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Börsentafel in Frankfurt am Mittwoch

Neues Jahreshoch markiert.

(Foto: Reuters)

Dax aktuell Dax schließt auf höchstem Stand des Jahres – Charttechnik sendet klare Kaufsignale

Was für ein starker Auftritt: Der Dax hat ein neues Jahreshoch erreicht und zeigte keine Spur von Schwäche. Welche neuen Kursziele der Index nun ansteuern dürfte.
3 Kommentare

FrankfurtDie Fortschritte bei den US-Handelsgesprächen haben dem Dax zur Wochenmitte Auftrieb gegeben. Der deutsche Leitindex ging mit einem Plus von 1,7 Prozent bei 11.954 Punkten und damit mit dem höchsten Schlussstand des Jahres aus dem Handel. Im Handelsverlauf hatte die Frankfurter Benchmark zuvor heute mit 11.961 Zählern ein neues Jahreshoch und gleichzeitig den höchsten Stand seit Oktober 2018 markiert.

Es war ein sehr starker Auftritt: Während des gesamten Handelstages zeigte der Dax keine Spur einer Schwäche, die Kurse steigen unaufhörlich ohne großes Verkaufsinteresse.

Die Hoffnung auf ein Ende des Zollstreits zwischen China und den Vereinigten Staaten erhielt über einen Medienbericht neue Nahrung. Laut der „Financial Times“ haben die beiden größten Volkswirtschaften der Welt die meisten Punkte geklärt – offen sei derzeit vor allem noch die Frage, wie bereits eingeführte US-Zölle wieder aufgehoben werden. Alles in allem sei eine Einigung aber in Sicht.

Mit dem heutigen Sprung über 11.800 Punkte legt das deutsche Börsenbarometer die Grundlage für ein positives Börsenjahr 2019. Neben dem neuen Jahreshoch am heutigen Mittwoch hat der Index bereits am Dienstag die 200-Tage-Linie überwunden, die aktuell bei 11.680 Punkten notiert.

Die 200-Tage-Linie wird klassischerweise zur Beurteilung des längerfristigen Trends herangezogen. In den Zeiten vor dem Computerhandel galt dieser Wert als Durchschnittspreis der vergangenen zwölf Monate. Ein Blick auf den langfristigen Chart zeigt: Fast immer stieg der Dax für eine längere Zeit weiter, wenn er diese Linie überwunden hat.

Neues Jahreshoch und 200-Tageline überwunden: Bessere Kaufsignale gibt es aus charttechnischer Sicht nicht. Wichtig ist: Der Dax darf in den nächsten Tagen nicht wieder deutlich unter die 200-Tage-Linie fallen.

Doch wie geht es weiter? Die psychologisch wichtige Marke von 12.000 Punkten zu überwinden dürfte kein Problem sein. Es fehlen nur noch 39 Punkte. Danach gibt es bei rund 12.500 Zählern die nächsten Widerstände, darüber könnte es schnell Richtung 13.000 Punkte gehen. Das bisherige Allzeithoch liegt bei 13.596 Punkten. Rückschläge sind einzuplanen, wären aber bei der aktuellen Lage gute Kaufgelegenheiten.

Aber sind solche Kurssteigerungen Richtung 13.000 Punkte angesichts der vielen wirtschaftlichen Probleme wie Brexit, Handelsstreit oder Verschuldung in Italien nicht reines Wunschdenken?

„Der Dax ist förmlich gezwungen zu steigen“, meinen die Analysten des Online-Broker CMC Markets. Die Logik hinter dieser Meinung: Es herrscht noch keine Euphorie am Markt, stattdessen hört man überall Warnungen vor den politischen Risiken und einer sich abschwächenden Konjunktur.

Daraus lässt leitet sich ableiten: Sowohl Privatanleger als auch Vermögensverwalter und Fondsmanager sind noch zu wenig investiert und haben nur wenig von der Rally seit Ende Dezember profitiert, als der Dax auf 10.279 Punkten abrutschte. Und die Profis haben nun Angst vor den aufkommenden Vorwürfen ihrer Kunden, die Kaufsignale des Marktes ignoriert und eine zu geringe Performance erzielt zu haben. Sollten sie einsteigen, dürften die Kurse weiter steigen.

Konjunkturoptimismus – auch am Rohstoffmarkt

„Für zusätzlichen Rückenwind sorgen auch besser als erwartete Wirtschaftszahlen aus China“, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus Axi-Trader. Das Stimmungsbarometer der Einkaufsmanager der dortigen Dienstleistungsbranche erreichte mit 54,4 Punkten ein 14-Monatshoch.

Der Konjunkturoptimismus spiegelte sich auch am Rohstoffmarkt wider: Die Ölsorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um 0,7 Prozent auf 69,88 Dollar je Barrel (159 Liter), und der Preis für das Industriemetall Kupfer stieg um 1,2 Prozent auf 6502 Dollar je Tonne.

Gefragt war auch das Pfund Sterling, dessen Kurs 0,2 Prozent auf 1,3154 Dollar zulegte. „Theresa May vollzieht eine 180-Grad-Wende und sucht um kurz vor zwölf nun doch den Schulterschluss mit der Opposition“, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. Damit werde ein sanfter Brexit, bei dem Großbritannien in der EU-Zollunion bleibt, wahrscheinlicher.

Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen warnte dagegen vor überzogenen Erwartungen. Schließlich sei auch die oppositionelle Labour-Partei in der Brexit-Frage gespalten. „Ein Großteil fordert ein zweites Referendum, um den Brexit noch gänzlich zu verhindern.“ Außerdem sei die Zustimmung der EU zu einer erneuten Verschiebung des Austritts Großbritanniens über den 12. April hinaus fraglich.

Am Londoner Aktienmarkt waren die Optimisten allerdings in der Überzahl. Sie stiegen vor allem bei Eigenheimbauern wie Persimmon oder Taylor Wimpey oder Banken wie Barclays oder Lloyds ein. Deren Papiere verteuerten sich um bis zu 2,9 Prozent.

Ein Warnsignal für die Entwicklung des Welthandels kam aus der Logistikbranche: Große Logistikunternehmen haben Handelsdaten zufolge im Februar 4,5 Prozent weniger Seefracht in den USA angelandet, wie der auf die Logistik spezialisierte S&P Global-Market-Datensammler Panjiva ermittelte. Dies sei der erste Rückgang seit zwei Jahren.

Blick auf die Einzelwerte

BMW: Die deutsche Autoindustrie treibt die Digitalisierung ihrer Fabriken voran: Nach Volkswagen hat am Dienstag auch BMW eine Plattform angekündigt, um Logistik und Fertigung zu vernetzen. Zulieferer sollen sich dem System anschließen können. Der Premiumhersteller arbeitet bei dem Großprojekt mit Microsoft zusammen. Azure, die Cloud-Plattform des Softwarekonzerns, soll die technische Grundlage für das neue System werden. Die Aktie des Unternehmens stiegt um 1,9 Prozent.

Metro: Wie das Handelsblatt von mehreren Insidern erfuhr, ist das Verkaufsverfahren der Metro-Tochter Real auf der Zielgeraden. Es ständen nur noch zwei Investoren in der Auswahl, heißt es. Bei beiden kann davon ausgegangen werden, dass sie Real nach dem Kauf zerschlagen werden. Dem letzten verbliebenen strategischen Interessenten, einem Konsortium aus Einkaufsverbund Markant und Investor Sapinda, sei mitgeteilt worden, dass er nicht mehr am Verfahren teilnimmt. Am Mittwochmorgen notiert der Mutterkonzern bei plus 1,3 Prozent.

Evotec: Die Aktie befindet sich seit Woche in einem stabilen kurz- und langfristigen Haussetrend. Auch am heutigen Handelstag steigt das Papier um weitere 2,9 Prozent. Damit liegt der Biotechtitel auf dem höchsten Stand seit 2001. Ein neues 18-Jahreshoch in diesen Zeiten, das gibt es selten.

Analystencheck: JP Morgan hält Siemens auf „overweight“

Die US-Bank JP Morgan hat das Kursziel für Siemens von 118 auf 117 Euro gesenkt und die Einstufung auf „overweight“ belassen. Er habe seine Modellannahmen überarbeitet, schrieb Analyst Andreas Willi in einer am Dienstag vorliegenden Studie. Bei der Gewinnerwartung sei er mit Blick auf die schwächeren Konjunkturdaten der jüngsten Vergangenheit etwas vorsichtiger geworden.

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3 Kommentare zu "Dax aktuell: Dax schließt auf höchstem Stand des Jahres – Charttechnik sendet klare Kaufsignale"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • - Fortsetzung -

    Bis ca. Weihnachten sahen wir also einen massiven Deflationsschock, und zwar eine fast reine Asset-Deflation, während es bei Güter- und Dienstleistungspreisen sogar zu Teuerungen gekommen ist (weil Inflation eben NICHT Teuerung ist - und Deflation NICHT sinkende Preise). Bei einer Kontraktion des Geldangebotes fehlt also im System schlicht und ergreifend Liquidität - also werden fast ALLE Assets zu "Geld" gemacht (und zwar vorzugsweise zu USD, da WeltleiDwährung).
    Abverkauft wurden u.a. Kryptowährungen, Rohstoffe, Edelmetalle und natürlich auch Aktien.
    Dann hat sich Mr. Donald Trump jedoch den FED-Vorsitzenden Powell kräftig zur Brust genommen - mit der Folge, dass dieser von seinem deflatorischen "QT" abgerückt ist: Reduzierung der Bilanzsumme wird beendet, weitere Zinserhöhungen erst wieder am St. Nimmerleinstag. In Euroland gibt es laut Draghi ebenfalls Zinserhöhungen erst wieder am St. Nimmerleinstag.
    Das hat nach Weihnachten die Börsen (und insbesondere die amerikanischen Aktien) wieder nach oben getrieben.
    Dennoch haben wir zumindest in Euroland de facto bereits Rezession - und meiner bescheidenen Meinung nach werden sich die (europäischen) Aktienkurse daher auch demnächst wieder südwärts wenden.

  • @ Edelgard Kah

    Glauben Sie daher lieber einem Anhänger der Austrian Economics. ;-))
    Aus meinem Kommentar von Weihnachten:

    "Wir wissen daher natürlich auch, was Geld ist, und was nicht Geld ist. Wir wissen, was Inflation ist, nämlich eine Ausweitung des Geldangebotes, und was nicht, nämlich Teuerung. Wir wissen, was Deflation ist, nämlich eine Kontraktion des Geldangebotes, und was nicht, nämlich sinkende Preise, und dass es unter echter Deflation sogar zu steigenden Preisen / Teuerung kommen kann – wie aktuell. Wir wissen, wie in diesem System Liquidität entsteht, und wie sie wieder vernichtet wird. Und daher können wir auch Liquiditätsveränderungen im Gesamtsystem messen. Relativ präzise sogar. (...)
    Was ist denn aber jetzt die eigentliche Ursache für diese Deflationslawine?
    Nun, auch diese Antwort werden Sie nicht erwartet haben: die sozialistisch-zentralplanerischen Zentralbanken haben zuletzt schlicht und ergreifend nicht mehr genügend „Geld“ gedruckt , um das System am Leben erhalten zu können – insbesondere die Fed nicht.
    Über das „warum nicht?“ dürfen sich die „Experten“ gerne den Kopf zerbrechen; (...) möglicherweise sabotieren die Hintermänner der Fed auch absichtlich Trumps Wirtschaftspolitik mit ihrem „Quantitative Tightening“ (was eben nichts anderes bedeutet als eine Verringerung des Geldangebotes) - aber schaufeln dadurch gleichzeitig das Grab für die Weltwirtschaft."

    -> Bis ca. Weihnachten letzten Jahres sahen wir massive ECHTE DEFLATION, d.h. eine Kontraktion des Geldangebotes, verursacht insbesondere durch die amerikanische Fed ( "QT" = Reduzierung der Bilanzsumme = Reduzierung des Geldangebotes). Unter "normalen" Bedingungen würde die Kreditgeldschöpfung der Geschäftsbanken, der sogenannte "Kreditmultiplikator", eine (geringe) Reduzierung der Bilanzsumme der Notenbanken überkompensieren. Dieser "Kreditmultiplikator" ist jedoch weitgehend zusammengebrochen (die Erklärung dafür erfordert viel Geldtheorie und würde hier den Rahmen sprengen).

  • Sehr geehrte Herren Redakteure,

    reden wir einmal über Tatarenmeldungen. Für das Ende des Jahres 2018 hatten die meisten Banken DAX-Stände von deutlich über 14 000 Punkten erwartet. Tatsächlich geworden sind es dann 10 559 Punkte. Also statt 15 Prozent Plus 18 Prozent Minus. Macht ja nichts. Die Herren "Experten" haben eine Lizenz zum Schwadronieren und machen einfach damit weiter.
    Dann der Bärenmarkt. Die meisten Charttechniker hatten im Visier, er würde uns in ungeahnte Tiefen führen. So um die 9 300 Punkte meinte ein besonders berühmter Zeitgenosse. Tatsächlich lag das low dann aber nur bei 10 200 Punkten. Also wieder nur Fahrkarten.
    Danach ging es wieder aufwärts. Aber bis 11 700 Punkte (1 500 Punkte lang) angeblich in einem "Bärenmarkt", in dem man besser nicht investiert. Aber in Wahrheit erlebten wir einen hundsgewöhnlichen Anstieg und die Bärenmarktwarnung führte nur zu entgangenen Gewinnen. Danke, liebe "Experten".

    Und heute? Heute schwenken Sie plötzlich um. Erklären ohne neue Nachrichten Konjunkturpessimismus zum Schnee von gestern. Und dass es gefährlich ist, zu wenig Aktien zu besitzen. Weiter so. Wir vertrauen Ihnen. Treiben Sie weiter jeden Tag eine Sau durchs Dorf.