Händler in Frankfurt

Auf Wochensicht hat der Dax 1,2 Prozent verloren.

(Foto: Bloomberg)

Dax aktuell Dax kann sich behaupten– Italiens und Spaniens Märkte rutschen ab

Nach dem Sprung über die 13.000 schmolz das starke Dax-Plus am Freitag nur so dahin. Am Ende nahmen die Anleger ein solides Plus ins Wochenende.
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FrankfurtEuropas Anleger haben vor dem Wochenende ein Ausrufezeichen gesetzt. Nach den deutlichen Verlusten vom Vortag holte sich der Dax schon früh die verlorenen Punkte zurück. Dank solider Konjunkturdaten und eines schwachen Euro gipfelte der starke Freitagshandel in der Rückeroberung der 13.000-Punkte-Marke – wenn auch nur für wenige Minuten.

Doch ab dem Nachmittag ließ der Schwung merklich nach. Die politischen Unsicherheiten in Europa ließen das 1,2-Prozent-Plus des Dax nur so dahinschmelzen. für einen Augenblick notierte er gar im Minus. Am Ende aber ging der Deutsche Aktienindex mit 12.938 Zählern 0,7 Prozent fester ins Wochenende. Der Leitindex der Euro-Zone, der Euro-Stoxx-50, schloss nach der Wende ins Minus bei 3514 Punkten. In New York kamen die US-Börsen nicht vom Fleck, auch weil der Ölpreis am Freitag abschmierte.

Fragezeichen in Rom, Regierungskrise in Madrid

In Italien verlor der ohnehin angeschlagene Mailänder Leitindex weitere anderthalb Prozent. Großes Fragezeichen bleibt der künftige Kurs der neuen Regierung in Rom: Wie Europa-kritisch wird sich die Koalition aus zwei Europa-kritischen Parteien tatsächlich geben? Experten machen sich zudem zunehmend Sorgen darüber, wie sich ein wachsendes Staatsdefizit auf den kriselnden Banken-Sektor des Landes auswirken könnte. Nimmt der Wert italienischer Staatsanleihen ab, müssten die Geldhäuser große Bestände abschreiben.

Zweiter Unsicherheitsfaktor: In Madrid zieht die spanische Regierungskrise weite Kreise. In der Korruptionsaffäre der regierenden Konservativen fordern nach den Sozialisten nun auch die Ciudadanos Neuwahlen. Beide Oppositionsparteien wollen ein Misstrauensantrag stellen. Bisher hatten die liberalen Ciudadanos die Regierung Rajoy gestützt, die Unterstützung ist nun aufgekündigt. Der spanische Leitindex rauschte bis zu 2,2 Prozent in die Tiefe, am Ende waren es noch 1,6 Prozent Abschläge. Die Rendite der Staatsanleihen zog deutlich an.

Die Sorgen der Börsianer, die aktuell vor allem politischer Natur sind, beschränken sich nicht nur auf das Geschehen in Europa. US-Präsident Donald Trump etwa bleibt in doppelter Hinsicht eine Belastung für die Märkte. Neben dem Dauerthema Handelsstreit kehrt mit der Absage des im Juni geplanten Treffens mit dem nordkoreanischen Staatschef Kim Jong Un eine geopolitische Unsicherheit aufs Parkett zurück.

Handler sprachen heute aber von beruhigenden Signalen aus Washington, Trump halte sich bewusst den Gesprächskanal nach Pjöngjang. Dass sich Nordkorea daraufhin weiter offen für Gespräche gezeigt habe, habe die Gemüter der Anleger beruhigt, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. „Es bestand die Gefahr, dass das kommunistische Regime mit neuen Drohungen auf die Absage von Trump antworten könnte.“ Hemmend wirke die Problematik trotzdem.

Ifo-Index sorgt für den Sprung über die 13.000

Dabei hatte der Freitagshandel stark angefangen. Europas Handelsplätze führten durch die Bank weg leichte bis mittlere Kursgewinne auf den Anzeigetafeln. Das lag vor allem an den positiven Nachrichten von der Konjunkturseite. Der Geschäftsklima-Index des Ifo-Index konnte den sechsten Rückgang in Folge verhindern. Mit 102,2 Punkten blieb er unverändert, Ökonomen hatten leichte Verluste prognostiziert.

Die vergangenen Monate hatten Sorgen genährt, dass die Konjunktur in Deutschland ihren Höhepunkt bereits erreicht hat. Die Münchener Forscher befragen für ihre Umfrage 9000 Manager in Deutschland. „Die deutsche Wirtschaft behauptet sich gut in einer schwierigen Weltlage“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

Schwung war vorher schon vom Devisenmarkt gekommen. Der Euro war erneut unter die Marke von 1,17 Dollar gefallen. Wegen des überraschend guten Ifo-Indizes war er zwar kurzzeitig ins Plus gewendet. Nur um im weiteren Verlauf noch deutlicher abzuwerten. Mit einem Minus von 0,6 Prozent erreicht der Euro den Wert von 1,1648 Dollar – erneut der tiefste Stand seit mehr als einem halben Jahr.

Euro fällt auf neues Jahrestief

Der Euro hat eine Aufwertung hinter sich, die sich über das gesamte Jahr 2017 erstreckte und mit ihrem Ende im April eine Verteuerung der Gemeinschaftswährung um 17 Prozent verursacht hatte. Seitdem hat eine Gegenbewegung eingesetzt, binnen sechs Wochen verlor der Euro mehr als fünf Prozent.

Das liegt vor allem am gestiegenen Interesse an Dollar. Die US-Notenbank erhöht kontinuierlich die Leitzinsen, was dem Greenback dank so steigender Renditen im Dollarraum ein Comeback beschert. Das wiederum ist für die europäischen Anleger ein Kaufsignal, denn für heimische Firmen sinkt damit der Preis ihrer Waren im Ausland, was die Exporte ankurbelt. Heute dürfte es aber vor allem die brisante Situation in Rom und Madrid sein, die den Euro so unter Druck setzt.

Bester Titel im Dax waren am Freitag Vonovia, die 2,2 Prozent zulegten. Bayer, die zur Hauptversammlung luden, gehörten über weiter Strecken zu den gefragtesten Titeln, verteuerten sich im Späthandel um ein halbes Prozent. Die geplante Übernahme des amerikanischen Saatgutriesen Monsanto schaffe geringer Spareffekte als angenommen. Doch Investoren zeigten sich dennoch zufrieden.

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