Dax 5. März Dax gewinnt deutlich nach „Ja“ zur GroKo

Europas Börsen haben Ängsten vor einem Handelskrieg und einer Hängepartie in Italien getrotzt. Grund war auch der Ausgang des SPD-Mitgliedervotums.
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Anleger nehmen am Montag vor allem RWE und Eon-Aktien in den Blick. Quelle: dpa
Börse Frankfurt

Anleger nehmen am Montag vor allem RWE und Eon-Aktien in den Blick.

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FrankfurtDie Anleger am deutschen Aktienmarkt haben am Montag wieder Mut gefasst. Nachdem im frühen Handel noch der drohende Handelskonflikt mit den USA für leichte Verluste gesorgt hatte, überwog am Ende die Erleichterung über die Neuauflage der großen Koalition in Deutschland. Der Leitindex Dax schloss 1,49 Prozent höher bei 12.090 Punkten und beendet damit eine viertägige Minusserie. Zusätzlichen Schub verliehen am Nachmittag gute Konjunkturdaten aus den USA: Dort hatte sich die Stimmung der Dienstleister im Februar weniger stark eingetrübt als erwartet.

Der MDax, in dem mittelgroße deutsche Unternehmen versammelt sind, kletterte um 1,43 Prozent auf 25 586,29 Punkte nach oben. Der Technologiewerte-Index TecDax stieg um 2,21 Prozent auf 2537,36 Punkte. Der EuroStoxx50 lag bei 3.355 Zählern 0,92 Prozent höher.

Mehr als fünf Monate nach der Bundestagswahl hatte die SPD mit überraschend großer Mehrheit den Weg für eine neue große Koalition frei gemacht. 66 Prozent der SPD-Mitglieder stimmten nach kontroverser innerparteilicher Debatte einer Fortsetzung des Bündnisses mit der Union unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zu.

Die Frankfurter Börsenkandidaten
Varta
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Der Batteriehersteller Varta hat einen Börsenwert von mehr als 500 Millionen Euro. Die Erstnotiz den Unternehmens wird im Oktober 2017 erwartet. Bis zu 250 Millionen Euro beträgt das Emissionsvolumen, wobei 150 Millionen Euro Kapitalerhöhung sind. Eigentümer des Unternehmens ist Montana Tech Components (Michael Trojner). Die begleitenden Banken sind Berenberg und UniCredit. Nach dem Börsengang ist ein Streubesitz von 40 Prozent vorgesehen.

Befesa
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Auch für Befesa wird die Erstnotiz im Oktober 2017 erwartet. Dabei soll es ein Emissionsvolumen von bis zu 800 Millionen Euro geben. Der Erlös dieses Volumens fließt an den Alteigentümer. Das Unternehmen betreibt Metall-Recycling und weitere Umweltdienstleistungen. Der Börsenwert liegt zwischen 1,3 und 1,6 Milliarden Euro. Der Eigentümer ist der Finanzinvestor Triton und die begleitenden Banken sind Citi, Goldman Sachs und JPMorgan.

HelloFresh
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HelloFresh ist ein Lebensmittel-Lieferdienst mit Firmensitz in Berlin. Die Erstnotiz wird für den November 2017 erwartet. Ein Emissionsvolumen von bis zu 300 Millionen Euro und ein Börsenwert von bis zu 1,5 Milliarden Euro werden erwartet. Eigentümer des Unternehmens sind Rocket Internet mit 53 Prozent und weitere Risikokapital-Investoren. Berenberg, BNP Paribas, Morgan Stanley, JPMorgan und die Deutsche Bank sind die begleitenden Kreditinstitute.

BAWAG P.S.K.
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Die Erstnotiz der BAWAG P.S.K. wird für den Oktober erwartet, allerdings an der Wiener Börse. Eigentümer des Unternehmens sind Ceberus – ein Finanzinvestor mit 54 Prozent – und Golden Tree Asset Management – mit 40 Prozent. Die Bank wird von den folgenden Kreditinstituten begleitet: Citi, Credit Suisse, Goldman Sachs, JP Morgan und Morgan Stanley. Das Emissionsvolumen soll bis zu 1,5 Milliarden Euro betragen und der Börsenwert wird auf etwa fünf Milliarden Euro geschätzt.

Instone Real Estate
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Die Erstnotiz des Immobilien-Entwicklers Instone Real Estate ist im November möglich. Der Börsenwert wird mehr als 500 Millionen Euro betragen. Offen ist allerdings noch die Höhe des Emissionsvolumens. Eigentümer des Unternehmens mit dem Firmensitz in Essen ist die Activum SG.

Vibracoustic
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Bis zum Jahresende soll bei Vibracoustic die Entscheidung über einen Börsengang fallen. Dementsprechend sind das Emissionsvolumen, begleitende Banken und der Börsenwert noch offen. Bei dem Unternehmen handelt es sich um den weltweit führenden Zulieferer für Schwingungstechnik im Automobil. Eigentümer ist das Technologieunternehmen Freudenberg.

Deutsche Asset Management
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Die Deutsche Asset Management gehört der Deutschen Bank und ist eine Vermögensverwaltung. Die Erstnotiz wird im Frühjahr 2018 erwartet. Begleiten werden den Börsengang die Deutsche Bank und weitere Kreditinstitute. Der Börsenwert soll bei circa acht Milliarden Euro liegen und das Emissionsvolumen bei rund zwei Milliarden Euro.

„Die Nervosität in Sachen Politik hat nach den Wahlen in Italien und Trumps neuerlichen protektionistischen Ideen in Richtung Autoindustrie nicht nachgelassen“, konstatierte Marktanalyst Jochen Stanzl vom Brokerhaus CMC Markets. Die Zweidrittelmehrheit der SPD-Mitglieder für eine große Koalition wurde jedoch von vielen Anlegern erleichtert aufgenommen. Nach einer sechsmonatigen Hängepartie kann damit in der größten europäischen Volkswirtschaft eine neue Regierung gebildet werden.

In Italien hingegen steht nach der Wahl eine Hängepartie an. Die EU-kritische Fünf-Sterne-Bewegung und die rechtsextreme Lega reklamieren beide die Regierungsführung für sich. Dies belastete die Mailänder Börse, wo der Leitindex um bis zu zwei Prozent fiel. Die deutsche Wirtschaft befürchtet, dass der Wahlausgang Gegenwind für Europa bringt. Vor allem die Banken des schuldengeplagten Landes standen unter Druck.

Anleger fragen sich vor allem, wie es nach der Wahl in Italien nun weitergeht. Rechtsgerichtete und Euro-kritische Partien legten dort deutlich zu. Italien könne auf eine Reformumkehr und einen Anstieg der öffentlichen Ausgaben zusteuern, warnte der Chefvolkswirt der Berenberg Bank, Holger Schmieding. „Für die Finanzmärkte und Europa wäre eine Koalition zwischen 5-Sterne-Bewegung und Lega das Schlimmste aller möglichen Szenarien“, betonte Ökonom Carsten Brzeski von ING.

Bei den Einzelwerten standen besonders Autoaktien im Fokus. US-Präsident Donald Trump drohte nach der Ankündigung von Zöllen auf Stahl- und Aluminiumimporte nun auch damit, die Einfuhren von europäischen Autobauern mit hohen Abgaben zu belegen. „Mit der jüngsten Drohung steigt die Furcht vor einem ernsthaften Handelskrieg, was die Stimmung an den Aktienmärkten weiter belasten dürfte“, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. BMW, VW und Daimler sackten um bis zu 2,6 Prozent ab und zählten damit zu den wenigen Verlierern im Dax.

Kaum vom Fleck kamen Siemens. Der Traditionskonzern backt beim Börsengang seiner Medizintechnik-Tochter Healthineers kleinere Brötchen und will sich nur von 15 Prozent seiner Anteile trennen.

Aktien von Deutsche Bank und Commerzbank konnten sich von ihren hohen Verlusten vor dem Wochenende erholen. Ihre morgendliche Spitzenposition im Dax gaben sie aber zuletzt an Aktien des Sportartikelherstellers Adidas, der ein Kursplus von mehr als eineinhalb Prozent vorweisen konnte.

Im deutschen Technologieindex TecDax deckten sich Investoren mit Siltronic-Titeln ein, der Kurs stieg um knapp elf Prozent. Der Hersteller von Siliziumscheiben für die Chipindustrie stellte steigende Gewinne in Aussicht.

Größter Verlierer im EuroStoxx50 waren Axa, die zeitweise um zehn Prozent einbrachen. Der Versicherungskonzern will sich mit einem milliardenschweren Zukauf in Amerika ganz neu ausrichten. Analysten befürchten aber, dass Axa für die Übernahme des auf Bermuda ansässigen Sach- und Rückversicherers XL Group zu tief in die Tasche greift. Die in New York gelisteten XL-Aktien hoben um rund 30 Prozent ab. Als möglicher Käufer war auch die Allianz im Gespräch gewesen. Ihre Aktien standen mit einem Plus von rund zwei Prozent am Nachmittag im Dax und im EuroStoxx ganz oben.

Zu den Schlusslichtern im EuroStoxx zählten Intesa Sanpaolo mit einem Abschlag von rund zwei Prozent. Nach der Wahl in Italien zählten in Mailand auch die Aktien anderer Banken zu den Verlierern. Die Branche büßte dort im Schnitt rund zwei Prozent ein. Auch Anleihen des Landes standen unter Druck.

Der Euro rutschte zwischenzeitlich unter 1,23 Dollar ab, konnte sich dann aber wieder fangen. Die Euphorie über die europäische Initiative des französischen Präsidenten Emmanuel Macron habe dem Euro im vergangenen Jahr noch geholfen, sagte Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann. „Mehr und mehr dürfte diese Euphorie bröckeln.“

In Tokio gab der Nikkei-Index am Montag um 0,7 Prozent auf 21.042 Zähler nach. Der chinesische Shanghai Composite fiel um 0,2 Prozent auf 3.249 Punkte.

  • rtr
  • dpa
  • HB
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1 Kommentar zu "Dax 5. März: Dax gewinnt deutlich nach „Ja“ zur GroKo"

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  • Dax gewinnt deutlich nach „Ja“ zur GroKo"
    Jetzt wird das arme Tier auch noch politisch missbraucht, Pfui !

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