Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Dax aktuell Dax rutscht zum Börsenschluss ins Minus

Nach den panischen Verkäufen verlief der Handel am Freitag ruhig. Dennoch schloss der Dax im Minus.
Update: 07.12.2018 - 18:12 Uhr Kommentieren

„2019 wird für die Börsen ein schwieriges Jahr“

Düsseldorf/Frankfurt Zum Abschluss der Börsenwoche fand der Dax keine eindeutige Richtung. Er stieg bis zum Mittag um über ein Prozent an, verlor danach aber wieder fast all seinen Tagesgewinn. Zuletzt notierte er 0,2 Prozent im Minus bei 10.788 Punkten. Der MDax gewann 0,4 Prozent und kam auf 22.535 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte um 0,7 Prozent zu.

Am Donnerstag hatte er wegen der Festnahme der Finanzchefin des chinesischen Technologiekonzerns Huawei 3,5 Prozent im Minus bei 10.810 Punkten geschlossen. Anleger fürchteten, dass der Fall den Handelsstreit zwischen den USA und China verschärfen könnte.

„Die Nervosität auf dem Parkett bleibt hoch“, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. Und die Chancen auf eine Weihnachtsrally schwänden.

Auf Wochensicht kommt der Dax auf einen Abschlag von mehr als drei Prozent. Am Donnerstag fiel er erstmals seit zwei Jahren unter die psychologisch wichtige Marke von 11.000 Zählern. „Die Anleger ziehen zurzeit die Köpfe ein und suchen eher Deckung“, stellte Analyst Christian Henke vom Brokerhaus IG fest.

Dass der Leitindex am Freitag überhaupt einen Erholungsversuch wagte, führten Börsianer vor allem auf die jüngsten Aussagen von US-Notenbankchef Jerome Powell zurück. Seiner Einschätzung zufolge läuft die US-Wirtschaft „insgesamt sehr gut“. Besonders der Arbeitsmarkt sei stark, sagte Powell am Donnerstagabend in Washington.

Auch im Fokus der Börse: das Wirtschaftswachstum. Eine schwache Entwicklung des Außenhandels hat das Wirtschaftswachstum im Euro-Raum wie erwartet gebremst. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei im dritten Quartal noch um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal gestiegen, teilte das Statistikamt Eurostat am Freitag in Luxemburg nach einer dritten Schätzung mit.

Die bisherige Berechnung wurde damit bestätigt. Im Vorquartal war die Wirtschaft um 0,4 Prozent gewachsen. In der gesamten Europäischen Union (EU) lag das Wachstum mit 0,3 Prozent etwas höher als im Euro-Raum.

Im Blick behielten die Anleger auch das Treffen der Opec in Wien. Am Freitagnachmittag verkündete Opec-Präsident Suhail Mohammed al-Masruei schließlich, was bereits zuvor die Runde machte: Die Organisation erdölexportierender Länder hat sich mit anderen Staaten auf eine Verringerung der Ölförderung geeinigt. Befristet auf sechs Monate werden sie ab Januar täglich insgesamt 1,2 Millionen Barrel (159 Liter) weniger produzieren, sagte Mohammed al-Masruei..

Einzelwerte im Fokus

Fresenius: Unter den Einzelwerten rückte Fresenius ins Rampenlicht. Die Aktien des Gesundheitskonzerns brachen um fast 17 Prozent ein. Fresenius ringt mit Gegenwind im Tagesgeschäft und will zudem mehr Geld ausgeben, um das Wachstum anzukurbeln. Daher kappte das Unternehmen seine mittelfristigen Ziele.

Fresenius Medical Care (FMC): Der Dialysespezialist, an dem Fresenius immer noch mehrheitlich beteiligt ist, geriet am Freitag in den Abwärtsrausch des Mutterkonzerns. Die Aktien brauchen um über sieben Prozent ein. FMC stellt sich für das kommende Jahr nur auf ein Konzernergebnis etwa auf dem Niveau von 2018 ein.

Zalando: Anleger haben nach einem positiven Analystenkommentar beim Online-Modehändler Zalando zugegriffen. Die Aktien kletterten am Freitag um 4,5 Prozent auf 26,60 Euro und setzten sich damit zeitweise an die Spitze im Nebenwerteindex MDax.

SAP: Die Aktien des Software-Anbieters SAP zählten hingegen mit einem Plus von zwei Prozent zu den größten Gewinnern im Dax. Rückenwind lieferte ein positiver Analystenkommentar zur Geschäftsentwicklung im vierten Quartal.

Charttechnik: Situation erinnert an Fukushima-Tragödie

Anfang der Woche gab es für den Dax kein Halten mehr: Er verlor und verlor. Eine aus charttechnischer Sicht wichtige Rolle spielt nun die Marke von 10.800 Zählern. Sie ist der ehemalige Dax-Hochpunkt von August bis November 2016.

Sollte der Dax tiefer als 10.800 fallen, droht nach Meinung der technischen Analysten der Düsseldorfer Bank HSBC die Frankfurter Benchmark auf rund 10.000 Punkte abzurutschen. Mit dem gestrigen Rutsch auf die Marke von 10.767 Zählern gab es schon den ersten Warnschuss, dass der Leitindex durchaus die 10.000er Marke im Blick hat.

Ein weiterer Aspekt zeigt die enorme Unsicherheit an den Märkten: Beim Dax gab es in den vergangenen Tagen drei Abwärtskurslücken in Folge. Das bedeutet: Nach einem verlustreichen Handelstag eröffnete der Leitindex am folgenden Tag noch tiefer und konnte auch diese „Lücke“ im Handelsverlauf nicht wieder schließen. „Eine solche Häufung von Kurslücken gab es beim Dax erstmals während der Atomkatastrophe von Fukushima“, schreiben die HSBC-Analysten.

Pessimisten sehen diese offenbar panischen Verkäufer als Indiz für weiter fallenden Kurse. Optimisten erinnern sich an die weitere Kursentwicklung nach der Fukushima-Tragödie März 2011: Nach dem Rutsch um knapp 1.000 Punkte auf 6.483 Zähler stieg der Index anschließend rasant – und machte seine Verluste bereits Anfang April 2011 wieder wett.

Vorgaben aus Übersee

Das versöhnliche Ende der Achterbahnfahrt an der Wall Street am Donnerstag „hat das Investitionsklima verbessert“, urteilte die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei. Das gilt zumindest in Ostasien: Am Freitagvormittag setzte sich der Kursrutsch an keinem ostasiatischen Markt fort. Der japanische Nikkei-225-Index legte 0,8 Prozent auf 21.678 Zähler zu. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 0,6 Prozent. Der koreanische Kospi-Index gewann 0,3 Prozent, während der chinesische Shanghai Composite Index und der Hongkonger Hangseng-Index fast unverändert aus dem Rennen gingen.

Am Freitag trübte sich die Stimmung an der Wall Street weiter ein. Die wichtigsten US-Börsenindizes lagen am Freitag nach einem verhaltenen Start zuletzt teils deutlich im Minus.

Analystencheck

Die Privatbank Berenberg hat die Einstufung für Knorr-Bremse nach einer bankeigenen Investorenkonferenz auf „Buy“ mit einem Kursziel von 88 Euro belassen. Finanzchef Ralph Heuwing habe Optimismus versprüht und die Fähigkeit des Bremsenherstellers für Schienen- und Nutzfahrzeuge hervorgehoben, sich überdurchschnittlich zu entwickeln, schrieb Analyst Philippe Lorrain in einer am Donnerstag vorliegenden Studie.

Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax. Aktuelle Leerverkäufe von Investoren finden Sie in unserer Datenbank zu Leerverkäufen.

Finance Briefing
Startseite

Mehr zu: Dax aktuell - Dax rutscht zum Börsenschluss ins Minus

0 Kommentare zu "Dax aktuell: Dax rutscht zum Börsenschluss ins Minus"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote