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Dax aktuell Dax schließt 0,7 Prozent im Plus – Kleinanleger schlagen die Profis an der Wall Street

Die Rotation von Technologie-Aktien zu Standardwerten setzt sich am Freitag fort. Sein Rekordhoch verpasst der Dax zum Wochenende nur knapp.
28.05.2021 Update: 28.05.2021 - 18:15 Uhr Kommentieren
Dax aktuell: Mögliche Einigung im Handelsstreit stützt den Dax Quelle: dpa
Dax-Kurve im Handelssaal in Frankfurt

Die Frankfurter Benchmark hat in diesem Jahr bereits mehrfach eine neue Bestmarke erreicht.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der Dax ist zum Wochenende 0,7 Prozent höher bei 15.520 Zählern aus dem Handel gegangen. Der wichtigste deutsche Börsenindex versuchte am Freitag erneut seine mehrwöchige Seitwärtsphase zu beenden. Nachmittags erreichte der Dax sein Tageshoch bei knapp 15.550 Punkten und war damit zwischenzeitlich nur noch 20 Punkte von seinem aktuellen Rekordhoch bei 15.569 Zählern entfernt. Vor Börsenschluss gab der Index jedoch einen Großteil seiner Gewinne wieder ab. Den gestrigen Handelstag hatte die Frankfurter Benchmark bei 15.422 Punkten und einem Minus von 0,2 Prozent beendet. Für die verkürzte Handelswoche nach Pfingsten ergibt sich damit ein Plus von rund einem halben Prozent.

Der Kursanstieg auf dem deutschen Aktienmarkt am Freitag hing mit dem freundlichen Auftakt an den Wall Street zusammen. Konjunkturoptimismus hat die US-Börsen im frühen Handel angeschoben. Dabei bleibt die lebhafte Inflationsdebatte in den USA weiter spannend. Die am Freitagnachmittag vom Bureau of Economic Analysis veröffentlichte Entwicklung der Konsumentenpreise stärkt diejenigen Akteure am Markt, die aktuell vor einer zu hohen Inflation warnen.

Demnach sind die Konsumentenpreise auf Basis des PCE-Index (Personal Consumption Expenditures) im April um 3,6 Prozent gestiegen. Analysten hatten im Vorfeld mit einem Anstieg von 3,5 Prozent gerechnet. Die Kernrate, aus der besonders schwankungsanfällige Preise für Energie und Nahrungsmittel rausgestrichen werden, legte um 3,1 Prozent zu. Hier hatten Experten eine Steigerung von 2,9 Prozent erwartet. Im März hatten die Konsumentenpreise noch um 2,9 bzw. um 1,8 Prozent angezogen.

Seit Anfang April bewegt sich der Dax in einem Bereich zwischen 14.800 Zählern auf der Unter- und 15.500 Punkten auf der Oberseite – die bislang drei kurzfristigen Ausbruchsversuche in den vergangenen Tagen mal ausgenommen. Diese Spanne ist mit einer Differenz von rund fünf Prozent sehr gering.

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    Trotz der Notierungen in der Nähe des Rekordhochs signalisieren Anleger derzeit eine pessimistische Stimmung, vor allem die institutionellen Investoren. Für die Profis ist die Gefahr, eine plötzliche Rally-Fortsetzung zu verpassen, größer als die Gefahr deutlicher Kursverluste.

    Das liegt daran, dass ein Teil dieser Anlegergruppe auf fallende Kurse spekuliert. Wenn die Kurse steigen sollten, kommen diese Anleger unter Zugzwang. Andererseits geben die Short-Wetten ein Stück weit Stabilität auf der Unterseite. Die Unterstützung bei rund 14.800 Zählern dürfte halten, sofern es keine neuen, extrem schlechten Nachrichten gibt.

    Die in den vergangenen Wochen häufig gesehene Rotation von Technologie-Aktien zu Standardwerten setzte sich auch am Freitag fort. Das hängt mit der Entwicklung am Anleihemarkt zusammen. Generell gilt die Regel: Steigende Zinsen beflügeln die zyklischen, von der Pandemie abhängigen Titel und setzen die Kurse der Tech-Aktien unter Druck. Dieses Szenario hat natürlich auch umgekehrt seine Gültigkeit.

    Derzeit gelten Renditen für zehnjährige US-Staatsanleihen oberhalb von 1,6 Prozent (aktuell 1,61 Prozent) sowie für Bundesanleihen mit vergleichbarer Laufzeit oberhalb von minus 0,2 Prozent (aktuell minus 0,17 Prozent) als Belastung für Tech-Werte. Zum Börsenschluss notierte die zehnjährige US-Staatsanleihen 1,59 Prozent im Plus, die Bundesanleihe bei minus 0,18 Prozent.

    In Deutschland stiegen vor allem die Industriewerte: Im Dax führte Siemens mit einem Plus von mehr als 3,75 Prozent die Gewinnerliste an. Auch MTU und BASF gehörten mit einem Plus von 1,6 beziehungsweise 1,2 zu den Gewinnern. Im MDax lag der Energiekonzern Uniper vorn.

    Als Folge gab es ein neues Rekordhoch beim breit gefassten europäischen Index Stoxx 600. In der Spitze stieg er um 0,7 Prozent auf 450 Zähler. Zum Börsenschluss notierte der Index noch knapp 0,6 Prozent höher bei knapp 449 Punkten.

    Reger Handel mit Gamestop und AMC Entertainment

    Totgesagte leben länger – dieser Spruch gilt vor allem für die sogenannten Meme-Aktien wie Gamestop oder AMC Entertainment. Ein Merkmal solcher Papiere ist, dass sie in der Regel stark überteuert sind und in kürzester Zeit rasant steigen.

    Diese Papiere standen am Freitag wieder im Fokus – auch von deutschen Kleinanlegern. Auf der deutschen Handelsplattform Tradegate, die vor allem bei Kleinanlegern beliebt ist, wurden am gestrigen Donnerstag mehr als 67.543 Gamestop-Papiere ge- und verkauft. Der durchschnittliche Tagesumsatz in den vergangenen vier Wochen liegt bei nur 28.099 Stück. Am Freitag waren es noch 39.190.

    Ein ähnliches Bild zeigte der Handel mit AMC-Papieren: Am heutigen Freitag wurden mehr 58.736 Millionen Stück gehandelt, üblicherweise sind es nur 530.000 Papiere am Tag. Bereits am Donnerstag war die Kinokette AMC laut Dow Jones Market Data die am meisten gehandelte Aktie auf dem US-Markt.

    Dieser rege Handel hat die Kurse nach oben getrieben: Das Gamestop-Papier notiert wieder oberhalb von 200 Euro und hat sich damit seit der Notierung am 24. März mehr als verdoppelt. Noch drastischer ist der Kursverlauf bei AMC: Das Papier ist seit Jahresanfang um mehr als 1000 Prozent gestiegen und wird derzeit bei über 23 Euro gehandelt, einem neuen Vierjahreshoch. Am 1. Januar kostete der Titel noch 1,68 Euro.

    Des einen Freud, des anderen Leid, muss man hinzufügen. Denn Leerverkäufer, die bei Gamestop, AMC und der Hertz-Aktie auf fallende Kurse gesetzt haben, mussten in diesem Jahr laut den Daten des Anbieters S3 einen Buchverlust von fast neun Milliarden Dollar hinnehmen.

    Bereits Ende Januar dieses Jahres hatten gezielte Käufe von Kleinanlegern bei Gamestop und anderen Werten institutionelle Anleger in großem Stil zur Auflösung ihrer Wetten auf einen Kursverfall gezwungen. Dieser sogenannte Short Squeeze bescherte Gamestop zeitweise Kursgewinne von 2000 Prozent. Im Gegenzug gerieten einige Hedgefonds ins Wanken.

    Man kann über dieses Verhalten der Kleinanleger lächeln. Man sollte sie aber ernst nehmen. Denn diese Aktien, die von Kleinanlegern bevorzugt werden, entwickeln sich besser als der Gesamtmarkt. Das hat das Unternehmen Vanda Research ausgerechnet.

    Grundlage für die Berechnung ist ein Korb von Aktien., die von Privatanlegern präferiert werden, etwa Apple, Tesla, der Elektroautohersteller Nio und Square, einem Unternehmen für digitale Zahlungssysteme. Dieser Aktienkorb ist seit Anfang März 2020 bis zum vergangenen Montag um 68 Prozent gestiegen und hat damit den Anstieg des S&P 500 übertroffen, der rund 36 Prozent gewonnen hat. Darüber hat zuerst die US-Tageszeitung „Wall Street Journal“ berichtet. „Viele Kleinanleger schlagen die Profis an der Wall Street in ihrem eigenen Spiel“, lautet der Titel des Artikels.

    Blick auf die Einzelwerte

    Tui: Der Reisekonzern verkauft seine Anteile an 21 Riu-Hotels für bis zu 670 Millionen Euro an seine spanischen Partner, die Familie Riu. Die 49-Prozent-Beteiligung an den Hotel-Immobilien, die Tui bisher gemeinsam mit der Familie gehalten hatte, geht an die Saranja SL, die Carmen und Luis Riu gehört.

    Rund 540 Millionen Euro bekommt Tui sofort und will damit seine in der Corona-Pandemie stark gestiegenen Schulden drücken. Weitere 130 Millionen Euro könnten hinzukommen, je nachdem wie das Geschäft in den betreffenden Hotels in den nächsten beiden Jahren läuft. Das Papier profitiert aber von der Hoffnung auf eine bevorstehende Reisefreizügigkeit. Seit Jahresanfang hat es 55 Prozent gewonnen. Die Aktie notiert zum Börsenschluss knapp 0,6 Prozent fester bei 5,03 Euro.

    Zahlreiche Aktien wurden am heutigen Freitag mit einem Dividendenabschlag gehandelt: Carl Zeiss Meditec (Schlusskurs am Donnerstag bei 148,75 Euro, Dividende 0,50 Euro), Encavis (15,54 Euro, 0,28 Euro), LEG Immobilien (123,10 Euro, 3,78 Euro), United Internet (34,07 Euro, 0,50 Euro), Amadeus Fire (152,00 Euro, 1,55 Euro).

    Bitcoinkurs rutscht wieder ab

    Beim Bitcoin geht es wieder abwärts. Laut den Daten der Website Coinmarketcap ist der Kurs wieder auf rund 36.546 Dollar zurückgefallen. Binnen 24 Stunden gab der Kurs erneut mehr als sieben Prozent nach.

    In den vergangenen Tagen konnte sich Kryptowährung von dem Kurssturz auf 30.000 Dollar erholen und lag zwischenzeitlich wieder über der Marke von 40.000 Dollar. „Der jüngste vermeintliche Befreiungsschlag dürfte sich womöglich als ein Strohfeuer entpuppen“, meint Analyst Timo Emden vom gleichnamigen Researchhaus. Der zwischenzeitliche Kursanstieg könnte lediglich eine technische Gegenbewegung gewesen sein. Dagegen spricht die Marktstimmung, die eher ein Ende weiterer Ausverkäufe signalisiert.

    Lira-Verfall geht weiter

    Der Verfall der türkischen Währung geht weiter. Am Freitag fiel der Kurs der Lira im Handel mit dem US-Dollar und dem Euro jeweils auf Rekordtiefstände. Am Abend wurden für einen Dollar bis zu 8,56 Lira gezahlt. Ein Euro kostete bis zu 10,4 Lira.

    „Es wird mal wieder klar, dass sich der Wechselkurs nur selten nach den wirtschaftlichen Fundamentaldaten richtet“, meint Commerzbank Devisenanalyst Tatha Ghose. „Vielmehr unterlag er einem pausenlosen Abwertungstrend mit großen und plötzlichen Verlusten, auf die dann und wann trügerische Ruhephasen folgten“.

    Jeder Abwertungsschub könnte seiner Meinung eine neue Lira-Krise auslösen, wenn dieser in eine höhere Inflation mündet. Und die kann die Zentralbank (CBT) nicht bekämpfen, weil sie die Zinsen nicht „glaubhaft“ erhöhen kann und damit die altbekannte „Lira-Spirale“ wieder anschiebt.

    Die Türkei befindet sich in einer Spirale aus einer vergleichsweise hohen Inflation und einer Währung, die immer stärker abwertet. Im April war die Inflationsrate auf etwas über 17 Prozent gestiegen. Zuletzt hatte die Abwertung der Lira wieder Fahrt aufgenommen, nachdem die Führung der Zentralbank entlassen worden war. Damit zerschlug sich die Hoffnung auf eine konsequente Inflationsbekämpfung.

    Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax.

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