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Dax aktuell Dax dreht nach schwachen US-Konjunkturdaten ins Minus – Wirecard-Aktie notiert wieder über 100 Euro

Die Umsatzeinbußen der US-Einzelhändler zeigen: Die USA stehen vor einer Konjunkturabkühlung. Anleger strafen vor allem die Puma-Aktie ab.
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Seit Mitte Oktober bewegt sich der deutsche Leitindex in der Spanne zwischen 11.800 Punkte auf der Ober- und 10.380 Zähler auf der Unterseite. Quelle: obs
Frankfurter Börse

Seit Mitte Oktober bewegt sich der deutsche Leitindex in der Spanne zwischen 11.800 Punkte auf der Ober- und 10.380 Zähler auf der Unterseite.

(Foto: obs)

DüsseldorfSpekulationen auf ein baldiges Ende des Zollstreits zwischen den USA und China lockten zunächst weitere Anleger in den deutschen Aktienmarkt zurück. Doch nachmittags rutschte der Dax ins Minus. Zum Handelsschluss notierte der Index 0,7 Prozent tiefer auf 11.090 Punkte. Das Tageshoch mit 11.260 Zählern erreichte der Leitindex zum Handelsstart.

Grund für den Kursrutsch: Die US-Einzelhändler haben im Dezember die größten Umsatzeinbußen seit mehr als neun Jahren erlitten. Die Einnahmen fielen 1,2 Prozent geringer aus als im Vormonat, wie das Handelsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Das kommt überraschend, hatten Ökonomen doch mit einem leichten Anstieg von 0,2 Prozent gerechnet.

Die Verbraucher gaben beispielsweise weniger Geld in Restaurants aus, ebenso für Bekleidung und Möbel. Da der Konsum gut zwei Drittel der Wirtschaftsleistung ausmacht, zeichnet sich damit für das vierte Quartal eine Konjunkturabkühlung ab. Experten gehen davon aus, dass die weltgrößte Volkswirtschaft zwischen Oktober und Dezember nur noch mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 2,7 Prozent gewachsen ist. Im dritten Quartal hatte es noch zu einem Plus von 3,4 Prozent gereicht. 

Börsianer werteten aber als positiv, dass US-Präsident Donald Trump offenbar die geplante Verschärfung der US-Strafzölle auf chinesische Waren verschieben will, um Zeit für eine Einigung zu gewinnen. Gleichzeitig warnten sie aber vor überzogenem Optimismus, da noch nichts in trockenen Tüchern sei. Die Verhandlungen zwischen den beiden weltgrößten Volkswirtschaften befinden sich in der entscheidenden Phase.

Eine weiterer Pluspunkt: Der deutsche Aktienmarkt hatte mit seinen Verlusten im Monat Dezember eine Rezession eingepreist, doch dazu kommt es wohl nicht. Die deutsche Wirtschaft ist im vergangenen Jahr etwas schwächer gewachsen als zunächst berechnet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg um 1,4 Prozent. Und für das laufende Vierteljahr rechnen die meisten Experten mit einer deutlichen Erholung. 2019 dürfte es insgesamt wegen vieler Risiken wie dem Brexit oder dem Handelsstreit mit den USA nur zu einem mageren Zuwachs reichen. Aber eben keine Rezession.

Die in Deutschland notierten Aktien von Airbus stiegen um 3,4 Prozent. Der Flugzeugbauer habe sehr starke Quartalsergebnisse vorgelegt, sagte ein Börsianer. Die Erwartungen seien aber sehr hoch gewesen, daher könne es im Tagesverlauf zu Gewinnmitnahmen kommen. Die angekündigte Einstellung des Prestige-Fliegers A380 komme nicht überraschend und habe daher keinen Einfluss auf den Aktienkurs.

Für den Verhaltensökonom Joachim Goldberg, der die Stimmungsumfrage der Börse Frankfurt auswertet, sind die Signale für deutsche Dax-30-Werte positiv. Auch die Umfrage der Bank of America Merrill Lynch unter Fondsmanagern, die Aktien verkaufen wollen, wertet er positiv.

Denn die Profianleger würden nun wieder Aktien der Euro-Zone deutlich stärker gewichten. „Ein Turnaround, von dem auch deutsche Aktien profitiert haben dürften“, meint Goldberg.

Sein Fazit: Aus dem Ausland melde sich wieder zunehmend Nachfrage internationaler Fondsmanager nach europäischen Aktien und der hiesige Pessimismus unter den Anlegern verspreche auch ausreichend potentielle Nachfrage für eine Erholung. „Es fehlen nur Nachrichten mit positivem Überraschungseffekt, um die Bewegung anzustoßen“, meint der Stimmungsexperte.

Auf der Suche nach einer Lösung ihres Handelskonflikts steht eine neue Gesprächsrunde zwischen ranghohen Vertretern der USA und Chinas an. Der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer und Finanzminister Steven Mnuchin werden am Donnerstag in Peking erwartet, um zwei Tage lang über die Differenzen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Erde zu diskutieren.

Einzelwerte im Überblick

Gerresheimer: Ein Gewinnanstieg und eine höhere Dividende haben Anleger bei Gerresheimer am Donnerstag angelockt. Die Aktien legten 9,6 Prozent auf 63,55 Euro zu. Damit lagen sie an der Spitze des Nebenwerteindex MDax und notierten so hoch wie seit vier Monaten nicht mehr. Sie steuerten auf den größten Tagesgewinn seit zehn Jahren zu. „Erfreulich ist, dass das Geschäftsjahr 2018 mit einem organischen Umsatzwachstum von 4,3 Prozent ausklang und der Ausblick auf ein ähnliches zugrundeliegendes Wachstum hindeutet“, sagten die Analysten vom Bankhaus Lampe.

Wirecard: Der Aktienkurs des Online-Zahlungsdienstleisters hat wieder die Marke von 100 Euro geknackt. Der extrem volatile Titel lag zum Schluss 5,5 Prozent bei 102,25 Euro im Plus.

Commerzbank: Die Commerzbank hat im vergangenen Jahr unter dem Strich 865 Millionen Euro verdient und damit deutlich mehr als mit 128 Millionen Euro im Vorjahr. Die Bank profitierte dabei vor allem von einer deutlich geringeren Risikovorsorge als noch im Vorjahr. Die Aktionäre können sich über eine Dividende von 20 Cent je Aktie freuen. Die Aktie stieg um 1,5 Prozent. Der Aktienkurs hat sich in den vergangenen zwölf Monaten aber mehr als halbiert.

Puma: Kräftige Zuwächse in Asien haben dem Sportartikelhersteller zu einem Umsatz- und Gewinnsprung verholfen. Die Aktionäre sollen für das abgelaufene Jahr eine Dividende von 3,50 Euro erhalten, das sind 28 Prozent des Nettogewinns von 187 Millionen Euro. Für 2017 hatte Puma dem französischen Großaktionär Kering den Rückzug mit einer Ausschüttung von 12,50 Euro je Aktie versüßt. Der Aufwärtstrend soll auch im laufenden Jahr weitergehen. Doch die Aktionäre hatten offenbar mehr erwartet und störten sich an dem verhaltenen Ausblick: Die Aktie verliert 6,3 Prozent.

Das sagt die Charttechnik

Seit Mitte Oktober bewegt sich der deutsche Leitindex in der Spanne zwischen 11.800 Punkte auf der Ober- und 10.380 Zähler auf der Unterseite, lediglich Ende Dezember unterbrochen durch einen kurzzeitigen Rutsch auf 10.279 Punkte. Das ist das neue Zweijahrestief.

Sollte der Dax über die Marke von 11.800 Punkte steigen, wäre der Bärenmarkt beendet. Ein Rutsch unter 10.380 Zählern und unter 10.279 würde den Abwärtstrend verschärfen und vermutlich für vierstellige Notierungen sorgen.

„Der Dax wird noch einige Wochen in dieser Spanne bleiben“, prophezeit Börsenexperte Stephan Heibel nach Auswertung der Handelsblattumfrage Dax-Sentiment.

Kurzfristig betrachtet hat sich die Lage mit dem heutigen Rutsch unter die Marke von 11.110 Punkten eingetrübt. Auf der Oberseite dürfte erst ein neues Jahreshoch (11.3719) für neuen Schwung sorgen.

Analystencheck: Credit Suisse hält Air France-KLM trotz erhöhtem Kursziel auf „Neutral“

Die Schweizer Bank Credit Suisse hat das Kursziel für Air France-KLM vor Zahlen von 9,39 auf 10,72 Euro angehoben, die Einstufung aber auf „Neutral“ belassen. Er habe angesichts der gesunkenen Treibstoffpreise seine Schätzungen für das operative Ergebnis (Ebit) der Fluggesellschaft im vergangenen und in diesem Jahr erhöht, schrieb Analyst Neil Glynn in einer am Mittwoch vorliegenden Studie.

Um aber die Bewertung der Aktien deutlich anzukurbeln müsse das Unternehmen wohl glaubwürdig aufzeigen, wie es in Zukunft strukturell höhere Renditen erwirtschaften wolle. Laut Handelsblatt Analystencheck empfehlen sieben Experten die Air France-Aktie zum Kauf, einer der Experten rät zum Verkauf. Die Aktie zu halten empfehlen sieben der Experten.

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