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Börse in Frankfurt

Der Dax knackte am Mittwochvormittag eine psychologisch wichtige Marke.

(Foto: dpa)

Dax aktuell Dax schließt auf höchstem Stand seit August – was nun für eine Herbst-Rally spricht

Die Entwicklungen am Devisenmarkt zeigen: Anleger haken Schwellenländer-Krise wohl ab. Deswegen sind offenbar viele ausländische Schnäppchenjäger unterwegs.
Update: 21.09.2018 - 18:43 Uhr Kommentieren

Frankfurt Die Rally an den Aktienmärkten ist am Freitag weitergegangen. Der Dax kletterte am Hexensabbat – dem großen Verfall an den Terminmärkten – auf den höchsten Stand seit Ende August. Das Börsenbarometer legte 0,9 Prozent auf 12.431 Punkte zu. Auch der EuroStoxx50 zog 0,8 Prozent auf 3431 Zähler an. Am Donnerstag war der deutsche Leitindex mit plus 0,9 Prozent und 12.326 Zählern aus dem Handel gegangen.

Zwischenzeitlich notierte der Dax sogar bei 12.458 Zählern. „Der September als statistisch schlechtester Aktienmonat stellt sich für den Dax mit einer Performance von rund minus 0,3 Prozent bislang nicht besonders Angst einflößend dar“, meinte bereits Robert Halver von der Baader Bank vor der Börseneröffnung.

Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es am Freitag hingegen nur um 0,1 Prozent auf 26 344 Punkte hoch, und der Technologiewerte-Index TecDax verlor 0,3 Prozent auf 2817 Punkte.

Wie schon in den vergangenen Handelstagen legte der Dax im Nachmittagshandel gegenüber der Mittagszeit deutlich zu – ein Indiz dafür, dass viel ausländisches Kapital in den deutschen Aktienmarkt geflossen ist. Auf seinem aktuellen Niveau ist der Dax günstiger bewertet als andere große Börsenindizes. Das bietet ein attraktives Einstiegsniveau – solange sich weiter keine Rezession abzeichnet.

Anleger bezahlen die Aktien derzeit mit dem Zwölffachen des erwarteten Nettogewinns der 30 Mitgliedsunternehmen. Und das, nachdem sich die Gewinnerwartungen reduziert haben: von ursprünglich zehn Prozent Gewinnwachstum zu Jahresbeginn in Richtung Stagnation. Entsprechend waren viele Schnäppchenjäger unterwegs, die sich Aktien ins Depot legten, die zuletzt deutliche Kursverluste verzeichnet hatten.

Starke Entspannungssignale kommen vom Devisenmarkt. Sowohl der US-Dollar als auch der Euro geben gegenüber anderen Devisen nach. „Grund für die Schwäche beider Währungen ist zweifellos die entspanntere Lage in den Emerging Markets, die durch das Durchgreifen einiger Notenbanken begünstigt wurde“, schreiben die Devisenanalysten der Commerzbank.

So hat die türkische Notenbank mit ihrer kräftigen Zinserhöhung einen weiteren Absturz ihrer Währung vorerst verhindert. Auch dass Anleger Gelder von Dollar in Euro umschichten, spricht für schwindende Sorgen vor einer Krise der Schwellenländer und vor den wirtschaftlichen Folgen eines weltweiten Handelsstreits. Und auch dafür, dass Ausländer Euro kaufen und mit dem Geld in europäische Aktien investieren.

Der Dollar, der von vielen Investoren in den vergangenen Wochen als „sicherer Hafen“ gefragt war, schwächte sich am Freitag im Vergleich zu anderen Währungen deutlich ab. Im Gegenzug stieg der Euro zwischenzeitlich auf 1,18 Dollar an. Das war der höchste Stand seit zweieinhalb Monaten. „Es sieht danach aus, als ob die Positionen, die aufgebaut wurden zur Risikoabsicherung, jetzt in größerem Stil wieder abgebaut werden“, sagte Makoto Noji, Analyst beim Brokerhaus SMBC Nikko Securities.

Die Devisenanalysten der Commerzbank sehen noch einen weiteren Grund für die Abwertung der US-Währung: „Der positive Effekt der geldpolitischen Divergenz zugunsten des Dollars läuft aus“, erklärte Analystin Thu Lan Nguyen. Dies bedeute, der Markt habe den Zinserhöhungszyklus der US-Notenbank Fed mittlerweile in die Wechselkurse voll eingepreist. „Mag sein, dass ein oder zwei Zinsschritte mehr kommen als er aktuell erwartet. Das ist aber kaum mehr relevant für die Währung.“

Einzelwerte im Blick

Deutsche Bank und Commerzbank: Als Reaktion auf neue Gerüchte über eine Fusion der beiden Geldhäuser schnellte der Kurs der Deutschen Bank bis zu 2,5 Prozent hoch, für die Commerzbank ging es zeitweise bis zu 1,4 Prozent aufwärts. Die Deutsche Bank schloss 1,6 Prozent höher, die Commerzbank 1,3 Prozent.

Autobauer: Am Nachmittag wurde ein Bericht des Magazins „Der Spiegel“ bekannt, wonach Bundeskanzlerin Angela Merkel sich auf eine Nachrüstung älterer Diesel-Fahrzeuge mit Stickoxid-Katalysatoren festgelegt hat. Während Volkswagen-Titel im Dax ein Kursplus von 1,23 Prozent behaupteten, reichte es bei Daimler und BMW letztlich für Gewinne von 0,7 beziehungsweise 0,53 Prozent.

Wirecard: Der Kurs des künftigen Dax-Mitglieds beruhigte sich am Freitag. Die Aktie schloss 1,2 Prozent im Plus, nachdem sie am gestrigen Donnerstag zwischenzeitlich fast zehn Prozent verloren hatte. Auslöser waren Gerüchte über eine neue Short-Attacke, die laut der Financial Times jedoch falsch waren. Der Zahlungsabwickler rückt am Montag für die Commerzbank in die erste Börsenliga auf.

Südzucker: Es hagelt Verkaufsempfehlungen für die Aktie. Neben Goldman Sachs (s. Analystencheck) empfehlen auch die Experten von Bankhaus Lampe die Aktien zum Verkauf. Sie stufen ihre Bewertung um zwei Stufen auf „Verkaufen“ von "Kaufen“ zurück und senken das Kursziel auf 10 von zuvor 18 Euro. Die Aktien fiel letztendlich um 4,4 Prozent.

Delivey Hero: Die Aktien des Essenslieferdienstes schlossen nach heftigen Schwankungen unauffällige 0,2 Prozent fester. Ursache für die Nervosität der Anleger war ein Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg. Der US-Fahrdienstvermittler Uber sei an einem Kauf des Rivalen Deliveroo interessiert, hieß es dort unter Berufung auf Insider. Damit würden die Amerikaner ihren eigenen Essenslieferdienst Uber Eats stärken. An der Börse wurden daraufhin abwechselnd Übernahmefantasien als Kurstreiber und der steigende Wettbewerbsdruck als negativer Faktor gespielt.

Metro: Beim Handelskonzern sorgte die Hoffnung auf eine Übernahme derweil für ein klares Plus von 2,3 Prozent. Der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky hat seinen Metro-Anteil mit neun Prozent aus dem Besitz der Elektronikkette Ceconomy ausgebaut. Analysten halten nun innerhalb von neun Monaten ein Pflichtangebot an die übrigen Aktionäre für möglich.

Was für eine Herbstrally spricht – und was dagegen

Der Dax markierte ein neues Septemberhoch. Dabei ist der September der schlechteste Börsenmonat: Nach einer Untersuchung der Bank HSBC in den vergangenen Jahren lag der Dax in 18 von 30 Jahren zum Monatsende September im Minus.

Deutlich besser sah es in der Vergangenheit ab Oktober aus. Dimitri Speck, Handelssystem-Entwickler und Betreiber der Seite „Seasonax.com“, hat sich auf die Analyse von Marktzyklen spezialisiert. „Seit 1993 hat der Dax Investoren in den Monaten Oktober bis Dezember nur in drei Jahren Verluste gebracht“, sagte er einem Magazin des Online-Brokers Comdirect. In 22 Jahren dagegen waren Anleger mit Dax-Investments in diesem Zeitraum im Plus.

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Speck ist allerdings skeptisch, ob das auch in diesem Jahr so sein wird. „Die Herbstrally könnte ausfallen“, so seine Befürchtung. Die Börsen seien noch immer liquiditätsgetrieben und die US-Notenbank Fed trete auf die Bremse. Zudem sorge die Politik für viel Unsicherheit. „In Europa und den Schwellenländern haben sich die Kurse bereits abgeschwächt, die USA könnten folgen, wenn der Einmaleffekt aus der Steuerreform verpufft.“

Anders sieht Robert Halver von der Baader Bank die Lage: „In den USA befindet sich der Anteil der Optimisten am Aktienmarkt abzüglich des Anteils der Pessimisten in neutralem Terrain und lässt daher keinen heftigen Ausverkauf erwarten“.

Ohnehin seien derzeit sowohl die Anleger in den USA als auch in Deutschland defensiv positioniert. So kommt er zu Schluss: „Bei durchaus zu erwartenden positiven Impulsen seitens der Krisenfront ist genügend Spielraum vorhanden, um eine Aktien-Rally im Herbst loszutreten.“

Ruhiger Hexensabbat

An diesem Freitag war Hexensabbat an den Börsen angesagt – der Tag, an dem Optionen verfallen. An solchen Tagen schwanken die Kurse oft stark. Der Begriff Hexensabbat hat sich eingebürgert für die Tage, an denen viele Terminkontrakte verfallen. Das bedeutet: Es werden die Abrechnungspreise für die Basisobjekte ermittelt, die Kontrakte dann glattgestellt. An diesem Freitag verfielen an der Eurex drei Gruppen von Derivaten. Das sind Futures und Optionen auf die Stoxx-Produkte, außerdem auf Dax, TecDax und MDax, darüber hinaus Optionen auf Aktien.

Dreifacher Hexensabbat ist immer am dritten Freitag im letzten Monat eines Quartals. Börsianer warnen regelmäßig vor abrupten Kursbewegungen an diesen Tagen. Großanleger, so heißt es, wollten Kurse in die für sie günstige Richtung bewegen, um mit ihren Futures und Optionen mehr zu gewinnen – oder nicht zu viel zu verlieren.

Inzwischen haben zwar ganze Generationen von Ökonomen den sogenannten „Witching Day“ erforscht. Doch die Ergebnisse sind uneinheitlich. Als ausgemacht gilt, dass am Hexensabbat mehr Aktien gehandelt werden als sonst. Doch ob die Kurse dann auch stärker schwanken, bleibt umstritten.

Was die Charttechnik sagt

Zur Erinnerung: Noch vor sieben Handelstagen rutschte der Dax auf 11.865 Punkte ab und einigen technische Analysten prognostizierten einen Crash. Doch mittlerweile hat sich die Lage wieder entspannt, mit dem Sprung über die Marke von rund 11.100 Zählern hat der Dax die erste wichtige Hürde hinter sich gelassen.
Das Risiko, dass der deutsche Leitindex unter den wichtigen Unterstützungsbereich von rund 11.800 Punkten fällt, ist erst einmal geringer geworden. Dennoch sollten Investoren die Marke im Hinterkopf behalten.
Doch derzeit sollten Anleger ihren Blick auf höhere Kursziele richten: 12.376 Punkte ist nach Meinung vieler technischen Analysten die nächste Anlaufmarke, die im heutigen Handel bereits überschritten wurde. Beendet wäre aus charttechnischer Sicht die Korrektur, die Ende Juli vom damaligen Höchststand 11.886 Zählern startete, erst mit dem Erreichen von rund 12.500 Punkten.

Analystencheck: Goldman Sachs rät bei der Südzucker-Aktie zum Verkauf

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat die Einstufung für Südzucker nach einer Gewinnwarnung auf „Verkaufen“ und vorerst mit einem Kursziel von 10,50 Euro belassen. Die vom Zuckerkonzern reduzierten Geschäftsziele könnten zu einer um mehr als 40 Prozent fallenden Konsensschätzung für das operative Ergebnis (Ebit) 2018/19 führen, schrieb Analyst John Ennis. Er kündigte an, seine Prognosen und das Kursziel zu überprüfen.
Laut Handelsblatt-Analystencheck stehen bei der Aktie von Südzucker zwei Kauf-Empfehlungen vier Mal die Bewertung „Neutral“ gegenüber, elf Studien empfehlen die Aktie zu verkaufen. Das gewichtete Kursziel, bei dem jüngere Studien stärker berücksichtigt werden, liegt bei 13,11 Euro aber knapp über dem aktuellen Kurs von 11,75 Euro. Weitere Analysen finden Sie im Handelsblatt-Analystencheck.

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