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Dax aktuell Dax rutscht um mehr als 300 Punkte ab – milliardenschwere Kursverluste bei Wirecard und Tui

Am zweiten Handelstag nach dem Jahreshoch wendet sich das Blatt: Die Dax-Rally seit Ende Dezember ist beendet. Mit Italien rückt ein altes Sorgenkind wieder neu in den Fokus der Investoren.
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Dax unter 11.300 Punkten – Wall Street legt Pause ein

FrankfurtNach dem furiosen Wochenstart und dem neu erreichten Jahreshoch stürzt das deutsche Börsenbarometer wieder ab: Zum Handelsschluss verliert der Dax 2,7 Prozent und notiert mit 11.022 Punkten 302 Zähler im Minus. Am Mittwoch hatte er 0,3 Prozent verloren.

Erst in dieser Woche hatte sich die steigende Zuversicht der Anleger auch anhaltend auf der Börsentafel sichtbar gemacht: Die Frankfurter Benchmark erklomm am Dienstag ein neues Jahreshoch bei 11.372 Punkten.

Belastungsfaktoren gibt es jedenfalls noch zahlreiche: vor allem auf politischer Ebene. Der Blick richtet sich am Donnerstag nach Brüssel, wo die britische Premierministerin Theresa May mit der Europäischen Union über eine Lösung für einen geregelten EU-Austritt verhandelt. Sie trifft Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, Ratspräsident Donald Tusk und Vertreter des EU-Parlaments.

Eher unwahrscheinlich ist, dass sie mit konkreten Lösungen zurück nach London reist – und den Börsen somit einen Schub liefert. Ein „harter“ Brexit wird von Tag zu Tag wahrscheinlicher – ein zentraler Belastungsfaktor für die Börsen, wohl auch in den kommenden Wochen. Auch May heute nach ersten Gesprächen mit der EU-Spitze versprach: „Ich werde beim Brexit liefern, ich werde ihn pünktlich liefern“.

Eine weitere negative Nachricht: Ein Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Staatsoberhaupt Xi Jinping ist „höchst unwahrscheinlich“ bis zum 1. März. Das berichtet der US-Fernsehsender CNBC unter Berufung auf Regierungskreise.

Zur Erinnerung: Washington hat den 1. März als Frist für eine Einigung gesetzt. Sollte diese nicht eingehalten werden, würde der Zollsatz auf chinesische Importwaren von aktuell 10 auf 25 Prozent steigen.

Die EU-Kommission legte ihre Prognose zur volkswirtschaftlichen Entwicklung der Euro-Zone vor – und drückte auch damit die Stimmung am Markt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde 2019 in den 19 Staaten der Eurozone um 1,3 Prozent zunehmen, erklärte die Behörde. Im Herbst war sie noch von 1,9 Prozent ausgegangen. Grund seien vor allem getrübte Ausblicke in Deutschland, Italien und auch Frankreich sowie Belastungen durch den Brexit.

Die Reaktion an den Märkten folgte schnell: Der italienische Auswahlindex FTSE Italia All Share verlor 2,5 Prozent. Auch an den Anleihenmärkten stieg die Rendite der italienischen Staatsanleihen, während die der deutschen abrutschte. Dementsprechend stieg die Renditedifferenz zwischen diesen beiden Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren auf 285 Basispunkte.

Für eine zehnjährige deutsche Staatsanleihe erhalten Investoren nur noch eine jährliche Rendite von 0,11 Prozent, dem niedrigsten Stand seit November 2016. Umgekehrt stieg die Rendite der Italien-Bonds mit gleicher Laufzeit auf 2,96 Prozent. Mitte Oktober lag dieser Wert aber noch bei 3,67 Prozent.

Einzelwerte im Überblick

Tui: Der Börsenwert des Reisekonzerns ist am Donnerstag um etwa 1,5 Milliarden Euro gefallen, nachdem das Unternehmen angekündigt hatte, dass eine Serie von jahrelang steigenden Gewinnen zu Ende geht. Das operative Ergebnis wird dieses Jahr nicht steigen. Vorstandschef Fritz Joussen hatte die Jahre zuvor stets mindestens zehn Prozent Plus als Ziel ausgegeben und auch geschafft.

Wirecard: Die Aktie geriet erneut unter massiven Beschuss mutmaßlicher Spekulanten. Die Zeitung „Financial Times“ hat mittlerweile drei Berichte mit dem Vorwurf krimineller Kontomanipulationen und Dokumentfälschungen gegen einen Wirecard-Mitarbeiter in Singapur veröffentlicht.

Am Donnerstag verlor das Papier an der Frankfurter Börse bis zu 19 Prozent, nachdem der dritte Bericht erschienen war. Aufgrund der Berichte hat die Aktie mehr als acht Milliarden Euro an Börsenwert verloren. Zum Handelsschluss lag das heutige Minus bei 15 Prozent.

Deutsche Bank: Der Druck auf die Aktien des Geldhauses steigt. In den USA erneuerten zwei Senatoren der Demokraten einen Antrag auf eine Untersuchung des Bankenausschusses in der zweiten Kammer des US-Parlaments. Dabei soll es um die Praktiken und die Beziehung der Deutschen Bank zu US-Präsident Donald Trump gehen. Die Aktien weiten ihre Verluste aus und fallen um 6,3 Prozent auf 7,39 Euro.

Daimler: Das Dax-Schwergewicht leidet weiter unter dem erlittenen Gewinneinbruch. Die Kursverluste setzen sich fort: Daimler gehörten mit Abschlägen von über 5,3 Prozent zu den größeren Verlierern.

GEA: Heruntergeschraubte Mittelfristziele und die Aussicht auf sinkende Umsätze in 2019 verschreckten Anleger bei GEA. Die Aktien des Anlagenbauers stürzten um 17,8 Prozent ab.

Osram: Die Krise beim Lichtkonzern Osram hält an. Schon vor wenigen Wochen kündigte der Konzern schwache Zahlen an. Für die roten Zahlen macht Osram vor allem externe Gründe geltend. Insbesondere die Autokonjunktur habe sich deutlich eingetrübt. Aber auch im Bereich mobiler Endgeräte sowie in der Allgemeinbeleuchtung sei die Nachfrage zurückgegangen. Die Aktie verliert 4,4 Prozent.

Was die Charttechnik sagt

11372 war als neues Jahreshoch 2019 die neue Realität - doch am Tag zwei danach hat sich die charttechnische Lage komplett gewandelt. Nach dem Sturz unter die Marke von 11.276 Zählern ist der Aufwärtstrend seit Ende Dezember beendet. Damals notierte der Leitindex bei 10.279, dem Zwei-Jahres-Tief. Möglicherweise rutscht der Index erneut auf diese Marke.

Analystencheck: Hauck & Aufhäuser erneuert Kaufempfehlung für MTU

Die Privatbank Hauck & Aufhäuser hat MTU auf „Buy“ mit einem Kursziel von 210 Euro belassen. Über die Kooperation des Triebwerksherstellers mit dem französischen Konkurrenten Safran bei der Entwicklung des Antriebsaggregats für ein gemeinsames Kampfflugzeug sei bereits vor der nun offiziellen Ankündigung ausführlich diskutiert worden, schrieb Analyst Frederik Bitter am Mittwoch in einer ersten Einschätzung. Sie unterstreiche die Attraktivität von MTU als Entwicklungspartner.

Laut Handelsblatt-Analystencheck empfehlen elf Experten die MTU-Aktie zum Kauf. 14 empfehlen, die Aktie zu halten. Keine Studie rät zum Verkauf. Das gewichtete durchschnittliche MTU-Kursziel aller 25 ausgewerteten Analystenmeinungen, bei dem neuere Studien höher gewichtet werden, liegt bei gut 197 Euro. Die Aktie wird derzeit zum Kurs von rund 190 Euro gehandelt.

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