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Kursanzeige an der Frankfurter Börse

Statt der Commerzbank gehört ab Montag Wirecard zu 30 Dax-Werten.

(Foto: dpa)

Dax aktuell Dax gibt nach Draghi-Aussage zu Inflation nach – Autowerte unter Druck

An Tag eins der neuen Aktienindexwelt schließt der deutsche Leitindex Dax im Minus. Neumitglied Wirecard gehört zu den wenigen Tagesgewinnern.
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FrankfurtEin Satz von EZB-Präsident Mario Draghi lässt den Dax am Montagnachmittag abrupt fallen. Er sehe einen „relativ heftigen Anstieg“ einzelner Inflationskomponenten (hier das Redemanuskript). Die Aussage wurde an den Märkten zunächst so gewertet, dass eine striktere Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank wahrscheinlicher werden könnte.

Der Dax verdoppelte rasch seine Kursverluste. Zum Handelsende schloss der Leitindex 0,6 Prozent tiefer bei 12.350 Punkten. Der Euro hingegen gewann an Wert und notierte bei gut 1,17 Dollar.

An der Frankfurter Börse hatte am Montag eine neue Index-Zeitrechnung begonnen. Denn gleich zahlreiche Änderungen in den Indizes werden wirksam. Die Wichtigste: Der Zahlungsabwickler Wirecard verdrängt die traditionsreiche Commerzbank aus dem Dax. Erstmals gehört dem Leitindex damit ein Unternehmen aus der vergleichsweise jungen Finanztechnologiebranche an.

Doch nicht nur in der ersten deutschen Börsenliga gibt es Veränderungen. Auch in den Indizes für mittelgroße und kleine Unternehmen, dem MDax und SDax, sowie im Technologiewerteindex TecDax wurden tiefgreifende Anpassungen vorgenommen. Im MDax und SDax notieren nicht länger je 50 Firmen, sondern 60 (MDax) beziehungsweise 70 (SDax).

Die Reform mit den wohl größten Folgen trifft den TecDax: Ab Montag können die 30 Werte des deutschen Technologieindexes auch Mitglied in einem der anderen klassischen Börsenindizes sein. Damit büßt der TecDax an Bedeutung ein: Er dürfte künftig nur noch zur Zweitnotiz von Technologiewerten aus den anderen drei Indizes dienen.

Nachdem es für den Dax in den vergangenen beiden Wochen deutlich nach oben ging, legte er am Montag eine Verschnaufpause ein. Der MDax der mittelgroßen Börsentitel gab ebenfalls nach und verlor bis zum Handelsschluss 0,9 Prozent.

Anleger schauten unter anderem auf den ifo-Geschäftsklimaindex, den das Münchener Institut für Wirtschaftsforschung am Vormittag für den laufenden Monat vorlegte. Zwar hat sich die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft im September leicht eingetrübt. Der Geschäftsklima-Index fiel von 103,9 auf 103,7 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut am Montag zu seiner monatlichen Umfrage unter rund 9000 Managern mitteilte. Ökonomen hatten jedoch mit einem Rückgang auf 103,2 Zähler gerechnet. „Die deutsche Wirtschaft zeigt sich stabil, auch wenn die Unsicherheit steigt“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

Einzelwerte im Blick

Wirecard: Das Neumitglied im Dax setzte sich am Montag an die Spitze der Dax-Gewinner. Die Aktie legte bis Handelsende 2,3 Prozent zu und setzte damit die Aufwärtsbewegung vom Freitag fort. Allerdings hatten die Papiere am Donnerstag zwischenzeitlich fast zehn Prozent verloren. Auslöser waren Gerüchte über eine neue Short-Attacke, die laut „Financial Times“ jedoch falsch waren.

Gerry Weber: Die Aktie der deutschen Modetraditionsmarke stürzte um rund 25 Prozent auf ein 14-Jahres-Tief von rund drei Euro ab - einer der größten Tagesverluste in der Firmengeschichte des Unternehmens. Anleger beunruhigte die Nachricht, dass die Modefirma ein Sanierungsgutachten in Auftrag gegeben hatte.

Volkswagen und andere Autobauer: Ein Spitzentreffen von Bund und Autobranche zum Kampf gegen die Luftverschmutzung und drohende Fahrverbote hat am Sonntag keinen Durchbruch gebracht. Verkehrsminister Andreas Scheuer kündigte bis Ende der Woche eine Konkretisierung der Maßnahmen und Pläne an. Bereits am Sonntag hatte die Volkswagen-Tochter Porsche angekündigt, künftig keine Dieselautos mehr zu produzieren. Anleger trennten sich von VW-Titeln, der Kurs des Wolfsburger Autokonzerns rutschte knapp ein Prozent ab. BMW- und Daimler-Papiere gaben deutlich nach und waren die größten Dax-Verlierer des Tages.

Commerzbank: Der erste Tag in der zweiten Börsenliga verlief für das deutsche Geldhaus wenig vielversprechend. Der Aktienkurs gab um rund zwei Prozent nach.

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Was die Charttechnik sagt

Nach den Gewinnen der Vorwoche ist das Risiko, dass der deutsche Leitindex Dax unter den wichtigen Unterstützungsbereich von rund 11.800 Punkten fällt, fürs erste geringer geworden. Auch wenn Investoren die Marke im Hinterkopf behalten sollten, so können Anleger vorerst ihren Blick auf höhere Kursziele richten: Beendet wäre aus charttechnischer Sicht die Korrektur, die Ende Juli vom damaligen Höchststand 11.886 Zählern startete, erst mit dem Erreichen von rund 12.500 Punkten.

Analystencheck: Goldman Sachs senkt das Kursziel für die Zalando-Aktie

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat das Kursziel für Zalando angesichts der jüngsten Gewinnwarnung von 43 auf 40 Euro gesenkt und die Einstufung auf „Neutral“ belassen. Das ungewöhnlich warme Wetter drücke kurzfristig auf das Wachstum des Online-Modehändlers, schrieb Analyst Tushar Jain in einer Studie, die am vergangenen Freitag veröffentlicht wurde. Sorgen bereite aber der anhaltende Rückgang der durchschnittlichen Warenkorbgröße und der Bruttomarge im Großhandelsgeschäft. Weitere Analysen finden Sie im Handelsblatt-Analystencheck.

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  • Die Börse erwartet eine illegale Entscheidung der Regierung gegen die deutschen Automobilhersteller - keine Wunder, dass diese sinken. Man erinnere sich an die überregulierten Banken oder die Energiekonzerne, die nach dem Atomausstieg Milliarden Schadensersatz erhielten wegen illegaler Regierungsenstscheidungen.