Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Dax aktuell Dax profitiert vom Ausgang der US-Wahlen - Fresenius Medical Care haussiert

Das Ergebnis der US-Zwischenwahlen hat nicht nur Einfluss auf den deutschen Aktienmarkt. Auch der Goldpreis steigt, Dollarkurs und die deutschen Anleiherenditen fallen hingegen.
Kommentieren

„Dax im Plus, obwohl es eigentlich keine guten Nachrichten gibt“

Frankfurt/DüsseldorfNach den US-Kongresswahlen geht es am deutschen Aktienmarkt nach oben. Der deutsche Leitindex Dax notierte zum Handelsschluss 0,8 Prozent im Plus bei 11.579 Punkten. Am Dienstag hatte er 0,1 Prozent niedriger bei 11.484 Punkten geschlossen. Der MDax stieg um 0,9 Prozent auf 24.421 Zähler und auf europäischer Bühne legte der Leitindex Euro Stoxx 50 um 1,2 Prozent auf 3245 Punkte zu.

„Stützend auf die Kurse sollte unabhängig vom eigentlichen Resultat der Wahl wirken, dass nun ein Unsicherheitsfaktor weniger für Nervosität sorgt“, sagte der Leiter der Vermögensverwaltung bei Bankhaus Bauer, Thomas Metzger.

Für die Republikaner von Präsident Donald Trump gab es eine Niederlage im Repräsentantenhaus ab. Die Demokraten nahmen ihnen die Mehrheit ab. Allerdings bauten die Republikaner die Kontrolle über die zweite Kammer, den Senat, aus.

Damit sei die ganz große Überraschung ausgeblieben, sagten Börsianer. Die Spaltung im Kongress dürfte es für Trump aber schwieriger machen, seine Politik umzusetzen. „Seine fiskalpolitische Agenda mit Steuersenkungen und erhöhten Ausgaben für Rüstung und eine Mauer gegenüber Mexiko wird kaum in der gesehenen Form weiterlaufen können“, sagte Marktexperte Thomas Meissner von der LBBW.

„Der Dollar gibt deswegen etwas nach, denn weitere Steuersenkungen erscheinen nun unwahrscheinlicher“, ergänzte Analyst David Madden von CMC Markets. „Der Erfolg der Demokraten wird Trump das Leben schwerer machen. Und er legt nahe, dass die Wähler mit seiner Regierung nicht allzu glücklich sind.“

Der voraussichtlich stärkere Gegenwind für Trump hat die Anleger in den sicheren Hafen Gold getrieben. Das Edelmetall verteuerte sich am Mittwoch um 0,7 Prozent auf 1235 Dollar je Feinunze. Auch die gerade in unruhigen Zeiten beliebten zehnjährigen deutschen Staatsanleihen waren nach der Teilniederlage der Republikaner im US-Repräsentantenhaus bei Investoren beliebt. Die Kurse stiegen, die Rendite fiel zurück auf 0,417 Prozent nach 0,432 Prozent im Schlussgeschäft vom Vortag.

Nun rückt als nächstes Thema bereits die US-Notenbank in den Fokus. In Washington beginnt der Offenmarktausschuss der Fed mit seinen Zinsberatungen. Die Zentralbank wird – anders als sonst – erst am Donnerstag über ihre weitere Geldpolitik informieren. Wesentlich Neues wird jedoch nicht erwartet. Vielmehr gilt eine weitere Zinsanhebung im Dezember als wahrscheinlich.

Außerdem dürfte alles, was mit dem von Trump geführten Handelsstreit mit China zu tun hat, die Märkte bewegen und auch das hoch verschuldete Italien mit seiner Haushaltspolitik bleibt ein wichtiges Thema.

Blick auf die Einzelwerte

BMW: Unter den Dax-Werten enttäuschte der Autobauer BMW, dessen Gewinne im dritten Quartal wegen der Einführung neuer Abgasprüfverfahren und teurer Rückstellungen für Rückrufe eingebrochen waren. Um rund 3,5 Prozent ging es daher für die Aktien abwärts.

Adidas: Etwas mehr verloren die Anteile von Adidas mit minus 3,6 Prozent. Zwar hob der Sportartikelhersteller seine Jahresgewinnprognose an, doch am Markt sei dies bereits eingepreist gewesen, sagte ein Händler.

Munich Re: Mit minus 0,2 Prozent zeigten sich dagegen die Anteile der Munich Re nach vorgelegten Quartalszahlen und bekräftigten Gewinnzielen unauffällig.

FMC: Um 9,6 Prozent ging es zugleich für die Aktien des Dialyseanbieters FMC nach oben, womit sie die Dax-Spitze einnahmen. Jüngste Umfragen bei einer Volksentscheidung im US-Staat Kalifornien zur Dialyseversorgung in Kliniken deuten darauf hin, dass das Referendum zugunsten des Konzern ausgeht.

Weitere Titel: Aus der zweiten Reihe der Dax-Familie überraschten Scout24, Fraport und Delivery Hero positiv mit ihren Geschäftsberichten und Ausblicken auf das restliche Jahr. Alle vier versammelten sich an der MDax-Spitze und legten zwischen 2,4 und 6,1 Prozent zu.

Was die Charttechnik sagt

Aus charttechnischer Sicht hat der Dax nach Plus der letzten Woche aktuell mit der Marke von 11.800 Punkten zu kämpfen. Die war rund anderthalb Jahre eine wichtige Unterstützung und ist nach dem Bruch in diesem Monat zu einem Widerstand geworden.

Die Analysten der Helaba bleiben trotz der hohen Kursgewinne der vergangenen Woche skeptisch. „Technisch betrachtet ist der deutsche Leitindex weiterhin in einer schwierigen Situation“, schreiben Sie in ihrem Morgenkommentar. Das übergeordnete Szenario eines Abwärtsimpulse bleibe intakt.

Optimistisch ist hingegen der freie Charttechniker Holger Struck. Seiner Meinung können Anleger noch die US-Wahlen am 6. November abwarten, die Weichen für eine Jahresendrally seien aber gestellt. Für ihn besteht gerade in solchen sogenannten Zwischenwahljahren ab (Ende) Oktober eine statistisch gesehen stark ausgeprägte, positive Saisonalität.  Der deutsche Leitindex würde sich laut Struck bei Kursen oberhalb von 11.920 sowie 12.126 Zählern regelrecht „freischießen“.

Vereinfacht gesagt versuchen charttechnische Analysten, aus dem Vergleich wiederkehrender Kursmuster der Vergangenheit mit aktuellen Chartgrafiken die Weiterentwicklung von Wertpapierkursen und Aktienindizes vorherzusagen. Realwirtschaftliche Größen wie die konjunkturelle Entwicklung, das Verhältnis von Kursen zu Gewinnen in Firmen oder die Geschäftsaussichten spielen eine untergeordnete Rolle – anders als bei den fundamentalen Untersuchungen herkömmlicher Analysten.

Analystencheck

Das US-Analysehaus Bernstein Research hat die „neutrale“ Einstufung für Deutsche Post nach Zahlen auf „Market-Perform“ mit einem Kursziel von 30 Euro belassen. Der Logistikkonzern habe für das dritte Quartal starke Resultate vorgelegt, schrieb Analyst Daniel Roeska in einer am Mittwoch vorliegenden Studie.

Die Restrukturierung komme voran. Es gebe aber große Unsicherheit, ob der deutsche Staat eine Erhöhung des Briefportos akzeptieren werde – und gerade das sei wichtig für den Anlagehintergrund der Aktien. Daher – und obwohl er positiver auf die Kostensenkungen der Post blicke - sehe er Risiken für die Unternehmensziele für 2020, erklärte der Analyst.

Weitere Analysen finden Sie im Handelsblatt-Analystencheck.

Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax. Aktuelle Leerverkäufe von Investoren finden Sie in unserer Datenbank zu Leerverkäufen.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Dax aktuell - Dax profitiert vom Ausgang der US-Wahlen - Fresenius Medical Care haussiert

0 Kommentare zu "Dax aktuell: Dax profitiert vom Ausgang der US-Wahlen - Fresenius Medical Care haussiert "

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%