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Dax 9. Mai Dax schließt unter 12.000 Punkten – Handelskonflikt lässt Kurse sinken

Deutsche Aktienanleger reagieren besorgt über den sich verschärfenden Ton im amerikanisch-chinesischen Handelsstreit. Der Leitindex rutscht 1,7 Prozent ins Minus.
Update: 09.05.2019 - 18:14 Uhr Kommentieren
Das Auf und Ab im Handelsstreit zwischen den USA und China wirkt sich auf die Märkte aus. Quelle: dpa
Dax

Das Auf und Ab im Handelsstreit zwischen den USA und China wirkt sich auf die Märkte aus.

(Foto: dpa)

DüsseldorfAnleger bleiben angesichts des Handelsstreits zwischen den USA und China weiter vorsichtig. Der Dax geriet am Donnerstag in den Sog einer schwächeren Wall Street: Er gab um 1,7 Prozent nach und schloss unterhalb der Marke von 12.000 Punkten bei 11.974 Zählern. Zuletzt hatte der deutsche Leitindex Mitte April unter der 12.000er-Marke gelegen.

US-Präsident Donald Trump hatte China kurz vor dem Besuch einer Delegation um Vize-Ministerpräsident Liu He in Washington vorgeworfen, Vereinbarungen zu brechen. China drohte erneut mit Gegenmaßnahmen, sollten die USA weitere Zölle erheben. „Trump hat die Aktienmärkte in dieser Woche in Geiselhaft genommen und schiebt damit sichere Häfen wie Gold, Franken und Yen an“, erklärte Marktanalyst Salah Bouhmidi vom Handelshaus Daily FX.

Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners sagte: „Die Eskalationsspirale ist in vollem Gang.“ Die gestiegenen Volatilitätsindizes zeigten, dass sich die Anleger so unsicher fühlten wie seit langem nicht mehr. Der als „Angstbarometer“ geltende VDax kletterte um bis zu zwölf Prozent und erreichte den höchsten Wert seit Mitte Januar.

An den Aktienmärkten zogen sich Anleger vor allem aus besonders konjunkturabhängigen Sektoren zurück. Der europäische Auto-Index verlor 2,2 Prozent.

Derweil legten zahlreiche Unternehmen ihre Zahlen für das erste Quartal vor. Für die Papiere der im deutschen Leitindex notierten Konzerne folgten darauf kaum gute Auswirkungen.

Einzelwerte im Fokus

Bayer: Die Klägeranwälte im dritten Prozess um das glyphosathaltige Mittel Roundup haben die Jury aufgefordert, den Monsanto-Käufer Bayer mit einer Milliarde Dollar (890 Millionen Euro) zu bestrafen. Das wäre deutlich mehr als die 159 Millionen Dollar, zu denen Bayer in den ersten beiden Prozessen verurteilt wurde. Für Bayer ist der dritte Prozess enorm wichtig. Eine erneute Verurteilung von Monsanto dürfte den Druck auf die Bayer-Führung unter CEO Werner Baumann auf jeden Fall erhöhen.

Je mehr Verfahren die Deutschen verlieren, desto schwächer wird ihre Position im gesamten Glyphosat-Rechtskomplex und desto wahrscheinlicher werden außergerichtliche Vergleiche mit den Klägern, die Milliarden kosten könnten. Die Jury wird in den kommenden Tagen über ein Urteil entscheiden. Die Bayer-Aktie schloss 4,3 Prozent im Minus.

Telekom: Die Deutsche Telekom hat zu Jahresbeginn vor allem dank des boomenden US-Geschäfts operativ mehr verdient. Das um Sondereffekte und die neue Leasing-Bilanzierung bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stieg im ersten Quartal um 8,3 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro. Der Nettogewinn aber ging um gut neun Prozent auf 900 Millionen Euro zurück. Die Aktien des Konzerns schlossen 0,6 Prozent schwächer und gehörten damit noch zu den Gewinnern im Dax.

Continental: Auch der Autozulieferer präsentierte am heutigen Donnerstag die Zahlen für das erste Quartal. Die Bestellungen beim Hannoveraner Konzerns schrumpften in den ersten drei Monaten auf gut neun Milliarden Euro von rund elf Milliarden vor einem Jahr. Der Konzernumsatz sei mit elf Milliarden Euro stabil gehalten worden.

Die Niedersachsen hatten erst Ende April auf Basis vorläufiger Zahlen einen deutlichen Gewinnrückgang für das erste Quartal bekanntgeben. Das operative Ergebnis sank um 17 Prozent auf 884 Millionen Euro. Den eigentlich für das zweite Halbjahr erwarteten Börsengang seiner Antriebssparte hat Conti wegen der schwachen Autokonjunktur auf frühestens nächstes Jahr verschoben. All das macht die Papiere des Konzerns heute zum größten Dax-Verlierer, sie schließen mehr als fünf Prozent im Minus.

HeidelbergCement: Der recht milde Winter und eine starke Nachfrage in allen Geschäftsbereichen haben dem Baustoffkonzern einen dynamischen Start ins neue Jahr ermöglicht. Im normalerweise saisonal eher schwachen ersten Quartal konnte die Nummer zwei der Branche ihren Umsatz um 17 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro ausbauen. Das Ergebnis des laufenden Geschäftsbetriebs vor Abschreibungen kletterte auf 396 Millionen Euro.

Wesentliche Treiber dieser Entwicklung waren zum Teil deutliche Absatzsteigerungen in West- und Südeuropa, Nord- und Osteuropa-, Zentralasien und Nordamerika. Das Ergebnis des laufenden Geschäftsbetriebs verbesserte sich im ersten Quartal auf 60 Millionen Euro. Die Aktie des Konzerns schließt 0,5 Prozent im Plus.

Adidas: Zum wiederholten Mal hat die „Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung“ im vergangenen Sommer die Bilanz des Sportkonzerns bemängelt. Den Experten zufolge hat der Turnschuh-Hersteller den Wert der US-Tochter Reebok viel zu hoch angesetzt. Bei der Hauptversammlung am Donnerstag verärgerte das die Aktionäre. Der Wert der Aktie schließt fast drei Prozent schwächer.

Talanx: Der Versicherungskonzern hat im ersten Quartal die Prämieneinnahmen und den Gewinn gesteigert. Das Konzernergebnis legte um acht Prozent auf 235 Millionen Euro zu, die Prämieneinnahmen wuchsen um elf Prozent auf 11,7 Milliarden Euro.2019 strebt Talanx ein Konzernergebnis von rund 900 Millionen Euro an.

Die Investoren honorieren das nicht, das im SDax notierte Papier schließt gut ein Prozent schwächer als am Vortag. In der Industrieversicherung, in der Talanx als Marktführer in Deutschland gilt, war der Konzern zuletzt stark von Fabrikbränden und Produktionsausfällen betroffen.

Was die Charttechnik sagt

Seit dem Jahreshoch am vergangenen Freitag mit 12.436 Punkten ist der Dax im kurzfristigen Korrekturmodus. Zudem rutschte der Index am Dienstag erstmals seit sechs Wochen wieder unter seine 21-Tage-Linie. Diese gilt als Indikator für den kurzfristigen Trend.

Aus Sicht der Charttechnik gilt neben dem bisherigen Korrekturtief auch die Marke von 12.029 Zählern als wichtige Unterstützung. Dieser Punktestand wurde am 4. April erreicht, danach erfolgte die vorherige Korrektur, die mit einem Minus von rund 200 Zählern eher klein ausfiel.

„Optimal wäre es, wenn er in den nächsten Wochen bei möglichen Korrekturen über dem Niveau von 12.000 Punkten bliebe. Die aktuell stabile Verfassung spricht dafür, dass dem Dax dieser Kraftakt gelingt“, meinte Börsenexperte Anton Riedl am vergangenen Freitag. 

Darunter geht es um rund 11.800 Zähler, ein Widerstand aus dem vergangenen Monat. Sollte der Leitindex sogar unter das April-Tief von rund 11.600 Zählern rutschen, stünde der gesamte Aufwärtstrend seit Anfang 2019 zur Disposition.

Der nächste wichtige Widerstand, der den deutschen Leitindex in seiner Aufwärtsentwicklung bremsen könnte, liegt erst bei 12.344 Zählern. Darüber würde wieder das bisherige Jahreshoch (12.436 Punkte) in den Fokus rücken.

Analystencheck: JP Morgan hält Evonik auf „Neutral“

Die US-Bank JP Morgan hat die Einstufung für Evonik nach Zahlen auf „Neutral“ mit einem Kursziel von 26 Euro belassen. Das erste Quartal sei für den Spezialchemiekonzern ermutigend verlaufen, schrieb Analyst Chetan Udeshi in einer am Mittwoch vorliegenden Studie. Mit wichtigen Kurstreibern sei bei dem Papier aber erst im zweiten Halbjahr zu rechnen.

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