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Dax aktuell Dax erreicht neues Jahreshoch – Allianz-Aktie steigt nach Milliardendeal

Die Aktie des Automobilherstellers BMW verliert trotz eines überraschenden Gewinnplus'. Die Rally der Autowerte könnte dennoch weitergehen.
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Dax aktuell: Mögliche Einigung im Handelsstreit stützt den Dax Quelle: dpa
Dax-Kurve

Blick auf die Dax-Kurve im Frankfurter Handelssaal.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der Dax bleibt auf Rekordkurs: Am Mittwoch erreichte er mit 13.187 Punkten ein neues Jahreshoch. Auf solch einem Niveau lag der Index zuletzt Ende Mai 2018. Die Korrektur am heutigen Vormittag, die den Leitindex auf 13.110 Punkte abrutschen ließ, war eine Einstiegsgelegenheit für Anleger. Zum Handelsende lag das Börsenbarometer mit einem Plus von 0,24 Prozent bei 13.180 Zählern.

Sein bisheriges Jahreshoch von 13.171 Punkten hatte der Dax im Handelsverlauf am Montag erreicht, am Dienstag aber kaum verändert bei 13.149 Punkten geschlossen.

Anleger schauen vor allem auf die Entwicklungen im Zollstreit zwischen den USA und China. Sie hoffen auf weitere Entspannungssignale und Hinweise auf eine baldige Unterzeichnung des geplanten Teil-Handelsabkommens.

Allerdings ist es noch unklar, wann oder wo US-Präsident Donald Trump und der chinesische Staatschef Xi Jinping das Abkommen unterzeichnen werden. „Ohne neue Impulse in Form positiver Nachrichten werden weitere Kursgewinne schwierig“, sagte Stratege Thomas Altmann vom Handelshaus QC Partners.

Daneben standen etliche Geschäftszahlen an: Im Sportartikel-Herstellers Adidas, dem Autobauer BMW und dem Zahlungsdienstleister Wirecard legten drei Dax-Konzerne ihre Quartalszahlen vor.

Zwar gab die Aktie von BMW trotz eines überraschenden Gewinnplus' leicht nach, das ändert aber nichts an der positiven Entwicklung im Autosektor. Auf Monatssicht legte BMW mehr als 16 Prozent zu, Volkswagen und Daimler sogar mehr als 20 Prozent. Davon profitieren auch die Zulieferer: Für Schaeffler ging es im selben Zeitraum mehr als 30 Prozent nach oben, für Continental knapp 15 Prozent.

Zuvor hatten Autoaktien im Vergleich zum Gesamtmarkt überdurchschnittlich stark verloren, viele Probleme wie der Dieselskandal, der Handelskrieg und der Brexit sind mittlerweile aber eingepreist. Die tiefe Bewertung sahen viele Anleger offensichtlich als Einstiegschance in Value-Titel – also Aktien, deren Börsenwert deutlich unter dem Buchwert liegt.

Seitdem Daimler-Aktien Mitte Oktober über den Widerstand bei 48/49 Euro gestiegen sind, haben sie ein klassisches Kaufsignal gegeben. Die Aktie des Automobilherstellers wird vermutlich nicht rasant weitersteigen.

Doch die Sichtweise der Investoren ändert sich: Es geht weniger um Autokrise und Abgasprobleme, sondern um neue Chancen nach dem Absturz. Und die stehen für Daimler nicht schlecht, weil das Basisgeschäft – vor allem mit Mercedes-Fahrzeugen – einträglich genug ist, die Wende hin zur Elektromobilität zu finanzieren.

Für zusätzlichen Auftrieb sorgten zuletzt Äußerungen der US-Regierung, die Verhandlungen mit ausländischen Automobilunternehmen über Investitionen in den USA würden gut verlaufen und man hoffe, auf Strafzölle verzichten zu können. Sollten die USA tatsächlich auf Strafzölle ausschließen, dürften Investoren das Risiko auspreisen und die Rally verlängern.

Am Mittwoch richteten Anleger ihre Aufmerksamkeit außerdem auf die anstehenden Konjunkturdaten. Dabei übertraf die deutsche Industrie im September die Erwartungen der Analysten. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts vom Mittwoch gingen 1,3 Prozent mehr Bestellungen ein als im August. Das war deutlich mehr als der von Analysten im Mittel erwartete Zuwachs von 0,1 Prozent. Zudem wurde der Rückgang im Vormonat von zunächst 0,6 auf 0,4 Prozent korrigiert.

Blick auf die Einzelwerte

Allianz: Der Versicherungsriese steigt mit rund vier Prozent beim chinesischen Lebensversicherer Taikang Life ein. Es soll sich sich um eine reine Finanzbeteiligung handeln, die Allianz habe dabei Kapitalanlagen umgeschichtet. Finanzkreisen zufolge zahlt der Versicherer dafür umgerechnet rund eine Milliarde Dollar. Die Allianz übernimmt das Paket von der US-Investmentbank Goldman Sachs, die nun noch 8,6 Prozent an Taikang Life hält. Die Aktie des Versicherungskonzerns steigt um ein Prozent.

Adidas: Der Sportartikelhersteller geht von einer deutlichen Umsatzbeschleunigung im vierten Quartal aus. Adidas bestätigte bei der Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal am Mittwoch in Herzogenaurach seine Ziele für das laufende Jahr. Der Konzern geht dabei von einem Umsatzwachstum von währungsbereinigt fünf bis acht Prozent aus. Die Aktie rutschte dennoch 5,1 Prozent ins Minus – nach den ermutigenden Zahlen setzten Gewinnmitnahmen ein.

Daimler: Der Autobauer gehört mit einem Minus von bis zu 1,3 Prozent zu den Verlierern im Dax. Händlern zufolge drückt eine Herunterstufung auf den Kurs. Die Analysten von HSBC haben die Bewertung der Aktien auf „Reduce“ von „Hold“ heruntergesetzt.

Deutsche Bank: Deutschlands größte Bank setzte zunächst ihren Aufwärtstrend fort. Nachdem die Aktie bereits am Dienstag deutlich zugelegt hatte, geht es am Mittwoch zuerst um weitere 2,2 Prozent nach oben. Zum Handelsschluss notierten die Anteilsscheine aber 0,1 Prozent im Minus.

Anderen Bankentiteln ging es besser: Die Aktien von Société Générale klettern in Paris um 3,2 Prozent. Das Kreditinstitut hat Geld beiseitegelegt, um trotz wegbrechender Erträge die Dividende wie geplant auszuschütten.

Wirecard: Der Zahlungsdienstleister Wirecard ist im dritten Quartal dank des weltweit boomenden Online-Handels gewachsen. Von Juli bis September legte der Betriebsgewinn (Ebitda) um 43 Prozent auf 211,1 Millionen Euro zu, wie Wirecard am Mittwoch mitteilte. Der Umsatz stieg um 37 Prozent auf 731,5 Millionen Euro. Die Aktie liegt dennoch 1,2 Prozent Prozent im Minus.

Heidelberg Druck: Um 11,5 Prozent ging es für den Druckmaschinenhersteller aufwärts. Heidelberg Druck profitiert von der steigenden Nachfrage in den USA und China im Kerngeschäft Bogenoffset und dem Trend zur Digitalisierung.

Brenntag: Papiere des Chemikalienhändlers legten 4,5 Prozent zu. „Die Zahlen waren gemischt, aber das operative Ergebnis war besser als gedacht“, sagte ein Händler. Das Herunterschrauben der Prognose sei erwartet worden.

Was die Charttechnik sagt

Auf dem Weg zum Allzeithoch von 13.597 Zählern steht der deutsche Leitindex vor einem wichtigen Widerstand bei rund 13.200 Punkten. In diesem Bereich liegen beispielsweise die Hochs der Monate Mai und Juni des Börsenjahres 2018. Im Mai des vergangenen Jahres war bei 13.204 Zählern Schluss, im Monat Juni setzten nach dem Erreichen von 13.170 Punkten deutliche Verkäufe ein.

Auf der Unterseite ist die Aufwärtskurslücke vom Wochenauftakt die erste wichtige Rückzugsmarke. Solche Kurslücken (Fachjargon: Gap) entstehen, wenn der höchste Kurs eines Tages unter dem des Folgestages bleibt.

Konkret: Am vergangenen Freitag stieg der Dax bis auf 12.992 Zähler, am Montag lag der niedrigste Kurs bei 13.019 Punkten. Solche Kurslücken dienen anschließend als Widerstand. Wenn sie nicht geschlossen werden, ist das ein Zeichen von Stärke.

Eine Etage tiefer liegt der nächste Widerstand bei 12.500 Zählern. Darunter folgt die 200-Tagelinie, Gradmesser für den langfristigen Aufwärtstrend. Diese Durchschnittslinie notiert aktuell bei 12.003 Zählern und steigt täglich um rund zehn Punkte. Es wäre nicht unüblich, dass der Dax während einer größeren Korrektur, die nach den deutlichen Kursanstiegen der vergangenen Tag und Wochen fällig sein dürfte, in die Nähe dieser Linie fällt.

Analystencheck: DZ Bank hebt Kursziel von Pfeiffer Vacuum an

Die Analysten der DZ Bank haben ihr Kursziel für Pfeiffer Vacuum von 124 auf 134,30 Euro angehoben. Analyst Harald Schnitzer beließ die Einstufung für den im TecDax gelisteten Maschinenbaukonzerns aber auf „Halten“. Die Nachfrage werde sich im kommenden Jahr voraussichtlich beleben. Denkbar sei ferner, dass der Großaktionär Busch die Beteiligung am Hersteller von Vakuumpumpen erhöhe.

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Mit Agenturmaterial.

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