Kurstafel in Frankfurt

Der Börsensommer fängt gut an.

(Foto: Marc-Steffen Unger für Handelsblatt)

Dax 27.07.2018 Dax beendet die beste Woche seit Anfang März mit weiterem Plus

Der Juli kann sich sehen lassen: Mit einem Plus von mehr als vier Prozent lief es für den Dax so gut wie seit September vergangenen Jahres nicht mehr.
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0,1 Milliarden zu wenig – „BASF bremst den Dax ein wenig aus“

  • Entspannung im Handelsstreit sorgt weiter für Zukäufe
  • Dax markiert Fünf-Wochen-Hoch
  • Telekom gefragt, BASF enttäuscht

Europas Anleger haben sich auch am Freitag in Kauflaune gezeigt. Vor dem Wochenende zeigte der Trend für den Dax weiter klar nach oben, am Ende ging er mit 12.860 Punkten 0,4 Prozent fester aus dem Handel. Händler verwiesen auch heute wieder auf die Annäherung zwischen den EU und den USA im Handelsstreit, dem aktuell größten Schrecken der Börsianer.

Auf Wochensicht ergibt sich damit ein Anstieg von 2,4 Prozent. Im sich langsam dem Ende zuneigenden Juli machte das wichtigste deutsche Marktbarometer 4,5 Prozent gut. Damit ist die Performance noch etwas besser als im April – und so hoch wie dem sehr starkem September 2017, als die deutschen Standardwerte mehr als sechs Prozent zulegen konnten.

Die wichtigsten Indizes im Überblick

Auch die zweite Frankfurter Reihe blieb im Interesse der Anleger. Die Nebenwerte des MDax legten 0,1 Prozent zu auf 26.975 Prozent, die Technologie-Firmen des TexDax schlossen 0,7 Prozent fester bei 2952 Punkten. Der Euro-Stoxx-50 als Leitindex der Euro-Zone stieg um 0,6 Prozent auf 3529 Punkte.

Die Wall Street hingegen kam vor dem Wochenende nicht mehr in Fahrt. Der Dow Jones pendelte nah um sein Vortagsniveau, der breitere S&P 500 gab 0,2 Prozent nach auf 2832 Punkte. Der Leitindex der Technologiebörse Nasdaq fiel von soliden Auftaktaufschlägen ins Minus, mit 7372 Punkten notierte er 0,4 Prozent leichter.

In Fernost gab es unterschiedliche Trends. Während Tokio von den Entspannungssignalen im Handelsstreit profitierte – der Nikkei beendete seinen Freitagshandel 0,6 Prozent fester bei 22.712 Zählern –, gaben Chinas Märkte moderat nach. Experten sehen den Druck auf Peking steigen, nachdem die EU Fortschritte im Umgang mit Washington gemacht hat. Der Shanghaier Börse gab mit ihrem Composite 0,3 Prozent nach auf 2873 Punkte.

Was heute wichtig ist

Die US-Wirtschaft ist im Frühjahr so stark gewachsen wie fast vier Jahren nicht mehr. Zwischen April und Juni stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 4,1 Prozent, wie das Handelsministerium am Freitag auf Basis vorläufiger Daten mitteilte. Das ist weniger als die erwarteten 4,4 Prozent. Im ersten Quartal hatte es nur ein Plus von 2,2 Prozent gegeben. Für Schwung sorgte nun auch der private Konsum, der mehr als zwei Drittel des BIP ausmacht. Die Verbraucher gaben 4,0 Prozent mehr aus als zuletzt.

Die französische Wirtschaft hat im Frühjahr – auch wegen Streiks – nur leicht zugelegt. Das Bruttoinlandsprodukt stieg zwischen April und Juni um 0,2 Prozent zum Vorquartal und damit weniger als die erwarteten 0,3 Prozent. „Das magere Wachstum ist enttäuschend“, sagte Marco Wagner von der Commerzbank. Auf Jahressicht rechnet die Statistikbehörde mit 1,7 Prozent Wachstum.

Einzelwerte im Fokus

Großer Verlierer im Dax war die BASF: Die Papiere verbilligten sich um drei Prozent. Der weltgrößte Chemiekonzern steigerte zwar dank eines Öl- und Gasgeschäfts seinen operativen Quartalsgewinn um fünf Prozent auf 2,35 Milliarden Euro. Die Zahlen blieben aber hinter den Erwartungen zurück, urteilte Analyst Markus Mayer von Baader Helvea Bank. Außerdem könnten einige Anleger enttäuscht sein, dass der Ausblick nicht angehoben worden sei.

Telekom an der Spitze: Analysten der Citigroup heben ihren Daumen für den Netzbetreiber, die Aktien der Bonner legten durch die Kaufempfehlung unterstützt um 2,6 Prozent zu auf 14,24 Dollar. Die Experten peilen als Ziel einen Kurs von 16,50 Euro an.

Amazon präsentierte dank des blendend laufenden Cloud-Geschäfts den höchsten Gewinn der Unternehmensgeschichte. An der Börse ging es am Freitag knapp vier Prozent rauf, mit fast 900 Milliarden Marktkapitalisierung nimmt der Tech-Konzern aus Seattle die Nummer eins ins Visier: Apple, 930 Milliarden Dollar schwer.

Gefragt waren dagegen die Papiere von Axel Springer, die sich im MDax um 2,4 Prozent verteuerten. Ein boomendes Digitalgeschäft verhalf dem Verlagshaus zu einem Umsatz- und Gewinnplus im Halbjahr.

Analystencheck: JP Morgan stuft Deutsche Wohnen herab

Die US-Bank JPMorgan hat Deutsche Wohnen nach dem guten Lauf der Aktien von „Overweight“ auf „Neutral“ abgestuft. Analyst Neil Green hob in der am Freitag vorliegenden Studie allerdings das Kursziel von 44 auf 46 Euro an, um ein stärker als bisher erwartetes Wertwachstum bei der Immobiliengesellschaft 2018 zu berücksichtigen. Der Experte zieht die Aktien von Vonovia und LEG Immobilien vor.

Weitere aktuelle Analystenmeinungen finden Sie im Handelsblatt Analystencheck.

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