Unruhe auf dem Frankfurter Parkett

Die Kursschwankungen nehmen zu.

(Foto: dapd)

Dax aktuell Dax schließt 0,5 Prozent im Plus

Trump verhängt neue Strafzölle in Höhe von 200 Milliarden Dollar – doch die exportstarken Dax-Werte steigen. Vor allem die Autotitel treiben den Leitindex.
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FrankfurtDer Dax hat am Dienstag trotz einer Eskalation im Handelskonflikt zwischen den USA und China zugelegt. Er stieg um 0,51 Prozent auf 12.157,67 Punkte. Händler sagten, es sei nun lediglich das Szenario eingetreten, mit dem man wohl ohnehin habe rechnen müssen.

Der Index der mittelgroßen Werte MDax gab am Dienstag um 0,12 Prozent auf 26.249,17 Zähler nach. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,12 Prozent auf 2907,62 Punkte leicht aufwärts. Am Montag verlor der deutsche Leitindex 0,2 Prozent auf 12.096 Punkte.

Ist die temporäre Erholung des Dax bereits vorüber? Nach Meinung der Helaba-Analysten spricht vieles dafür, dass der Kursanstieg von 1,4 Prozent in der vergangenen Handelswoche nur ein Strohfeuer war.

Die auf den ersten Blick erstaunliche Reaktion lässt sich wie folgt erklären: Börsianer hassen Unsicherheit, die meisten Kursverluste gibt es meist im Vorfeld wichtiger, negativer Entscheidungen. Vor dem Tag der Entscheidung haben die meisten Anleger ihre Aktien schon verkauft. Dadurch steigen die Kurse schon bei geringem Kaufinteresse, es erfolgt dann oft eine sogenannte Erleichterungsrally.

Laut Helaba könnte die Verhängung neuer Zölle von US-Präsident Trump im Handelsstreit mit China den Dax aber bald wieder in Richtung Süden schicken – so wie es bereits in der ersten Septemberwoche geschah. Denn es droht eine erneute Verschärfung des Handelskonfliktes.

Bereits am kommenden Montag treten neue Importzölle gegen China mit einem Volumen von 200 Milliarden Dollar in Kraft. Die Zölle werden zunächst zehn Prozent betragen, ab dem Jahr 2019 soll der Satz auf 25 Prozent angehoben werden.

Da China umgehend mit Gegenmaßnahmen reagierte, wollen die USA eine weitere Strafzollrunde – die dritte – einläuten. Weitere Warenimporte mit einem Wert von 267 Milliarden Dollar wären dann betroffen.

„Insofern ist davon auszugehen, dass der Handelsstreit den Märkten noch länger erhalten bleibt, als es ihnen lieb ist“, meinen die Helaba-Analysten. „Eine Eskalation des Handelsstreits hätte vor allem für die europäischen und asiatischen Märkte schwerwiegende Folgen“, sagte auch Marktanalyst Milan Cutkovic vom Broker AxiTrader. „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Trump den Fokus wieder auf Europa richtet und auch hier mit neuen Strafzöllen droht.“

Gegen einen Ausverkauf am deutschen Aktienmarkt sprechen aber die Ergebnisse der Handelsblattumfrage Dax-Sentiment – bislang ein sehr guter Indikator für die weitere Dax-Entwicklung. „Einen heftigen Ausverkauf würde ich aus heutiger Sicht für unwahrscheinlich halten“, meint Börsenexperte Stephan Heibel, der die wöchentliche Umfrage auswertet.

Seine Begründung: Anleger in Deutschland und in den USA, sowohl private als auch institutionelle Anleger sind viel zu defensiv positioniert. Es gibt also noch genügend Kapital, das investiert werden muss und angesichts der gestiegenen Zukunftserwartungen der Investoren auch bald in den Markt fließen dürfte.
Das bedeute weiterhin noch nicht, dass der Aktienmarkt ab sofort einen Sprung nach oben macht. Vielmehr zeige sich, dass der Abwärtstrend zu Ende gehe und immer mehr Anleger zu Käufen bereit seien. „Es wird wohl von den Tagesmeldungen abhängen, ob Anleger nochmals eine Gelegenheit erhalten, zu günstigen Kursen einzukaufen, oder aber den Kursen hinterherlaufen müssen“, meint der Inhaber des Analysehauses Animusx.

Einzelwerte im Blick

Automobilaktien: Die EU-Kommission verschärft ihre Kartellermittlungen gegen deutsche Autokonzerne, gegen BMW, Daimler und VW. Doch die Aktienkurse der Konzerne steigen deutlich an und sind in erster Linie für das Dax-Plus verantwortlich. VW-Papiere zogen 2,6 Prozent an, Daimler-Titel legtne 0,65 Prozent im Plus und BMW-Aktien legten gegenüber dem Vortagesschluss um 0,16 Prozent zu. Es dürften vermutlich Schnäppchenjäger die Aktien angesichts der günstigen Bewertungen gekauft haben.

SAP: Die Anleger des Technologiekonzerns interessieren sich sehr genau für das Zahlenwerk des US-Rivalen Oracle. Der Umsatz des IT-Riesen in der größten Sparte, dem Cloud-Geschäft, stieg im vergangenen Quartal nicht so stark wie erwartet. Oracle-Aktien brachen im nachbörslichen Handel an der Wall Street um sechs Prozent ein, stiegen im Laufe des Handelstages aber wieder an und lagen zuletzt nur noch 1,6 Prozent im Minus. SAP-Aktien gewannen 0,7 Prozent.

Zalando: Bei Europas größtem Modehändler Zalando liefen die Geschäfte zuletzt nicht mehr so rund. Der Konzern schraubte innerhalb weniger Wochen zum zweiten Mal seine Umsatz- und Ergebnisprognose zurück. Die Anleger warfen die Zalando-Aktien aus ihren Depots, das Papier fiel vormittags um bis zu knapp 20 Prozent, begrenzt aber anschließend die Verluste auf 13 Prozent.

Was die Charttechnik sagt

Bislang war der deutsche Leitindex noch im Bereich zwischen 12.104 Punkten und 12.134 Zählern gedeckelt. Erst Notierungen oberhalb dieser beiden Marke ermöglicht dem Dax nun weiteres Potenzial. „Ein nachhaltiger Spurt über dieses Level würde ganz wesentlich zur Entspannung der aktuellen charttechnischen Gratwanderung beitragen“, meinten die Experten von HSBC in ihrem morgendlichen Börsenkommentar vor der Handelseröffnung. Bleibt der Dax oberhalb der Marke, könnte er zunächst bis rund 12.500 Punkte steigen.

Und das Negativszenario? „Gelingt es nicht diese (oben genannten Marken) nachhaltig zu überwinden, die Wahrscheinlichkeit dafür ist deutlich höher zu gewichten, droht ein Rücksetzer bis zunächst 11.742 Punkte“, meinten die technischen Analysten der Helaba in ihrer Einschätzung vor dem Börsenstart. Weitere Orientierungsmarken lassen sich zudem bei 11.501 sowie bei 11.412 Zählern definieren. Für die Experten könnte ein richtungsweisender Impuls bereits in Kürze vollzogen werden.

Vorgaben aus den USA und Asien

Trotz der weiteren Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China hat die Tokioter Börse am Dienstag kräftige Aufschläge verzeichnet. Der Nikkei-Index der 225 führenden Werte legte im Vormittagshandel um 1,1 Prozent auf 23.342 Punkte zu und bewegte sich damit auf einem Siebenmonatshoch. Der breiter gefasste Topix gewann ebenfalls 1,1 Prozent auf 1747 Zähler.

Die chinesischen Börsen konnten zunächst zwar nicht den Kurssteigerungen in Tokio nicht folgen, drehten aber zum Handelsschluss noch deutlich ins Plus. Die beiden maßgeblichen großen Indizes im Reich der Mitte, der CSI 300 und der Shanghai Composite Index, stiegen um 1,65 Prozent sowie um 1,5 Prozent. Die chinesische Währung Yuan fiel gegenüber dem Dollar nur leicht.

An der Wall Street begann der Handel stärker als angesichts des Zollstreits vermutet. Der Dow Jones stieg in den Anfangsminuten um 0,3 Prozent auf 26.138 Punkte. Der S&P 500 und der Nasdaq-Composite legten ebenfalls zu.

Analystencheck: Kepler Cheuvreux empfiehlt Thyssen-Krupp-Aktie zum Kauf

Das Analysehaus Kepler Cheuvreux hat die Einstufung für Thyssen-Krupp auf „Buy“ mit einem Kursziel von 35 Euro belassen. Die Personalwechsel im Bereich Industrial Solutions und der Großauftrag des ungarischen Öl- und Gasunternehmens MOL seien positive Nachrichten, schrieb Analyst Rochus Brauneiser in einer Studie. Im Fokus stehe aber die Chefsuche beim Industriekonzern. Die Personalie könnte der nächste Kurstreiber werden, so Brauneiser.

Laut dem Handelsblatt-Analystencheck stehen 50 Kauf-Empfehlungen 24 Mal die Bewertung „Neutral“ gegenüber, drei Studien empfehlen die Aktie zu verkaufen. Das gewichtete Kursziel liegt bei 28,05 Euro und damit deutlich über dem aktuellen Kurs von 19,68 Euro.

Weitere Analysen finden Sie im Handelsblatt-Analystencheck

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  • The police officer is introducing himself. The helm is not on the head of the helmets behind him. There is also no bicycling license. Still, he was ready to go back to the strength. There are two members of the Responsible Girls Guide where there are injuries to the obstacles. This incident happened at the junction of officers' club at Bailey Road in the capital on Tuesday. After the recent nationwide movement demanding the safe road, the government is in a hurry.
    Germany newspapers
    https://goo.gl/QvoCUC

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