Dax aktuell Dax legte eine Ruhepause ein

Die Hoffnung auf eine baldige Regierungsbildung in Deutschland hat dem Dax am Montag kaum Impulse gegeben. Der Angriff auf das Allzeithoch blieb aus. Die Aktien der Deutschen Telekom zählten heute zu den Favoriten.
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Delivery Hero: Fusionsgespräche schicken Aktie aufwärts

FrankfurtZum Wochenauftakt haben es die Anleger an Europas Aktienmärkten ruhiger angehen lassen. Nach der Kursrally der vergangenen Woche sorgten am Montag der Regierungs-Stillstand in Washington und die bevorstehende EZB-Sitzung für Zurückhaltung. Anleger setzten zwar auf robuste Geschäftszahlen der Unternehmen, wollten aber zunächst abwarten, ob und wie sich die Notenbanker um Mario Draghi am Donnerstag zum hohen Euro-Wechselkurs äußerten. Er ist für die Exportgeschäfte hinderlich. Der Leitindex Dax schloss am Montag nahezu unverändert mit 13.453 Punkten. Der Euro Stoxx 50 notierte zum Börsenschluss bei 3662 Punkten und damit leicht höher.

Für Erleichterung im deutschen Handel sorgte die Zustimmung der SPD zu Koalitionsverhandlungen mit der Union. „Die Chancen auf eine neue deutsche Regierung sind deutlich gestiegen. Damit haben die Börsianer eine Baustelle weniger“, sagte Fondsmanager Thomas Altmann vom Frankfurter Vermögensverwalter QC Partners. Dem Euro gab das Auftrieb: Er stieg zeitweise um etwa einen viertel US-Cent auf 1,2260 Dollar. „Jetzt bekommen wir in Deutschland wohl die Regierungskonstellation, die am ehesten Frankreichs Präsidenten bei seiner Europa-Initiative entgegenkommen dürfte“, erläuterte Ulrich Leuchtmann, Devisenanalyst bei der Commerzbank.

Rückenwind bekam die Währung auch vom Dollar, der wegen des Haushaltsstreits unter Druck stand. Grund zur Panik sei die Ausgabensperre für die Börsen aber nicht, sagte Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP-Bank. „Die konjunkturelle Situation ist robust genug, dass ein vorübergehender 'Government Shutdown' kaum ins Kontor schlägt.“ Eine Abstimmung im US-Senat über einen Übergangsetat wurde in der Nacht zum Montag abgesagt und auf 18.00 Uhr (MEZ) verschoben. Wegen der Haushaltssperre müssen dort aktuell Hunderttausende Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes in den Zwangsurlaub gehen.

Im Dax und EuroStoxx übernahmen die T-Aktien die Spitze mit einem Aufschlag von über drei Prozent: Die Deutsche Telekom will laut Ankündigung von Finanzvorstand Thomas Dannenfeldt höhere Dividenden zahlen. Mit ihrem Kommentar haben die Analysten des US-Brokers Bernstein zudem am Montag K+S neuen Schwung gegeben. Die Aktien des Salz- und Düngemittelherstellers kletterten um 3,8 Prozent auf 23 Euro und zählten damit im MDax zu den Top-Favoriten. Die Analysten versahen ihr „outperform“-Rating mit einem auf 30 von zuvor 28 Euro erhöhten Kursziel.

Gesprächsthema an den europäischen Börsen waren aber vor allem Übernahmen: Der französische Pharmakonzern Sanofi kauft für 11,6 Milliarden Dollar die auf Mittel gegen die Bluterkrankheit spezialisierte US-Firma Bioverativ. Bei Sanofi-Anlegern überwog aber die Skepsis. Die Analysten von Kepler Cheuvreux erklärten, die Übernahme werfe langfristig Fragen auf. Die Aktien sackten um 3,8 Prozent auf 70,15 Euro und damit auf den tiefsten Stand seit über einem Jahr ab. Im vorbörslichen US-Handel stiegen dagegen Bioverativ um über 60 Prozent.

In Feierlaune waren auch die Anleger von Yoox Net-A-Porter. Der italienische Luxusmarkenkonzern erhielt eine Offerte vom Schweizer Uhren- und Schmuckhersteller Richemont. Das bescherte den Yoox-Aktien an der Börse in Mailand einen 25-prozentigen Kurssprung auf ein Rekordhoch von 28,00 Euro.

Im Kleinwerteindex SDax sorgte ebenfalls Übernahmephantasie für Kauflaune: Die Aktien von Delivery Hero stiegen um 5,6 Prozent. Firmenchef Niklas Östberg sagte in einem Interview, er gehe davon aus, dass es eine Konsolidierung in der Branche der Essenslieferdienste geben werde, und reagierte damit auf Aussagen seines Kollegen Jitse Groen vom niederländischen Konkurrenten Takeaway.com, der einen Zusammenschluss mit den Berlinern als eine Option bezeichnet hatte. Takeaway.com stiegen in Amsterdam um sieben Prozent. Spitzenreiter im SDax waren aber Biotest mit einem Plus von über zwölf Prozent. Die US-Behörden gaben grünes Licht für die Übernahme des Biotech-Konzerns durch die chinesische Creat Group.

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Mit diesen Aktien machten Anleger 2017 Kasse

PROSIEBENSAT.1 MEDIA SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000PSM7770
Börse
FSE

-0,30 -1,32%
+22,35€
Chart von PROSIEBENSAT.1 MEDIA SE NAMENS-AKTIEN O.N.
Pro Sieben Sat 1
1 von 30

Der Fernsehmarkt verändert sich radikal, und der Medienkonzern Pro Sieben Sat 1 bekommt das deutlich zu spüren. Unterhaltung lieferte der Konzern aus Unterföhring mit der Posse um Vorstandschef Thomas Ebeling selbst. Dieser muss nach unbedachten, teils diskriminierenden Äußerungen über die eigenen Kunden gehen. 23,7 Prozent beträgt das Minus des Aktienkurses in diesem Jahr. Ein Papier ist inzwischen weniger als 29 Euro wert. Experten glauben, dass der Konzern gar aus der ersten Börsenliga absteigen könnte, sollte sich dieser Trend im neuen Jahr fortsetzen.

Quelle: Bloomberg

FRESENIUS SE & CO. KGAA INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005785604
Börse
L&S

+0,11 +0,17%
+65,30€
Chart von FRESENIUS SE & CO. KGAA INHABER-AKTIEN O.N.
Fresenius
2 von 30

Erst hui, dann eher pfui: Fresenius fiel in der zweiten Jahreshälfte an der Börse deutlich ab. Grund für den Kursverlust dürfte insbesondere der Preisdruck in der US-Medikamentenbranche sein. Auch Verzögerungen bei der Übernahme des US-Konzerns Akorn drückten die Stimmung der Anleger. 13 Prozent beträgt das Minus auf Jahressicht.

MERCK KGAA INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006599905
Börse
FSE

+0,68 +0,76%
+89,96€
Chart von MERCK KGAA INHABER-AKTIEN O.N.
Merck
3 von 30

Der Pharma- und Chemiekonzern Merck muss an der Börse auf ein eher schwaches zweites Halbjahr zurückblicken – auch die Umsätze waren im dritten Quartal rückläufig. In nächster Zeit soll entschieden werden, ob die Sparte mit rezeptfreien Medikamenten verkauft werden soll. Die Aktie sank von 101,25 Euro auf 89,75 Euro (minus 11,4 Prozent).

DEUTSCHE TELEKOM AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005557508
Börse
FSE

+0,15 +1,11%
0,00€
Chart von DEUTSCHE TELEKOM AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Deutsche Telekom
4 von 30

Die Deutsche Telekom hat kürzlich angekündigt, den österreichischen Kabelnetzbetreiber UPC zu übernehmen. Experten erwarten dadurch neue Impulse für den Aktienkurs. Die Telekom könnte ein solches Signal gut gebrauchen. Durch den hohen Preisdruck und eine weitgehende Sättigungen der Kernmärkte war die Performance auf dem Parkett 2017 eher schwach – minus zehn Prozent.

HENKEL AG & CO. KGAA INHABER-VORZUGSAKTIEN O.ST.O.N

WKN
ISIN
DE0006048432
Börse
FSE

+0,35 +0,32%
0,00€
Chart von HENKEL AG & CO. KGAA INHABER-VORZUGSAKTIEN O.ST.O.N
Henkel
5 von 30

Zuletzt hatte Henkel mit weiteren Investitionen in den US-Markt geliebäugelt. Ob das dem Aktienkurs stärken würde? Anleger müssen für 2017 ein Minus von vier Prozent hinnehmen.

BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN EO 1

WKN
ISIN
DE0005190003
Börse
FSE

-0,50 -0,60%
+82,63€
Chart von BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN EO 1
BMW
6 von 30

Zum Jahresende konnte sich der Autobauer über das Milliardengeschenk von US-Präsident Trump in Form der Steuerreform freuen. Zuvor gab es bei BMW, zumindest hinsichtlich des Aktienkurses, wenig zu feiern. Die Aktie, die zu Jahresbeginn noch mit über 90 Euro gehandelt wurde, fiel Ende Juli auf ein 52-Wochen-Tief von 77 Euro. Minus 3,5 Prozent unterm Strich insgesamt.

SIEMENS AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007236101
Börse
FSE

+0,30 +0,27%
0,00€
Chart von SIEMENS AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Siemens
7 von 30

Die Nachricht eines Stellenabbaus bei Siemens sorgte im November für sehr starke Aufmerksamkeit. SPD-Parteichef Schulz schaltete sich ein und attackierte das Management des Konzerns scharf, das die Vorwürfe wiederum in einem Brief entscheidend zurückwies. Wie dem auch sei: Der Siemens-Aktienkurs büßte nach einem starken ersten Halbjahr seine Gewinne ein – minus 1,5 Prozent auf Jahressicht.

  • HB
  • rtr
  • dpa
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