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Dax aktuell Dax rettet sich ins Plus – Wirecard und Munich Re gefragt

Der kleine Verfallsvertag hat am Freitag das Geschehen am Frankfurter Aktienmarkt dominiert. Zum Handelsschluss hat sich der Leitindex stabilisiert.
Update: 19.07.2019 - 17:46 Uhr Kommentieren
Blick in den Handelssaal. Quelle: Reuters
Frankfurter Börse

Blick in den Handelssaal.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Profianleger haben am Freitag gezeigt, wie sehr sie den Handel dominieren können. Denn der Grund für eine Kursschwäche am Mittag dürfte der kleine Verfallstag an den Terminmärkten gewesen sein. Doch davon hat sich der Leitindex wieder erholt und schloss 0,26 Prozent im Plus bei 12.260 Punkten.

Am sogenannten kleinen Verfallstag laufen gegen 13 Uhr Optionen auf Indizes und einzelne Aktien aus. Der Abrechnungspreis für Dax-Optionen wurde an diesem Freitag bei 12.234,58 Punkte festgelegt.

Knapp zweieinhalb Stunden vorher, gegen 10.30 Uhr, starteten offenbar Profianleger ihre Versuche, den Dax in tiefere Regionen zu schicken. Ein Blick auf die ausstehenden Optionen an der Frankfurter Terminbörse zeigte, dass mehr Put-Optionen, die von fallenden Kursen profitieren, gekauft wurden, als Call-Optionen. Gegen 13.05 Uhr erreichte der Dax dann auch mit 12.211 Punkten sein Tagestief, ein Minus von 0,2 Prozent. Bis Handelsschluss hat sich die Frankfurter Benchmark wieder um 50 Punkte erholt.

In den Tagen vor und auch am Verfallstag selbst schwanken die Kurse meist überdurchschnittlich, weil Investoren die Preise derjenigen Papiere, auf die sie Derivate halten, in eine für sie günstige Richtung bewegen wollen. Dieser kleine Verfall hat deutlich weniger Einfluss auf den Gesamtmarkt als der Hexensabbat, der große Verfallstag alle drei Monate.

In den Fokus der Dax-Anleger rückte unter anderem Munich Re. Der weltgrößte Rückversicherer hat im zweiten Quartal einen unerwartet hohen Gewinn erzielt – die Aktie legte um 1,3 Prozent auf 225,80 Euro zu. Munich Re profitiert davon, dass größere Katastrophen ausgeblieben sind. Man erwarte ein Ergebnis von etwa einer Milliarde Euro, hieß es am Donnerstagabend. Das wäre in den vergangenen drei Monaten schon fast die Hälfte des für das ganze Jahr angepeilten Gewinns von 2,5 Milliarden Euro.

Dennoch setzt Munich Re das Ziel für das laufende Jahr nicht nach oben. Denn in der Vergangenheit hatten mehrfach Katastrophen im zweiten Halbjahr das Ergebnis belastet. Dann nämlich beginnt die Wirbelsturmsaison in der Karibik, an der US-Westküste und in Südostasien.

Auch BMW bleibt ein zentrales Thema auf dem Parkett. Am Donnerstagabend war bekanntgeworden, dass der bisherige Produktionsvorstand Oliver Zipse Konzernchef Harald Krüger beerbt. Am Freitag kommt der Aufsichtsrat zusammen, außerdem wird der BMW-China-Chef Jochen Goller über die Lage des Konzerns am chinesischen Automarkt sowie über die Bemühungen beim autonomen Fahren und mögliche Kooperationen berichten. Anleger scheinen zufrieden, die Papiere notierten bei Handelsschluss 0,63 Prozent im Plus.

Wirecard wickelt künftig einen Teil der bargeldlosen Zahlungen beim Discounter Aldi ab. Beide Unternehmen gaben am Freitagmorgen ihre Kooperation bekannt. Zuvor hatte Wirecard erklärt, künftig auch Finanzierungsangebote für den Online-Gebrauchtwagenhändler Auto1 („wirkaufendeinauto.de“) anzubieten. Wirecard-Aktien führten bei Handelsschluss mit einem Plus von 5,52 Prozent die Liste der Dax-Gewinner an.

Gefragt waren auch Bayer-Papiere, die 1,34 Prozent zulegten. Ein Gericht in den USA hatte mitgeteilt, dass eine verhängte Milliardenstrafe im Glyphosat-Prozess zu hoch angesetzt sei. Zunächst hatte eine Geschworenen-Jury einem Paar zwei Milliarden Dollar zugesprochen, doch die Richter in Oakland halten maximal 250 Millionen Dollar für angemessen

Negative Unternehmensnachrichten

Die weltweit drittgrößte Werbeagentur Publicis schraubte die Erwartungen beim Umsatz herunter und sorgt damit bei Aktionären für lange Gesichter. Die Aktien gaben am Freitag zeitweise fast zehn Prozent nach und fielen auf den niedrigsten Stand seit Ende 2012. Auch für die Titel des Rivalen WPP ging es zeitweise 3,5 Prozent abwärts. Publicis hat unter der Konkurrenz von Facebook und Google zu leiden, zudem kappen große Kunden ihre Werbebudgets.

Der Auto-Zulieferer Norma hat mit dem Abschwung der Autokonjunktur zu kämpfen und sucht sich zugleich einen neuen Vorstandschef. Nach fast 30 Jahren im Unternehmen scheidet Bernd Kleinhens Ende des Monats aus. Der Hersteller von Verbindungsteilen schraubte zugleich seine Geschäftserwartungen für das laufende Jahr herunter. An der Börse gaben die im Nebenwerteindex MDax enthaltenen Norma-Aktien bis zu 6,4 Prozent nach.

Die Software AG hat nach einem insgesamt befriedigend verlaufenen zweiten Quartal ihre Jahresprognose leicht verändert. Beim Umsatz mit Integrationssoftware sei 2019 nun mit einer Veränderung von minus sechs bis plus null Prozent zu rechnen. Die Aktie rutschte im heutigen Handel zwischenzeitlich bis zu 13 Prozent ab, konnte aber das Minus aber schließlich auf 11,87 Prozent begrenzen.

Was die Charttechnik sagt

Nach zwei schwachen Handelstagen besteht die Hoffnung, dass sich der Dax im Bereich des Monatstiefs, das der Index gestern mit 12.172 Punkten markiert hatte, wieder stabilisiert. Denn in dem Bereich liegen noch wichtige Unterstützungen, bei rund 12.200 notiert beispielsweise derzeit die 55-Tageslinie.

Mit der Eröffnung hat die Frankfurter Benchmark die Abwärtslücke vom Donnerstag geschlossen (12.324 Zähler Tiefpunkt am Mittwoch, 12.296 Punkte Höchststand am Donnerstag).

Auf der Oberseite sorgen der zweiwöchige Abwärtstrend, der seit dem Jahreshoch mit 12.656 Punkten Anfang Juli aktiv ist, für einen wichtigen Widerstand. Diese fallende Linie, gebildet vom Jahreshoch und weiteren Zwischenhochs innerhalb der anschließenden Konsolidierung, liegt derzeit bei rund 12.400 Zählern.  

Analystencheck: Macquarie straft 1&1 Drillisch ab

Analyst Guy Peddy von der australischen Bank Macquarie hat sein Kursziel für die Aktie des Telekomunternehmens 1&1 Drillisch deutlich reduziert. Statt bei 45 Euro sieht er den fairen Wert der Aktie jetzt nur noch bei 20,50 Euro. Wesentlicher Grund dafür ist der Aufbau eines vierten Mobilfunknetzes in Deutschland, das für den gesamten Sektor zu einem Missverhältnis von Umsatz, Bandbreiten und Marktanteilen bei der Datennutzung führe.

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