruchs“, lautet sein Fazit.

Einzelwerte im Blick

Wirecard: Das künftige Dax-Mitglied will sein Kerngeschäft rund die Abwicklung digitaler Zahlungen um Kleinkredite für die Kunden erweitern. „Angenommen, Sie sind Pizzabäcker, kooperieren in der Zahlungsabwicklung mit Wirecard und brauchen einen neuen Ofen. Dann können Sie den Kredit dafür über unsere App kriegen“, erklärte Unternehmenschef Markus Braun. „Wir werden keine Immobilienkredite oder Ähnliches anbieten“, sagte er. An Börse kam dieses Vorhaben nicht gut an, zumal die Aktie seit April 2018 um mehr als 80 Prozent gestiegen ist. Der Titel verliert zwischenzeitlich 0,3 Prozent.

Commerzbank: Der Dax-Absteiger war in der vergangenen Woche die Aktie mit dem größten Plus. Der Titel legte um 7,45 Prozent zu und gewann nach einem schwachen Auftakt weitere 0,3 Prozent.

Linde: Spekulationen über zusätzliche US-Auflagen für die geplante Fusion mit dem Konkurrenten Praxair setzen Linde zu. Die im Dax notierten Titel des Industriegase-Herstellers fielen am Montag um bis zu 3,5 Prozent auf 190,25 Euro. Händler verwiesen auf eine Studie des Analysehauses MLex, dem zufolge die US-Kartellbehörde FTC von den beiden Unternehmen den Verkauf sämtlicher überlappender Geschäftsbereiche in den USA verlangen könnte. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Offenbar rechne aber niemand damit, dass der Deal des Münchener Konzerns mit dem US-Rivalen für eine Fusion zum Weltmarktführer platzt. „Dazu ist die Kursbewegung zu gering.“ Die in Frankfurt notierten Praxair-Titel verloren 1,1 Prozent.

H&M: Der angeschlagene schwedische Textilhändler H&M hat dank der schwachen schwedischen Krone, aber auch dank Marktanteilsgewinnen und gut laufender Räumungsverkäufe den Umsatz gesteigert. Im dritten Quartal sind die Einnahmen ohne die anfallende Mehrwertsteuer um 9,0 Prozent auf 55,8 Milliarden schwedische Kronen (5,3 Milliarden Euro) gestiegen. Angaben zum Gewinn machte Hennes & Mauritz nicht. Die H&M-Aktie hat wegen des Gegenwinds in den vergangenen Jahren rund zwei Drittel ihres Werts verloren. Nun legte sie zwischenzeitlich um 14,5 Prozent zu.

Was die Charttechnik sagt

Das Wichtigste aus Sicht der technischen Analysten: Der Dax hat bislang noch nicht die Marke von 11.800 Punkten unterschritten. Die gilt als wichtig, einige Experten erwarten dann einen Rutsch um bis zu weiteren 1800 Punkten. Auf der Gegenseite war die Erholung seit dem September-Tief bei 11.865 Zählern bislang zögerlich. Erste Achtungserfolge würde der Leitindex haben, sollte er über 12.104 bis 12.120 bleiben. Die großen Befreiungsschläge kämen aber erst ab 12.470 Punkten zustande.

Börsen in Asien

Die Börse in Tokio hatte am heutigen Montag geschlossen. Es ist der Tag der Ehrung der Alten. Aufgrund einer drohenden Eskalation im US-chinesischen Handelsstreit haben die restlichen Aktienmärkte in Asien am Montag jedoch Verluste verbucht. Der chinesische Index Shanghai Composite fiel um ein Prozent auf 2656 Zähler, der Hang Sen gab um 0,9 Prozent nach. Der weit gefasste MSCI-Index für den Asien-Pazifik-Raum außerhalb Japans verlor ein Prozent.

Analystencheck: Baader Bank empfiehlt Post-Aktie zum Kauf

Die Baader Bank hat die Einstufung für Deutsche Post auf „Buy“ mit einem Kursziel von 46 Euro belassen. Analyst Christian Obst sieht in einer am Freitag vorliegenden Studie eine gute Chance, dass der Logistikkonzern seine Ziele bis 2020 erreichen kann. Die Dividende dürfte zumindest stabil bleiben. Laut dem Handelsblatt-Analystencheck stehen 23 Kauf-Empfehlungen 14 Mal die Bewertung „Neutral“ gegenüber, drei Studien empfehlen die Aktie zu verkaufen. Das gewichtete Kursziel liegt bei 36,18 Euro und damit deutlich über dem aktuellen Kurs von gut 31 Euro.

Weitere Analysen finden Sie im Handelsblatt-Analystencheck

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