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Dax aktuell Dax erreicht neues Rekordhoch – Anlageprofis laufen nun der Rally hinterher

Das deutsche Börsenbarometer hat die siebentägige Seitwärtsphase an diesem Freitag beendet. Solch einen Anstieg hatten Profianleger nicht erwartet.
16.04.2021 - 18:37 Uhr 1 Kommentar
Dax aktuell: Mögliche Einigung im Handelsstreit stützt den Dax Quelle: dpa
Dax-Kurve im Handelssaal in Frankfurt

Die Frankfurter Benchmark hat in diesem Jahr bereits mehrfach eine neue Bestmarke erreicht.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Am deutschen Aktienmarkt geht die Rekordjagd weiter: Der deutsche Leitindex notierte zum Wochenschluss auf 15.460 Zählern und verzeichnete damit ein Plus von 1,3 Prozent. Zudem hat der Dax mit 15.474 Zählern ein neues Rekordhoch erreicht. Den gestrigen Handelstag hatte der deutsche Leitindex mit einem Plus von 0,3 Prozent mit einer Notierung von 15.252 Punkten beendet.

Damit hat das Börsenbarometer die siebentägige Seitwärtsphase mit Kursen oberhalb von 15.281 Zählern beendet. Und auf der Oberseite gibt es nun keinen Deckel. Einige heimische Anlageprofis hatten auf einen Rücksetzer gewartet und mussten nun wieder einsteigen, was die Rally zusätzlich beflügelt hat.

Seit Jahresbeginn hat der Dax rund elf Prozent zugelegt. Aus Sicht der technischen Analyse hat der deutsche Leitindex zunächst weiteres Potenzial in Richtung 15.500 Punkte. „Auf dem mittelfristigen Weg in Richtung 16.200 Zählern wird es aber immer wieder zur Gewinnmitnahmen und Konsolidierungen kommen“, meint Martin Utschneider, technischer Analyst der Privatbank Donner & Reuschel.

Damit löst sich die hohe Ungleichheit an den Märkten auf: Während die US-Indizes Dow Jones und S&P 500 bereits den zweiten Tag in Folge neue Rekordhochs erreichten, trat der Dax bislang weiter auf der Stelle. In den vergangenen sieben Handelstagen in Folge steckte das Börsenbarometer in einer Spanne zwischen 15.281 Zählern auf der Ober- und 15.144 Punkten auf der Unterseite fest.

Diese Diskrepanz zwischen den Märkten hatte Börsenexperte Stephan Heibel nach Auswertung der Handelsblattumfrage Dax-Sentiment auch Anfang der Woche so prognostiziert. „Exzesse in Form sprunghafter Anstiege von Einzelaktien würde ich für die kommenden Tage vorwiegend bei US-Aktien erwarten“, sagte er am vergangenen Montag. Der Dow Jones ist zum ersten Mal in seiner Historie über die Marke von 34.000 Punkten geklettert, der S&P 500 notiert mittlerweile bei 4170 Zählern.

Interessant am US-Markt war noch ein weiterer Aspekt. Grund für die neuen Rekordhochs war der überraschende Anstieg der Einzelhandelsumsätze mit knapp zehn Prozent Zuwachs im Vergleich zum Vormonat. Offenbar wurden im März die „1400-Dollar-Covid-Hilfen“ genutzt. „Kaum liegen die Stimulus-Schecks im Briefkasten, geht es in die nächste Shopping Mall“, kommentierte Ulrich Stephan, Anlagestratege der Deutschen Bank, das Verhalten.

Höhere Einzelhandelsumsätze hätten eigentlich höhere Inflationserwartungen und somit steigende US-Anleiherenditen nach sich ziehen müssen. Doch das Gegenteil war der Fall.

Die Rendite der zehnjährigen Treasuries rutschte auf rund elf Basispunkte ab – es war der größte Tagesverlust seit dem 4. November 2020. Aktuell liegt dieser Wert bei 1,5869 Prozent und liegt damit bereits deutlich unter dem 14-Monats-Hoch, das diese US-Bonds mit 1,7442 Prozent Ende März dieses Jahres erreicht.

Eine vernünftige Erklärung für die Entwicklung gibt es nicht. Höchstens der Satz des Verhaltensökonomens Joachim Goldberg: „ Der Wert ökonomischer Daten für die Finanzmärkte wird mithin überschätzt“.

Goldpreis auf Sieben-Wochen-Hoch

Die fallenden US-Anleihenrenditen hatten aber eine andere Nebenwirkung. Der Goldpreis klettert auf 1768 Dollar, ein Sieben-Wochen-Hoch. „Offenbar haben die Marktteilnehmer dieses Mal der US-Notenbank Fed geglaubt, dass sie nicht auf gute Daten reagieren und ein Überhitzen der Wirtschaft tolerieren wird“, meint Commerzbank-Rohstoffanalyst Carsten Fritsch.

Für die technischen Analysten der Bank HSBC befinden sich zwischen 1.760 Dollar und 1.802 Dollar diverse Hoch- und Tiefpunkte der letzten Dekade. „Ein Sprung über das angeführte Barrierenbündel würde die charttechnischen Perspektiven des Edelmetalls nachhaltig verbessern“, meint HSBC-Analyst Jörg Scherer. Das 2011er-Hoch bei 1.920 Dollar markiere dann ein erstes Etappenziel.

Blick auf die Einzelwerte

Daimler: Der Auto- und Lkw-Bauer ist vor allem aufgrund eines starken China-Geschäfts besser ins Jahr gestartet als erwartet und hat operativ deutlich mehr verdient als Anfang 2020. Aus diesem Grund steigt die Aktie um 2,7 Prozent auf 77,39 Euro.

Glaubt man den Prognosen der Analysten, ist das Kurspotenzial bei Daimler allerdings ausgereizt. Das gewichtete Kursziel laut dem Handelsblatt-Analystencheck liegt bei 76,68 Euro und damit in der Nähe der aktuellen Notierung. Gewichtet heißt: Jüngere Studien werden höher gewichtet werden. Von den insgesamt 69 Studien empfehlen 56 die Aktie zum Kauf, zwölfmal liegt eine „neutrale Einschätzung“ vor. Nur ein Analyst empfiehlt den Verkauf der Aktie.

Heidelberg Cement: Anleger greifen nach einem Umsatz- und Gewinnanstieg im ersten Quartal des Unternehmens bei der Aktie zu. Die Papiere steigen um 1,9 Prozent. Die Zahlen seien eine positive Überraschung, fassten die Analysten von Jefferies zusammen. Die Schätzungen seien zwar möglicherweise vorsichtig gewesen und Fragen zum Gleichgewicht zwischen Preisgestaltung und Kosten im weiteren Jahresverlauf blieben wahrscheinlich bestehen, dennoch sei die Aktie momentan zu billig.

Pfeiffer Vacuum: Der Pumpenhersteller hat im ersten Quartal Umsatz und Gewinn gesteigert und damit nach eigener Einschätzung die Markterwartungen übertroffen. Das lässt die Aktie um rund 13 Prozent steigen.

Hellofresh: Der Kochboxen-Anbieter hebt nach einer Umsatzverdoppelung im ersten Quartal seinen Ausblick für das Gesamtjahr an. Währungsbereinigt rechnet das Unternehmen nun mit einem Plus zwischen 35 und 45 Prozent. Das beschert der Aktie ein Kursplus von 3,2 Prozent.

Was die Dax-Charttechnik sagt

Die charttechnische Lage hat sich am heutigen Freitag geändert: Der Ausbruch über das Allzeithoch von 15.312 Zählern ruft direkt Potenzial in Richtung der 15.500er-Zone hervor.

Dennoch sollten Anleger den Blick auf die Unterseite nicht vergessen. Der Markt gilt weiterhin als überhitzt, ist also zu schnell zu hoch gestiegen. Neben der Marke von 15.000 Zählern gilt es, drei Aufwärtskurslücken zu beachten: 15.110/15.144 Punkte, 14.845/14.890 Zähler sowie 14.621/14.693 Punkte.

Solche Lücken unterstreichen die hohe Dynamik, mit der sich die Frankfurter Benchmark aufwärts bewegt hat. Sie entstehen, wenn die tiefste Notierung eines Tages über dem höchsten Kurs des Vortags liegt. Anleger sollten laut technischer Analyse einkalkulieren, dass diese Lücken allmählich geschlossen werden könnten.

Als „richtig soliden“ Widerstand bewerten die technischen Analysten der Bank HSBC erst die Zone um 14.350/14.410 Punkte. Auf dem Niveau befinden sich der gut einjährige Aufwärtstrend, die mittelfristig bedeutende 38-Tage-Linie, die den kurzfristigen Trend vorgibt, sowie das Vier-Wochen-Tief.

Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax.

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1 Kommentar zu "Dax aktuell: Dax erreicht neues Rekordhoch – Anlageprofis laufen nun der Rally hinterher "

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  • Ich mag nicht pessimistisch sein, aber hoffentlich gibt das nicht irgendwann einen harten Aufschlag. +50% innerhalb eines Jahres...

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