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Dax Aktuell Dax knickt ein und schließt unter 12.300 Punkten – Deutsche Post verliert deutlich

Schwache Konjunkturdaten haben den Markt belastet. Der Dax ist unter die wichtige Marke von 12.400 Punkten gefallen. Auch Gold bleibt unter Druck.
Update: 01.10.2019 - 17:50 Uhr Kommentieren
Im September gewann der Dax auf Monatssicht 4,1 Prozent. Quelle: dpa
Börse Frankfurt

Im September gewann der Dax auf Monatssicht 4,1 Prozent.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der Auftakt des Schlussquartals hat dem Dax erhebliche Verluste beschert: Schwache Einkaufsmanagerindex-Daten aus Deutschland sowie aus den USA drückten den deutschen Leitindex an diesem Dienstag tief in die Verlustzone.

Mit einem Minus von mehr als 1,3 Prozent schloss der Dax bei 12.263 Punkten. Nach Veröffentlichung der US-Daten hatte das wichtigste Frankfurter Börsenbarometer am Nachmittag binnen Minuten mehr als 100 Punkte verloren.

Der MDax für mittelgroße Unternehmen gab ebenfalls leicht um 0,9 Prozent auf 25.657 Punkte nach. Der Euro-Zonen-Leitindex Euro Stoxx 50 notierte um einen Prozent schwächer.

Der Dax fiel damit nach drei gewinnreichen Tagen deutlich unter die psychologisch wichtige Marke von 12.400 Punkten, an der er zuletzt immer wieder abgeprallt war. Den ersten Dämpfer hatte es am Morgen gegeben: Die Geschäfte in der deutschen Industrie laufen so schlecht wie seit dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise Mitte 2009 nicht mehr.

Der Einkaufsmanagerindex sank im September um 1,8 auf 41,7 Punkte, wie aus der am Dienstag veröffentlichten Umfrage des Instituts IHS Markit unter rund 500 Firmen hervorgeht. Das Barometer signalisiert erst ab 50 Punkten ein Wachstum.

Auch in der Euro-Zone stehen die Zeichen für die Industrie auf Abschwung: Hier fiel der Einkaufsmanagerindex mit 45,7 Punkten so schlecht aus wie seit fast sieben Jahren nicht mehr.

Ökonomen blicken pessimistisch auf diese Entwicklung. „Der Abschwung hat sich verschärft“, kommentierte Markit-Ökonom Phil Smith die Daten. Eine rasche Wende zum Besseren erwartet er derweil nicht. „Die Schwere der Arbeitsplatzverluste in der verarbeitenden Industrie, die wir jetzt sehen, könnte das Vertrauen der Verbraucher, das bis zu diesem Zeitpunkt relativ widerstandsfähig war, stärker belasten“, sagte Smith.

Am Nachmittag dann kamen weitere schlechte Nachrichten hinzu: Der US-Einkaufsmanagerindex fiel aus den niedrigsten Stand seit mehr als zehn Jahren – eine Tendenz, die Experten überraschte. Nach einem guten Start in den Handelstag drehten die drei wichtigsten Indizes – Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq – deutlich ins Minus.

Nach den schlechten US-Konjunkturdaten kletterte der Euro-Kurs wieder über 1,09 Dollar. Zuvor hatte der Euro die Kursverluste der vergangenen Handelstage fortgesetzt. Zeitweise rutschte die Gemeinschaftswährung bis auf 1,0879 US-Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit Mai 2017.

Belastet wurde er zunächst unter anderem von den morgendlichen Einkaufsmanager-Daten. Marktbeobachter sprachen vor der Bekanntgaben der US-Daten zudem von einer allgemeinen Dollar-Stärke, die andere Währungen wie den Euro belastet habe.

Die US-Währung konnte zu vielen wichtigen Währungen zulegen. Unter anderem wurde auf zurückgehende Erwartungen an Zinssenkungen an die US-Notenbank Fed verwiesen. Davon habe der Dollar profitieren können, hieß es.

Der Goldpreis sank am Montag zudem auf den niedrigsten Preis seit acht Wochen. Eine Feinunze des Edelmetalls kostete mit 1459,57 Euro so wenig wie seit zwei Monaten nicht mehr. Grund für den Preisfall ist die Stärke des Dollars. Kurzfristig seien weitere Verluste bis auf 1430 Dollar möglich, sagte Alexander Zumpfe, Experte beim Goldhändler Heraeus.

Dass in wichtigen Ländern weniger Öl gefördert wurde, wirkt sich stützend auf den Preis für den Rohstoff aus. Öl verschiedener Sorte verteuerte sich um 1,4 Prozent. Besondere Impulse bringt der Handelstag allerdings nicht.

Am Anleihemarkt kam es derweil zu Bewegung: Die zehnjährigen Bundesanleihen gaben 0,5 Prozent nach, ihre Rendite hingegen stieg auf minus 0,512 Prozent. Auch Titel aus Spanien, Italien und Portugal wiesen eine höhere Rendite auf.

Einzelwerte im Fokus

Deutsche Post: Das Unternehmen legte am Dienstagmorgen seine neue Strategie vor. Die Deutsche Post will ihren Gewinn bis zum Jahr 2022 weiter steigern. Zudem will sie bis zum Jahr 2025 rund zwei Milliarden Euro in die Digitalisierung investieren. Die Investitionen sollen bis dahin einen Ergebnisbeitrag von jährlich mindestens 1,5 Milliarden Euro liefern. Die Aktie verlor bis zum Handelsschluss mehr als 3,9 Prozent – und ist damit der Tagesverlierer im Dax.

Varta: Im Nebenwerte-Index SDax gingen die Papiere des Batterieherstellers Varta wieder auf Rekordjagd und lagen zuletzt fast 2,8 Prozent im Plus. In den vergangenen Wochen und Monaten war am Markt immer wieder spekuliert worden, der Batteriespezialist könne die Batterien für neue Airpods von Apple liefern, aber möglicherweise auch für die neuen Echo Buds von Amazon.

Wirecard: Aktien des Zahlungsdienstleisters fielen um knapp 1,2 Prozent ins Minus, nachdem sie mit einem Plus in den Tag gestartet waren. Wirecard hat ein spezielles Wallet eingeführt, von dem es sich vor allem im Airline-Bereich – wo das Unternehmen weltweit über 90 Kunden hat – eine hohe Resonanz verspricht. Wirecard erwartet, mit dieser Lösung in den nächsten zwölf bis 18 Monaten mehr als 150 Millionen Euro Zusatzumsatz zu generieren.

Was die Charttechnik sagt

Nach einem geglückten Wochenstart ist der Dax am Dienstag eingeknickt. Würde dem deutschen Leitindex der Spurt über die dicht beieinander liegenden Septemberhochs bei 12.491 und 12.494 Punkten gelingen, könnten Anleger die Kursentwicklung der letzten Wochen als seitliche Schiebezone interpretieren, schreiben die Experten der HSBC.

Wird diese Marke geknackt, ergebe sich ein kalkulatorisches Anschlusspotential von knapp 360 Punkten, was dann wiederum zu einem Kursziel im Bereich von rund 12.860 Punkten führen würde. Auf der Unterseite diene dagegen die Marke von 12.300 Zählern als erste Haltezone. Darunter sei das jüngste Vorwochentief bei 12.142 Punkten eine weitere wichtige Unterstützung.

Handelsblatt-Analystencheck: UBS rät zum Verkauf von Evonik-Aktien

Die Schweizer Großbank UBS sieht die Aktie des Spezialchemiekonzerns Evonik skeptisch und rät zum Verkauf. In der vergangenen Woche sei der europäische Preis für das wichtige Aminosäure-Produkt Methionin auf den niedrigsten Stand seit 2007 gefallen, erklärt Analyst Andrew Stott. Das dürfte den operativen Gewinn (Ebitda) von Evonik belasten. Stotts Kursziel von 21 Euro liegt rund sieben Prozent unter dem derzeitigen Kurs der Evonik-Aktie.

Hier geht es zum Handelsblatt-Analystencheck.
Mit Agenturmaterial.

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