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Dax aktuell Dax notiert nach Endspurt im Plus – Maschinenbauer Gea mit 10 Prozent im Minus

Nach einer turbulenten Woche hat sich der Dax gefestigt. Die Risiken auf wieder fallende Kurse bleiben aber. Eine Jahresendrally ist derzeit nicht in Sicht.
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„Black Friday beim Dax? Nur bedingt!“

DüsseldorfNach einer turbulenten Woche hat sich der Dax zum Ausklang wieder stabilisiert. Der deutsche Leitindex ging mit einem Plus von 0,5 Prozent 11.192 Punkten aus dem Handel. Die Gewinne kamen erst in dern letzten Handelsstunde zusammen.
In dieser Woche rutschte der Dax auf ein Zwei-Jahres-Tief. Am Donnerstag schloss er, hauptsächlich wegen des anhaltenden Streits um den italienischen Haushalt, erneut im Minus bei 11.138 Punkten. Damit bewegte er sich wieder auf die psychologisch wichtige 11.000-Punkte-Marke zu.

Es war aber heute ein insgesamt ruhiger Handel, denn Impulse aus Übersee bleiben weitgehend aus. Japan feiert heute „Arbeitsdanktag“, die USA feierten gestern „Thanksgiving“ – und an Feiertagen bleiben die Börsen geschlossen. Da heute „Black Friday“ ist, an dem zahlreiche Geschäfte starke Rabatte anbieten, öffnet die Wall Street nur für ein paar Stunden. Es könnte also allenfalls in den letzten deutschen Handelsstunden zu ein wenig Input aus den USA kommen.

Doch es gab frische Konjunkturdaten, die den Pessimismus eher verstärken dürften: Das deutsche Bruttoinlandsprodukt ist erstmals seit drei Jahren zurückgegangen. Zudem treibt das Thema Italien Anleger weiter um und der EU-Sondergipfel am Wochenende wirft seine Schatten voraus. Dort sollen die Staats- und Regierungschefs den ausgehandelten Brexit-Deal absegnen. Spanien hat bereits wegen offener Fragen um die britische Exklave Gibraltar mit Ablehnung gedroht.

Angesichts von nur noch fünf weiteren Handelstagen im November lautet die entscheidende Frage: Kommt es überhaupt noch zu einer Jahresendrally? Schließlich hat der Dax in den vergangenen 30 Jahren 23-mal im November und Dezember zugelegt. Viele fundamentalen Experten erwarten für den Dax maximal bis zu fünf Prozent Kursgewinne bis Silvester. Doch selbst hinter der kleinen Schlussrally stehen Fragezeichen.

Aus Sicht der Börsenstimmung sieht es aktuell ebenfalls nicht gut aus. Börsenexperte Joachim Goldberg, der für die Börse Frankfurt eine Sentimentumfrage auswertet, beschreibt die Lage nach den deutlichen Kursrückgängen der vergangenen Tag so: „Während die Privatanleger also mehr oder weniger diszipliniert und teilweise unter Hinnahme von deutlichen Kursverlusten die Notbremse gezogen haben, gilt dies nicht für die institutionellen Investoren“. Bei den Profis sei nach wie vor mehrheitlich Durchhalten angesagt, so dass sich die sentiment-technische Lage für den Dax nicht verbessert habe.

Seiner Meinung nach wären die bullischen Profi-Investoren vermutlich froh, die Kursspitzen der Vorwoche zwischen 11.350 und 11.450 Zählern noch einmal wiederzusehen, um sich dann zumindest noch mit einem halbwegs blauen Auge von den schal gewordenen Long-Positionen zu trennen. „Damit dürfte aus heutiger Sicht eine Jahresschlussrallye recht überschaubar bleiben“, schrieb der Verhaltensökonom, am vergangenen Mittwoch. Denn bei den genannten Marken dürfte es zu wieder massiven Verkäufen kommen.

Gleichzeitig sei der Dax an der Unterseite durch die kaum verbesserte heimische Nachfragesituation nach wie vor gefährdet. Zumal auch die internationalen Vermögensverwalter derzeit kein großes Interesse an deutschen Aktien zu haben scheinen.

Öl und Bitcoin verlieren an Wert

Am Rohölmarkt hat der Sinkflug der Preise angehalten. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete 58,87 US-Dollar, ein Minus von mehr als sechs Prozent. Der Euro hingegen ist leicht im Kurs gestiegen.

Auch für den Bitcoin geht es weiter talwärts. Am Freitag fiel die Kryptowährung auf einen Kurs von gerade einmal 4061 Dollar pro Einheit – und kostete damit so viel wie zuletzt im September 2017, zeigen die Daten der Krypto-Handelsbörse Bitstamp. Damit hat Bitcoin auf Wochensicht gesehen 26 Prozent verloren; seit Montag waren es immerhin 14 Prozent.

Blick auf Einzelwerte

Gea: Der Maschinenbauer rechnet nach einigen Rückschlägen mit noch mehr Herausforderungen im kommenden Jahr. Vor dem Hintergrund wiederholter Enttäuschungen sackten die Aktien am MDax-Ende um zeitweise vierzehn Prozent ab. Zum Handelsschluss lag das Minus von 10,1 Prozent. Gea komme mit seinem Umbau einfach nicht voran, bemängelten die Analysten der Citigroup. Die Geschäfte müssten weiter dezentralisiert werden, ähnlich wie bei anderen europäischen Maschinenbauern.

Lufthansa: Um 2,85 Prozent nach oben ging es für die Papiere der Lufthansa. Sie profitierten von den weiter fallenden Ölpreisen und damit von der Aussicht auf sinkende Kerosinkosten.

Allianz: Der Aufsichtsrat der Allianz hat vorzeitig den Vertrag von Vorstandschef Oliver Bäte bis September 2024 verlängert. Das teilte der Konzern am Freitagmorgen mit. „Unter der Führung von Herrn Bäte hat sich die Allianz in den vergangenen drei Jahren sehr gut entwickelt. Der Aufsichtsrat ist überzeugt, in ihm den richtigen Vorstandsvorsitzenden auch für die vor uns liegenden Herausforderungen zu haben“, zitiert die Allianz in einer Mitteilung Aufsichtsratschef Michael Diekmann. Die Aktien lagen in der Folge 0,5 Prozent im Plus.

Covestro: Die Aktien des Kunststoffherstellers fielen heute erneut um 0,5 Prozent. Covestro hat im Wochenverlauf in Folge einer Gewinnwarnung vom Dienstag einen Kursrutsch erlebt.

VW: Ein Medienbericht über drohende hohe Kosten im Abgasskandal hat am Freitag die Aktien von Volkswagen belastet. Die Titel fielen zeitweise um 1,5 Prozent auf 149,60 Euro und waren unter den schwächsten Werten im deutschen Leitindex Dax. zum Handelsschluss stand ein Minus von 0,6 Prozent zu Buche. Händler verwiesen auf einen Artikel in der „Bild"-Zeitung, wonach der Autobauer laut einem Urteil des Landsgerichts Augsburg erstmals einem Kunden den vollen Kaufpreis für seinen von Abgasmanipulation betroffenen VW Golf zurückzahlen soll. „Im schlimmsten Fall könnte das für VW wirklich sehr teuer werden, weil Millionen von Autos betroffen sind“, sagte ein Börsianer. Volkswagen kündigte an, in Berufung zu gehen. Das Landgericht Augsburg hatte sein Urteil bereits am Mittwoch vergangene Woche verkündet.

Was die Charttechnik sagt

Für die technischen Analysten der Helaba ist ein Rutsch des Dax unter die psychologisch wichtige 11.000er Marke nur eine Frage der Zeit. Schließlich haben sich strukturelle Bild der Dax-Werte weiter eingetrübt. Mittlerweile notieren 76 Prozent der Titel unterhalb der 200-Tagelinie, während 80 Prozent einen negativen Mittelfristtrend aufweisen. Die nächste wichtige Unterstützung besteht bei rund 10.800 Punkten.

Analystencheck: Equinet stuft Deutsche Bank runter auf „Neutral“

Die Investmentbank Equinet hat die Aktien der Deutschen Bank von „Buy“ auf „Neutral“ abgestuft und das Kursziel von 14 auf 8,50 Euro gesenkt. Dies schrieb Analyst Philipp Häßler in einer am Donnerstag vorliegenden Studie zu dem Frankfurter Bankhaus.

Weitere Analysen finden Sie im Handelsblatt-Analystencheck.

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