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Aktienkurstafel an der Frankfurter Börse

Der deutsche Aktienmarkt sendet Entspannungssignale.

(Foto: dpa)

Dax aktuell Dax scheitert an der Marke von 11.000 Punkten – Aktien mit großem China-Geschäft sind gefragt

Der deutsche Leitindex markiert ein neues Jahreshoch und schließt deutlich im Plus. Nur die Aktie der Deutschen Bank profitiert von der Kauflaune nicht - im Gegenteil.
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DüsseldorfDer Dax versuchte zwei Mal die Marke von 11.000 Punkten zu überwinden, doch der Widerstand war zu groß. Beide Mal setzten schnell Gewinnmitnahmen ein. Der deutsche Leitindex schloss 0,83 Prozent höher bei 10 893 Punkten. Der Index der mittelgroßen Unternehmen MDax kletterte um 1,3 Prozent auf 22 778 Punkte. Der Tageshöchststand lag bei 10.962 Punkten, gleichzeitig ein neues Jahreshoch.

Am Dienstag hatten deutsche Aktienanleger den Dax zeitweilig auf 10.908 Punkte gehoben, nach dem Mehrjahrestief aus dem Dezember von 10.279 Punkten ein echter Lichtblick. Dass es bis zum Handelsschluss am Mittwochabend dann wieder auf 10.804 Punkte abwärts ging, trübte die Freude nur ein wenig – immerhin blieb ein Plus von 0,5 Prozent.

Gleich mehrere positive Meldungen hatten bei Investoren offenbar für Erleichterung gesorgt. Der chinesischen Regierung zufolge wurde die am Montag begonnene Handelsgesprächsrunde in Peking inzwischen abgeschlossen. Ergebnisse sollten noch präsentiert werden. US-Agrar-Staatssekretär Ted McKinney sagte, die Beratungen seien gut verlaufen. Die zunächst auf zwei Tage angesetzten Verhandlungen waren verlängert worden. Börsianer hatten dies als Zeichen gewertet, dass beide Seiten an einer Lösung interessiert seien.

Vor diesem Hintergrund waren an den Börsen von allem Unternehmen mit einem großen China-Geschäft gefragt. Hierzu gehörten Luxusgüter-Hersteller wie Burberry, Kering, LVMH und Moncler. Ihre Aktien gewannen bis zu vier Prozent. Dazu zählten auch die deutschen Automobilwerte mit einem ebenso hohen Plus.

Donald Trump war es, der für eine zweite gute Nachricht sorgte: Bei seiner Fernsehansprache in der Nacht zum Mittwoch bekräftigte er zwar seine Forderung nach Milliardensummen für den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko, verzichtete aber darauf, den nationalen Notstand zu verkünden.

Die Maßnahme würde es ihm ermöglichen, die erforderlichen finanziellen Mittel, die ihm die oppositionellen Demokraten verweigern, ohne deren Zustimmung zu beschaffen. Dies allerdings zum Preis langwieriger und im Ergebnis offener juristischer und politischer Auseinandersetzungen. Damit ist der Streit um das US-Haushaltsbudget zwar nicht gelöst, doch kündigte der Präsident an, am Mittwoch republikanische – und womöglich auch demokratische – Abgeordnete im Weißen Haus zu Gesprächen treffen zu wollen.

Auch das gute Abschneiden der US-Börsen, das sich am Mittwoch an den asiatischen Handelsplätzen fortsetzte, dürfte Investoren in Deutschland in ihrer positiven Einschätzung bestärkt haben. Neben den Fortschritten in den amerikanisch-chinesischen Verhandlungen ließ auch die Bereitschaft der US-Notenbank zu behutsameren Zinserhöhungen als 2018 sowie die anhaltend robuste Konjunktur Aktien in den USA attraktiv erscheinen.

Unterdessen warteten Anleger gespannt auf das Protokoll der jüngsten Beratungen der US-Notenbank (Fed). „Dieses dürfte bestätigen, dass die Federal Reserve das Tempo der Zinsschritte drosseln und sich aufgrund der erhöhten Zahl von Risiken vorsichtiger zeigen wird“, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. Den Aktienmärkten könnte dies zusätzlichen Rückenwind verleihen. Der US-Währung stand dagegen unter Verkaufsdruck. Der Euro verteuerte sich im Gegenzug um 0,2 Prozent auf 1,1465 Dollar.

Offenbar rechnen auch in Europa immer weniger Investoren damit, dass die Europäische Zentralbank (EZB) in diesem Jahr die Leitzinsen erhöhen will. Ein derartiger Schritt wird erst für Mitte 2020 vorhergesagt, wie aus Daten vom Dienstag hervorgeht. Die Wahrscheinlichkeit, dass die EZB ihren Strafzins für die Geldhäuser in diesem Jahr abmildert, wurde dagegen nur noch auf 45 Prozent beziffert. Noch vor wenigen Monaten hatten die Terminkontrakte darauf hingedeutet, dass die EZB ihren Einlagesatz um zehn Basispunkte anhebt. Dieser Zins liegt seit März 2016 bei minus 0,4 Prozent, den Banken zahlen müssen, wenn sie bei der EZB über Nacht überschüssiges Geld parken.

Risiken nicht unterschätzen

Könnte eine nach hinten verschobene Zinswende in der Euro-Zone zwar einerseits den Aktienkursen nützen, so wären doch die dahinterliegenden Sorgen um die Konjunkturentwicklung eher kontraproduktiv. Am Dienstag hatten beispielsweise überraschend schwache Konjunkturdaten Zweifel am Aufschwung in Deutschland geschürt. Den Daten zufolge drosselten Unternehmen ihre Produktion im November zum dritten Mal in Folge und so kräftig wie seit Juli nicht mehr. Einige Volkswirte befürchten sogar, dass die größte Volkswirtschaft der Euro-Zone zum Jahresende 2018 in eine Rezession gerutscht sein könnte.

Auch die Stimmung in der Wirtschaft der Euro-Zone hat sich vor der Jahreswende stark abgekühlt. Zudem geht die Weltbank für dieses Jahr von einem geringeren Wachstum der Weltwirtschaft aus. Das Plus werde voraussichtlich nur noch 2,9 Prozent betragen nach drei Prozent 2018. Grund dafür seien die Spannungen im Handel.

Nicht zuletzt bleibt auch die Gefahr eines ungeordneten Brexits ein wichtiger Punkt auf der Beobachtungsliste deutscher Aktienanleger. Die Wahrscheinlichkeit, dass die britische Premierministerin Theresa May die Abstimmung im Unterhaus über den von ihr ausgehandelten Vertrag mit der EU gewinnt, wird jedenfalls täglich geringer.

Angesichts all dieser Schwierigkeiten verwundert es nicht, dass so mancher Beobachter zur Vorsicht mahnt. So warnt Helaba-Analyst Christian Schmidt davor, bereits zur Tagesordnung überzugehen. Er vermutet, dass der aktuelle Aufwärtstrend der Kurse eher Ausdruck einer Art „Wait and see-Strategie“ der Anleger. Die fühlten sich „mit gelegentlichen, kurzfristigen Käufen ganz wohl“.

Zudem verweisen langjährige Beobachter der Aktienmärkte darauf, dass starke Kursausschläge nach unten und nach oben ein typisches Kennzeichen für einen Bärenmarkt mit tendenziell fallenden Aktienkursen sei.

Blick auf die Einzelwerte

Daimler: Dank glänzender Geschäfte in China hat Mercedes 2018 erneut mehr Autos verkauft. 2,3 Millionen Fahrzeuge mit Stern auf der Motorhaube wurden weltweit ausgeliefert, das sind 0,9 Prozent mehr als 2017. Das hilft dem Aktienkurs, der drei Prozent zulegte.

Überhaupt profitieren Automobilwerte von den positiven Nachrichten aus den amerikanisch-chinesischen Verhandlungen. Continental steigt 3,1 Prozent, Volkswagen legt 2,4 Prozent zu.

Deutsche Bank: Die Ankündigung, die Boni der Mitarbeiter deutlich zu kürzen, versetzt Anleger offenbar in Alarmbereitschaft. Der Aktienkurs des größten deutschen Geldhauses verliert 2,8 Prozent und setzt sich mit weitem Abstand an die Spitze der Dax-Verlierer. Zudem könnte einer Analyse des Vermögensverwalters MainFirst zufolge könnte das abgelaufene Quartal für das Kreditinstitut wenig erfreulich verlaufen sein. Die Bank habe im Gespräch mit den Analysten signalisiert, dass das Schlussquartal 2018 „schwierig“ gewesen sei, hieß es in der Studie.

Was die Charttechnik sagt

Das kurzfristige Chartbild des Dax habe sich etwas aufgehellt, räumen die Charttechniker der Helaba ein. Die strukturelle Konstellation allerdings sei die alte: 86 Prozent der Dax-Anteilsscheine notieren unterhalb der 200-Tagelinie, während sich zudem 83 Prozent unterhalb des 50-Tagedurschnitts befinden. Immerhin wurde am Dienstag der 21-Tagedurchschnitt erstmals seit dem 4. Dezember wieder überschritten.

Der mittelfristige Abwärtstrend wäre nach Meinung vieler Experten erst mit einem Sprung über die Marke von 11.800 Punkten beendet. Ohne diesen Befreiungsschlag gilt unverändert das im letzten Jahr immer wieder angeführte Kursziel von rund 10.000 Punkten. Spätestens dort sollte eine Trendwende erfolgen, hoffen die technischen Analysten.

Analystencheck: Independent Research senkt das Kursziel für die Commerzbank-Aktie

Das Analysehaus Independent Research glaubt nicht mehr, dass die Aktie des zweitgrößten privatwirtschaftlichen deutschen Geldhauses auf 7,50 Euro steigen kann. Analyst Markus Rießelmann senkte das Kursziel auf 7,00 Euro. Er beließ es allerdings bei der Einstufung auf „Halten“. Derzeit deute nichts auf langsamen und stetigen Anstieg der langfristigen Kapitalmarktzinsen hin, der für das Frankfurter Bankhaus vonnöten wäre, begründete Rießelmann in einer am Dienstag vorliegenden Studie die Entscheidung. Ein Zusammenschluss mit der Deutschen Bank sei wegen der Restrukturierungen beider Häuser derzeit unwahrscheinlich.

Laut dem Handelsblatt-Analystencheck entspricht die Einschätzung des Independent-Research-Analysten der Mehrheitsmeinung. Von 30 Analysten empfehlen 17 Experten, das Papier zu halten. Zwölf raten zum Kauf, ein Analyst zum Verkauf. Was die mögliche Kursentwicklung betrifft, so fällt der gewichtete Durchschnitt der Analysten weit optimistischer aus als die Einschätzung von Independent Research. Das gewichtete durchschnittliche Kursziel aller ausgewerteten 30 Analystenmeinungen, bei dem neuere Studien höher gewichtet werden, liegt bei 10,02 Euro. Die Aktie wird derzeit zum Kurs gut 6,30 Euro gehandelt.

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