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Dax aktuell Dax geht nach Erholungsrally die Puste aus

Der deutsche Leitindex hat in den vergangenen Handelstagen den typischen Kursverlauf während einer Baisse gezeigt. Wann es zu einer Trendwende kommen könnte.
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„Dax-Gewinne schmelzen dahin“

Düsseldorf War das Kursfeuerwerk am Freitag mit einem Dax-Plus von 3,4 Prozent nur Eintagsfliege? Nach der Erholungsrally am vergangenen Handelstag ist am deutschen Aktienmarkt am heutigen Montag wieder die Vorsicht zurückgekehrt. Viele Anleger warten auf Aussagen über Fortschritte in den Zollverhandlungen zwischen China und den USA. Zum Handelsschluss verlor der Dax 0,2 Prozent auf 10.748 Punkte.

Erfahrene Anleger wissen: Die starken Ausschläge nicht nur nach unten, sondern auch nach oben, sind ein typisches Kennzeichen jeder Baisse. Und die entscheidende Frage lautet natürlich: Wann enden diese Kursverluste? Das ist für Experten schwer zu erkennen. Das kann mit einem finalen Ausverkauf bei hohen Umsätzen geschehen, so wie im Frühjahr 2009. Dieser Ausverkauf war damals – wenige Monate nach der Insolvenz der US-Investmentbank Lehman Brothers – der Startschuss für die fast zehnjährige Rally. Die Stimmung der Anleger ist ähnlich schlecht wie vor gut zehn Jahren, doch einen Ausverkauf gab es noch nicht.

Aber solch eine Trendwende kann auch schleichend erfolgen, indem die Kurse bei ausgesprochen niedrigen Umsätzen einfach nicht mehr weiter fallen, so wie 2003. Damals endete das Platzen der Technologieblase, eine zweijährige Baisse hatte die Anleger zermürbt.

Was auch dagegen spricht, dass die Verluste schnell ein Ende haben. Laut JP Morgan gab bis zum vergangenen Freitag starke Wetten auf fallende Aktienkurse. Das Kursfeuerwerk zum Ende der Woche könnte daher auch darauf zurückzuführen sein, dass die entsprechenden Käufer sich lediglich mit Aktien eingedeckt haben, um ihre Verluste in Grenzen zu halten, als die Kurse stiegen. Echtes Kaufinteresse ist das nicht.

Auch Helaba-Analyst Christian Schmidt rechnet damit, dass die Börsen weiterhin fragil bleiben, und Allianz-Chefberater Mohamed El-Erian erwartet ein schwieriges Börsenjahr 2019. Er rechnet mit einem Comeback der „Stockpicker“, die ihren Fokus auf Einzelwerte legen.

Zwar hatte sich US-Präsident Donald Trump am Wochenende zuversichtlich über die Chancen für eine Einigung im Zollstreit geäußert und auch die Regierung in Peking beschwor eine gute Zusammenarbeit der beiden weltweit größten Volkswirtschaften. Jedoch seien bei den Gesprächen am Montag und Dienstag vergleichsweise niedrigrangige Delegationen beider Länder dabei. „Daher scheinen viele Marktteilnehmer in einem Abwarte-Modus zu verharren“, sagte Chris Bailey, Analyst beim Handelshaus Raymond James.

Wie bereits vor einigen Tagen bewertete der US-Präsident die konjunkturelle Schwäche in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Erde als Vorteil für die USA. Die schwache Wirtschaft sei ein großer Anreiz für die Führung in Peking, zu einer Einigung im Zollstreit zu kommen.

Das allerdings gilt auch umgekehrt. China ist schließlich für jedes global agierende Unternehmen ein bedeutender Absatzmarkt. Schwächelt dort die Nachfrage, kommen Amerikas Firmen ebenso unter Druck wie europäische und deutsche. Die Gewinnwarnung des Smartphone-Herstellers Apple aus der vergangenen Woche und die folgenden Kursturbulenzen sind dafür ein eindrucksvolles Beispiel.

Mehr Schatten als Licht bei Konjunkturdaten aus Deutschland

Negativ wurde die Nachricht aufgenommen, dass die deutsche Industrie im November wegen der schwächeren Nachfrage aus der Euro-Zone weniger Aufträge an Land gezogen hat. Das Neugeschäft schrumpfte um 1,0 Prozent zum Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Montag mitteilte. Ökonomen hatten lediglich mit einem Rückgang um 0,4 Prozent gerechnet.

Analysten sehen dies mit gemischten Gefühlen: „Die guten Nachrichten sind: Weniger Aufträge, das aber auf hohem Niveau“, kommentiert Alexander Krüger vom Bankhaus Lampe die Zahlen. All dies ändere aber nichts daran, dass der Blick für die Industrie abwärts gerichtet bleibt. „Denn angesichts der Probleme der Autoindustrie und der an Fahrt verlierenden Weltwirtschaft ist es fraglich, wo nachhaltige Wachstumsimpulse aktuell herkommen sollen.“

Das sieht die Mehrheit der Börsianer offenbar ähnlich. Sie schätzen die Konjunktur in der Euro-Zone im Januar so schlecht ein wie seit über vier Jahren nicht mehr. Das Stimmungsbarometer der Investmentberatungsfirma Sentix, das auf einer Umfrage unter rund 1000 Anlegern basiert, fiel um 1,2 auf minus 1,5 Punkte. Dies ist bereits der fünfte Rückgang in Folge. Die Konjunkturerwartungen sackten dabei auf den tiefsten Stand seit August 2012 ab, während die Lage so negativ wie seit zwei Jahren nicht mehr bewertet wird. „Mit diesen Daten rückt die Euro-Zone gefährlich nahe an eine Stagnation heran“, sagte Sentix-Experte Manfred Hübner.

Blick auf die Einzelwerte

Delivery Hero: Der Online-Essenslieferant zählte am Montag zu den Favoriten am deutschen Aktienmarkt. Nach einem positiven Analystenkommentar ging die im MDax notierte Aktie mit einem Plus von 5,3 auf 31,63 Euro aus dem Handel. Die Analysten der Bank JP Morgan hatten das Kursziel auf 61 von 47 Euro angehoben.

Deutsche Bank: Es läuft ausnahmsweise mal gut für Aktionäre des größten deutschen Geldhauses. Im neuen Jahr klettert der Kurs der Aktie kontinuierlich nach oben. Seit Anfang Januar ging es von 6,90 Euro auf aktuell 7,55 Euro aufwärts. Am Montag stieg die Aktie um 1,6 Prozent.

Was die Charttechnik sagt

Für die kurzfristige Börsenentwicklung sind sich die technischen Analysten nicht einig. Während einige eher eine Erholung für die kommenden Handelstage erwarten, bleiben beispielsweise die Charttechniker der Helaba skeptisch. Sie verweisen darauf, dass der Dax angesichts eines Jahresverlustes von gut 18 Prozent noch einen weiten Weg vor sich hat, bis man wirklich von einer nachhaltigen Trendumkehr sprechen könne. Von den Dax-Werten notierten 83 Prozent unterhalb der 200- und der 50-Tagelinie. „In der Vergangenheit reichte es bei ähnlich gelagerten Konstellationen bestenfalls für kurzfristige Erholungen“, schreibt Helaba-Aktienexperte Christian Schmidt in einer Analyse vom Montagmorgen.

Eine wichtige Kursmarke nach oben liegt jetzt bei 10.819 Punkten, das Einstiegssignal bei Kursen oberhalb von 11.051 Zählern, dem Tief aus dem Monat Oktober. Eine untere Grenze markiert das Dezember-Tief aus dem vergangenen Jahr von 10.279 Punkten. Ein Rutsch darunter dürfte weitere Verkäufe und möglicherweise sogar eine neue Verkaufsdynamik nach sich ziehen.

Beobachten Sie die Profis - und seien Sie vor Leerverkäufen gewarnt

Der mittelfristige Abwärtstrend wäre nach Meinung vieler Experten erst mit einem Sprung über die Marke von 11.800 Punkten beendet. Ohne diesen Befreiungsschlag gilt unverändert das im letzten Jahr immer wieder angeführte Kursziel von rund 10.000 Punkten. Spätestens dort sollte eine Trendwende erfolgen, hoffen die technischen Analysten.

Analystencheck: Independent Research senkt Kursziel für die Deutsche Post

Das Analysehaus Independent Research hat das Kursziel für die Deutsche Post nach der Gewinnwarnung des US-Konkurrenten Fedex von 32 auf 26 Euro gesenkt und die Einstufung auf „Halten“ belassen. Analyst Sven Diermeier reduzierte seine Prognosen für den deutschen Logistiker. Sollte sich der Handelskonflikt zwischen den USA und China fortsetzen, werde der Dax-Konzern die Ziele für 2020 wohl nicht erreichen können, schrieb der Experte in einer am Freitag vorliegenden Studie.

Laut dem Handelsblatt-Analystencheck halten sich bei der Aktie des Logistikkonzerns die Kaufempfehlungen und die neutralen Einschätzungen die Waage. 22 Analysten empfehlen, Deutsche-Post-Aktien zu kaufen, genauso viele empfehlen, die Papiere zu halten. Nur eine Studie empfiehlt einen Verkauf des Titels. Das gewichtete durchschnittliche Kursziel aller ausgewerteten 45 Analystenmeinungen, bei dem neuere Studien höher gewichtet werden, liegt bei 35,78 Euro. Die Aktie wird derzeit bei rund 24,57 Euro gehandelt.

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