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Dax aktuell Dax schließt am zweiten Handelstag im Minus

Die Prognosesenkung von Apple passt ins Börsenbild: Aktien mit einem hohen Anteil von China-Geschäften werden gemieden. Und der Anleihemarkt reagiert kräftig.
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FrankfurtDie Umsatzwarnung von Apple drückt die Stimmung an der Börse in Deutschland. Der Dax schließt mit einem Minus von 1,55 Prozent und 10.459 Punkten. Am Mittwoch, dem ersten Handelstag des neuen Jahres, hatte sich der Leitindex noch mit einem Miniplus von 0,2 Prozent auf 10.580 Punkte in den Feierabend gerettet.

Der MDax als Index mittelgroßer Unternehmen verlor am Donnerstag 1,4 Prozent auf 21.398 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx 50 ging es um 0,9 Prozent nach unten.

Der iPhone-Hersteller hatte nach Handelsschluss an der Wall Street mitgeteilt, im abgelaufenen Quartal vor allem wegen eines schwachen Geschäfts in China sein Umsatzziel um mehrere Milliarden Dollar zu verfehlen. Apple-Aktien büßten in den USA nachbörslich rund acht Prozent ein.

Am deutschen Aktienmarkt notierte die Apple-Aktie mit einem Minus von 9,13 Prozent. Dieser Verlust setzt aber lediglich den Trend der vergangenen drei Monate fort. In diesem Zeitraum hat der Technologiekonzern mehr als 35 Prozent verloren.

Dax aktuell: Dax kratzt an der 11.000-Punkte-Marke Quelle: dpa
Marktbericht

Dax-Tafel an der Börse in Frankfurt.

(Foto: dpa)

Apple befindet sich damit in guter Gesellschaft von anderen Unternehmen, die unter dem geringeren Wachstum in China leiden müssen. Schließlich sind im Dezember die Einkaufsmanagerindizes im verarbeitenden Gewerbe im Reich der Mitte unter die Marke von 50 Punkte gefallen. Ein Wert unter 50 bedeutet, dass die Wirtschaft dort schrumpft. Ein Grund, warum Aktien mit einem hohen China-Anteil derzeit gemieden werden. Bereits am Mittwoch waren die deutschen Autokonzerne VW, Daimler und BMW, die hohe Stückzahlen nach China exportieren, die größten Verlierer am deutschen Aktienmarkt.

Wie groß derzeit die Sorgen vor einer erheblichen Abkühlung der Weltwirtschaft sind, zeigt sich auch am Anleihemarkt. Die Kurse von Staatsanleihen aus den Kernländern des Euroraums sind am Mittwoch deutlich gestiegen. Die Rendite der 10-jährigen Bunds sank im Tagesverlauf kurzfristig unter die Marke von 0,15 Prozent – so tief wie seit 2016 nicht mehr. Auch am Donnerstag sieht das nicht anders aus, die Rendite liegt bei 0,16 Prozent.

Die Renditen der US-Staatsanleihen gingen im US-Handel ebenfalls kräftig zurück, obwohl die Aktienmärkte bis Handelsschluss ihre Kursverluste ausgleichen konnten. Die Rendite der 10-jährigen T-Notes hat die nächste Marke von 2,6 Prozent fast erreicht. Noch vor wenigen Monaten betrug die Rendite drei Prozent.

Übrigens: Den Wahrheitsgehalt eines Börsenmythos hat Olaf Stotz, Professor an der Privatuniversität Frankfurt School of Finance & Management, mit einer kleinen Analyse überprüft. Dieser Mythos besagt: „So wie die Aktienrendite im Januar ausfällt, so entwickelt sich das Börsenjahr“. Dieser Spruch hat sich für Deutschland nicht bestätigt, in den USA dagegen schon.

Blick auf die Einzelwerte

Infineon: Die Prognosesenkung von Apple belastet auch die deutschen Technologiewerte. Infineon verliert 4,6 Prozent. In Mitleidenschaft gezogen werden auch die Titel von SAP und Wirecard.

Apple-Zulieferer: Die gesenkten Umsatzerwartungen von Apple haben aber vor allem die Aktien der europäischen Zulieferer des iPhone-Herstellers ins Straucheln gebracht. Besonders steil bergab ging es für die Titel des Schweizer Chipherstellers AMS, sie brachen um bis zu 19 Prozent auf ein Fünf-Jahres-Tief von 19,12 Franken ein. Die Titel des im deutschen SDax gelisteten Konzerns Dialog Semiconductor sackten um zehn Prozent auf 19,43 Euro ab. ASM International, BE Semiconductor und STMicro gaben um bis zu 7,3 Prozent nach. Der Branchenindex verlor 2,4 Prozent.

Zalando: Übernahmespekulationen haben Anleger bei den Aktien zugreifen lassen. Die Titel von Europas größtem Online-Modehändler kletterten um bis zu 6,1 Prozent auf 24,36 Euro nach oben und waren in einem fallenden Gesamtmarkt einer der wenigen Gewinner im Nebenwerteindex MDax. Händler führten die Kursgewinne auf einen Bericht des „Handelsblatts“ zurück. Der Mitgründer des Startups Dongxii, das auf den Handel zwischen Deutschland und China spezialisiert ist, sagte im Handelsblatt-Interview, der chinesische Online-Riese Alibaba werde voraussichtlich bald in europäische Firmen investieren

Was die Charttechnik sagt

Man kann von der Charttechnik halten, was man will: Hokuspokus für die einen, eine sogenannte „selbsterfüllende Prophezeiung“ für die anderen. Doch sie hat ihre Berechtigung. Beispiel gefällig?

Zu Beginn des Jahres prophezeiten im alljährlichen Handelsblatt-Chartgespräch vier technische Analysten einen zügigen Dax-Anstieg auf 14.000 Punkte. Daraus sind zwar nur 13.597 Punkte (bisheriges Allzeithoch) geworden, die Richtung stimmte aber. Bereits zu Beginn 2017 sagten dieselben befragten Experten den prozentual zweistelligen Sprung auf über 13.000 Punkte vorher – und behielten für 2017 recht.

Was ein Volltreffer ihrer Prognosen für 2018 war: Nach einer Sommerflaute sollte es ihrer Meinung nach im Herbst bergab gehen, der Dax dürfte 2018 im Minus beenden, so ihre Voraussagung. Sie hielten bereits damals Kursrückgänge von 30 und mehr Prozent für wahrscheinlich, der Bärenmarkt dürfte sich bis 2019 hinziehen.

Doch aktuell spricht einiges für eine zumindest kurzfristige Erholung. „Das gestiegene Kaufinteresse könnte in den nächsten Tagen zu weiter steigenden Kursen führen“, meinen die technischen Analysten der UBS. Sollte sich der Dax weiter über dem Widerstand bei 10.585 Punkten etablieren, wäre eine Aufwärtsbewegung bis 10.686 Punkte möglich. Im negativen Fall droht eine Abwärtswelle bis an das Tief bei 10.279 Punkten.

Der mittelfristige Abwärtstrend wäre nach Meinung vieler Experten erst mit einem Sprung über die Marke von 11.800 Punkten beendet. Ohne diesen Befreiungsschlag gilt unverändert das im letzten Jahr immer wieder angeführte Kursziel von rund 10.000 Punkten.

Termine heute

Nach den Aussagen von Apple warten Anleger gespannt auf die Beschäftigtenzahlen der privaten amerikanischen Arbeitsagentur ADP. Sie geben einen Vorgeschmack auf die offiziellen Daten der Regierung am Freitag, von denen sich Investoren Rückschlüsse auf die Geldpolitik der US-Notenbank Fed erhoffen.  

Blick auf die Märkte in den USA und Asien

Die Prognosesenkung von Apple hat am Mittwoch bereits die asiatischen Börsen in Mitleidenschaft gezogen. Chinas Bluechip-Index CSI300 und das südkoreanische Börsenbarometer verbuchten leichte Verluste von unter einem halben Prozent, während der Index der Aktien im asiatisch-pazifischen Raum außerhalb Japans mit knapp zwei Prozent einen größeren Abschlag hinnehmen musste. Die Tokioter Börse blieb wegen eines Feiertags geschlossen.

Heftige Auswirkungen hatten diese Ängste auf die Wechselkurse: Der als sicherer Hafen geltende japanische Yen kletterte in einem volumenschwachen Handel innerhalb von Sekunden kräftig. Der Wechselkurs durchbrach technische Hürden und löste so in den Handelssystemen noch mehr Käufe aus. „Sieht aus, als hätten wir einen Flash Crash gehabt“, sagte Ray Attrill, Währungsstratege bei der National Australia Bank.

Die US-Aktienmärkte sind mit leichten Kursgewinnen ins neue Jahr gestartet. Auftrieb erhielten die New Yorker Börsen von Schnäppchenjägern sowie Äußerungen von US-Präsident Donald Trump. Der Dow Jones schloss 0,1 Prozent höher mit 23.346 Punkten. Auch der breiter gefasste S&P-500 erhöhte sich um 0,1 Prozent auf 2510 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verbesserte sich um 0,5 Prozent auf 6665 Punkte. 

Analystencheck: Bernstein Research empfiehlt Bayer-Aktie weiterhin zum Kauf

Bernstein Research hat Bayer in einem Branchenausblick auf 2019 auf „Outperform“ mit einem Kursziel von 88 Euro belassen. Der Handelskrieg zwischen den USA und China dürfte im neuen Jahr keinen signifikanten Einfluss auf den landwirtschaftlichen Anbauzyklus haben, schrieb Analyst Jonas Oxgaard in einer am Mittwoch vorliegenden Studie. Sowohl Mais- als auch Sojabohnen-Anbauer dürften, wenn sich die Getreidepreise stabilisierten und die Pachten sänken, die Gewinnschwelle erreichen. Preissteigerungen für Saatgut und eine steigende Nachfrage nach Düngemitteln seien die Folge, was positiv für die Chemieunternehmen allgemein sei.

Laut dem Handelsblatt-Analystencheck stehen bei der Bayer-Aktie 83 Kaufempfehlungen zwölf Mal eine neutrale Einschätzung gegenüber. Keine der Studien empfiehlt einen Verkauf des Titels. Das gewichtete Durchschnitts-Kursziel aller Studien, bei dem neuere Studien höher gewichtet werden, liegt bei 97,75 Euro. Die Aktie wird derzeit bei rund 61 Euro gehandelt.

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