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Dax aktuell Dax beendet Erholung vorerst und geht mit deutlichem Minus ins Wochenende – Bayer gefragt

Zum Wochenausklag haben die politischen Spannungen in Rom den Anlegern die Laune verdorben. Im Fokus standen Bayer-Papiere, die eine Berg- und Talfahrt erlebten.
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Im Laufe der Woche ging es auf und ab am deutschen Aktienmarkt. Quelle: dpa
Börse Frankfurt

Im Laufe der Woche ging es auf und ab am deutschen Aktienmarkt.

(Foto: dpa)

Frankfurt Am Ende einer turbulenten Woche notiert der Dax wieder deutlich in der Verlustzone: Am Freitagabend schloss er 1,28 Prozent im Minus bei 11.693 Punkten.

Ausschlaggebend dafür war vor allem die politische Instabilität in Italien. Innenminister Matteo Salvini hatte die Koalition aus rechter Lega und der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung am Donnerstagabend für gescheitert erklärt und eindringlich Neuwahlen gefordert. Ministerpräsident Guiseppe Conte hatte diese Forderung umgehend öffentlich zurückgewiesen.

Die Situation in Italien erweist sich als riskant. Das wirkt sich auch auf die Anleihekurse aus, die deutlich zulegten. Die Rendite für italienische Papiere mit zehnjähriger Laufzeit etwa stieg um über 250 Basispunkte auf 1,793 Prozent. Die Renditen für Anleihen mit kürzerer Laufzeit stiegen auf die höchsten Werte seit mehreren Wochen.

Christoph Rieger, Zinsstratege von der Commerzbank, zeigte sich über das Ausmaß etwas überrascht. Allerdings sollte jeder, der die Entwicklungen in Italien verfolge, nicht gänzlich auf dem falschen Fuß erwischt worden sein. „Die Unsicherheit spricht für höhere Risikoaufschläge, aber sobald die Unsicherheit sich gelegt hat, dürfte eine neue Mitte-Rechts-Regierung wohl keine Fiskal- und Wirtschaftspolitik verfolgen, die schlechter als die der aktuellen Regierung ist.“

Der Leitindex der Mailänder Börse rutschte um bis zu 2,6 Prozent ab. Der drohende Bruch der Koalition verschreckt vor allem Bankanleger. Der italienische Bankenindex fiel auf ein Drei-Jahres-Tief von 7299 Punkten.

Für mächtig Bewegung auf dem Parkett sorgte ein Bericht des Finanzdienstleisters Bloomberg, demzufolge Bayer bis zu acht Milliarden US-Dollar (7,15 Milliarden Euro) zahlen will, um die Klagen der zuletzt 18.400 Kläger beizulegen. Bayer-Aktien stiegen unmittelbar um bis zu elf Prozent und bescherten dem Dax für einige Minuten sogar ein kleines Plus.

Doch einem Vermittler zufolge hat Bayer gar keinen Vergleich vorgeschlagen. „Eine solche Erklärung ist reine Fiktion“, erklärte der im Glyphosat-Streit eingesetzte Mediator Ken Feinberg am Freitagnachmittag gegenüber dem Handelsblatt: „Kompensationen sind in den bisherigen globalen Mediationsgesprächen noch nicht einmal angesprochen worden.“ Die Aktie rutschte daraufhin kurzzeitig ins Minus, erholte sich dann aber wieder und lag bei Handelsschluss noch 2,64 Prozent im Plus.

Bereits in den vergangenen Tagen hatten Bayer-Papiere kräftig zugelegt und zwischenzeitlich sogar auf dem höchsten Niveau seit Mitte März gelegen. Profitiert hat die Bayer-Aktie unter anderem von Gerüchten über einen Verkauf der Tiermedizin-Sparte. Diese hatte Bayer im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 1,5 Milliarden beschert. Auch der Verkauf des Chemieparks Currenta an den Fondsbetreiber Macquarie sorgt für Optimismus.

Investoren verunsichert der Handelsstreit noch immer massiv. Sichere Anlagen – etwa zehnjährige deutsche Staatsanleihen oder Investitionen in den Schweizer Franken – waren im Laufe der Woche wieder besonders gefragt. Zehnjährige Bundesbonds erreichten einmal mehr ein Rekordtief von fast minus 0,6 Prozent.

In Großbritannien lähmt die Angst vor einem ungeordneten EU-Ausstieg des Landes die dortige Wirtschaft. Diese schrumpfte im zweiten Quartal. Es war der erste Rückgang seit 2012. „Es wird klar, dass sich die Konjunktur verschlechtert, und die Schäden im Zusammenhang mit dem Brexit können nicht länger als Panikmache abgetan werden können“, sagte Analyst Ricardo Evangelista vom Brokerhaus ActivTrades. Das Pfund Sterling fiel auf ein Zweieinhalb-Jahres-Tief von 1,2056 Dollar.

Weitere Einzelwerte im Überblick:

Hella: Der Zulieferer hat trotz der schwächelnden Autoindustrie im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich mehr verdient als im Vorjahr. Allerdings rechnet der Licht- und Elektronikspezialist mit einer weiteren Konjunktureintrübung und hält erstmals seit mehr als zehn Jahren Umsatzeinbußen für möglich. Hella-Wertpapiere fielen bis Handelsschluss um 6,63 Prozent.

Thyssen-Krupp: Der Essener Industriekonzern schreibt rote Zahlen. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen brach in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres um 124 Millionen Euro ein, hatte Thyssen-Krupp am Donnerstag mitgeteilt. Mit Abschlägen von 6,48 Prozent bis Handelsschluss ist der Konzern am Freitag Dax-Schlusslicht.

Das sagt die Charttechnik:

Mit dem gestrigen Handel erfolgte die erste Stabilisierung nach dem Ausverkauf Anfang der Woche. Der Dax konnte die erste Abwärtskurslücke schließen, in der Fachsprache Gap genannt. Solche Abwärtskurslücken entstehen, wenn der tiefste Kurs des Vortages höher ist als das Tageshoch des anschließenden Handelstages. So lag das Tagestief am vergangenen Freitag bei 11.837 Zählern, das Tageshoch am Montag dieser Woche bei 11.798 Punkten. Diese Lücke war der erste Widerstand, den der Leitindex am Donnerstag überwunden hatte.

Nach dem erwarteten ersten „Gap-Closing“ gilt es noch eine weitere Abwärtslücke zu schließen. Gemeint ist das Pendant vom 2. August (obere Marke bei 12.129 Punkten). Die technischen Analysten der HSBC sehen beim Dax noch etwas Kurspotenzial. Die zentrale Unterstützung liegt mittelfristig in der 200-Tagelinie, die derzeit bei rund 11.640 Punkten liegt. Zusammen mit dem Juni-Tief von 11.621 Zählern ist das die entscheidende Schaltstelle.

Analystencheck: M.M. Warburg erhöht Kursziel für Lanxess

Oliver Schwarz vom Hamburger Bankhaus M.M. Warburg hat sein Kursziel für die Aktie von Lanxess auf 76,70 Euro von zuvor 68,40 Euro erhöht. Grund dafür ist der hohe Preis, den Lanxess und der Leverkusener Pharmakonzern Bayer für den Verkauf des Chemieparks Currenta an den Fondsbetreiber Macquarie erzielt haben. Lanxess erhält für seinen 40-Prozent-Anteil an dem niederländischen Chemiepark 780 Millionen Euro.

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