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Dax aktuell Dax bricht aus Seitwärtsbewegung nach oben aus – Adidas-Aktie steigt auf Rekordhoch

Der deutsche Leitindex profitiert vom guten Geschäftsklima in der Euro-Zone und schließt knapp ein Prozent im Plus. Inflationssorgen verlieren an Bedeutung.
29.06.2021 - 17:55 Uhr Kommentieren
Dax aktuell: Mögliche Einigung im Handelsstreit stützt den Dax Quelle: dpa
Dax-Kurve im Handelssaal in Frankfurt

Die Frankfurter Benchmark hat in diesem Jahr bereits mehrfach eine neue Bestmarke erreicht.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Für den Dax geht es am Dienstag aufwärts: Bis zum Handelsschluss gewinnt der deutsche Leitindex 0,9 Prozent auf 15.690 Punkte, angeführt von Siemens Energy, Delivery Hero, Infineon und Adidas. Den Vortag hatte der Index bei 15.554 Zählern leicht im Minus geschlossen.

Unterstützung kommt vom Geschäftsklima in der Euro-Zone, das so gut wie seit 21 Jahren nicht mehr ist. Das hierfür ermittelte Barometer legte im Juni deutlich um 3,4 Zähler auf 117,9 Punkte zu, wie aus den am Dienstag veröffentlichten Daten der EU-Kommission hervorgeht. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem Anstieg auf 116,5 Punkte gerechnet. In Deutschland erreichte das Barometer mit einem Anstieg um 5,0 Punkte einen Rekordwert.

Zusätzlich könnte der Anstieg auch auf das nahende Ende des ersten Halbjahres zurückzuführen sein. Portfoliomanager wollen dann häufig zeigen, dass auch sie die Aktien im Portfolio haben, die gut gelaufen sind. Wenn sie diese Aktien zuvor nicht oder nur wenig hatten, kaufen sie nach – das sogenannte „Window dressing“.

Damit etabliert sich das Frankfurter Börsenbarometer weiter auf hohem Niveau und ist aus der Handelsspanne vom vergangenen Mittwoch nach oben ausgebrochen, als der Index von 15.676 auf 15.456 Stellen gefallen war. Das Tageshoch von Dienstag liegt über diesem Niveau bei 15.753 Punkten.

Die hochinfektiöse Delta-Variante des Coronavirus sorgt aber weiter für Verunsicherung an den Märkten. Großbritannien meldete am Montag 22.868 neue Corona-Fälle – so viele wie seit Anfang Januar nicht mehr. Dabei ist die Wachstumsrate über die vergangenen sieben Tage um 70 Prozent höher als in der Vorwoche.

Insbesondere für Länder mit geringeren Impfraten ist diese Entwicklung alarmierend. Zum einen mit Blick auf die Gesundheit der Bevölkerung, zum anderen könnten erneute Virus-Ausbrüche auch die wirtschaftliche Erholung ausbremsen.

Anleger sind vor diesem Hintergrund vorsichtig. Zwar halten sie ihre bisherigen Positionen, gehen aber kaum neue Engagements ein, wie die Handelsblattumfrage Dax-Sentiment zeigt. Stattdessen greifen Anleger vermehrt zum Dollar, der als „sicherer Hafen“ gilt. Die US-Währung steigt gegenüber dem Korb der wichtigsten Weltwährungen um 0,3 Prozent auf 92,16 und nähert sich damit ihrem Drei-Monats-Hoch.

TecDax nähert sich Widerstandsmarke

Auffällig ist die Entwicklung der Tech-Aktien: Der TecDax hat sich auf Wochensicht besser entwickelt als der Dax und liegt knapp drei Prozent im Plus. Eine ähnliche Entwicklung gab es zuletzt in den USA: Am Montag stellte der Technologie-Index Nasdaq einen neuen Rekord auf, während die Anleger beim Dow-Jones-Index der Standardwerte Gewinne mitnahmen.

Am Dienstag legt der TecDax um weitere 0,7 Prozent zu auf 3605 Punkte. Besonders gefragt sind die Titel von Nordex, SMA Solar und Infineon. Sollte der TecDax die charttechnische Widerstandsmarke von 3606 bis 3622 Zählern nachhaltig überwinden, würde das die laufende Hausse bestätigen. Die nächsten Ziele wären dann 3718 und 3752 Punkte.

Inflationssorgen verlieren an Bedeutung

Die Inflationssorgen rücken weiter in den Hintergrund. Das zeigt auch die Entwicklung des Goldpreises. Das Edelmetall gilt als Inflationsabsicherung. Auf Monatssicht ist der Preis pro Feinunze bislang um mehr als sieben Prozent gesunken. Von 1903 Dollar auf aktuell rund 1760 Dollar. Gold droht damit der größte Monatsverlust seit vier Jahren.

Dazu passt: Die Inflationsrate ist in Deutschland im Juni leicht gesunken auf 2,3 Prozent. Das liegt zwar immer noch über dem Zielwert der europäischen Zentralbank für die gesamte Euro-Zone, aber unter 2,5 Prozent aus dem Mai. Größter Preistreiber waren im Juni erneut die Energiepreise, die im Jahresvergleich um zehn Prozent anstiegen.

Einzelwerte im Fokus

BASF: Der Chemiekonzern profitiert von einer Hochstufung eines Analysten. Bernstein-Research hat sein Preisziel aufgrund der starken Nachfrage im Sektor von 105 auf 108 Euro erhöht. Gegenüber dem aktuellen Kursniveau von unter 67 Euro entspricht das einem Kurspotenzial von mehr als 60 Prozent. Die BASF-Aktie legt am Dienstag bis zum Handelsende um 2,3 Prozent zu.

Siemens Energy: Die Aktien des Kraftwerks- und Turbinenbauers schließen 3,6 Prozent höher und setzen sich damit an die Dax-Spitze. Börsianern zufolge sind Anleger nach einer Hochstufung von Vestas optimistisch für den Sektor gestimmt. JP Morgan hat die Aktien des dänischen Windturbinenbauers von „Underweight“ auf „Neutral“ hochgestuft. Die Titel legen um mehr als fünf Prozent zu.

Adidas: Das fränkische Sportartikelunternehmen will vom 1. Juli an bis Ende des Jahres eigene Aktien im Wert von bis zu 550 Millionen Euro zurückzukaufen. Das gab das Unternehmen am Dienstag bekannt. Einschließlich der bereits im Mai ausgeschütteten Dividende in Höhe von 585 Millionen Euro werde das Unternehmen in diesem Jahr damit voraussichtlich insgesamt mehr als eine Milliarde Euro an Aktionäre ausschütten. Die Aktien sollen eingezogen werden, das Grundkapital wird dementsprechend geringer. Adidas-Titel des Sportartikel-Herstellers bauen ihre Kursgewinne aus und steigen zeitweise um drei Prozent auf ein Rekordhoch von 319,15 Euro. Zum Handelsende betrug das Plus noch 2,5 Prozent.

Tui: Die Aktien von Tui setzen ihre jüngste Talfahrt am Dienstag mit einem Verlust von knapp fünf Prozent fort und reagieren damit auf eine aufgestockte Wandelanleihe des Touristikkonzerns. Tui hatte am Vorabend mitgeteilt, eine im April begebene Anleihe zur finanziellen Überbrückung der Coronakrise im Volumen von 400 Millionen Euro um Wandelschuldverschreibungen in Höhe von 190 Millionen Euro erweitert zu haben. Solche Papiere können vom Eigentümer zu einem späteren Zeitpunkt in Aktien getauscht werden.

Knorr Bremse und Hella: Der Lkw- und Zugbremsen-Hersteller Knorr-Bremse erwägt, mit einer möglichen Übernahme des Autozulieferers Hella seine Geschäfte auszubauen. Die Münchener bestätigten in einer Mitteilung vom Dienstag ein „grundsätzliches Interesse am möglichen Erwerb von rund 60 Prozent der Aktien der Hella GmbH & Co. KGaA von Mitgliedern der Gründerfamilie“.

Die Gespräche befänden sich aber in einem sehr frühen Stadium, hieß es. Ob es zu einer Transaktion kommen werde, sei nicht absehbar. Während die Hella-Aktien auf die Nachricht hin um vier Prozent zulegten, ging es für den Kurs von Knorr-Bremse um rund zwölf Prozent nach unten. Zuletzt hatte es bereits Spekulationen über einen solchen Schritt der Gründerfamilie des Licht- und Elektronikspezialist Hella gegeben.

Varta: Laut den Analysten von Kepler Cheuvreux stecken in den neuen schnurlosen Kopfhörern des wichtigen Varta-Kunden Apple Batterien eines chinesischen Wettbewerbers. Die Experte belassen daher ihre Einstufung auf „Reduce“ mit einem Kursziel von 105 Euro. Die Varta-Aktie verliert bis zum Handelsende 7,6 Prozent.

Cherry-Aktie stagniert bei Börsendebüt

Der Tastaturen-Hersteller Cherry hat ein verhaltenes Börsendebüt gefeiert. Der erste Kurs für die Aktien des Unternehmens aus Auerbach in der Oberpfalz wurde am Dienstag mit 32 Euro festgestellt. Das entspricht dem Ausgabepreis für die Papiere. Anschließend legten die Titel rund ein Prozent zu.

Die Emission hat ein Volumen von 416 Millionen Euro, 138 Millionen davon gehen an das Unternehmen selbst. Der Börsenwert von Cherry liegt zum Ausgabepreis bei 778 Millionen Euro. Cherry profitiert derzeit vom Computerspiele-Boom in der Coronakrise. Das größte Geschäftsfeld des Unternehmens sind Gaming-Switches, die Spielern besonders schnelle Reaktionen auf der Tastatur erlauben.

Cherry ist der vierzehnte Neuling an der deutschen Börse. In den ersten sechs Monaten liegt das Volumen der Neuemissionen an der Frankfurter Börse damit nach Reuters-Berechnungen bei knapp 9,2 Milliarden Euro – so hoch wie nie seit dem Jahr 2000. Noch vor der Sommerpause werden weitere vier Börsengänge erwartet, unter ihnen der nordbayerische Autozulieferer Novem, der seine Pläne am Dienstag öffentlich machte

Ölpreise unter Druck

Für den Ölpreis geht es im Vorfeld eines Treffens der großen Förderländer weiter bergab. Die Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich am Dienstag zunächst leicht, stieg am Abend dann aber um 0,5 Prozent auf rund 75 Dollar je Barrel (159 Liter). Der Preis für die US-Sorte WTI lag bei 73,0 Dollar.

Am Montag waren die Preise bereits um zwei beziehungsweise 1,5 Prozent abgerutscht. Die Gruppe Opec+, zu der neben den Mitgliedern des Exportkartells auch Länder wie Russland gehören, dürfte am Donnerstag laut Analysten eine Ausweitung ihrer Rohöl-Produktion bekanntgeben, um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden.

Der Rücksetzer kommt nicht unerwartet. Am Ölmarkt ist die Stimmung der Anleger euphorisch, auch die Zukunftserwartung ist extrem positiv – das sind Zeichen einer Überhitzung und deutet darauf hin, dass viele Anleger schon investiert sind. Es fehlen dann neue Käufer.

Was die Charttechnik sagt

Der Dax kämpft seit Tagen mit der 21-Tage-Linie, die bei 15.612 Punkten verläuft und für den kurzfristigen Trend wichtig ist. „Auch wenn das Ergebnis noch nicht endgültig feststeht, kann dennoch konstatiert werden, dass die Schwungkraft offenbar nicht ausreicht, um diese deutlich zu überwinden“, schreiben die Experten der Helaba.

Für den weiteren Verlauf wird ihrer Einschätzung nach entscheidend sein, ob der Dax die 55-Tage-Linie verteidigt. Diese ist für mittelfristige Analysen wichtig und verläuft aktuell bei 15.406 Punkten.

Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax.

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