Dax aktuell Dax kommt kaum vom Fleck

Der Deutsche Aktienindex hat am Mittwoch nahezu unverändert geschlossen. Zu den Verlierern zählte unter anderem Infineon. Mit Spannung warten Anleger auf die letzte geldpolitische Sitzung der US-Notenbankchefin Janet Yellen.
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Handelssaal an der Börse Frankfurt

Frankfurt ist der wichtigste deutsche Finanzplatz.

(Foto: dpa)

FrankfurtNach dem Kursrutsch vom Dienstag nutzten einige Anleger am Mittwoch zunächst die Gelegenheit zum Wiedereinstieg. Doch zum Handelsende schloss der Dax 0,06 Prozent tiefer bei 13.189 Punkten. Eine größere Erholung ist Börsianern zufolge nicht in Sicht. „Viele haben sich in den vergangenen Jahren an ruhige und steigende Aktienmärkte gewöhnt“, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. „Die zunehmenden Schwankungen verunsichern.“

Kopfschmerzen bereitete Investoren der rasche Anstieg der Anleiherenditen, vor allem in den USA. Er treibt die Finanzierungskosten der Firmen in die Höhe. So kletterte die Rendite der zehnjährigen US-Bonds im Januar auf etwa 2,7 von 2,4 Prozent. Das ist das größte Monatsplus seit mehr als einem Jahr.

Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank, riet aber zur Gelassenheit. „Zinserhöhungen belasten die Gewinne nicht, sofern die Unternehmen Spielräume für Preiserhöhungen nutzen können.

Unternehmen, die Kosten für teurere Rohstoffe oder Lohnerhöhungen nicht nur weitergeben, sondern darüber hinaus aufgrund der hohen Nachfrage auch Preise setzen können, dürften von höheren Margen profitieren.“ Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe blieb am Mittwoch mit 0,684 Prozent auf Schlagdistanz zu ihrem Zwei-Jahres-Hoch vom Wochenbeginn.

Ungeduldig warteten Börsianer auf das Ergebnis der Beratungen der US-Notenbank, obwohl eine Zinserhöhung als ausgeschlossen gilt. Es ist die letzte Sitzung unter Leitung der Fed-Chefin Janet Yellen. „Spannend wird vor allem, was sie ihrem Nachfolger mit auf den Weg gibt“, sagte QC-Experte Altmann.

Commerzbank-Analystin Esther Reichelt warnte vor überzogenen Erwartungen. „Auch wenn einiges darauf hindeutet, dass sich die geldpolitischen Rahmenbedingungen für den Dollar aufhellen, wären größere Änderungen im Statement heute überraschend.“ Vor diesem Hintergrund gab die US-Währung erneut nach. Der Euro verteuerte sich bis zum Abend auf 1,2433 Dollar.

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries wertet den gegenüber dem Dollar erstarkten Euro derzeit jedoch nicht als Gefahr für die deutsche Wirtschaft. „Das kann man verkraften“, sagte die SPD-Politikerin am Mittwoch bei der Präsentation des Jahreswirtschaftsberichts in Berlin. Der Euro sei mit einem Kurs von 1,19 Dollar in die Prognose für 2018 einberechnet worden. Ein starker Euro ist tendenziell für die stark exportorientierte deutsche Wirtschaft schlecht, da er Produkte im Dollar-Raum teurer macht. Für 2018 rechnet die Bundesregierung mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 2,4 Prozent, mehr als zuletzt erwartet. Eine Überhitzung der Wirtschaft sehe sie aber nicht, sagte Zypries.

Im Dax verloren die Infineon-Titel zeitweise 3,8 Prozent. Am Abend lag das Minus noch bei rund ein Prozent. Der Chip-Hersteller steigerte zwar den Quartalsgewinn überraschend stark, senkte aber wegen der aktuellen Dollar-Schwäche seine Umsatzziele für das Gesamtjahr.

Die Titel von Siemens stiegen dagegen um knapp ein Prozent, obwohl ein Gewinneinbruch in der Kraftwerkssparte dem Konzern die Bilanz verhagelte. „Die Zahlen sind besser ausgefallen als erwartet“, sagte ein Börsianer. „Der Auftragseingang ist ordentlich.“ Dies sorge für Erleichterung.

Auf Talfahrt gingen dagegen in Stockholm die Papiere von H&M, die zeitweise um neun Prozent auf ein Neun-Jahres-Tief abstürzten. Der Modehändler hatte seine Umsatzprognose gekappt, nachdem der Gewinn im Berichtsquartal um ein Drittel weggebrochen war. Aus dem Depot warfen die Anleger zudem Ericsson. Der Netzwerkausrüster hatte einen überraschend hohen Verlust ausgewiesen. Die Papiere brachen ebenfalls zwischenzeitlich um mehr als neun Prozent ein.

In London stürzten die Papiere von Capita sogar um mehr als 47 Prozent ab – so stark wie nie zuvor. Mit 182,50 Pence waren sie so billig wie zuletzt vor 15 Jahren. Der angeschlagene britische Dienstleister für Firmen und Behörden will sich mit einer Rosskur sanieren. Geplant sind eine umgerechnet etwa 800 Millionen Euro schwere Kapitalerhöhung und die Streichung der Dividende. Außerdem kürzte das Unternehmen seine Gesamtjahresziele um 30 Prozent.

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