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Dax aktuell Dax gibt seine Rekordjagd auf – Anlageprofis setzen auf bislang profitables Muster

Institutionelle lieben die derzeitige Börsenphase, weil sie ihnen die Chance auf eine Extra-Rendite ermöglicht. Der Dax darf nur nicht weiter steigen.
27.05.2021 - 15:30 Uhr 1 Kommentar
Dax aktuell: Mögliche Einigung im Handelsstreit stützt den Dax Quelle: dpa
Dax-Kurve im Handelssaal in Frankfurt

Die Frankfurter Benchmark hat in diesem Jahr bereits mehrfach eine neue Bestmarke erreicht.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der deutsche Aktienmarkt verabschiedet sich von seiner Rekordjagd in den vergangenen Tagen. Am Abend schließt der Dax mit 15.422 Punkten und einem Minus von 0,2 Prozent.

Seit Anfang April bewegt sich die Frankfurter Benchmark in einem Bereich zwischen 14.800 Zählern auf der Unter- und 15.500 Punkten auf der Oberseite – die bislang drei kurzfristigen Ausbruchsversuche mal ausgenommen. Diese Spanne ist mit einer Differenz von rund fünf Prozent sehr gering.

In den beiden vergangenen Handelstagen überwand der Dax für eine kurze Zeit diese Spanne, um anschließend wieder zurückzufallen. Der Endstand am gestrigen Mittwoch lag bei 15.465 Punkten.

Händler lieben solche Phasen, weil sie die Chance auf eine Extra-Rendite in einem seitwärts laufenden Markt ermöglicht. Dafür muss man nur im Bereich von rund 14.800 Punkten einsteigen und anschließend bei 15.500 Zählern wieder verkaufen. Man kann die Renditechance noch deutlich erhöhen, indem man bei rund 15.500 Zählern eine Short-Spekulation eingeht.

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    Dieses Muster hat bereits drei Mal in den Seitwärtsphasen seit Anfang April funktioniert. Die Rekordhochs lagen bei 15.502, 15.538 und 15.569 Punkten. In den beiden ersten Fällen rutschte der Dax in der Folge deutlich ab in Richtung 14.800 Punkte, weil es keine große Anschlussnachfrage gab. Das jüngste Tief am Mittwoch vergangener Woche ging aber nur bis 14.962 Zähler, was die Schlussfolgerung zulässt, dass die Angst, steigende Kurse zu verpassen, größer geworden ist.

    Möglicherweise spekulieren einige Händler darauf, dass sich dieses Muster nach dem erneuten Rekordhoch nun wiederholt. Entsprechend sind einige Profis seit Anfang der Woche wieder „short“ gegangen. Sie hoffen auf einen neuen Kursrutsch in Richtung 14.800 Punkte. Dort würden sie wieder einsteigen. Laut dem Verhaltensökonomen Joachim Goldberg ist es allerdings fraglich, ob dieses Szenario „mit zuletzt zwei marginal höheren Allzeithochs und einer darauf folgenden gesunden Korrektur von drei Prozent“ erneut eintritt.

    Aus diesem Verhalten der Anleger lassen sich zwei wichtige Schlussfolgerungen ziehen. Zum einen dient der Bereich um 14.800 Punkte als gute Unterstützung. Es bedarf schon extrem negativer Nachrichten oder eines massiven Abzugs von ausländischem Kapital, damit der deutsche Leitindex unter diese Marke fällt.

    Zum anderen hat diese Konstellation ein großes Überraschungspotenzial bei steigenden Kursen. Denn laut der aktuellen Umfrage der Börse Frankfurt unter mittelfristig agierenden institutionellen Investoren hat sich zwar die Zahl der Pessimisten verringert, sie liegt aber insgesamt weiterhin auf einem hohen Niveau. Da diese Level seit Längerem so hoch liegen, dürften viele Bären bereits jetzt mit ihren Short-Engagements deutlich im Minus liegen.

    Ein weiterer Kursanstieg würde diese Pessimisten schließlich unter Druck setzen, sich von ihren Short-Engagements zu trennen, damit die Verluste nicht ausufern. Das könnte für einen fulminanten Kurssprung sorgen, einen sogenannten „Short-Squeeze“.

    Derartige Put-Produkte funktionieren praktisch wie Leerverkäufe – nur dass die Bank im Hintergrund die Abwicklung managt. Das bedeutet vereinfacht formuliert: Kauft ein Anleger ein Put-Produkt auf den Dax, muss die Bank im Hintergrund den Dax verkaufen. Und beim Verkauf des Derivats muss der Dax wieder zurückgekauft werden, was dann die Kurse weiter beflügelt.

    An diesem Spielchen beteiligen sich auch Privatanleger. Das zeigt das Euwax-Sentiment der Börse Stuttgart, das anhand realer Trades mit Hebelprodukten auf den Dax berechnet wird. Ende vergangener Woche lag dieser Indikator bei plus fünf, dem höchsten Wert seit Anfang Oktober des vergangenen Jahres. Pluswerte signalisieren einen Überhang von Call-Produkten im Depot und umgekehrt.

    Doch im Zuge des neuen Rekordhochs Anfang dieser Woche mit 15.569 Punkten nahmen die Privaten Gewinne mit, das Euwax-Sentiment liegt derzeit wieder bei einem Wert von nahe null. Auch insgesamt ist die Stimmung unter den Privatanlegern neutral, ablesbar an den aktuellen Daten der Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment.

    Blick auf die Einzelwerte

    Bayer: Der Rückschlag im Glyphosat-Streit in den USA hat die Aktien am Donnerstag auf Talfahrt geschickt. Die Titel rutschten in der Spitze um 5,3 Prozent auf 52,07 Euro ab und waren damit so billig wie seit zweieinhalb Monaten nicht mehr. Im Dax waren sie der mit Abstand schwächste Wert.

    Der zuständige US-Bezirksrichter Vince Chhabria lehnte auch den nachgebesserten Deal mit Klägeranwälten über den Umgang mit künftigen Klagen wegen des angeblich krebserregenden Unkrautvernichtungsmittels ab und nannte diesen schlichtweg „unvernünftig“. „Das ist eine negative Entwicklung,“ heißt es in einem Kommentar der Investmentbank Liberum. Sie bedeute vor allem, dass die Unsicherheit über den Ausgang des Streits anhalte und „das wird dem Markt nicht gefallen“.

    Airbus: Der Flugzeugbauer bereitet sich auf die Zeit nach der Covid-19-Pandemie vor und präzisiert seine Produktionspläne. „Airbus geht weiterhin davon aus, dass sich der Markt für Verkehrsflugzeuge zwischen 2023 und 2025 wieder auf das Niveau von vor Covid-19 erholen wird“, teilte der Konzern mit. Entsprechend seien die Zulieferer über die Planungen für die Flugzeugproduktion informiert worden. Diese erfreuliche Nachricht lässt die Aktie um rund 9,2 Prozent auf rund 106,7 Euro steigen. Als Folge der guten Zahlen steigen die Papiere des Triebwerks-Herstellers MTU mit einem Wertzuwachs von 3,4 Prozent und sogar des Flughafenbetreibers Fraport, die 1,4 Prozent zulegen können.

    Puma: Der französische Luxuskonzern Kering trennt sich vom größten Teil seines verbliebenen Aktienpakets an Puma. Der Eigentümer von Marken wie „Gucci“ und „Yves Saint Laurent“ warf am Mittwochabend 8,9 Millionen Puma-Aktien auf den Markt, die bei institutionellen Investoren untergebracht werden sollen.

    Für die Papiere des fränkischen Sportartikelkonzerns zeichnete sich ein Preis von 90,30 Euro ab, der 3,5 Prozent unter dem Xetra-Schlusskurs vom Mittwoch liegt. Das Papier gibt am heutigen Donnerstag 0,6 Prozent nach und notiert bei 93 Euro.

    Hornbach: Nach einem Rekordergebnis im Vorjahr erwartet die Baumarktkette in dem seit März laufenden Bilanzjahr einen Gewinnrückgang. Der Start ins Jahr wurde von Filialschließungen zur Bekämpfung der Pandemie beeinflusst, die Nachfrage der Kunden sei aber über alle Verkaufskanäle hinweg hoch gewesen. Daher rechnet das Unternehmen im laufenden Jahr mit einem Umsatz auf Vorjahreshöhe.

    Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) werde wohl unter dem Vorjahr, aber deutlich über dem Vorkrisenjahr liegen. Die Aktie gibt leicht nach.

    85-jähriger Carl Icahn plant milliardenschweres Krypto-Investment

    Der Bitcoin-Kurs hält sich vergleichsweise stabil. Aktuell wird die Kryptowährung laut den Daten von Coinmarketcap bei rund 39.800 Dollar gehandelt. Von dem Rekordhoch Mitte April von fast 65.000 Dollar erfolgte ein Absturz auf rund 30.000 Dollar in den vergangenen Tagen.

    Mittlerweile will auch der 85-jährige aktivistische Investor Carl Icahn in „großem Stil“ in den Krypto-Sektor einsteigen und könnte letztlich mehr als eine Milliarde Dollar (820 Millionen Euro) in eine alternative Währung investieren. Auf der Suche nach Chancen studiere er Bitcoin und Ethereum genauso wie den Bereich insgesamt, sagte Icahn im Interview mit Bloomberg TV. Noch habe er allerdings nicht gekauft. Die zunehmende Popularität alternativer Währungen sei eine natürliche Folge der Inflation. Sie beruhe auch darauf, dass das Kursniveau an Teilen des Aktienmarktes „absurd“ sei.

    Der US-Bezahldienst Paypal hat am Mittwoch angekündigt, Benutzern das Transferieren von Kryptowährungen auf Wallets von Drittanbietern zu ermöglichen. Derzeit können Paypal-Kunden keine Benutzer Crypto-Assets auf fremde Wallets versenden. Für die Anleger ist die Nachricht Balsam in einer ohnehin fragilen Marktphase, meint Analyst Timo Emden vom gleichnamigen Researchhaus.

    Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax.

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