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Händler an der Börse in Frankfurt

Der Dax hat fast 0,8 Prozent höher eröffnet. Damit schlägt er die aus charttechnischer Sicht wichtige Marke von 11.000 Punkten.

(Foto: AP)

Dax aktuell Dax beendet Woche mit höchstem Schlusskurs seit eineinhalb Monaten

Nach einer eher mauen Woche macht der Dax am Freitag einen Sprung. Neue Hoffnungen im Handelsstreit schieben den Leitindex fast drei Prozent ins Plus, über die Marke von 11.200 Punkten.
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FrankfurtAn den europäischen Aktienmärkten haben die Anleger neue Hoffnung auf eine Annäherung im Handelsstreit zwischen den USA und China geschöpft. Schon zur Eröffnung übersprang der Dax das erste Mal seit sechs Wochen die psychologisch wichtige Marke von 11.000 Punkten. Und diesen Zuwachs konnte er ausbauen. Zum Handelsschluss lag er mit 11.205 Punkten 2,63 Prozent im Plus. Am Donnerstag hatte er mit 10.918 Punkten knapp im Minus geschlossen.

In den vergangenen acht Handelstagen war der Dax mehrfach knapp an der Marke von 11.000 Punkten vorbei geschlittert. Dass er sie heute knackte, liegt wohl hauptsächlich an hoffnungsfrohen Nachrichten aus den USA. Denn die US-Regierung erwägt Medienberichten zufolge, die Einfuhrzölle auf chinesische Produkte aufzuheben. Einen entsprechenden Vorschlag habe Finanzminister Steven Mnuchin vorgelegt, berichtete das „Wall Street Journal“ am Donnerstag unter Berufung auf Insider. Ein Sprecher des Finanzministeriums wies den Bericht zurück.

So oder so scheint in den Handelsstreit zwischen den USA und China neue Bewegung zu kommen. Geplant ist, dass Chinas Vize-Ministerpräsident Liu He Ende Januar in die USA reisen wird. Dieser Besuch soll an die letzte, positiv bewertete, Gesprächsrunde anknüpfen.

„Ob die USA tatsächlich eine Senkung der Strafzölle gegen China erwägen, kann aktuell niemand sagen“, sagte Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. Aber die Spekulationen reichten bereits aus, um Aktien zu kaufen. „Das zeigt, wie sehr sich das Sentiment an den Börsen seit Jahresbeginn verbessert hat.“ Seit Januar kommt der Dax auf ein Plus von 3,4 Prozent, im vergangenen Jahr war der deutsche Leitindex um mehr als 18 Prozent in den Keller gerauscht.

Genau beobachten Investoren außerdem, welche neuen Wendungen es bei der Brexit-Debatte gibt. Die britische Premierministerin Theresa May traf am Donnerstag Abgeordnete aller Parteien, um einen Ausweg aus der Krise zu finden. Sie will am Montag ihre weitere Strategie vorstellen. Am 29. Januar soll über einen neuen Entwurf abgestimmt werden. „In Kürze ist mit einem Ausbruch aus der seit mittlerweile neun Tagen andauernden Konsolidierung zu rechnen“, meinen die Analysten der Helaba angesichts des Brexit-Dramas.

Wall Street und Asiens Börsen

An der Wall Street knüpften die wichtigsten Indizes an die Kursgewinne vom Vortag an. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte zu Handelsbeginn 0,7 Prozent zu, ebenso der breiter gefasste S&P-500. Der Tech-Index Nasdaq verbesserte sich um 0,5 Prozent.

Auch die Tokioter Börse profitierte am Freitag von den Hoffnung auf eine Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China. Die Anleger seien wieder risikofreudiger, sagten Händler. Der Nikkei-Index gewann 1,3 Prozent auf 20.666 Zähler, das ist der höchste Schlussstand seit Mitte Dezember. Auf Wochensicht kommt die Tokioter Börse auf ein Plus von 1,5 Prozent. Bergauf ging es auch in China: Der Shanghai-Composite legte 1,4 Prozent zu. Die Anleger seien wieder mutiger, sagte Hikaru Sato, Analyst beim Brokerhaus Daiwa Securities.

Was die Charttechnik sagt

Der Kurssprung erwischt diejenigen auf dem falschen Fuß, die davon ausgingen, dass der Markt nun erst einmal Abschied von der 11.000er Marke genommen hat. „Leerverkäufer, die erkennen mussten, zu früh in den Markt gegangen zu sein, wurden ausgestoppt“, sagt Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst CMC Markets. Normalerweise würden Kursgewinne aus solchen „Short Squeezes“, die rein technische Ereignisse sind, relativ schnell wieder in sich zusammenfallen. „Umso länger aber die Zuwächse aus dem Anstieg gehalten werden können, desto größer ist die Chance auf Folgeanstiege“, sagt er.

Am Freitagmittag stieg der Dax auf über 11.100 Punkte und durchstieß damit eine wichtige Marke. Aus charttechnischer Sicht stellt das einen Ausbruch dar.

Blick auf die Einzelwerte

Autowerte: Vor allem die Autowerte reagierten auf die möglichen Entspannungssignale aus Washington. Der europäische Autosektor legte bis zu 1,7 Prozent zu. Im Dax notierten BMW, Daimler und Volkswagen zwischen 1,9 und vier Prozent fester. Die Titel des Autozulieferers Continental lagen 4,47 Prozent im Plus.

Hello Fresh: Noch deutlicher nach oben ging es für HelloFresh, die in der Spitze um 23,39 Prozent auf 8,91 Euro nach oben schossen. Der Kochbox-Versender hat im abgelaufenen Jahr mehr Umsatz gemacht als erwartet. Das teilte das Berliner Unternehmen auf Basis vorläufiger und ungeprüfter Zahlen mit. Die Erlöse kletterten um etwa 41 Prozent auf rund 1,28 Milliarden Euro.

Telecom Italia: Verschnupft reagierten die Investoren dagegen auf die vorläufigen Zahlen von Telecom Italia. Der Telekomkonzern rechnet 2018 laut ersten Berechnungen mit einem Rückgang beim Gewinn und geht zudem davon aus, dass das heimische Geschäft auch im laufenden Jahr unter Druck bleiben dürfte. Die Aktien rauschten an der Mailänder Börse in der Spitze um mehr als neun Prozent auf 0,47 Euro in die Tiefe.

Ryanair: Auch Europas größter Billigflieger Ryanair schraubte seine Geschäftserwartungen zurück - bereits zum zweiten Mal binnen weniger als vier Monaten. Zudem schloss die irische Fluggesellschaft eine weitere Absenkung wegen möglicher Folgen durch den Brexit nicht aus. Ryanair erwartet für das laufende Geschäftsjahr 2018/19 nun einen bereinigten Betriebsgewinn zwischen 1,0 und 1,1 Milliarden Euro anstatt 1,1 bis 1,2 Milliarden. Grund für die pessimistischere Sicht sind dem Konzern zufolge deutlich niedrigere Ticketpreise im Winter. Die Aktien fielen zeitweise um 5,2 Prozent auf 9,55 Euro, den tiefsten Stand seit knapp vier Jahren. Dann erholten sie sich aber wieder und lagen bei Handelsschluss sogar 0,32 Prozent im Plus.

Analystencheck: Baader Bank senkt Kursziel für Deutsche Euroshop

Die Baader Bank hat das Kursziel für Deutsche Euroshop nach Bekanntgabe eines negativen Bewertungsergebnisses für 2018 von 39,50 auf 30,00 Euro gesenkt, die Einstufung aber auf „Buy“ belassen. Analyst Andre Remke reduzierte in einer am Donnerstag vorliegenden Studie seine Prognosen für die Nettovermögenswerte je Aktie des Einkaufszentren-Betreibers bis 2020.

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