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Dax aktuell Annährung zwischen USA und China treibt Kurse

Die Aussicht auf ein Ende des Handelsstreits beflügelt die Börsen. Nach der zuletzt mauen Kursentwicklung hoffen Anleger auf eine Trendwende – und eine Jahresendrally.
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„Wir gehen jetzt auf Aktien-Schnäppchenjagd bei Tesla und Co.“

Frankfurt Die Annäherung zwischen den USA und China im Handelsstreit sorgt am Montag für Jubel an der Börse. Der Dax legte zum Handelsschluss 1,85 Prozent auf 11.465 Punkte zu. Das Tageshoch lag bei 11.567 Zählern. Am Freitag hatte der deutsche Leitindex noch 0,4 Prozent auf 11.257 Punkte verloren.

Auch der MDax als Index mittelgroßer Unternehmen gab Anfangsgewinne zum Teil wieder ab und ging mit einem Plus um 1,3 Prozent und 23.768 Punkten aus dem Handel. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte um 1,3 Prozent zu.

Nach dem Treffen von US-Präsident Donald Trump und seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping am Rande des G20-Gipfels in Argentinien gaben die USA bekannt, dass die für Anfang Januar angedrohte nächste Runde von Strafzöllen erst einmal verschoben wird. Binnen 90 Tagen wollen die beiden ihre Streitigkeiten beilegen. Am Sonntagabend (Ortszeit) teilte Trump auf Twitter mit, die Volksrepublik habe eingewilligt, Zölle auf Autoimporte aus den USA zu senken und zu beseitigen. Gegenwärtig liegt der Zollsatz bei 40 Prozent.

Kommt es nun doch noch zur Jahresendrally? Der Waffenstillstand im Handelsstreit lässt erste Beobachter hoffen. Die Asien-Börsen haben bereits deutlich angezogen. Ähnliches dürfte für die im Tagesverlauf öffnenden US-Börsen gelten.

„Es ist für die Aktienmärkte das perfekte Geschenk, und die Chance auf eine Weihnachtsrally auch am deutschen Aktienmarkt hat sich über das Wochenende deutlich erhöht“, sagte Analyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader.

Allerdings warnten die Experten auch davor, dass es sich bei der Vereinbarung um keine finale Lösung in dem seit Monaten schwelenden Streit um höhere Zölle handele. Anleger müssten sich schon bald wieder fragen, wie es nach der vereinbarten 90-tägigen Frist weitergehe, sagte Investmentanalyst Uwe Streich. „Kommt dann doch noch das dicke Ende, oder folgt ein Happy End?“

„Ein weitgehend handelsstreitfreier Winter könnte einen weiteren Gewinner haben: den Aktienmarkt, insbesondere in China, sowie die Sektoren Tech und Auto“, sagte Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank. Die G20-Gipfelteilnehmer bekannten sich außerdem zu einer Reform der Welthandelsorganisation WTO.

Die positive Entwicklung könnte zahlreiche Analysten widerlegen, für die das Jahr vor dem Wochenende bereits gelaufen schien. Am letzten Novembertag war der Dax 0,36 Prozent schwächer bei 11.257 Punkten aus dem Handel gegangen. Das ist seit Jahresbeginn ein Minus von über 13 Prozent. Nun gibt es neue Hoffnung für einen gewinnträchtigen Jahresausklang.

Die Ölpreise sind am Montag wegen des erneuerten Pakts zwischen den beiden wichtigen Förderstaaten Russland und Saudi-Arabien sowie einer gedrosselten Produktion in Kanada deutlich gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 62,33 US-Dollar. Das sind 2,87 Dollar oder rund fünf Prozent mehr als zum Wochenausklang am Freitagabend.

Experten führten die Kursgewinne zum Wochenstart vor allem darauf zurück, dass Russland und Saudi-Arabien ihren Pakt zur stärkeren Kontrolle des Ölmarkts verlängert hatten. Damit dürfte der Weg für eine Senkung der Produktion der wichtigsten Ölförderstaaten der Welt frei sein, um das Überangebot zu reduzieren.

Schlagzeilen machte unterdessen auch die Nachricht, dass Katar zum Jahresbeginn 2019 aus dem Ölkartell Opec austreten wird. Das kündigte Energieminister Saad Sherida al-Kaabi am Montag an. Katar habe die Opec bereits über den Rückzug informiert, wie die staatliche Nachrichtenagentur QNA am Montag meldete. Der Rückzug spiegele den Wunsch Katars wider, sich auf die Steigerung der Gasproduktion zu konzentrieren, zitierte Qatar Petroleum den Minister. Das Land habe in den vergangenen Jahren unablässig an der Entwicklung einer Zukunftsstrategie gearbeitet, die auf Wachstum basiere.

Blick auf die Einzelwerte

BMW, Daimler, VW: Die Autowerte, am Morgen mit Kurszuwächsen von mehr als sechs Prozent noch unangefochtene Spitzenreiter, gaben im Handelsverlauf aber ihre Gewinne ab. BMW gewann 4,8 Prozent, Daimler 4,5 Prozent und VW zum Handelsschluss 2,9 Prozent. BMW und Daimler wären die größten Gewinner einer möglichen Entscheidung im Handelsstreit, da sie in den USA hergestellte SUVs nach China exportieren. Sechs der zehn meistverkauften aus den USA importierten Fahrzeuge in China kommen von den beiden deutschen Premiumherstellern. Allein BMW rechnet für das zweite Halbjahr 2018 mit Belastungen in Höhe von 300 Millionen Euro durch die chinesischen Einfuhrzölle. Volkswagen verkauft dagegen keine in den USA produzierten Autos in China.

Continental: Die Titel des Autozulieferers Continental legten aufgrund der positiven Nachrichten um 3,3 Prozent zu.

Infineon: Beim Chiphersteller Infineon sorgten die Nachrichten aus Übersee ebenfalls für Kauflaune. Die Aktien legten 3,8 Prozent zu.

Die Deutsche Bank schaffte mit einem Plus von 3,2 Prozent den Sprung unter die ersten Zehn. Auch Thyssen-Krupp meldete sich mit Gewinnen von 3,85 Prozent in der Spitzengruppe - möglicherwiese eine späte Reaktion auf die Meldung über einen Großauftrag aus Australien.

Was die Charttechnik sagt

Technische Analysten hoffen auf eine Trendwende nach dem Kursabfall in den vergangenen Wochen. Um diese komplett zu vervollständigen, müsste der Dax auf über 11.690 Punkte steigen. „Ein Ausbruch über dieses Niveau dürfte einen Doppelboden auslösen, welcher eine Aufwärtswelle in Richtung der 12.104 Punkte-Marke nach sich ziehen könnte“, meinen die technischen Analysten der UBS.

Unterhalb dieses Levels besteht die Gefahr eines erneuten Tests und Falls unter das aktuelle Jahrestief im Bereich um 11.000 Punkte. Unterschreitet der Dax jedoch die Unterstützung bei 11.051, droht ein Abrutschen bis zur Haltelinie bei 10.815 und schließlich bis 10.403. Darunter gibt die Marke bei 10.100 Punkten Halt. Auf der Oberseite nahm der Dax am Montag endlich die Hürde von 11.400 Punkten, an der er in der Vorwoche dreimal gescheitert war.

Analystencheck: JP Morgan belässt Apple-Kursziel bei 266 Dollar

Die US-Bank JP Morgan hat die Einstufung für Apple auf „Overweight“ mit einem Kursziel von 266 US-Dollar belassen. Den jüngsten Kursrückgang beim iPhone-Hersteller sollten Investoren als Chance begreifen, schrieb Analyst Samik Chatterjee in einer am Freitag vorliegenden Studie

Weitere Analysen finden Sie im Handelsblatt-Analystencheck.

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