Dax 22.2. Dax geht im Schlussspurt die Puste aus

Euro-Sorgen bei der EZB und Zinserhöhungspläne bei der Fed belasten den Dax. Dank seines Schlussspurts fällt das Minus aber gering aus.
Update: 22.02.2018 - 18:02 Uhr Kommentieren

Zinsangst: Märkte sind vorsichtig und melden wenig Profit

Zinsangst: Märkte sind vorsichtig und melden wenig Profit

FrankfurtIn der letzten Handelsstunde sah es so aus, als könne das deutsche Aktienbarometer doch noch ins Plus drehen. Doch daraus wurde nichts. Der Dax schloss 0,1 Prozent im Minus bei 12.462 Punkten. Immerhin konnte der deutsche Leitindex damit die Marke von 12.400 Punkten erneut erobern. Sie hatte er bereits zum Handelsstart unterschritten – und konnte sie erst am späten Nachmittag in einem kleinen Schlussspurt wieder überwinden.

Der MDax, dem Index für mittelgroße Unternehmen, schl0ss ebenfalls 0,1 Prozent im Minus bei 26.308 Punkten. Der TecDax, dem Index für Technologiewerte, gab 0,8 Prozent ab und schloss bei 2.583 Punkten, der Kleinstwerteindex SDax büßte 0,4 Prozent auf 12.129 Punkte ein.

Den ganzen Tag über hatten Sorgen über aggressive Zinskurs der US-Notenbank (Fed) steckt den Anlegern am europäischen Aktienmarkt tief in den Gliedern. In dem am Mittwoch veröffentlichten Protokoll der Januar-Sitzung setzte die Fed kräftige Signale für eine Zinsanhebung im März. Neu sei das nicht, konstatierte Milan Cutkovic, Marktanalyst vom Handelshaus Axitrader. „Aber die Aussage, dass die Zinsen weiter schrittweise angehoben werden, genügte, um erneut Zinsängste auszulösen.“

Im Dezember hatte die Fed für 2018 drei Zinsschritte nach oben in Aussicht gestellt. Zuletzt war allerdings darauf spekuliert worden, dass die Notenbank noch häufiger aktiv werden könnte. Für die US-Währung ging es nach der Veröffentlichung der Fed-Protokolle weiter bergauf. Der Dollar-Index, der den Kurs des Greenback gegenüber einem Währungskorb abbildet, ist seit Montag um mehr als ein Prozent gestiegen. Der Euro fiel am Donnerstag bis auf 1,2261 Dollar zurück. Am Mittwoch war er zeitweise noch bei deutlich mehr als 1,23 Dollar gehandelt worden.


Am Nachmittag ließ das mit Spannung erwartete Protokoll der jüngsten Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) zudem den Euro wieder über die Marke von 1,23 Dollar steigen. Einige Ratsmitglieder hatten demnach am 24. und 25. Januar eine Präferenz dafür geäußert, die Tendenz zu einer Ausweitung des Anleihekaufprogramms fallenzulassen. „Es wurde jedoch der Schluss gezogen, dass eine solche Anpassung verfrüht und noch nicht gerechtfertigt war durch das stärkere Vertrauen“, hieß es in der Zusammenfassung.

Zudem hielt die Anleger eine Flut an Bilanzen auf Trab. Schwächster Dax-Wert waren die Aktien der Deutschen Telekom, die mit einem Minus von 2,4 Prozent den Handel beendeten. Zuvor waren sie um bis zu vier Prozent auf ein Dreijahrestief von 12,74 Euro abgerutscht. Börsianern zufolge enttäuschte der Ausblick. „Da hat man sich mehr versprochen“, sagte ein Händler. Für das laufende Jahr peilt die Telekom bereinigt ein Plus des operativen Gewinns von vier Prozent auf rund 23,2 Milliarden Euro an und würde damit etwas stärker zulegen als 2017.

Gefragt waren die Aktien von Pro Sieben Sat1, die sich mit einem Plus von gut drei Prozent gegen den Markttrend stemmten. Der Fernsehkonzern präsentierte früher als ursprünglich erwartet einen Teilhaber für sein boomendes Digitalsegment. Der Finanzinvestor General Atlantic steigt zu 25,1 Prozent in die Sparte ein, um dieses Geschäft gemeinsam mit ProSiebenSat.1 auszubauen. Bei Henkel freuten sich die Anleger über eine Rekord-Dividende. die Aktien legten zwei Prozent zu.

Autobauer im Fokus

Im Fokus standen zudem die Autobauer. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verschob ein Urteil über mögliche Fahrverbote für Dieselautos in deutschen Städten wegen Umweltbelastungen auf den 27. Februar. Die Aktien von Volkswagen und BMW konnten Tagesverluste wieder wettmachen und schlossen im Plus.

An der Londoner Börse sorgte die britische Großbank Barclays für Kauflaune. Das Geldhaus steigerte im vergangenen Jahr dank geringerer Betriebskosten den Vorsteuergewinn. Im laufenden Jahr will Barclays zur regulären Dividendenzahlung zurückzukehren. Die Aktie gewann mehr als fünf Prozent.

Einen zusätzlichen Dämpfer verpasste dem deutschen Aktienmarkt ein eingetrübter Ifo-Index. Das Barometer für die Stimmung in den deutschen Chef-Etagen fiel im Februar auf 115,4 Punkte, nach einem Rekordhoch von 117,6 Zählern im Vormonat. Ein Grund zur Sorge sei dies aber nicht, sagte Thomas Gitzel, Chef-Volkswirt der VP Bank. „Die Auftragsbücher der Unternehmen sind voll und die Beschäftigungssituation ist äußerst günstig – besser geht es kaum.“

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Diese 10 Dax-Werte haben jetzt Kurspotenzial

SIEMENS AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007236101
Börse
Xetra

-1,18 -1,00%
0,00€
Chart von SIEMENS AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Platz 10: Siemens
1 von 10

Schwierige Verhandlungen mit Gewerkschaftern belasten die Aktie des Technikkonzerns. Kosteneinsparungen dürften sich daher wohl erst 2019 in der Gewinn- und Verlustrechnung niederschlagen. Auf der anderen Seite: Der im Frühjahr anvisierte Börsengang der Medizintechnik-Sparte könnte der größte deutsche Börsengang seit dem der Deutschen Telekom im Jahre 1996 sein. Zwischen sechs und zehn Milliarden Euro sollen die Anteile der Healthineers genannten Tochter in die Kassen spülen. Ein Grund, warum Analysten höhere Notierungen der Aktie erwarten. Bei einem aktuellen Kurs von 108,44 Euro könnte die Aktie nach Meinung der Experten der Kurs um 18,45 Prozent steigen. Die gewichtete Empfehlung aller Analysen liegt bei 128,45 Euro. Basis für die Empfehlung ist der Analystencheck des Handelsblatts, der nach Einschätzungen verschiedener Banken und Analysten den Durchschnittskurs aller Studien ermittelt. Dabei handelt es sich um eine gewichtetes Kursziel: Jüngere Analysen werden bei der Berechnung des durchschnittlichen Kurspotenzials stärker gewichtet als ältere.

VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.

WKN
ISIN
DE0007664039
Börse
Xetra

-3,34 -2,26%
0,00€
Chart von VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.
Platz 9: VW
2 von 10

Ein Verkaufsplus von zehn Prozent bescherte dem deutschen Auto-Hersteller einen starken Start ins Jahr 2018. Allerdings stützen schwache Vergleichswerte aus dem Vorjahr dieses Ergebnis. Trotz des Dieselskandals sind die Analysten positiv für die weitere Kursentwicklung der Aktie gestimmt. Den 49 Kaufempfehlungen stehen neun neutrale Einschätzungen und drei Mail die Einschätzung Verkaufen gegenüber. Aktuell wird die Vorzugsaktie bei 163,10 Euro gehandelt, das gewichtete Kursziel liegt bei 195,51 Euro steigen. Das wäre ein Plus von knapp 20 Prozent.

THYSSENKRUPP AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007500001
Börse
Xetra

-0,69 -3,06%
0,00€
Chart von THYSSENKRUPP AG INHABER-AKTIEN O.N.
Platz 8: Thyssen Krupp
3 von 10

Effekte der Ausgliederung des europäischen Stahlgeschäfts wirken sich auf die Bewertung und die Liquidität der Unternehmensaktien aus. Für die Thyssen-Krupp-Aktie aber sieht es trotzdem gut aus: Von aktuell 22,77 Euro sollte die Aktie auf 27,50 Euro und damit um 20,77 Prozent steigen. Das zeigt das zumindest gewichtete Kursziel des Handelsblatts-Analystencheck.

FRESENIUS SE & CO. KGAA INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005785604
Börse
Xetra

+0,20 +0,29%
0,00€
Chart von FRESENIUS SE & CO. KGAA INHABER-AKTIEN O.N.
Platz 7: Fresenius
4 von 10

Das Kurspotenzial des internationalen Gesundheitsunternehmens liegt bei 21,87 Prozent. Der aktuelle Kurs von 63,36 Euro sollte laut Analysten in den nächsten zwölf Monaten auf 77,22 Euro steigen.

VONOVIA SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A1ML7J1
Börse
Xetra

-0,34 -0,82%
0,00€
Chart von VONOVIA SE NAMENS-AKTIEN O.N.
Platz 6: Vonovia
5 von 10

Obwohl die Aktie des Immobilienkonzerns im Zuge der Marktkorrektur deutlich nachgegeben hat, sei die Perspektiven für das operative Geschäft weiterhin gut, sagen Analysten. Zur Zeit wird sie bei 36,55 Euro gehandelt, könnte aber in den nächsten Monaten bei 45,07 Euro liegen. Die Aktie hat damit ein Kurspotenzial von 23,34 Prozent.

ADIDAS AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A1EWWW0
Börse
Xetra

+0,40 +0,21%
0,00€
Chart von ADIDAS AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Platz 5: Adidas
6 von 10

Unter allen Dax-Titeln sehen Analysten beim Sportartikelhersteller das größte Kurspotenzial. Trotz anziehendem Wachstum beim Konkurrenzen Nike konnten die Aktien der Marke mit den drei Streifen zulegen. Das überzeugt auch die Analysten: Sie bescheinigen ihr ein Kurspotenzial von 24,1 Prozent und einen Anstieg auf 217,12 Euro. Damit ist die Adidas-Aktie das teuerste Papier im Dax. Aktuell liegt der Kurs bei 174,95 Euro.

LINDE AG Z.UMTAUSCH EING.INHABER-AKTIEN

WKN
ISIN
DE000A2E4L75
Börse
Xetra

-2,20 -1,04%
0,00€
Chart von LINDE AG Z.UMTAUSCH EING.INHABER-AKTIEN
Platz 4: Linde
7 von 10

Gute Aussichten für Industriegas-Hersteller : Sie profitieren aktuell von der US-Steuerreform. Für die Linde AG wirkt sich die geplante Fusion mit Praxair positiv auf das Ergebnis aus. Analysten schätzen, dass sich der aktuelle Kurs von 177,20 Euro auf 223,03 Euro erhöhen dürfte. Ein Kurspotenzial von 25,83 Prozent.

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