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Dax-Kurve

Blick auf die Dax-Kurve im Frankfurter Handelssaal.

(Foto: dpa)

Dax aktuell Dax hält sich bei über 12.000 Punkten – Deutsche Bank schließt auf neuem Rekordtief

Neuer Belastungsfaktor für die Märkte: Der Sieg der rechtspopulistischen Lega bei der Europawahl in Italien führt zu deutlich fallenden Anleihe-Renditen.
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Düsseldorf Auch am zweiten Handelstag in dieser Woche schließt der deutsche Leitindex zum Handelsschluss über der psychologisch wichtigen Marke von 12.000 Punkten. Zuletzt notierte der Dax bei 12.027 Zählern, ein Minus von 0,4 Prozent. Am Montag hatte der Dax den Handel mit einem leichten Plus von 0,5 Prozent bei 12.071 Punkten beendet.

Der Sieg der rechtspopulistischen Lega bei der Europawahl in Italien wird zur Belastung für die Märkte. Denn Vizeregierungschef Matteo Salvini fordert eine Lockerung der Defizitregeln in der EU. Es sei nicht richtig, dass die Renditen italienischer Staatsanleihen höher seien als die von anderen Ländern der Euro-Zone, kritisierte er. Die EU-Regeln sollten darauf abzielen, die Arbeitslosigkeit zu senken, und nicht darauf, das Defizitziel von drei Prozent einzuhalten. Hintergrund für höhere Renditen von bestimmten Staatsanleihen ist meist, dass die Finanzmärkte das jeweilige Land als nicht so guten Schuldner beurteilen wie andere.

Die Angst vor einem neuen Haushaltsstreit zwischen der italienischen Regierung und der EU-Kommission bereitet den Anlegern Bauchschmerzen. „Die Gefahr ist, dass der Konflikt auf beiden Seiten aggressiver wird“, sagte Portfoliomanager Colin Harte von der Vermögensverwaltung der Bank BNP Paribas. Gleichzeitig stelle sich erneut die Frage, ob Salvini sein Land in der Währungsunion halten wolle.

Vor diesem Hintergrund gab der Leitindex der Mailänder Börse 1,3 Prozent nach. Die Verkäufe italienischer Bonds trieben die Rendite der zehnjährigen Titel auf ein Zwei-Wochen-Hoch von 2,731 Prozent. Einige Investoren schichteten ihr Geld in die als sicher geltenden Bundesanleihen um und drückten die Rendite der zehnjährigen Papiere auf ein Drei-Jahres-Tief von minus 0,163 Prozent.

Gute Nachrichten gab es aber für die Anleger in Sachen Konjunktur: Die Konsumneigung der Bundesbürger bleibt auch im Mai stabil. „Die Stimmung der Verbraucher zeigt sich nur wenig verändert“, berichtete die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Dienstag.

Während sich die Konjunkturerwartung und die Anschaffungsneigung im Mai weiter verschlechterten, schätzten die Befragten ihre eigene Einkommenserwartung sogar noch etwas optimistischer als im Vormonat ein. Für Juni prognostiziert das Marktforschungsunternehmen für das Konsumklima einen Wert von 10,1 Punkten, nach revidierten 10,2 Punkten für den Mai.

Die Euro-Wirtschaft sorgt ebenfalls für gute Nachrichten: Die Stimmung in der Euro-Zone hat sich im Mai überraschend aufgehellt. Das Barometer stieg um 1,2 auf nun 105,1 Punkte, wie die EU-Kommission am Dienstag mitteilte.

Besonders in den Branchen Industrie und Dienstleistung und bei den Verbrauchern hellte sich die Stimmung auf. Doch nicht bei allen verbesserte sich die Stimmung: Die Einzelhändler blieben weiterhin stabil, während die Baubranche pessimistischer wird.

Auch zwischen den Ländern gibt es Unterschiede. Während in Frankreich, Spanien und Italien die Stimmung besonders stark stieg, fiel sie in den Niederlanden. In Deutschland stieg das Barometer nur leicht.

Unternehmen blicken pessimistisch in die Zukunft

Die Frühsommer-Konjunkturumfrage der DIHK zeigt hingegen, dass die Unternehmen pessimistischer in die Zukunft blicken. Die Umfrage unter 25.000 Unternehmen zeigt, dass viele eine längerfristige Ausbremsung der Weltwirtschaft fürchten. Gerade US-Präsident Donald Trump machen die Konzerne dafür verantwortlich. „Das ist ein Alarmsignal“, sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer. Trotz düsterer Aussichten rechnet der DIHK immer noch mit einem Wachstum von 0,6 bis 0,9 Prozent für das Gesamtjahr.

Einzelwerte im Überblick

Deutsche Bank: Großer Verlierer am deutschen Aktienmarkt war die Deutsche Bank. Die Aktien des Geldinstituts führten den bereits seit Wochen anhaltenden Negativtrend fort und erreichten ein neues Rekordtief mit 6,28 Euro. Die Papiere gingen schließlich mit einem Minus von 2,2 Prozent bei 6,31 Euro aus dem Handel – so tief schlossen die Aktien noch nie zuvor.

Thyssen-Krupp: Die Aktie des Stahlherstellers war gut in den neuen Handelstag gestartet, doch der Gewinn schmolz letztendlich auf 0,3 Prozent zusammen. Am Montagabend hatte der Konzern bekanntgegeben, dass Stahlchef Andreas Goss kurz vor der Ablösung steht. Der Chef der Stahlsparte hatte maßgeblich das gescheiterte Joint Venture mit Tata Steel vorangetrieben.

Evonik: Der Spezialchemiekonzern ist mit der Entwicklung seines Aktienkurses unzufrieden. Obwohl sich das Geschäft des Essener Konzerns gut entwickle, sei Evonik vom Abwärtstrend der Chemieaktien erfasst worden, sagte Vorstandschef Christian Kullmann am Dienstag bei der Hauptversammlung. „Evonik wurde quasi in Sippenhaft genommen“, so Kullmann. Die Aktie schloss 1,3 Prozent im Minus.

Home24: Für den Online-Möbelhändler ging es die vergangenen Wochen nur bergab. Und dieser Trend setzte sich trotz eines anfänglichen Kursplus von vier Prozent fort. Zum Handelsende lagen die Papiere 5,6 Prozent im Minus. Home24 hat am heutigen Dienstag neue Zahlen präsentiert. Das Unternehmen hat seinen Gewinn im ersten Quartal auf 93 Millionen Euro gesteigert. Zudem wurden wichtige Meilensteine erreicht, wie die Eröffnung eines Logistikzentrums.

Encavis: Die Solar- und Windparkfirma kann zum Jahresanfang ein Umsatzplus von 30 Prozent auf 59,5 Millionen Euro verzeichnen. Das operative Ergebnis (Ebitda) zog um 42 Prozent auf 44,7 Millionen Euro an, wie das Unternehmen mitteilte. Die guten Zahlen trieben auch die Aktie in die Höhe: Die Papiere verzeichneten ein Kursplus von 4,8 Prozent.

Analystencheck: Deutsche Bank lässt Kursziel von Renault unverändert

Die Deutsche Bank hat die Einstufung für Renault auf „buy“ mit einem Kursziel von 115 Euro belassen. Analyst Gaetan Toulemonde sieht eine mögliche Fusion mit Fiat Chrysler zunächst skeptisch. Für Fiat Chrysler könne sie sich womöglich ganz gut auswirken. Er frage sich aber, was Fiat Chrysler für Renault bringen könne, schrieb er in einer am Dienstag vorgelegten Studie.

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